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Ausgedrosselt: Deutsche Telekom verzichtet auf Begriff Flatrate bei Mogelpackung

Die Verbraucherzentrale NRW hatte erfolgreich in erster Instanz gegen die Deutsche Telekom geklagt, weil diese irreführend ihre Drossel-Volumentarife als Flatrate verkaufen wollte. Jetzt hat die Deutsche Telekom verkündet, dass sie keine Berufung einlegen wird.


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Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale NRW, erklärt dazu gegenüber der Rheinische Post: „Das ist ein Sieg für die Verbraucher.“ Für die Zukunft will die Telekom einerseits DSL-Tarife mit klar definierten Obergrenzen für ein ungedrosselt verfügbares Datenvolumen vermarkten. Echte Flatrates soll es weiterhin geben – allerdings zu höheren Preisen.

Wir sind gespannt, mit welchen Begriffen die Deutsche Telekom zukünftig „transparenter und kundenfreundlicher“ ihre Drossel-Tarife kommunizieren wird. Zur Auswahl stehen u.a. im Mobilfunk gängige Möglichkeiten wie Flat75.

11 Kommentare
  1. Lässt sich das Ganze auch auf den Mobilbereich übertragen? Da steht ja auch Flatrate drauf, obwohl keine drin ist. Die Betreiber können von mir aus gerne Volumentarife anbieten, aber dann sollen sie sie halt auch so nennen.

  2. Angeblich wurde das Urteil vom Richter damit begründet, dass es im Mobilfunk bereits bekannt sei, das bei einer Flat eben diese vom Kunden nicht erwartet wird. Im Festnetz ist es genau umgekehrt, weshalb das Urteil wie bekannt aus fiel. Und genau wegen diesen Begründungen wird wohl im Mobilfunk weithin mit solchen Mogelpackungen geworben werden dürfen.
    Letztendlich steht in solchen Verträgen das wirklich Interessante eh im Kleingedruckten. Da schaue ich auch immer zuerst, wenn mir der Preis für die beworbene Leistung zu klein vorkommt.

    1. Kabel Deutschland ist ein Teil von Vodafone geworden und daher besteht schon allein deshalb ein Grund, einen weiten Bogen um ihre Shops zu machen.

  3. Leider sind die Kunden des Telekom Festnetz-Pakets Call & Surf Comfort via Funk, das für Privatkunden als exklusives Angebot für Gebiete ohne bzw. mit eingeschränkter DSL-Versorgung und als die Alternative/der Ersatz für Festnetz-DSL beworben wird, heute schon direkt von einer extremen Drosselung ihres Internetzugangs betroffen!

    Das Telekom Festnetz-Paket Call & Surf Comfort via Funk wird der Bundesnetzagentur, der Politik und den Kunden als Breitbandausbau für den ländlichen Raum verkauft!

    Schon die verwendeten Begriffe „Internet Flat“ und „Inklusivvolumen“ zeigen deutlich, dass hier Gegensätze herrschen und die Alternative offenkundig nur eine Mogelpackung ist!

    Gegen das Zwei-Klassen-Festnetz-Internet der Gegenwart?

    https://www.openpetition.de/petition/online/drosselung-bei-lte-tarif-callsurf-via-funk-abschaffen-oder-anpassen

    http://www.bonitz-pleissa.de/LTE-und-die-Drossel

    Bitte Petition zeichnen! Danke!

    1. Interessant in dem Zusammenhang eine Ergänzung im Koalitionsvertrag, der erst in der finalen Version auftauchte, also kurz vor Ultimo „eingeschummelt?“ wurde:

      „Um mehr Investitionssicherheit für Netzbetreiber im ländlichen Raum zu schaffen werden wir die rechtlichen Rahmenbedingungen für längerfristige Verträge der Netzbetreiber mit den Netznutzern zu Ausbau und Finanzierung der Breitbandinfrastruktur prüfen und gegebenenfalls Vertragslaufzeiten von 3 bis 4 Jahren im ländlichen Raum ermöglichen.“

  4. Bedauerlich. Der Ruf dieses Unternhemens ist in meinen Augen mittlerweile so dermaßen beschädigt, das ich eher wieder zu Rauchzeichen übergehen würde, als mit denen einen Vertrag zu schließen.

  5. Viel Schlimmer finde ich bei dieser „Farce“, dass sowohl die Telekom, als auch deren Konkurrenz eine sogenannte „Fair Flatrate“ eingeführt haben. Ohne Ihre Kunden bisher davon zu informieren.

    Ab 1. April 2014 soll z.B. bei O2/Alice/Hansenet das DSL Netz gedrosselt werden, sofern man ein bestimmtes Datenvolumen mehrere Monate (3 Moante in Folge a 300GB) überschreitet.. Dann wird die 16kBit Leitung auf 2kBit für den Rest des Monats gedrosselt. Dies habe ich nur durch Zufall erfahren, als ich von meinem Anbieter meine Rechnungen herunter geladen habe. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Obergrenze nach unten angepasst wird, oder bei anderen Anbietern sogar schon weitaus niedriger angesetzt ist (besonders bei Tarifen mit 50kBit).

    Laut Aussagen des Betreibers, ist dies „Fair“, und im Schnitt brauche man „nur 25-30GB als normaler Internet Nutzer.“. Diesem kann ich jedoch nicht zustimmen. Allein Facebook verlangt pro Seitenaufruf mindestens 5-10MB, YouTube geht sogar weiter und beansprucht locker 25MB (weil keine kleinen Vorschaubilder geladen werden, sondern die herunter skalierten HD Bilder). Vom Datenstream von YouTube und Co, rede ich nicht (480p angewählt, im Hintergrund 1080p geladen). DIes wiegt sich sehr schnell auf. Besonders wenn man Konstant mit Werbung zugebombt wird (trotz AdBlocker).

    Der Kunde wird absichtlich für Dumm verkauft, und soll dann bei Überschreitung der Werte entweder mit Geschwindigkeitseinbußen, oder mit Bezahlten weiteren 100GB Traffic bluten.

    Fair ist das jedenfalls nicht. Besonders nicht Freelancern (Mediendesigner im generellen) gegenüber, die große Daten zwischen Clouds hin und her transferieren.

    Und von dem „Routerzwang“ der Anbieter, besonders bei moderneren VDSL Verträgen, rede ich gar nicht erst. Willkommen in der Steinzeit.

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