Überwachung

Sachsen: Noch ein Fall von Massen-Überwachung

Die Aufregung über die jeder Beschreibung als „unverhältnismäßig“ spottende Überwachung einer Demonstration in Dresden ist noch nicht vorbei, da kommt in Sachsen schon der nächste Überwachungsskandal auf: Wie der mdr berichtetwerden seit 2009 tausende Kundendaten der Baumarktkette OBI sowie zehntausende Mobilfunkdaten aus dem Bereich der Dresdner Neustadt beim Sächsischen Landeskriminalamt gespeichert und ausgewertet.

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Zu dieser Maßnahme sieht man sich wegen des Brandanschlags auf Bundeswehrfahrzeuge veranlasst.

Insgesamt 162.000 Einkaufsjournale der Terrorismusbedarf- und Baumarktkette OBI wurden beschlagnahmt und computergestützt ausgewertet – ohne Erfolg und wohl auch ohne Sinn, außer das in den Brandsätzen Teile verbaut waren, die es nur bei dieser Kette zu kaufen gab. Da gerät man natürlich schnell mal unter Generalverdacht.

Zu der Telefonüberwachung sind bisher noch keine weiteren Zahlen bekannt. Da geht also noch was!

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14 Kommentare
  1. Die Brandstifter/Attentäter benutzten also keine Payback-/Kundenkarte und zahlten bar, sonst hätten sie ja innerhalb der 2 Jahre Besuch bekommen. Barzahler ohne Paybackkarte waren mir schon immer suspekt, die sollte man an der Kasse präventiv filmen um diese Sicherheitslücke zu schliessen :-D

    Ich frag mich wie lange solche Daten aufgehoben werden und wie lange sie rechtlich aufgehoben werden dürfen. Ausserdem bin ich verwundert, das ein solcher Vorgang nicht früher öffentlich wird. Irgendjemand muss doch involviert gewesen sein dem das Ganze ein wenig krass vorkommen musste. Ist ja auch nicht gerad gute Werbung für Obi… Oder sind solche Methoden etwa intern schon Polizeialltag und ich hab einfach etwas verpasst?

  2. in halle/saale werden im saturn, kundendaten erhoben ab einer bestimmten preisstufe. der artikel landet an der information, bezahlt wird an der kasse, abgeholt wird dann an der info. raus und glücklich. denkt man. die datenschutzrichtlinien im netz von dieser firma sind erschreckend, auch wenn man mir beteuert, dass alle daten intern verwendet werden. —- ich hab noch einen —- im stadtarchiv von halle, um archive zu sichten reichte damals ein ausweis. zusätzlich wird die telefonummer verlangt und die e-mail adresse. „wozu?“ antwort: „das ist so standard jetzt.“
    „Achso, dann kann man jetzt also hier ausleihen?“ „Nein.“
    „Na dann, lassen wir das mit der Tel. Nr. und der E-mail mal.“
    Die gute Frau war etwas verwirrt. —-

  3. Terrorismusbedarf-

    Geil!

    Ey aber Leute: Wir haben doch nichts zu verbergen …
    Möglich, dass ich meine friedliebende Natur hinter mir lasse, wenn ich demnächst wieder irgendeinen Schlaumaier diesen Satz sagen höre -.-

  4. keine panik leute. dauert halt noch ein bisschen, bis auch im tiefen osten gemerkt wird, dass eigentlich demokratie ist.

    man wunderte sich eh in dresden, wo die schicken stasi-wartburgs alle abgeblieben sind plötzlich

  5. war doch nett anzusehen, welchen breiten raum bei den innenministern der skandal in dresden eingenommen hat. auf meiner marketingschule war immer credo „aus fehlern lernt man, aber man muss sie beim namem nennen“….also lernen sie nichts. was auch. zur einführung einer totalüberwachung bedurfte es im letzten jahrhundert nur eines ehemaligen meldegängers im gefreitenrang, der nebenher ein bisschen malte und schäferhunde liebte.

  6. Die Baumarktdaten wurden im Zusammenhang mit den Telefondaten erhoben. Es ging um einen bestimmten Artikel, den es nur bei OBI gibt. Anhand der OBI-Daten wurden die Telefondaten ermittelt.

      1. Das war eine sachliche Berichtigung, da Linus die beiden Vorgänge als voneinander unabhängig geschildert hatte. Ich glaube, ich komme wohl kaum in den Geruch, so etwas zu legitimieren.

    1. Das muss man sich mal vorstellen: Ein Mobiltelefon funkt ja nicht alle paar Minuten, sondern nur, wenn es dazu einen Grund hat; Im Stand-By kann es Stunden lang passiv sein. Wenn es auf Grund der Mobilfunk-Aktivität in der Umgebung mit bekommt, dass es in eine neue Zelle kommt, meldet es sich glaube ich von sich aus beim Mast; Damit das Netz weiß, wo es das Telefon bei einem eingehenden Anruf finden kann.

      Demzufolge müssen die dort alle Geräte erfasst haben, die sich zu den Zeitpunkten der Kauf-Vorgänge in der Zelle befunden haben. Wenn man jetzt noch bedenkt, allein wie viele Leute an manchen Tagen gleichzeitig im Baumarkt sind, dann haben die dort eventuell ein paar Prozent der umgebenden Bevölkerung in ihrem Raster der Verdächtigen. Wohlgemerkt, nachdem sie die Aufenthaltsdaten zu unpassenden Zeitpunkten heraus genommen haben.

      Bei so vielen „übrig bleibenden“ Verdächtigen ist die Maßnahme natürlich nicht nur unverhältnismäßig, sondern auch unzweckmäßig.

  7. Ich bin Hartz IV Empfänger. Mein größtes und einziges Vermittlungshemmnis ist nicht etwa Arbeitsunwilligkeit sondern die krankhafte Bespitzlung von Staat, Ämtern, Behörden, Unternehmen und Spießbürgern.

    Solche Berichte bestätigen meine Vorsicht bezüglich diese krankhaften Individuen.

    Dafür bedanke ich mich recht herzlich.

  8. Na, die Vorratsdatenspeichern schon obwol es die Vorratsdatenspeicherung noch gar nicht gibt. Die Obrigkeit in diesem Land ist so elitär und abgehoben, man glaubt es einfach nicht.

    Wird langsam Zeit für eine Revolution.

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