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Österreich: Schulbuchlobby sieht #Schultrojaner als überzogene Maßnahme an

In Österreich erklärt die Schulbuchlobby vorsorglich, dass sie keine so „derart überzogenen Maßnahmen“ (!) wie einen Schultrojaner fordern werden und nicht den Lehrern misstrauen:

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Darauf erreichte den STANDARD unaufgefordert eine Stellungnahme des Fachverbandes Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer. Aus dieser geht hervor, dass auch in dieser Angelegenheit in Österreich alles anders ist. „Im österreichischen Urheberrecht herrscht ein Kopierverbot von Schulbüchern, das im § 42 (6) Urheberrechtsgesetz geregelt ist. Die Verlagsbranche geht davon aus, dass die Pädagogen in Österreich das Gesetz einhalten“, heißt es. Es gebe daher „keinen Anlassfall für die Schulbuchverlage derart überzogene Maßnahmen vom Ministerium zu verlangen“.

Das klingt doch mal ganz anders als in Deutschland, wo selbst Kultusminister die Idee ok finden und Lehrern nicht nur misstraut, sondern tatsächlich auch der Einsatz dieser Schnüffelsoftware beschlossen wird.

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4 Kommentare
  1. Also ich bin da entschieden dagegen! Der Staatstrojaner ist meiner Meinung nach zu viel. Man sollte dann eher einen solchen Gesetzesentwurf machen anstatt noch so einen unsicheren Trojaner auf die Reise zu schicken!

  2. Nein, bitte nicht! Die Österreicher und fortschrittlich? Dort ist es sogar verboten, sich mit Fremdsamen künstlich befruchten zu lassen. Dieses sei nur in nachweislich (!) festen Partnerschaften erlaubt, am besten unter Eheleuten. Oh, Schreck, die Österreicher, die immer nach Deutschland schauen. Hör mir bloß auf! Fehlen nur noch die Schweizer mit ihrem Wahlrecht für Frauen Mitte der Siebziger!

    Dani

  3. Schulbuchverlage schneiden sich mit ihren rigiden Maßnahmen ins eigene Fleisch. Es gibt kaum ein Schulbuch, dass ohne Lerngruppenspezifisches Arbeitsmaterial sinnvoll eingesetzt werden kann. Dazu sind oftmals Kopien einfach nötig. Vorsinflutliche Schnippeleien halten dabei auf und haben mit modernem Medieneinsatz einfach nichts mehr zu tun. Man sollte Verlage, die auf riiden Kopierregeln bestehen einfach boykottieren.
    Eine Kultusbürokratie, die sich auf Verträge wie hier erörtert einlässt hat den Namen „Kultus“ übrigens nicht verdient.
    Wer solche Regeln vertritt, muss bereit sein Kopien und Medien zu zahlen. Im augenblick wird leider alles auf die Pädagogen vor Ort abgewälzt. Arbeitsblätter werden nicht finanziert außer, wenn die Lehrer sie privat aus eigener Tasche finanzieren. Nun sollen sie auch noch zusätzlich kriminalisiert werden!

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