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Grundrechte für eBook-Leser

Ich überlege seit einiger Zeit, mir einen Ebook-Reader zu kaufen. Was mich bisher davon abhält, sind die DRM-Sperren und die lächerlich hohen Preise für eine Datei in Relation zum Produktionsaufwand eines gedruckten Buchs – sie sind gleich hoch, teilweise höher. Dabei darf ich eBooks noch nicht einmal verleihen, geschweige denn gebraucht weiterverkaufen, wie es beim Holzvorgänger selbstverständlich ist.


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Der US-Verlag Harper-Collins hat sich jetzt überlegt, wie man das mit dem Verleihen auch wirklich gänzlich verhindern kann: Und zwar soll jedes eBook nur 26 mal gelesen werden dürfen, und sich dann selbst unbrauchbar machen. Pamela Samuelssons Dystopie des pro-Seite-Bezahlmodells scheint näher zu rücken.

Sarah Houghton-Jan, Bloggerin und stellvertretende Leiterin der San Rafael Public Library, hat jetzt die „Bill of Rights“ der Ebook-Leser formuliert:

Jeder Leser eines eBooks soll die folgenden Rechte haben:

  1. Das Recht zur Nutzung unter Regeln, die Zugang zum Buch über besitzrechtliche Ansprüche stellen.
  2. Das Recht, das eBooks auf jeder technisch möglichen Plattform zu lesen, und diese frei wählen zu können.
  3. Das Recht, Anmerkungen zu machen, und den Inhalt zu zitieren, zu drucken und in angemessenem Rahmen (fair use) zu teilen
  4. Das Recht der first-sale doctrine übertragen auf digitle Inhalte, insbesondere das Recht, gekaufte eBook aufzubewahren, zu archivieren, zu teilen und weiterzuverkaufen.

Ein schönes Logo wurde auch schon entworfen.
Ein weiterer Dorn im Auge sind mir übrigens die mit DRM einhergehenden Protokollierungen meiner Lesegewohheiten.

33 Kommentare
  1. Wem-auch-immer-sei-Dank sind ja die ganzen DRM-Schemes schon „bekannt“ und man kann seine Bücher so sehr einfach noch mal für sich ins Backup stecken und auch einfach auf neue Geräte übertragen.

    Also so man einen EBook-Reader hat, den man „seitlich“ per USB bestücken kann und nicht darauf angewiesen ist, Bücher auf dem Gerät zu kaufen.

    Ist zwar nicht so bequem, aber das ist es schon wert.

  2. Volle Zustimmung zu allen Punkten. Und trotzdem werde ich mir jetzt einen Reader kaufen.

    Auch wenn die Rechte der E-Book-Leser momentan mit Füßen getreten werden. Dann hebeln wir sie halt aus und machen das gleiche Spielchen wie schon bei MP3s durch.

    1. @ame (pflicht): Ich hab mir auch einen Reader geholt und werde konsequent darauf verzichten, DRM zu erwerben. Stattdessen nutze ich ihn für viele (längere) PDFs und Bücher, die man im Netz findet.

  3. Macht mal ruhig so weiter. Bald haben Sie Euch auf allen Seiten und in jeder Hinsicht.

    Der Chip unter der Haut nebst automatischem Update ist bereits in der Mache.

    Wie schön ist es doch, so richtig altmodisch zu sein. Dieser Habitus ist in ein paar Jahren eine Auszeichnung wert.

    Muß man eigentlich jeden Mist mitmachen (mit sich machen lassen)?

    Elfi

  4. Das mit den hohen Preisen gilt übrigens nur für Deutschlad und liegt meines Wissens nach an der Preisbindung für Bücher. Die gilt nämlich auch für elektronische Bücher. In den USA gibt es schon eine erste eBook Millionärin, die dank eBook ohne Verlag ihre Bücher einfach an den Mann bringen. Stand die Tage auch auf SPON: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,748220,00.html

    Aber die ganze DRM Miesere macht das natürlich auch nicht besser…

  5. So ist es. Gutenberg, nicht Guttenberg, läßt grüßen. Nebst Eselsohren und Kaffeeflecken auf den Seiten. Und auch Bücherregale möchten gefüllt werden. Sie haben ein Recht darauf. ;-)

    Elfi

  6. Ich habe mir vor kurzem einen eBook-Reader gekauft und auch kürzlich ein DRM-geschütztes Buch erworben. Das ist total der Krampf. Das dämlich Adobe Digital Editions ist mies programmiert (hakt und bringt die CPU grundlos auf 100% Auslastung) und ist ziemlich unintuitiv zu bedienen…es hat jedenfalls ziemlich gedauert, bis ich das eBook auf meinem Reader hatte und es lesen konnte. Den DRM-Schutz habe ich mittlerweile entfernt – aus Protest und weil ich mir verarscht vorkam.

    @Autor: Also vom Preis her sind sie teilweise schon etwas günstiger. Aber was soll man hier erwarten? Natürlich fallen der Buchdruck und die damit verbundenen Kosten weg, aber es gibt immer noch den Verlag, Leute die das Layout machen, Korrektur lesen, und und und…und beim Vertrieb übers Internet fallen auch Kosten an (Server, Admins, …). So viel günstiger, glaube ich, kann man die nicht verkaufen – insbesondere wenn jetzt noch welche kommen und den Weiterverkauf von den eBooks fordern…dann bekommen die Verlage/Autoren ja garnix mehr.

    Ohne DRM sollten die Bücher auf jeden Fall sein!

  7. @6 Jan: Das Preisniveau in USA / UK ist leider auch gestiegen, zwar gibt es keine Preisbindung, aber die Preise neuer Bücher sind oft identisch mit dem Preis des jeweiligen aktuell gedruckt verfügbaren, Sonderangebote zeitlich beschränkt und aktuell seltener. Und seit Apple mitmischt sind eBooks von oft knapp 10 Us$ auf knapp 13 Us$ Einstandspreis gestiegen. Wobei ich bei Apple keine Möglichkeit gefunden habe, ohne iPhone/iPod/iPad eBooks zu kaufen und zu benutzen.
    Bei Barnes & Noble, Sony eBookstore, WHsmith geht das Einkaufen noch mit deutscher Kreditkarte, DRM kann entfernt werden (Google hilft). Waterstone (UK) hat mir meine gekauften eBooks gelassen, aber im Oktober 2010 mitgeteilt, dass sie mir, da ich meine korrekte Adresse angegeben habe (dumm & ehrlich, wie ich war), keine eBooks mehr verkaufen dürfen – globales Einkaufen gilt also nicht für eBooks ohne Schummeln ?!

    @akf/Elfi: Projekt Gutenberg: die Bücher sind sehr gut auf einem eBook-Reader lesbar, werden oft sogar in mehreren Formaten angeboten, passend für die gängigen Reader. Einer Vorteil eines eBook-Readers ist gerade, das kein Platz im Regal verschwendet wird – den ich auch bald nicht mehr habe. Und ich kann die Schriftgrösse passend einstellen, mir sind einige Bücher schon zu klein gedruckt. Und und und. Also ich möchte den nicht mehr missen.

  8. Ich finde es immer wieder interessant, dass aus den (angeblich) niedrigeren Produktionskosten für eBooks immer gleich ein Anspruch auf einen niedrigeren Preis abgeleitet wird. Denkt doch mal andersherum: Klar, ein eBook ist nur eine Datei und kein schönes, physisches Buch aber es hat erstmal denselben Wert, nämlich dieselbe Geschichte oder den selben fachlichen Inhalt. Dann hat es aber auch noch weitere Vorteile: es ist leicht zu transportieren, nimmt keinen Platz weg und man kann ganz einfach Notizen und Markierungen vornehmen. Das ist für mich ein Mehrwert, den ein eBook gegenüber gedruckten Büchern hat.
    Ok, der ganze DRM-Kram und der fehlende physische Besitzerstolz gleichen das vielleicht wieder aus, aber von vornherein zu sagen: „Ich zahl doch nicht so viel für eine Datei wie für ein gedrucktes Buch“ sagt nichts anderes als „ein Buch als Datei ist mir weniger wert als eines auf Papier“. Und das ist genau das Argument der eBook-Gegner, für die ein digitales Buch nicht denselben „Wert“ hat, wie ein gedrucktes…

  9. Mal ein kleiner gerundeter Überblick, was der Buchändler vom Umsatz des Ladenpreises beim „Holzbuch“ hat:

    – 23% vom wissenschaftlichen Fachbuch, bestellt im Laden
    – 29% vom Taschenbuch bestellt im Laden
    – bis 35% vom Taschenbuch wenn es schon im Laden steht
    – bis 35% vom aktuellen Hardcover, im Laden bestellt
    – bis 40% vom aktuellen Hardcover, wenn es im Laden steht

    Das sind ja ungefähr auch die Prozente, welche sich Apple und Co von der digitalen Variante eistecken.

    Die Herstellung eines Buches (inkl. Auslieferung zum Zwischenhändler, aber ohne Lektorat, Marketing etc.) ist je nach Auflage, Seitenzahl, Umschlag, Größe des Verlages, etc recht unterschiedlich. Zwei Beispiele:
    – Hardcover, ca. 250 Seiten, Schutzumschlag, 3000 Stück Auflage etwa 5 Euro
    – Wie oben, aber mit 100.000 Stück Auflage unter 2 Euro

  10. Marktwirtschaft macht die Sache sehr einfach: das Produkt ist schlecht? Kauf es halt nicht.
    Wenn es andere trotzdem tun und der Hersteller nicht umschwenken muss, kann das Produkt dann so schlecht ja nich sein. „Ich will es aber trotzdem für lau“ ist dann kein Argument. Den Gesetzgeber hat die ganze Angelegenheit jedenfalls nichts anzugehen.

    Was ich sagen will: hört doch auf mit irgendwelchen Forderungen. Macht einfach klar, dass ihr solch einen Müll nicht kaufen werdet, sagt anderen, dass sie den Quatsch auch nicht kaufen sollen. Und tut es dann halt auch wirklich nicht ;)
    Weil, mal ganz ehrlich: „Grundrechte für ebook-Leser“ … wer soll das ernst nehmen?

  11. @Weltenkreuzer:

    Da hast Du einen interessanten Punkt angesprochen. Wenn sicher wäre, dass beim Künstler auch mehr Geld ankommt würde ich es akzeptieren wenn die gesparten Vertriebskosten nicht zu 100 % an mich weiter gegeben werden. Damit könnten vieleicht auch mehr Autoren, die nicht gleich hundertausende Bücher verkaufen, vom schreiben leben.
    Aber einfach die REndite eines Verlages puschen möchte ich nicht.

  12. Das Thema ist im Kern das gleiche wie bei Musik. Die Zeit der großen Verlage ist bald vorbei – da sie (eigentlich) nicht mehr notwendig sind.
    Denn insbesondere die „damals“ notwendige teuere und aufwendige Vertreibsstruktur sowie Produktion entfällt.
    Ein Problem stellt sicherlich noch die Vermarktung dar, denn insbsondere bei Belletristik setzt sich schon lange nicht mehr ausschliesslich Qualität durch – sondern das meist beworbene bzw. durch Marketingausgaben bestplazierte Buch.
    Aber auch hier könnte man über Konzepte nachdenken um Abhilfe zu schaffen, z.B. durch ein „Kritikerforum“ von Lesern – für Leser? Das würde gleichzeitig auch wieder Qualität in den Fokus rücken – allerdings die Macht der Verlage und großen Buchhändler wie Thalia u.a. schwächen.

    Somit kann man durchaus die Annahme treffen, das mit der aktuellen Preissituation – insbesondere in Deutschland – versucht wird, den Status quo zu erhalten, um dem Leser lediglich die Wahl zu geben für den gleichen Preis entweder ein greifbares, physisches Produkt zu erwerben oder den identischen Inhalt in einer praktischeren Form – man streicht damit de facto den Preis aus der Entscheidungsfindung für die Werthaftigkeit des Gutes bzw. führt eine m.M.n. nicht gerechtfertige Gewichtung beim potenziellen Käufer ein.
    Oder umgekehrt, würde man eBooks niedriger anbieten, förderte man auch deren Absatz, was in der Folge zu einer Entwertung der klassischen Verlagsaufgaben führt. Bei einer kritischen Masse an Akzeptanz von eBooks würde man sich selber das Wasser abgraben.

    Sowohl die Preisgestaltung, als auch die Gestaltung „kreativer“ Nutzungsrechte könnten also dem Zweck dienen, die alten Macht- und damit Verdienststrukturen zu erhalten, indem man ihnen künstlich eine Notwendigkeit aufzwingt.

  13. Meines Wissens gilt für E-Books der Mehrwertsteuersatz von 19%, während er für das gedruckte Buch bei 7% liegt. Das erklärt zum Teil die höheren Preise.

  14. Zur Preisbindung: Die gilt zwar, aber nur für das jeweilige Produkt. Also darf InternetshopA Dir das eBook nicht billiger verkaufen als BuchladenB.
    Aber genauso wie Taschenbücher billiger sein dürfen als Hardcover, dürfen eBooks billiger sein als Taschenbücher – wenn der Verlag (der den Preis festlegt) es will. Die Verlage wollen aber nicht.
    Also beschwert Euch nicht bei den Shops (die können wg. der Preisbindung wirklich nix machen) sondern bei den Verlagen, die die Preise festlegen.

  15. die Breise hängen von der Buchpreisbindung ab, oder? neben dem Taschenbuch sollte vielleicht für Ebooks ein extra Preis festgelegt werden.
    Aber man übertrage die 26 mal lesen Regel auf echte Bücher: Nach 3000 mal umblättern oder 100 ma lzuklappen geht es in Flammen auf.
    Ein Buch mit Eigenleben.

  16. Wie Rick oben schon sagte: Die Herstellungs- und Vertriebskosten sind eher marginal. Dazu kommen noch die Kosten für Aufbereitung als eBook, was ebenso wie der Druck von Drittfirmen erledigt wird und bezahlt werden muss.

    Wichtigster Punkt ist aber: Im Gegensatz zu gedruckten Büchern gilt für eBooks der volle Umsatzsteuersatz, d.h. 19% Umsatzsteuer statt 7% Umsatzsteuer. Das führt zu der absurden Situation, dass Verlage in manchen Fällen sogar weniger am eBook verdienen als etwa am Taschenbuch, wenn für beide der gleiche Preis verlangt wird.

    Hier ist die Politik gefragt; auch eBooks müssen selbstverständlich dem reduzierten Umsatzsteuersatz unterliegen.

    Noch zwei Tipps zum Schluss, nachdem eBooks oft gar nicht so einfach zu finden sind wie man denkt:
    Eine gute Quelle für gemeinfreie (kostenlose) Bücher in deutscher Sprache ist txtr (wo man auch ganz nett mit Adobe DRM einkaufen kann, wenn man das will).
    Außerdem ist Beam eBooks unbedingt einen Blick wert, weil man dort ausschließich eBooks ohne DRM verkauft. Teils gibt es Bücher, die anderswo nur mit DRM zu haben sind, dort auch ohne.

  17. @11 Du kannst mit deutscher KK bar B&N kaufen? Ich kriege das schon nicht mehr hin.

    Einer der großen Punkte sollte in der Bill of Rights daher sein:

    5) Du kannst ein eBook überall kaufen – egal wo du dich aufhälst

  18. @25 JanG: ja, ich habe mit Google bei B&N eine amerikanische Adresse zusammengestellt und bin mit VPN mit IP aus den USA dort drinnen. Das letzte Mal habe ich am 05.02.2011 dort ein Nook-eBook gekauft, das ich auch erst nach DRM-Entfernung auf meinem Sony nutzen kann ;-).

    Da in der Kreditkartennr. (die ersten 4-6 Stellen) das Ausgabeland mit codiert ist, bin ich selber überrascht, das die das nicht prüfen – bei Hulu und beim iTunes-Store USA funktioniert meine Kreditkarte z.B. nicht. Es kann aber natürlich durchaus sein, das auch Barnes&Noble (und Sony und WHSmith) das irgendwann merken und ich dort keine eBooks mehr kaufen darf.

  19. Naja zu den Preisen… also mir war nicht bewusst, dass Vertrieb, Lagerung und Druck einen solch niedrigen Anteil haben sollen „ufbereitung als eBook“ kann aber auch kein großer Posten sein zottel, denn im Grunde kann man die gleichen Daten nehmen, die man auch der Druckerei schickt. Ob da nun Schnittmarken drauf sind oder nicht ist mir als Leser egal. Die Kosten sind also bereits angefallen.

    Ansonsten (von der Preis-Diskussion weg) stimme ich mit dein_föhn überein, der Konsument muss aufhören (wie heißen die?) „Vendor-controlled devices“ zu erwerben, wir haben in der Vergangenheit schlechte Nachrichten über den Kindle gehabt (Bücher ferngelöscht), über Android (Schädlinge ferngelöscht), iOS (Software-Kontrolle; hohe Kosten für eigene Software), Playstation (Funktionen weg-gepatched).
    Der Konsument muss einfach aufhören den Kram zu kaufen… Okay bei SmartPhones wird es schwierig Alternativen zu finden, aber sonst…
    Zuweilen sehe ich aber auch den Gesetzgeber oder Gesetzsprecher in der Verantwortung, bestimmte Klauseln müssen ungültig werden, Verbraucher müssen die Möglichkeit bekommen sich zu wehren (und sei es nur die Rückabwicklung des Kaufs). Ich denke es wäre schon recht deutlich, wenn PS3-Besitzer nach der Abschaltung der OtherOS-Funktion ihre Geräte sowie alles Zubehör hätten reklamieren dürfen.

    Und noch was zum Thema ebooks und wie man es besser macht als mit DRM: Ich kenne einen Verlag (es mag mehr geben, aber ich kenne nur den einen), der seine PDFs einfach personalisiert. D.h. es sind ganz normale PDFs, in denen unten auf jeder Seite mein Name, meine Kundennummer und das Kauf-Datum drin stehen. Ich weiß nicht ob die noch was Wasserzeichen-mäßiges machen, aber ich kann dieses PDFs so oft lesen wie ich will und auf so vielen Geräten wie ich will. Ich kann sie auch verleihen, vielleicht kann ich auch Privatkopien machen, ich kann sie aber eher schlecht in P2P-Netze einspeisen.
    Pferdefuß: Sie lassen sich wohl auch nicht wirklich verkaufen und falls doch dann nur mit ordentlichem Kaufvertrag, wo beide Seiten >beweisen< können "ich habe das Buch verkauft und bin nicht derjenige, der es als torrent anbietet" und als andere Seite "ich darf das Buch haben, hier der Kaufvertrag".
    Nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ein einigermaßen vernünftiger Kompromiss zwischen Schutz des geistigen Eigentums und Kunden-ärgern.
    Oh ach ja, die "Personalisierung" dauert ca. fünf Minuten (je nach Serverlast), also kaufen, warten, runterladen. Find ich auch erträglich.

  20. Ich habe gestern in einem Podcast gehört, dass Google „es“ _schonwieder_ getan hätte -.-
    Ein ganzer Haufen von Software, in den ein Schädling namens „DroidDream“ eingebettet war hat Google wohl ferngelöscht.

    Und wieder hat man die Benutzer nicht gefragt und wieder hat man die Benutzer nicht informiert (so weit ich das verstanden habe).

    Ich verstehe diese Taktik nicht… „wir machen das sooft bis sich keiner mehr beschwert“ oder wie soll das funktionieren?

    Dass man einen MaleWare-Löschprogramm ferninstalliert… *knirsch* ja okay, aber das darf doch nicht selbsttätig werden, lernt man denn nichts aus den Beschwerden der Vergangenheit?

    Die Benutzer zu fragen ist doch kein Aufwand und für die DAU-ohne-zu-lesen-weg-klicker muss man die Anfrage eben entsprechend Default auslegen:
    „Google Market hat Schadsoftware auf ihrem Gerät gefunden. Wollen Sie sie entfernen?
    —–JA!!!—— (später)“

    * Es mag Benutzer geben, die mit dem Schädling experimentieren
    * Es mag Benutzer geben, für die die Wirts-Software im Moment wichtiger ist als ein sauberes Telefon (und sei es nur zur Datensicherung)
    * Der Exploit, den DroidDream benutzt wurde dabei nicht geschlossen und funktioniert bis Android 2.2
    Leute!?

    Und sorry fürs Thema-Entführen, aber ich hatte das oben mal angeschnitten.

    PS: Microsoft und Apple fahren ja etwas andere Strategien (nämlich Eingangskontrolle) halten sich aber das gleiche Recht vor. Wie es bei den anderen (RIM, Nokia…) aussieht weiß ich nicht.

  21. Ich kaufe mir jede Woche die Perry Rhodan-Romane als eBook im ePub-Format.
    Das Gute daran: PR wird völlig ohne DRM vertickt.
    Sehr löblich!
    Und Platz spare ich damit auch jede Menge, ich hab über 1000 Hefte in gedruckter Form und so langsam aber sicher ging mir der Platz (und das Verständnis meiner Frau) aus. ;-)

  22. DRM ist keine Lösung, sondern ein Teil des Problems. Ebooks ersetzen klassische Bücher keineswegs, im Gegenteil. Sie sind – auch und gerade in einer kostenlosen Version – mitunter sogar ein Kaufanreiz fürs „richtige“ Buch. Leute wie Cory Doctorow, Paolo Coelho oder – im deutschsprachigen Raum – Arthur Missa haben es vorgemacht. Man kann auf Papier drucken und zugleich seine Bücher online stellen. Und nicht selten bedient man sich dabei Creative-Commons-Lizenzen. Kopieren also nicht nur nicht verboten, sondern erwünscht. Sogar das Texteverändern, -weiterschreiben und -umarbeiten ist (zumindest bei Missa) erwünscht. Die Autoren sollten also nicht passiv in ihren Ohrensesseln verharren (deren Ohren zu oft als Scheuklappen dienen). Ein neues Bewusstsein muss her – und das schafft man am besten, indem man die Wege, die die eigenen Werke nehmen bzw. nehmen können, erweitert. eBooks, freie bzw. offene Lizenzen, ein anderes Verhältnis zum Text – all das wären Ansätze, die es auszuprobieren gilt.

  23. „Was mich bisher davon abhält, sind die DRM-Sperren und die lächerlich hohen Preise für eine Datei in Relation zum Produktionsaufwand eines gedruckten Buchs – sie sind gleich hoch, teilweise höher.“

    – Das ist auch der Grund, warum ich drauf verzichte. Man sollte vielleicht auch einen Anreiz geben, der Umwelt was gutes zu tun, oder?

    Das mit dem 26 x lesen ist ja wohl die Höhe.

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