Dieser Artikel ist mehr als 13 Jahre alt.

Die Akzeptanzprobleme des Urhebererchts

Die Futurezone hat ein Interview mit Till Kreutzer zum Urheberrecht geführt: „Abmahnwellen sind extrem schädlich“. futurezone: Sie haben gesagt, das Urheberrechtssystem stehe vor dem Kollaps, weil es der gesellschaftlichen Entwicklung nicht mehr folgt. Wo genau liegen die Gründe für dieses Akzeptanzproblem? Till Kreutzer: Das Urheberrecht wurde als sehr spezielles Recht konzipiert, das nur sehr wenige…

  • Markus Beckedahl

Die Futurezone hat ein Interview mit Till Kreutzer zum Urheberrecht geführt: „Abmahnwellen sind extrem schädlich“.

futurezone: Sie haben gesagt, das Urheberrechtssystem stehe vor dem Kollaps, weil es der gesellschaftlichen Entwicklung nicht mehr folgt. Wo genau liegen die Gründe für dieses Akzeptanzproblem?

Till Kreutzer: Das Urheberrecht wurde als sehr spezielles Recht konzipiert, das nur sehr wenige betraf. Große Unternehmen beispielsweise Verlage oder Musikverlage und Leute, die professionell als Urheber gearbeitet haben. Mit dem Aufkommen von Digitaltechnologien, vor allem dem Internet, hat sich die Bedeutung des Urheberrechts massiv gewandelt. Heute reicht es sehr stark in den privaten Bereich hinein. Aber Dinge, die die Leute im Alltag machen wie etwa Remixes und Mashups sind häufig verboten. Das Urheberrecht hat diesen Bedeutungswandel nicht mitvollzogen. Vieles was gemacht werden kann, weil die technischen Voraussetzungen da sind, ist einfach nicht erlaubt. Das führt zu einem Akzeptanzproblem. Die Leute sehen nicht ein, dass sie für alltägliche Handlungen geklagt und abgemahnt werden. Im Internet kann man aber nicht alles kontrollieren. Deshalb ist das Urheberrecht ganz stark auf die Akzeptanz der Nutzer angewiesen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Schlagwörter