Wissen

Reaktionen auf die kino.to-Razzia

Bereits vorgestern wurden bekanntermaßen die „Betreiber“ des Filmportals kino.to in einer von mehreren europäischen Ländern koordinierten Razzia verhaftet. Bei heise liest man dazu:

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Am Mittwoch waren über 200 Polizisten, Steuerfahnder und Computerspezialisten in Deutschland und im europäischen Ausland im Einsatz. Dabei wurden 42 Wohnungen, Büros und Rechenzentren in 20 Städten durchsucht sowie umfangreiches Material beschlagnahmt.

Zum Vergleich: Auf der Google-Suche nach Razzien eines solchen Umfangs stieß ich auf Fälle wie den Einsturz des Kölner Stadt-Archivs oder groß angelegte Drogenrazzien. Bei kino.to wurde also alles andere als gekleckert. Ähnlich wie bei den Drogenrazzien scheinen Polizei und Staatsanwaltschaft sich aber auch durch mit der kino.to-Razzia mehr Feinde als Freunde gemacht zu haben: In Dresden demonstrierte eine Gruppe in Anonymous-Masken mit Slogans wie „Info-Mörder!“ oder „We will keep watching.“

Noch weniger Freunde als die Polizei hat sich aber wohl die Urheberrechtsindustrie gemacht. Spiegel Online zitiert einen Demonstranten:

Auf kino.to wurden doch lediglich Links bereit gestellt und keine Videodateien gespeichert. Es ist nicht fair, dass man ein Suchverzeichnis illegalisiert. […]
Wir können die Filmindustrie boykottieren. Ich gehe jedenfalls nicht mehr ins Kino


Damit hat der Aktivist kein Unrecht: Die Seite selbst hat meines Wissens nie selber gehostet, sondern nur verlinkt. Die Haftung für Links ist ja unsinnigerweise rechtlich immer wieder in der Diskussion, obwohl man das echt mal langsam sein lassen könnte. Bei kino.to versucht man es daher auch auf einem anderen Weg: Der Vorwurf lautet auf „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“ – und im Spiegel liest man, kino.to hätte

auf ein großes Netzwerk von Helfern zurückgreifen [können] – die sogenannten Uploader. Die schaufeln die Raubkopien in Accounts bei den Filehostern und reichen die Links an Verzeichnisse wie kino.to weiter. Die Gruppe um kino.to soll extra Online-Dateispeicher zu diesem Zweck gegründet haben. Die Uploader wurden angeblich für ihre Dienste bezahlt. 1000 Dollar im Monat will einer dieser Uploader verdient haben. […]

Wenn sich das bewahrheitet, sieht die rechtliche Situation für die werbefinanzierte Seite eher düster aus.

Die besagte Demo war nicht allzu stark besucht, was an ihrer kurzfristigen Ankündigung gelegen haben mag. Auf Facebook gibt es schon mehrere „wir wollen kino.to zurück“-Seiten.

Die Seite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen hingegen, auf deren Anstrengungen die Razzia zurückgeht, ist seit einiger Zeit nicht mehr zu erreichen: Sie liegt in DDoS-Attacken darnieder. Das obligatorische YouTube-Video im Anonymous-Stil gibt es natürlich auch längst.

Proteststürme und Facebook-Seiten von Urheberrechts-Fanatikern aus der Breite der Bevölkerung blieben bisher aus. Überhaupt hält man sich in der Angelegenheit bedeckt. Man scheint ja gewonnen zu haben. Thomas Jarzombek (CDU) kommentierte gestern beim Treffen des VATM in der US-Botschaft Berlin:

Ich bin ja froh über das Beispiel kino.to, denn damit konnte ich meinen Fraktionskollegen nun endlich zeigen, dass ‚Löschen statt Sperren‘ doch funktioniert. Ich hoffe, wir können jetzt langsam diese Sperrdebatte hinter uns lassen.

Ich dokumentiere das einfach mal unkommentiert.

Update: Thomas Jarzombek schreibt in den Kommentaren:

Mein Zitat in dem Bericht ist falsch verkürzt. Ich habe vielmehr gesagt, dass Ermittlung eben nicht durch vermeintlich einfache technische Lösungen zu ersetzen sei. In einem Tweet am gleichen Tag habe ich das so ausgedrückt:
„Fall kino.to zeigt wie es laufen muss: Ermittlung ist eben durch nichts zu ersetzen. Weder durch sperren, noch durch löschen.“

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
52 Kommentare
  1. „Als sofortige Reaktion schaltet Anonymous – getreu dem Motto: Die Regierung schaltet das Internet ab? Schalte du deine Regierung ab – die Webseite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, GVU.de, ab.“

    :)

    1. Ist ja nichts wirklich neues, dass in DE Kapitalverbrechen härter verfolgt werden, Geld regiert die Welt, sieht man auch an den möglichen Strafmaßen für Kapitalverbrechen

      1. Kapitalverbrechen ist ein veralteter Begriff für besonders schwerwiegende Verbrechen wie z.B. Mord, mit Wirtschaftsverbrechen hat der Begriff an sich nichts zu tun ;-)

  2. Was mich ein wenig wundert ist, auch wenn die Leute die Hosting-Portale selber gegründet haben, warum dann kino.to offline genommen wurde da die Seite an sich ja nicht gehostet hat. Wobei natürlich einige Sachen direkt eingebunden waren (hört man so ;) ) und ich denke so was dann schon wieder kritischer wird.

    Und wie hat man die Domain beschlagnahmt?

    1. Amtshilfe, offenbar. Ich kenne die Struktur im Hintergrund nicht, aber kino.to verweist zunächst einmal auf einen Provider in Frankreich:
      http://toolbar.netcraft.com/site_report?url=http://kino.to

      (Man kann übrigens diskutieren, ob und unter welchen Vorraussetzung Domain-HiJacking und staatliche Defacements zulässig sind. In den USA informieren die Behörden auf ihren „Stoppschilder“ zumindest noch über die Rechtsgrundlage einer Maßnahme)

  3. Lieber Linus,
    was wenn nicht das, ist eine kriminelle Vereinigung:
    Zu einer Gruppe gehören die Uploader und diejenigen, die mit bestem Wissen urheberrechtlich geschütztes Material verlinken. Die Uploader werden dann von demjenigen bezahlt, der in dieser – mindestens – Halbillegalität sein gutes Auskommen verdient.

  4. Mein Zitat in dem Bericht ist falsch verkürzt. Ich habe vielmehr gesagt, dass Ermittlung eben nicht durch vermeintlich einfache technische Lösungen zu ersetzen sei. In einem Tweet am gleichen Tag habe ich das so ausgedrückt:

    „Fall kino.to zeigt wie es laufen muss: Ermittlung ist eben durch nichts zu ersetzen. Weder durch sperren, noch durch löschen.“

    tj

  5. Damit hat der Aktivist kein Unrecht: Die Seite selbst hat meines Wissens nie selber gehostet, sondern nur verlinkt.

    Sorry Linus, aber das ist ein klein bisschen naiv. Kino.to war Teil eine kriminellen Systems. Nich aus altruistischen Motiven oder um der Menscheit die Teilhabe und kulturelle Vielfalt zu ermöglichen, sondern weil es dort um recht viel Geld geht.

    Es ist, wie Mario Sixtus zeitnah twitterte:

    Die GVU mag ich nicht, und das Urheberrecht halte ich für dringendst reformbedürftig. Muss ich deshalb Sympathien für Kino.to haben? Nein.

    Markus und ich schrieben hier in den Kommentaren ja bereits ähnliche Dinge. Ansonsen siehe (bzw. höre) evtl. auch bei DRadio Wissen:

    kino.to ist tot, Filmportale leben weiter
    Ein Gespräch mit Jürgen Kuri – stellvertretender Chefredakteur bei der c’t:

    An dem Erfolg von illegalen Filmportalen ist auch die Filmindustrie schuld, sagt Jürgen Kuri von der c’t. Vor allem in Europa habe sie es verpasst, ein eigenes legales Angebot für Film-Streams anzubieten. Dabei sei dies sogar ohne hohe Gebühren für die Nutzer umsetzbar.

    1. ich schreibe weiter:

      Der Vorwurf lautet auf “Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen” – und im Spiegel liest man, kino.to hätte

      auf ein großes Netzwerk von Helfern zurückgreifen [können] – die sogenannten Uploader. Die schaufeln die Raubkopien in Accounts bei den Filehostern und reichen die Links an Verzeichnisse wie kino.to weiter. Die Gruppe um kino.to soll extra Online-Dateispeicher zu diesem Zweck gegründet haben. Die Uploader wurden angeblich für ihre Dienste bezahlt. 1000 Dollar im Monat will einer dieser Uploader verdient haben. […]

      Wenn sich das bewahrheitet, sieht die rechtliche Situation für die werbefinanzierte Seite eher düster aus.

      Beurteilen kann ich das nicht, weil ich weder zum Nutzerkreis oder Team von, noch zum Ermittlungsteam gegen kino.to gehöre.

      1. Man kann durchaus argumentieren, dass das Bereitstellen von Links (kino.to als Webseite, nicht das vermeintliche Handeln der Betreiber) legal ist. Aber auch der Hinweis, dass ja genau gewusst wurde, dass auf illegale Inhalte verlinkt wurde und damit noch Geld gemacht wurde ist nicht von der Hand zu weisen.

        Deshalb stimme ich hier der Meinung der Piraten (abzüglich Andi Popp) zu, die meinten, dass das Ganze sinnbefreiter Aktionismus sei und eine Neuregelung der rechtlichen Situation viel drängender wäre.
        Am schönsten hats aber der Postillon zusammengefasst: http://www.der-postillon.com/2011/06/razzia-bei-kinoto-zwingt-millionen-user.html

      2. Beurteilen kann ich das nicht, weil ich weder zum Nutzerkreis oder Team von, noch zum Ermittlungsteam gegen kino.to gehöre.

        Na, das hoffe ich doch ,) Ich find’s halt – auch jenseits der Relativierung – ein bisschen problematisch, die Legende von den digitalen Robin Hoods zu verbreiten. Wenn man sich ein bisschen mit der DDL- und Streaming-Szene beschäftigt, sieht man recht schnell, wie da der Hase läuft.

        Eigentlich ist das ja eine bemerkenswerte Entwicklung. Während p2p in den Anfangszeit tatsächlich noch unkommerziell war, bzw. es in einigen Netzwerke tatsächlich um das Teilen und die Verbreitung von kulturellen Gütern ging (erinnert sich jemand an Soulseek?), reden wir hier de facto über Hehlerei im großen Stil, inkl. Verschleierung und Legendenbildung. Und das geht einfach gar nicht.

        Ich glaube auch nicht, dass es hilfreich ist, kulturelle Alternativen oder alternative Lizenzformen zu etablieren. Ganz im Gegenteil.

      3. @Lama: die meinten, dass das Ganze sinnbefreiter Aktionismus sei und eine Neuregelung der rechtlichen Situation viel drängender wäre.

        Ich habe das gestern abend schon kurz mit Kai Schmalenbach von den NRW-Piraten diskutiert. Die Verfolgung von Kriminellen und die Schaffung zeitgemäßer Angebote sind zwei Baustellen, die wenig miteinander zu tun haben.

        Gerade als Urheber finde ich es schlicht inakzeptabel, wenn sich Dritte auf meine Kosten bereichern (Ja, das gilt auch für Verlage, …). Wann und an wen ich etwas verschenke, würde ich im Idealfall doch gerne selbst bestimmen können.

        Auch als Nutzer kann ich mein illegales Handeln nicht durch den Hinweis legitimieren, dass es keine mir genehmen Angebote gibt. Ja, das mag ärgerlich sein, gerade hier in Deutschland, ändert aber leider nichts.

      4. @Jörg-Olaf: Wo du die interessante Entwicklung von gleichwertigem Sharen zu kommerziellem Hehlen ansprichst: Hier lässt sich der Grund für diese Entwicklung wunderbar ziemlich eindeutig auf die Unterhaltungsindustrie schieben; durch die Verfolgung der altruistischen Sharer erhöht sie die Barriere und kommerzielle Anbieter, die das Risiko auf sich nehmen und ihr erhöhtes Risiko und eventuellen Verschleierungsaufwand kommerziell wettmachen, bekommen erst den Aufwind den sie jetzt haben. Ist wie bei der Prohibition, wenn illegal ist wonach alle süchtig sind, gibt es eine wunderbare Basis zur kriminellen Versorgung mit dem Suchtstoff^^
        (Ja ich kann das Bestreben der Industrie dem freien Tauschen (auch) ihrer Werke einen Riegel vorzuschieben ja durchaus verstehen, man sollte das aber beachten bei dieser „interessanten Entwicklung“, die kommt nicht von alleine weil die Altruisten nicht mehr altruistisch wären).

      5. „Die Verfolgung von Kriminellen und die Schaffung zeitgemäßer Angebote sind zwei Baustellen, die wenig miteinander zu tun haben.“

        Ja und nein. Wenn ein Rechteverwerter anscheinend kein Interesse an der Verwertung der Rechte an einem Werk hat, weil er es nicht zugänglich macht, obwohl er dies grundsätzlich will und ausreichend Gelegenheit dazu hat, dann verwirkt er zumindest moralisch den Anspruch an die Strafsanktionierung, wenn andere dies für ihn tun. In diesem Fall kann er moralisch höchstens eine angemessene Beteiligung am Gewinn der anderen verlangen.

  6. kino.to war die manifestation des versagens der inhalte erzeugenden industrie. nun ist es weg und diese industrie kann in etwas grösserer ruhe als zuvor versuchen ihr überkommenes geschäftsmodell weiterzuführen.

    ich habe übrigens eine methode gefunden wie man aus proteinketten sämtliche dzt bekannten urheberrechtlich geschützen werke auslesen kann. ich habe das programm „evil bit“ genannt [DOWNLOAD HIER]

    1. kino.to war die manifestation des versagens der inhalte erzeugenden industrie.

      More drama! Sorry, aber mit einem vermeintlichen Kostenlosportal (de facto zahlen die Nutzer ja für VPN- und DDL-Premiumzugänge), das sich um die Refinanzierung der Inhalte keine Gedanken machen muss, kann die böseböse Industrie (andere Frage: Wenn das doch alles verachtenswerter kommerzieller Schund ist, warum schaut ihr das?) schwerlich mithalten.

      nun ist es weg und diese industrie kann in etwas grösserer ruhe als zuvor versuchen ihr überkommenes geschäftsmodell weiterzuführen.

      Und selbst wenn man glaubt, dass das Modell von Netflix in Deutschland tragfähig wäre – ich glaube es nicht – darf man wohl bezweifeln, dass nicht weiterhin Kriminelle gäbe, die mit fremden Inhalten Kasse machen wollen (oder Kids, die „aus Prinzip“ nicht für Inhalte zahlen wollen …). Das ist nicht heldenhaft, sondern traurig.

      1. nicht für Inhalte zahlen wollen …). Das ist nicht heldenhaft, sondern traurig.

        lieber joerg olaf von schaefer, es ist traurig, wie du die augen vor der realitaet verschliesst. ist ja nur noch hohl, wie du dich hier als moralapostel des humanen kapitalismus aufspielst, sag ma checkst du noch was abgeht, oder wirst du bezahlt……
        In diesem Sinne: Auf die Helden und Antihelden des Kinos!
        /MO

      2. Hinweis zum Link (Antiheld) von „Bout de Souffle“ mit diesem grossartigen Finale.

        Die englischen Subtitles sind falsch. Der letzte Satz von Belmondo lautet ja: „C’est vraiment déguélasse“ , was du uebersetzen koenntest mit „Es ist echt ekelhaft“ (Auch die deutsche Synchronfassung natuerlich ist falsch – „DU bist zum Kotzen“ („Es ist zum kotzen“ waere ja ok…), was die ganze Bedeutung verschdreht….. )

  7. Es wird immer gesagt, der „gratis-dienst“ kino.to sind so schlimm, moralisch: weil sie so viel Geld gescheffelt haben.
    Wer hat sie denn bezahlt?

    400 000 User taeglich durch Klicke?
    Wer hat die Klicke bezahlt?
    Die Hoster?
    Wer hat die Hoster bezahlt?
    Die Titten pop-ups etc. ?

    Kausal alles richtig, oder hab ich was wichtiges vergessen?

    Ich frage mich jetzt, ob sich das fuer die Titten Pop-Ups gelohnt hat?

    gruss MO

    1. „Wer hat sie denn bezahlt?“
      Zum einen Werbetreibende (ob sich das für diese wiederum gelohnt hat, ist erstmal irrelevant) und zum anderen natürlich diejenigen User, die die Hoster für Premiumstreams bezahlt haben.
      Laut Polizeiangaben kam so wohl eine siebenstellige Summe im Jahr zusammen. Im Interview sagte ein Uploader, er hätte damit gut 1000€ pro Monat verdient.

      1. Hallo Thomas, danke…

        “Wer hat sie denn bezahlt?”
        Zum einen Werbetreibende (ob sich das für diese wiederum gelohnt hat, ist erstmal irrelevant)

        Das meinte ich mit titten-pop-ups , ja, Sex-Werbung macht glaube ich den Grossteil aus, oder irre ich mich?
        Aber wieso meinst du ist das irrelevant? Die sind doch die Hauptfinanzierer der ganzen Plattform, verstehe ich nicht ganz…

        und zum anderen natürlich diejenigen User, die die Hoster für Premiumstreams bezahlt haben.
        Laut Polizeiangaben kam so wohl eine siebenstellige Summe im Jahr zusammen. Im Interview sagte ein Uploader, er hätte damit gut 1000€ pro Monat verdient.

        Achja, die Premiumanbieter, ja interessant. Hatte ich auch gelesen mit den 1000 Euros….. Aber lustig, dass die dann sogar auch noch Gewinn machen. Das heisst, die einzigen, die drauf gezahlt haben, waren echt die Werbetreibenden…. Dieses Pornogeschaeft ist fuer mich eine nicht zu unterschaetzende Gefahr. Die muessen ja riesige Umsaetze machen?!?
        MO

      2. MO: Die Werbetreibenden, die auf solchen Portalen werben, sind meist nicht ganz blöd. Es gibt unseriöse Agenturen, die ihre Auftraggeber abzocken, aber es gibt auch viele Leute, die die User direkt abzocken mit Abofallen und ähnlichem.

        Wo meinst Du bedienen sich die Leute, die die Porno-Rechnungen verschicken?

  8. „Auf kino.to wurden doch lediglich Links bereit gestellt und keine Videodateien gespeichert. Es ist nicht fair, dass man ein Suchverzeichnis illegalisiert. […]“

    Also so meines Erachtens muss es schon einen Unterschied geben, zwischen jemanden wie Google, der viele Links verteilt und darunter auch illegale Seiten sind und jemanden wie kino.to, der ausschließlich illegale Seiten verlinkt.

  9. Wie stellen wir uns kuenftige Modelle vor?

    Wie kannst du aus der Musikindustrie lernen?

    Ich denke es gibt viele Loesungen.

    Es muss ueber Patentrecht und Urheberrecht diskutiert werden. Das ist in aktueller Form Steinzeit. Ein Freund von mir meinte gestern, „das ist wie in der Monarchie“. Ich finde da hat er Recht, Ich hol mir einen drauf runter, dass ich etwas geschaffen habe, um damit Millarden privilligierte Menschen zu begluecken, die dafuer zahlen. …. Sir Paul McCartney ist Multimilliardaer. Und verdienen jede Sekunde, durch irgendeinen Radiosender (verkauften Ballermann-Sampler) der ein Beatles Lied spielt (und der hat noch viel mehr Rechte, hatte der nicht sogar Michael Jacksons Rechte irgendwann? egal…)
    Keine Frage, der hat was fuer die Popkultur getan, aber muss die Gesellschaft ihm dafuer ewig dankbar sein und sich von ihm ausbeuten lassen und von ein paar wenig anderen? Haette er es nicht fuer die so called Popkultur getan, haette es jemand anderes spaeter getan, in vergleichbarer Form, egal. Gleiches gilt doch auch fuer Film und Kino-wirtschaft.
    Urheberrecht. Erbrecht, blaa…. So geht das nicht weiter… sorry. Die Rechte fuer die Dreigroschenoper liegen beim Suhrkamp Verlag, so war das jedenfalls vor ein paar Jahren im Schultheater spielte, 70 verdammte Jahre!!! Wie ist denn das bei Film? In Amerika verklagt Walt Disney Schulen, weil die ein Kinderlied singen, auf das sie die Rechte haben. Sorry, das geht nicht. Wir bewegen uns in ganz gefaehrliche Richtungen im Neoliberalismus.
    Das Internet (und hierfuer stand ihm deutschsprachigen Filmbereich – was immer die auch „schlimmes“ gemacht haben – besonders kino.to die letzten Jahre) hat die Moeglichkeit andere Wege aufzuzeigen, oder Zwischenloesungen zu suchen, die neue Ideen in die Koepfe unserer Pseudodemokraten in den Parlamenten bringen kann. Oder aber diese banal macht ….
    Punkt erstmal,’Schlaaaand , ich muss kotzen, aber das Internet laesst sich nicht so leicht ficken….

    Ich muss nochmehr kotzen, wenn ich daran denke, was an Datenmengen in den Archiven der oeffentlich-rechtlichen TV und Radio sender schlummert, was du dir fuer 30 Euro pro (Video-)kassette bestellen darfst fuer den privaten Zweck! Tausende von Theaterstuecken, (damals noch guten) TV Produktionen, Hoerspielen, Features, etc. Alles versteckt in den „oeffentlichen“ Archiven!!! Ein Bruchteil dessen nur ist in den Bibliotheken erhaeltlich ich schaetze weit weniger als 1-tausendstel. Tendenz fallend….. Abgesehen davon, koennen sich in manchen Grosstaedten viele einen Bibliotheksausweis langsam nicht mehr leisten, wenn sie es als Underground-Prekariat oder Hartz-4 Terror-Opfer, es nicht schaffen eine Bescheinigung vor zu legen…. Preise HH, hier:
    http://www.buecherhallen.de/go/id/fdx/
    …… von den immens ueberzogenen Mahngebuehren gar nicht zu sprechen (ok, da bin ich sensibel, ich selbst hab schon wegen denen Hungern muessen, unterstuetz die ja doch noch mit ca. 200 Euros im ‚Jahr…..anyway) genug gekotzt.

    Ich freu mich auf Gedankenaustausch und grundsaetzliche Diskussionen ueber Ursachen und zwingende gesellschaftliche Veraenderungen!

    kino.to R.I.P.

    MO

  10. also wenn sich das Ganze so für die kino.to betreiber und die ganze Bande gelohnt hat, warum macht dann Maxdome, Warner oder wer auch immer nicht auch ein Angebot bei dem Leute kostenlos mit werbung alles anschauen können was es gibt??? Meines Wissens nach gibt es legal nur gänzlich kostenpflichtige Angebote bzw. Angebote die sich nur auf eine zeitlich und/oder anderweitig sehr eingeschränkte Auswahl beziehen!

    Also wo ist der Haken?

    Danke schon mal, User

    1. Danke, du bringst es ja voll auf den Punkt. Werbung als Loesung. Toll. Wenigstens Zwischenloesung, ja warum machen die das nicht, oder geben Leuten wie kino.to Geld, die waeren dann sowas wie eine Zeitarbeitsfirma. So passiert das doch ueberall, im internet hat das aber nicht nur negative Auswirkungen.

      So laueft es halt. So sind die Strukturen, die Effekte sind aber freie Bildung und freie Kultur, was selbstverstaendlich sein sollte, aber nicht ist. Weil Wissen, Kunst und alles kommerzialisiert wird. Siehe GVU….. Wie ich hier jetzt oefter schon geschrieben hab. Das wird illegalisiert durch neoliberale, unmenschliche Gesetze, noch mehr Beispiele gewuenscht??

      Kulturfoerderung plus Werbung, Kooperationen mit Verlagen (DVD) laesst sonst schon auch schoene Projekte wie mubi zu, was aber ja in Europa noch nicht so zu funktionieren scheint. Aber Europa, Amerika, pipapo, sollte das im Internet nicht eigentlich egal sein. Synchronisierte Filme sind auch fuer mich nicht bezahlenswert (btw., aber sicher diskussionswuerdig und nicht pauschalisierbar…)
      So long….

      /MO

    2. also wenn sich das Ganze so für die kino.to betreiber und die ganze Bande gelohnt hat,

      Wenn man lediglich zusammengeklaute Inhalte Dritter vertickt, ist es nicht sonderlich schwer in der Gewinnzone zu landen. Aber das ahntest du sicher schon, hmm?

      1. @Jörg-Olaf Schäfers

        # kino.to: Rechteindustrie bekommt genau EUR 0,00
        # werbefinanziertes legales Angebot: Rechteindustrie bekommt > EUR 0,00

        Gut, Filme wie Avatar (Produktionskosten: ~ 300 Mio USD, Einnahmen allein aus der Erstveröffentlichung im Kino: knapp 3 Mrd. USD) erzielen ganz andere Renditen, aber immerhin.

        Fragen wir doch einmal bei SPON nach, ob es sich sogar lohnen kann, für ein werbefinanziertes Angebot eigene Werkschaffende zu beschäftigen. Du ahnst sicher die Antwort, hm?

      2. @ Jörg-Olaf Schäfers

        ist schon klar Jörg-Olaf, sicher ahnte ich das schon und – das wirst du jetzt nicht glauben – ahnte ich auch bereits, dass irgendsowas Blitzgescheites als Kommentar darauf kommt.

        wie dem auch sei… mir gehts darum:
        1. keine Frage kino.to war nach menschlichem Ermessen kaum als legal zu betrachten (das muss man wohl hier immer voran stellen, sonst bekommt man gleich seltsame andeutungen, wa?)
        2. wieso ist es so schwer etwas wie kino.to legal zu betreiben? Die Nachfrage ist offensichtlich da. Es gab wohl auch bei einem Teil der „Kunden“ von kino.to sogar Bereitschaft dafür zu bezahlen? Bist du der Meinung werbefinanziertes Anbieten von solchen Inhalten ist grundsätzlich zum Scheitern verurteilt? Woran liegt es denn? Kosten die Rechte zu viel? Sind die Werbeeinnahmen zu gering? Wo ist das Problem? Ich will nicht gegen bestehende Anbieter gross was sagen, bin selbst bei einem Kunde. Aber das Angebot ist wirklich nicht besonders, aktuelle Sachen ja, kostenpflichtig ja, aber ältere Filme oder Serien, die schon 1000x im Fernsehen liefen oder Produkte, die bisschen Abseits des Mainstreams liegen, eher Fehlanzeige. Bei manchen der Fernsehsender sind die Inhalte verfügbar aber dann auch teilweise konstenpflichtig und/oder zeitbegrenzt. Ich frage mich schon warum das sein muss?

        Jetzt können die Leute groß an Moral appellieren und mit dem Zeigefinger auf die bösen, bösen Umsonstgucker zeigen und sie mit Hundertschaften der Polizei über den ganzen Globus jagen. Sicher, alles in Ordnung aber wird das irgendwas ändern? Und wenn ja, zum Guten? Ich hoffe doch, dass es irgendwann einmal möglich wird ein Angebot ähnlich dem von kino.to legal und für alle Beteiligten zum akzeptablen Preis zu gestalten. Grundsätzlich sollte es ja doch möglich sein, schliesslich funktioniert Privatfernsehen seit mehreren Jahrzehnten genau auf dieser Grundlage.

        Danke auch

  11. Wenn zwischen den Betreibern eines womöglich legalen Linkverzeichnisses und den Betreibern von widerrechtlichen Download- respektive Streaming-Angeboten Personenidentität und wechselseitige Geschäftsbeziehungen bestehen, ist i.W.s. auch das Linkverzeichnis diesem illegalen Angebot zuzuordnen.

  12. Du solltest Kommentare filtern. So sind sie unzumutbar, aufgrund der Verschrobenheit eines einzelnen. Daher habe ich auch nicht mehr alle gelesen.

    Die Demo war nicht einfach „nicht allzu stark besucht“, das waren keine fünfzig Mann. Und die haben auch noch jedes Klischee der jugendlichen Gratisfilmekuckenwoller erfüllt. So stellt man sich ins Abseits und wird nicht mehr ernst genommen.

  13. Als kleine Info: Es gab mal einen Underground-Foren-Hack, wo in einer PM des dortigen Admins (oder war es einer seiner Helfer?) über Videohoster-Verpflechtungen mit kino.to geschrieben wurde. Das stützt die Vermutung mit der kriminellen Vereinigung.

  14. Ganz ernsthaft, ich bin eigentlich auch gegen Netzsperren und auch gegen die eigene Verantwortung bei Links. Logisch.
    ABER:
    Bei kino.to weiß JEDER das die ganze Seite nur jahrelang existierte, weil jeder Besucher illegalen Content konsumierte. Ich finde da kann man ruhig eine Grenze ziehen. Wenn es ein paar Links sind, die sich der Kontrolle des Webseitenbetreibers entziehen, wird niemand bestraft… doch kino.to wird unmengen Geld mit Werbung verdient haben, auf (wissentlich) rein illegaler Content-Basis.
    Völlig in Ordnung also das da jeder zur Rechenschaft gezogen wird. Ganz ehrlich hört hier der Spass dann auch auf, weil derart ein System ausnutzen macht das Sysytem dann schlussendlich kaputt.

    Und noch ein Nachtrag bzgl. des Verdienstes der Seite. Ich habe eine Seite, die täglich im Durchschnitt von 400 Personen besucht wird. Ich schalte natürlich ausschliesslich nicht pornographische Werbung und verdiene ca. 100 € / Monat (bei monatlich ca. 12.000 Besuchern.
    Rechnet das einfach mal hoch… 400.000 Besucher täglich auf kino.to? Man kann gut und gerne beahaupten, dass kino.to pro Monat 60.000 bis 150.000 € verdient hat. Durch Werbung, durch Verknüpfungen und Beziheungen zu Hoster-Seiten etc.

  15. Nur mal als Zwischenkommentar: Die Macher von Southpark zeigen wie es klappen kann: Dort werden die alle Folgen mit kurzen Werbeunterbrechungen online gestellt. Meiner Meinung nach eine gute legale Lösung.
    (Ich will jetzt keine Werbung für die Serie machen, es geht ums Prinzip)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.