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Nordrhein-Westfalen: Visualisierung von kommunalen Finanzdaten

Open Data ist ein wichtiger Schritt, hin zu einer Politik mit mehr Transparenz und Offenheit gegenüber den Bürgern. Leider sind die veröffentlichten Datensätze jedoch oftmals sehr komplex und unübersichtlich, was den einfachen Zugang zu den Daten erschwert. Zum Glück gibt es aber immer wieder findige Tüftler, die die Daten durchforsten und später visualisieren um sie einem breiteren Publikum zugänglich machen. Das aktuellste Beispiel hierfür liefert die Piratenfraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen, die die Finanzdaten der Kommunen aus Nordrhein-Westfalen in einer Karte aufbereitet hat.

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Die interaktive Karte gestattet es dem Nutzer, sich einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben der Kommunen in Nordrhein-Westfalen zu verschaffen, ohne sich durch Datenberge wühlen zu müssen. Die Einstellungen erlauben es dem Nutzer die Einnahmen bzw. die Ausgaben als absolute Werte darzustellen oder aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl oder der Fläche. Auch eine Aufschlüsselung in einzelne Posten wie Ausgaben für Tourismus, Betreuungsleistungen oder Theater sind möglich.

Robert Stein, Kommunal- und Finanzpolitischer Sprecher der Piratenfraktion NRW, betonte in der Pressemitteilung, dass die Visualisierung ein Schritt sei, die Finanzdaten zugänglicher zu machen:

Unser Ziel ist es, komplexe Datensätze einfach und verständlich darzustellen, damit alle Bürgerinnen und Bürger sie schnell und einfach erfassen können. Diese Visualisierung der kommunalen Finanzdaten ist nach der Visualisierung der Landeshaushalte der vergangenen Jahre ein weiterer Schritt, das Thema Finanzen in Kommunen und Land zugänglicher zu machen. Politiker müssen sich immer stärker auch der Erklärung von Politik widmen und dazu gehört, dass Nachvollziehbarkeit weitgehend barrierefrei hergestellt wird.

Die Visualisierung der kommunalen Finanzdaten ist nicht das erste Open Data-Projekt der Piratenfraktion aus Nordrhein-Westfalen. Bereits im September 2012 visualisierte die Fraktion den gesamten Landeshaushalt von Nordrhein-Westfalen.

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3 Kommentare
  1. Das ist ja mal eine tolle Anwendung. Besonders toll finde ich, dass in den Popups für die einzelnen Kommunen auch Links auf die Bilanzen 2011 drin, so weit Daten verfügbar sind.

    Das sollte eigentlich staatliche Daueraufgabe werden vom Innenministerium (fände ich besser, als nur Terrorhysterie zu verbreiten). Auch sollte die OpenNRW-Arbeitsgruppe sich das ansehen und fördern.
    http://www.nrw.de/opennrw/opennrw-1/

    Als Korinthenkacker hätte ich noch Verbesserungsvorschläge:
    1.) Die Bilanzen sollten um die GuV zum Jahresabschluss ergänzt werden. (Bei einigen Kommunen fehlt auch die Aussage über den Jahresüberschuss/-fehlbetrag in der Bilanz).

    2.) Zum Vergleich sollten auch die Vorjahre (min. 1) aufgeführt sein, damit man sieht, ob das Elend der Überschuldung sich vertieft oder ob Sanierung greift. In NRW stehen ja schon viele Gemeinden unter Kuratel des Staates (NRW) wegen Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit.

    Aber noch einmal: Applaus! Applaus!

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