Zapp: Filtersoftware für Jugendschutz

NDR-Zapp hat gestern Abend über „Filtersoftware für Jugendschutz“ berichtet:


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Pornoseiten, Gewaltexzesse, sogar Video-Mitschnitte von Hinrichtungen – im Internet gibt es alles. Auch Kinder können diese Inhalte bislang oft problemlos finden und anschauen. Jugenschutz im Netz ist deshalb ein wichtiges Thema. Lange ist hier wenig passiert. Doch jetzt gibt es angeblich wirksame Filterprogramme, anerkannt von der Medienaufsicht. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich dieser Jugendschutz allerdings als Feigenblatt.

Das Interview mit Holger Bleich von der ct gibt es auch in einer Langfassung.

Update: Nachdem die ARD das Video wieder aus ihrem Youtube-Kanal gelöscht hat, hab ich es in unseren hochgeladen und hier ersetzt.

17 Kommentare
    1. Das kommt mir in dem Beitrag allerdings nicht deutlich genug rüber. Außerdem wird nicht deutlich gemacht, dass zum Beispiel eine generelle Filterung durch die ISP, welche ja in der Diskussion auch immer wieder mal im Raum steht, einer Zensur des Netzes den Boden bereiten würde.
      Das Paradoxe daran: Am Ende würden dann wieder die Jugendlichen selbst am Besten wissen, wie man an solchen Zensur-Filtern vorbei kommt.

  1. Video ist down.

    Wann hört die Politik endlich auf mit solchen Beruhigungspillen?

    Ein „Kinder-Internet“ ist nicht machbar! Es wäre nur ansatzweise möglich wenn man mit aggressivsten Methoden Inhalte entfernen und zensieren würde. Doch selbst dann kann man Kinder nicht vor den bösen bösen Inhalten schützen.

    Ich schliesse mich meinem Vorredner an: Nur Aufklärung und Medienkompetenz können einen positiven Effekt haben.

    1. Medienkompetenz sich anzueignen setzt aber voraus, dass Eltern sich fortbilden wollen und sich auch für das interessieren, was ihre Kinder im Netz so abrufen. Viele Eltern sind da aber faul und geben die Verantwortung lieber an den Staat ab, nach dem Motto, soll der ’s halt verbieten.

  2. Den Beitrag fand ich irgendwie scheinheilig. Da wird gefordert, dass die Betreiber die Inhalte zu bestimten Zeiten nicht zugänglich machen. Bitte was soll das bringen? Handys sind auch nur Computer, dann läd man sich eben ein App runter, was die Seite um 2 Uhr nachts auf die SD-Karte läd. Und indirekt vom Staat eine Software zu fordern, die das Internet zensiert? Es ist nicht die Aufgabe des Staats diese Software bereit zu stellen oder zu zertifizieren. Wenn der Staat das machen würde, würde Zapp sich in einer späteren Sendung darüber aufregen und würde einen dicken Aufmacher machen, dass Deutschland die Pressefreiheit einschränkt. Zapp wird mehr und mehr zu einer Bildzeitung für pseudointellektuelle. Mit den Finger auf andere zeigen wie scheiße die sind und was sie alles falsch machen, fertig ist der Beitrag. Dabei würde es auch mal zu einem „Medienmagazin“ gehören Sachen zu beleuchten die gut gelaufen sind.

    1. Also zumindest dieser Schwachsinn, das manche Dinge nur zu bestimmten Uhrzeiten verfügbar sind habe ich schon gesehn.
      Bei EA werden einem Spiele Trailer / Demos zu bestimtmen Uhrzeiten verweigert USK 16 geht nur von 22:00-06:00 Uhr und USK 18 von 23:00-05:00 Uhr. Bei der Arte Mediathek habe ich auch mal etwas gesehn das erst nach 22:00Uhr verfügbar war. Den Vogel hatte aber mal die ZDF Mediathek abgeschossen war eine Folge von „Nicht Nachmachen!“ (eine Show in der allerlei Unsinn getestet wird). Da kam dann Sinngemäß Folgende Meldung „Die Sendung hat eine Altersfreigabe von 12 Jahren und kann erst nach 20:00 Uhr empfangen werden“
      Und ja der Schutz ist sicherlich minimal. Bei den Mediatheken kann man kaum was machen, außer zu warten oder Irgendwo den eigentlichen Video Link zu suchen (die Videos sind die Ganze zeit auf dem Server sie sind nur nicht mehr richtig Verlinkt) aber bei den Spieleanbietern kann man Problemlos auf Ausländische Seiten wechseln.

  3. Natürlich nicht. Diesen Leuten geht es auch nicht um Jugend- und Kinderschutz (sonst würden die keine Waffen in Diktaturen liefern), sondern darum, das Netz möglichst Verbraucherfreundlich zu gestalten. Negative Informationen stören den Verbraucher bei seinen Exzessen (Marktpsychologie).

  4. Da ich gerade letzte Woche zu diesem Thema einen Vortrag gehalten habe, möchte ich auch kurz meinen Senf dazu geben.

    Sehr wichtiges Thema, das Zapp hier anspricht – die Software ist längst nicht ausgereift und meiner Meinung nach hätte die KJM noch auf bessere Software warten müssen.

    Ein Detail hat Zapp aber verschwiegen. Die beiden Filterprogramme sind nicht für Inhalte ab 18 freigegeben – das heißt solche Inhalte und auch Pornografie können so nicht legal verbreitet werden. Hier sind immer noch die Zeitbeschränkung bzw. eine Altersverifikation (z.B. PostIdent) die einzigen Möglichkeiten für die Anbieter.

    Das größte Problem ist meiner Meinung nach aber, dass sich vor allem ausländische Anbieter einen Dreck um den deutschen Jugendschutz scheren und ihre Websites überhaupt nicht auf die Filtersoftware anpassen. Zu befürchten haben YouP*** etc. nicht viel, denn die KJM kann gegenüber solchen Anbietern keinerlei Ordnungsmaßnahmen treffen.

  5. Warum die ARD Ihre von alllen Bürgern bezahlte hinhalte nicht für immer und ewig allen zur Verfügung stellt ist mir ein Rätsel. Sollen drittverwerter die Rechte erhalten diesen Kontent zu verwerten, ähnlich wie bei den mit öffentlichen Geldern finanzierten Studien, die dann durch die Wissenschaftsverlage an die Unis zurückverkauft werden? Warum gibt’s es keinen freien öffentlichen Zugang zu der gesamten Videothek von ARD & ZDF?

  6. Eltern wird man niemals durch Gesetze oder Technik ersetzen können. Sollte ein Kind auf irgendwelche Schwierigkeiten nicht nur im Zusammenhang mit dem Internet stoßen, die es nicht selbst lösen kann, dann braucht es eben einen Erwachsenen, der dem Kind beibringt, es selbst zu lösen. So war es doch schon immer, und das wird sich weder durch Symbolpolitik, noch durch irrelevante Gesetze oder fragwürdige Filtersysteme ändern.

  7. Das Fazit des Beitrages greift wie ich finde zu kurz.
    Es wird wunderschön aufgezeigt, wer hinter diesen Filterprogrammen steckt, aber das eigentliche Problem ist nicht, dass die Filter Lücken haben, sondern dass Filter generell das falsche Konzept sind. Genau wie Sendezeiten im Internet.
    Da wird sugeriert „naja da gibt es das gute Internet für Kinder und das ganz größe böse Internet, in dem unsere Kinder ganz großen Gefahren ausgesetzt sind, die sie nicht verarbeiten können“.
    Dabei ist der richtige Lösungsweg die Medienkompetenz zu stärken und erklärend zur Seite zu stehen.
    Das ist kein theoretischer Gedanke, sondern das, was in der Praxis, z.B. in der offenen Kinder- u. Jugendarbeit passiert. Dazu brauchen Kinder und Jugendliche je nach Alter entweder jemenden der ihnen auch mal über die Schulter guckt (sozusagen einen „sozialen Filter“) oder später auch Freiräume, in denen sie sich ausprobieren können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.