Grundrechte für eBook-Leser

Ich überlege seit einiger Zeit, mir einen Ebook-Reader zu kaufen. Was mich bisher davon abhält, sind die DRM-Sperren und die lächerlich hohen Preise für eine Datei in Relation zum Produktionsaufwand eines gedruckten Buchs – sie sind gleich hoch, teilweise höher. Dabei darf ich eBooks noch nicht einmal verleihen, geschweige denn gebraucht weiterverkaufen, wie es beim Holzvorgänger selbstverständlich ist.

Der US-Verlag Harper-Collins hat sich jetzt überlegt, wie man das mit dem Verleihen auch wirklich gänzlich verhindern kann: Und zwar soll jedes eBook nur 26 mal gelesen werden dürfen, und sich dann selbst unbrauchbar machen. Pamela Samuelssons Dystopie des pro-Seite-Bezahlmodells scheint näher zu rücken.

Sarah Houghton-Jan, Bloggerin und stellvertretende Leiterin der San Rafael Public Library, hat jetzt die „Bill of Rights“ der Ebook-Leser formuliert:

Jeder Leser eines eBooks soll die folgenden Rechte haben:

  1. Das Recht zur Nutzung unter Regeln, die Zugang zum Buch über besitzrechtliche Ansprüche stellen.
  2. Das Recht, das eBooks auf jeder technisch möglichen Plattform zu lesen, und diese frei wählen zu können.
  3. Das Recht, Anmerkungen zu machen, und den Inhalt zu zitieren, zu drucken und in angemessenem Rahmen (fair use) zu teilen
  4. Das Recht der first-sale doctrine übertragen auf digitle Inhalte, insbesondere das Recht, gekaufte eBook aufzubewahren, zu archivieren, zu teilen und weiterzuverkaufen.

Ein schönes Logo wurde auch schon entworfen.
Ein weiterer Dorn im Auge sind mir übrigens die mit DRM einhergehenden Protokollierungen meiner Lesegewohheiten.

30 Kommentare
  1. Ralph Angenendt 10. Mrz 2011 @ 19:16
  2. Name (pflicht) 10. Mrz 2011 @ 20:16
  3. dein_föhn 11. Mrz 2011 @ 0:36
  4. Deus Figendi 12. Mrz 2011 @ 10:36
  5. Deus Figendi 15. Mrz 2011 @ 6:27
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