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NSA-Whistleblower Edward Snowden: „Ich will nicht in so einer Welt leben“

In einer beeindruckend mutigen Aktion hat sich die Quelle der NSA-Leaks der letzten Tage freiwillig identifiziert. Der Mann heisst Edward Snowden, ist 29, und war nach einigen Jahren als Admin und Analyst bei der CIA zuletzt beim Rüstungs- und Abhör-Subunternehmer Booz-Allen Hamilton in der NSA beschäftigt. Er ist derzeit in Hongkong, weil er da am wenigsten Einfluss oder Zugriff der US-Dienste fürchtet, würde aber gerne mittelfristig in Island Asyl bekommen. Als seine Motivation benannte er, dass er nicht in einer Welt leben will, in der man keine Privatsphäre mehr hat. Außerdem:

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„You can’t wait around for someone else to act. I had been looking for leaders, but I realised that leadership is about being the first to act.“

Man könnte hier jetzt noch ganz viel zusammenfassen, was Glenn Greenwald im Guardian darüber schreibt, oder was Snowden in dem Videointerview mit Greenwald sagt. Aber man kann es auch einfach selber dort ansehen. Nochmal: Beeindruckend.

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Daniel Ellsberg, der 1971 die Pentagon Papers geleakt und damit massives Fehlverhalten der US-Regierung im Vietnamkrieg aufgedeckt hatte, wurde mit den Worten zitiert, dass er auf so einen Moment 40 Jahre lang gewartet hat.

Glenn Greenwald, der Guardian-Journalist, der für die ganzen NSA-Stories dieser Woche wirklich den Pulitzer-Preis bekommen sollte, weist darauf hin, dass Snowden nicht auf Facebook oder Twitter ist, daher sind alle danach klingenden Accounts gefälscht.

In New York City wird für morgen 12:00 am Union Square zu einer Solidaritätskundgebung für Edward Snowden aufgerufen.

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9 Kommentare
  1. Es sollte einen entsprechenden Empfang geben, wenn dieser Barack Obama am 18. Juni in Berlin auftritt.

    Eine Demonstration for TRUE HEROS: Manning & Snowden

  2. Der Widerstand gegen die sich immer Totalitärer gebarende Staatsmacht muss Radikaler geführt werden als bisher. Irgendwas in irgendwelchen Blogs zu schreiben reicht nicht, der Widerstand muss auf die Strasse gebracht werden.

    So wie derzeit in der Türkei, wenn 10.000 Leute demonstrieren und sich trotz Polizeigewalt weigern den Platz zu verlassen dann wird das die Öffentlichkeit viel eher wachrütteln und mobilisieren als ein par Petitionen oder so.

    Widerstand gegen eine Bürger und Verfassungsfeindliche Politik muss Extremer werden um was erreichen zu können bevor das hier eine totale Diktatur wird.

    1. Dann finde mal 10.000+ Personen die sich nicht zu bequem sind.
      In Deutschland hat man noch alles über sich ergehen lassen und das weiß unsere politische Kaste sehr genau.

      1. In Frankfurt hat die Polizeigewalt vom 01.06. gegen die Blockupy-Demo am 08.06. immerhin ca. 10.000 Menschen aus Solidarität auf die Straße gebracht. Es gibt also durchaus genügend Menschen in D, die sich auch kurzfristig mobilisieren lassen.

      2. „die sich nicht zu bequem sind“! Ich habe gut gelacht. Viele trauen sich nicht mehr zu demonstrieren, weil man als Demonstrant mittlerweile zum Kriminellen abgestempelt wird. Man braucht ja nur im falschen Block sein und darf sich alles über sich ergehen lassen inklusive Freiheitsentzug (selbst Ärzte wollte die liebe Polizei nicht zu Verletzten durchlassen). Und wenn dann auch noch ein CDU-Verband diese Demonstranten als Nutzlose denunziert, dann weiß man ja, wie viel Demokratie wir hier noch haben.

        Apropos: America, the Land of the Free. Denn es gehört auch zur Freiheit sich ausschnüffeln zu lassen. Und natürlich will Deutschland ebenso Land of the Free werden.

  3. auf der strasse wird man doch auch bloss misshandelt.
    sinnvoll, bei einem supergau, waere kollektives zuhausebleiben für 2-4 wochen. den staat will ich sehen, der dagegen vorgehen kann. kollektives nichtstun würde wahrscheinlich einem wilden streik gleichkommen, der ja verboten ist. aber deutsche demonstranten halten auch an roten fussgaengerampeln an und warten auf gruen.

  4. Das der CIA Wirtschaftsspionage durch Abhören betreibt ist nicht neu. Die tech­ni­schen Möglichkeiten sind 50 Jahre wei­ter als das “Neueste”, weil es sich immer zuerst das Militär zu Nutze macht. Echolon ist den ein oder ande­ren viel­leicht bekannt. Der CIA wird pri­vat von Fam. Rothschild unter­stützt, nahe­lie­gend auch die NSA, weil heut­zu­tage zwangs­läu­fig wirt­schaft­li­che Interessen eine Rolle spie­len.
    Wer nun aber wirk­lich die Fäden zieht könnte das Buch 334 Promille Lüge eröff­nen.
    Wer kann denn mit Sicherheit sagen was soge­nannte Verschwörungstheorie ist und was nicht?
    Sehen wir uns nur mal Viktor Ostrowsky an, Milton William Cooper und das stin­kende Attentat auf Kennedy.
    Vielleicht wachen mehr Menschen auf als bis­her. Nur jene nicht, die das nicht wahr haben wol­len und dem System schlei­chen­der Unterdrückung noch ver­trauen bis es zu spät ist und durch Wut eines Tages viel­leicht mit Gewalt zer­stört wird. Aber auch das ist eine Art Evolution…

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