Demokratie

Fragen & Antworten zum Verein
„Digitale Gesellschaft“

In den letzten Tagen wurden viele Fragen zum Verein „Digitale Gesellschaft“ gestellt.
Auf der Seite findet sich nun eine FAQ Antworten dazu.

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Offensichtlich haben wir nicht ausreichend klar gemacht, was das Ziel des Vereins sein  soll: Kapazitäten & Infrastrukturen für netzpolitische Kampagnen zu  schaffen. Eigentlich hätten wir lieber eine Stiftung gegründet – aber  dafür fehlte uns das Kleingeld, und eine Stiftung ist weniger transparent. Unser Verein hat sich also andere Aufgaben gewählt als die politische Basisarbeit. Wir wollen Kampagnen machen, Öffentlichkeitsarbeit leisten.

[…]

Und so tritt  die netzpolitische Bewegung mit vergleichsweise leeren Händen einem mächtigen Goliath aus Lobbyvereinigungen entgegen, die mit Fernsehshows,  Kino- und Print-Kampagnen, Anwälten – kurzum: allem, was der  Durchsetzung der Ziele dienlich sein könnte und käuflich ist, arbeiten. Bisher ist es der Bewegung nicht gelungen, in diesem Feld mit auch nur  annähernd vergleichbarer Stärke aufzutreten.

[…]

Weshalb konnten unsere Gegner uns bisher so effizient die Stirn bieten? Ein Faktor ist sicherlich, dass man sehr viel leichter überzeugen kann, wenn man an die Angst der Menschen, statt an ihren Mut appelliert. Aber auch die Organisationsstruktur und politische Taktik sollte nicht unbeachtet bleiben. Wir haben uns gefragt: Warum nutzen wir diese Techniken nicht einfach auch? Wir wollen öffentlichkeitswirksame Kampagnen starten, Überzeugungsarbeit auf der Straße, im Netz und auch in Privatgesprächen leisten. Wir wollen den Lobby- und Interessengruppierungen entgegentreten – mit einem dafür geeigneten Verein.

Hier lang.

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66 Kommentare
  1. […– aber dafür fehlte uns das Kleingeld, und eine Stiftung ist weniger transparent.] — was soll das bedeuten? Dass ihr als Stiftung Transaktionen, Haushaltsplanungen, und oder Schriftverkehr nicht preis geben dürftet.
    Das hätt ich schon gern erklärt bekommen. Vielen Dank :-)

    Da ich selbst zur digitalen Gesellschaft dazugehöre und seit nunmehr 9 Jahren digital arbeite, versteh ich nicht ganz den Sinn hinter dieser „closed doors“ vereinsfassung…
    auf jeden fall ist das für den anfang die beste variante, denn ein kleines boot ist sehr wendig, schneller und demzufolge auch schneller schussbereit. wenn die ganze sache erfolgreich ist und politiker überzeugt, entspannt euch bitte und macht den laden auf. das wäre sehr freundlich. in diesem sinne.

  2. Der Verein sollte sich in „Verein der Stärkung der Digitalen Gesellschaft“ umbenennen. Er ist nicht automatisch die Digitale Gesellschaft.

    Es würde sich ja auch keinen Verein „Gesundheit“ nennen.

    1. Ja genau VdSdDG. Großartige Idee.
      Die meisten Namen von Organisationen oder Parteien sind doch Wunschdenken, Hyperbeln, Anbiederungen oder glatte Lügen. Muß man jetzt hier nicht extra drauf rumhacken.

  3. Euer Alleinvertretungsanspruch kotzt mich an. Ihr sprecht nicht für die digitale Gesellschaft, sondern nur für euch selbst. Solange Ihr so extrem geschlossen und undurchsichtig seid, seid Ihr ein Feind des Netzes. Geld soll ich euch schicken, aber mitarbeiten oder gar mitentscheiden darf ich nicht. Ich sehe es demnächst schon kommen: ihr klüngelt im Verborgenen mit irgendwelchen Politikern irgend einen Mist ab und Kritik daran wird dann mit dem Verweis, dass man doch die digitale Gesellschaft eingebunden hatte, abgebügelt.

      1. Ich habe weiter unten nochmal kommentiert, nachdem mein Blutdruck ein wenig runter gegangen war.
        Die FAQ entkräftet den Vorwurf, Alleinvertretungsansprüche zu stellen, nicht. Im Gegenteil, die Veröffentlichung der FAQ macht mir Angst.
        Der Name an sich ist eine Katastrophe; dass Ihr die Kritik daran so überraschend findet, sagt mir, dass Ihr entweder extrem naiv seid oder uns ins Gesicht lügt.
        Ihr tut so, als ob Ihr eine Kampagnenplattform sein wollt; gleichzeitig schreibt Ihr, dass Ihr gegenüber den großen Lobby-Vereinigungen auftreten wollt. Ihr werdet Kampagnen starten, nicht die bestehenden Organisationen.
        Die Reaktion der SPD („Endlich haben wir einen Ansprechpartner aus dem Netz“) zeigt, dass ich mit diesem EIndruck nicht alleine bin. Ich würde mir wünschen, wenn eine klare Absage Richtung SPD gehen würde.

  4. Da mein Kommentar anscheinend versehentlich gelöscht wurde, wiederhole ich ihn (und liefere diesmal sogar Argumente statt pures auskotzen):
    Tut mir leid, aber mit dem Namen und der Ansage „Alle anderen Organisationen sind ineffektiv und schaffen nichts“ habt Ihr einen Alleinvertretungsanspruch; egal, wie oft Ihr ihn verneint.
    Ihr wollt auch keine Kampagnenplatform sein; ich zitiere aus eurer FAQ:

    Wir wollen öffentlichkeitswirksame Kampagnen starten, Überzeugungsarbeit auf der Straße, im Netz und auch in Privatgesprächen leisten. Wir wollen den Lobby- und Interessengruppierungen entgegentreten – mit einem dafür geeigneten Verein.

    Ihr wollt nicht Kampagnen untertützen, sondern sie selber starten. Ihr wollt nicht die bestehenden Organisationen stärken, sondern an ihrer Stelle mit den Lobby-Gruppen reden.

    Und nebenbei bemerkt: Greenpeace als Vorbild anzuführen (eine Organisation, die seit einiger Zeit deutlich interessierter an dem werben neuer Geldquellen als an den eigentlichen Themen ist) geht ja mal garnicht.

    1. Right,

      gerade den Umwelt-Konzern Greenpeace, der mit seiner starren Top-Down-Struktur („Spenden dürft ihr, aber Aktionen und Ideen überlasst mal bitte unseren Fachleuten.“) schon vor über 20 Jahren engagierte Bürger vergrault hat, als Vorbild zu nehmen, ist ein PR-Gau größten Ausmaßen. Mir ist schleierhaft, wie euch eine solche „Idee“ in Zeiten von ‚Guttenplag‘ als innovativ erscheint.

      1. @Markus:

        Genau das ist es:

        Vereins-Lemminge, die – gutgläubig zwar, weil veralteten Machtstrukturen anhängend – in einer Art moderner Ablasshandel das Problem an „Fachleute“ übertragen und es ansonsten schön warm haben.

        Heute kann jeder – auf seinem gegenwärtigen Niveau – selbst mitmachen, siehe LINUX, Mozilla, Libre Office, Wikipedia, Vroniplag…

        Ich kann – und will – nicht glauben, dass du überwiegend diese Art Fördermitglieder für euren Verein willst, auch wenn eure Außendarstellung dies nahelegt.

        Bei Greenpeace ist es doch so: Dieser Konzern bervormundet seine Mitglieder massivst, weil er das so braucht. Schließlich hängen einige Arbeitsplätze daran.

        Ihr hättet die Chance gehabt, solche Leute aus ihrem engagementmäßigen Dornröschenschlaf zu wecken, indem ihr es anders, nämlich transparenter und direkt-demokratischer macht.

        Wenn ihr meint, euch einer starren Top-Down-Struktur bedienen zu müssen, weil das damalsbei Greenpeace – auch in Ermangelung von Alternativen – geklappt hat, seid ihr einem Irrtum aufgesessen: Die Vereins-Lemminge bleiben beim Original und bekommen die goldene Ölplattform für 25 Jahre Mitgliedschaft, die Kritiker und Reformer treten aus und suchen eine Alternative. Ihr seid keine.

        Ihr braucht Fordermitglieder statt Fördermitglieder!

        1. @Querulator: Wie schon hier im Blog beschrieben, fehlt uns einfach die Zeit, um direkt-demokratisch erstmal lauter Sachen auszuhandeln. Was meinst du, wieviel Zeit wir nebenbei pro Tag alleine mit Kommentare beantworten verbringen? Viele von Dir beschriebene Projekte funktionieren auch nur, weil es Menchen gibt, die einfach (berufliche) Zeit haben, sich um Sachen zu kümmern, sei es bei Mozilla, LibeOffice, Linux (-Kernel), etc. Die machen das hauptberuflich, sonst würden viele Aufgaben liegen bleiben, die sonst niemand machen will.

    2. Mach doch Deinen eigenen Lobbyverein auf mit radikal basisdemokratischer Entscheidungsstruktur. Steht dir doch vollkommen frei. Viel Spaß beim Totdiskutieren.

  5. Ich vermute langsam, dass es deshalb bisher keine schlagkräftige Lobbyorganisation für die Interessen der digitalen Gesellschaft gibt, weil ein Teil der digitalen Gesellschaft eine wahnwitzige Angst davor hat, dass diese Lobbyorganisation tatsächlich schlagkräftig werden könnte, und damit Macht (egal in welcher Richtung) ausüben könnte.

    Oder vielleicht sind die Kritiker hier nur U-Boote von der CSU… ;-)

    Kompromissvorschlag: Macht sie dann nieder, wenn die Digitale Gesellschaft ihre Macht nutzt, um das Falsche(TM) zu tun, aber nicht bevor sie überhaupt angefangen hat etwas zu tun.

    Ja, ich halte auch nicht unbedingt etwas von benevolenten Königen, aber wenn man in einen Krieg zieht, um die bösen Könige aus dem Amt zu treiben, dann ist eine basisdemokratisch lose organisierte Armee von unbezahlten Freiwilligen mit selbstgebauten Pistolen möglicherweise ein strategischer Nachteil. (Schlacht von Waterloo? HEUTE? Nee, wir machen einen Upgrade in der Firma, da kann ich nicht.)

    1. Natürlich gibt es schlagkräftige Organisationen, die bestimmte Teile des Spektrum abdecken. Das ist einfach nur das Narrativ, mit der diese Organisation gegründet wird.

      Die Erfahrung ist einfach die, dass das beste ist, wenn Leute, die praktische Erfahrungen in Debatten gesammelt haben eine „neue Marke“ positionieren, und mit anderer Konfiguration der Werkzeuge sich ein Thema erschliessen. Wichtig ist auch die Verortung im nationalen Rahmen mit gleichzeitigem engen Blick nach Europe. Quadrature haben das für Frankreich gezeigt.

      Konkurrenz und Ressourcenverzehr bei anderen Organisationen durch Organisationsgründung ist eine Chimäre. Bestehende Organisationen profitieren von neuen Partnern.

      1. BTW

        wie sind eigentlich ‚Urgesteine‘ der Szene wie FoeBuD, und ccc sowie andere Organisationen wie AKVorrat und AK Zensur mit eingebunden?

        Gebe zu, war zu faul nach FAQs zu suchen bzw. diese zu lesen.

        1. @Querulator: Wie schon in der FAQ beschrieben, sind einige Beteiligte bei „Digitale Gesellschaft“ auch bei den von Dir zitierten Initiativen aktiv, haben sie teilweise mitgegründet und waren trotzdem der Meinung, dass es Sinn macht, zusätzlich zu bestehenden Strukturen noch etwas Neues aufzubauen, um Lücken zu füllen.

  6. Ich muss gestehen, dass ich nicht ganz einordnen kann, was die ganze Aktion von wegen „Digitale Gesellschaft“ soll. (Nein, über den Namen muss ich nicht auch noch die Nase rümpfen.)

    Das ist mehrdeutig. Um welche Kapazitäten und Infrastrukturen soll es gehen? Um digitale nicht, denn die lassen sich binnen Stunden aus dem Boden stampfen.
    Um analoge also? Geht es um Menschen, die in Gremien des Staates vertreten sind, und dann dort erzählen, welche Position „das Netz“ zu bestimmten Themen hat? Das mutet für mich etwas seltsam an, denn ich sehe nicht wo der Unterschied sein soll zwischen digitaler und analoger Gesellschaft. Man stelle sich nur vor, ein Verein „Analoge Gesellschaft“, der Kapazitäten und Infrastrukturen für nicht-netzpolitische Kampagnen schaffen will. Wer so etwas gründen wollte, würde zu Recht komisch angeschaut.

    Das ist etwa so, als wolle man die ethischen Fragen politischer Entscheidungen mit Vertretern der christlichen Kirchen als „Ethische Gesellschaft“ beraten. So etwas können doch immer nur subjektive Einzelmeinungen sein. Und Niemand würde ernsthaft behaupten, er könne einen Lobbyverein für eine „Ethische Gesellschaft“ aufmachen, nur weil er selbst eine Ethik hat.

    Einen Verein „Digitale Gesellschaft“ hätte es vor 15 Jahren brauchen können. Mittlerweile ist die reale digitale Gesellschaft so weit gefächert und so tief verwurzelt, dass es gar nicht möglich ist, Netzpolitik durch eine kleine Anzahl von Leuten umfassend zu vertreten.

    Bei mir bleibt der Eindruck eines weiteren Vereins, der weder parteipolitisch (PIRATEN) unterkommen konnte oder wollte, noch in irgend eine der anderen (teil)politischen Bewegungen aus der digitalen Welt, CCC, FoeBuD, den AKs, etc.

    Es klingt alles sehr nach „Jetzt machen wir unser eigenes Ding“. Das muss nicht unbedingt schlecht sein/werden, warten wir einfach mal ab.

    1. Mhm. Zitat verbockt, das sollte eher so aussehen:

      (…)

      Offensichtlich haben wir nicht ausreichend klar gemacht, was das Ziel des Vereins sein soll: Kapazitäten & Infrastrukturen für netzpolitische Kampagnen zu schaffen.

      (…)
      dann der Text, der jetzt als Zitat gekennzeichnet ist.

  7. Ich glaube der Fehler war einfach, dass der Anspruch der Vertretung, den man ja kommunizieren muss, dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss. Das ARD Narrativ war ein bisschen dick aufgetragen. Es funktioniert klasse in die Zielgruppe „Allgemeine Öffentlichkeit“ und erreicht dort seine Wirkung. Im eigenen Lande gilt der Prophet nichts.

    Das heisst im Klartext, man muss die Leute einfach ignorieren, die sich jetzt zu Wort melden, weil sie den Repräsentationsanspruch als Einladung zur Verteidigung ihrer Territorialbefindlichkeiten verstehen. Niemand ist so jung und naiv zu glauben, dass innere Transparenz, radikale Basisdemokratie und Querulantenkonvente zur Organisationsbildung geeignet sind. Jeder Generation seien da ihre Erfahrungen gestattet. Ochlokratie funktioniert meist nicht, vor allem hat dafür keiner Zeit.

    Was funktioniert und was praktisch erreicht, das sind Kampagnenorganisation wie ORG. Davon bräuchten wir eher mehr!

    1. André, vielleicht verstehe ich einfach nicht, was diese neue Organisation sein möchte.
      Entweder sie ist eine Lobby-Gruppe mit Alleinvertretungsanspruch (nur dann kann sie effektiv auftreten) und gehört mit aller Kraft bekämpft, weil sie den bestehenden Organisationen (AK Zensur, AK Vorrat, CCC, usw.) schadet.
      Oder sie ist eine Hilfsorganisation, die an zentraler Stelle Geld, Manpower und Organisationstalent bündelt; dann ist aber der Auftritt bei der Tagesschau schlicht unnötig.

      1. Nein, eine solche Organisation kann nicht den genannten Gruppen schaden und an einen Alleinvertretungsanspruch glaubt keiner. [1]

        Abgesehen vom behördlichen Grundsatz der Namenswahrheit (nur eine Angelegenheit zwischen Gründern und Behörden) ist der Repräsentationsgedanke reine PR.

        Wenn Markus bereits heute als Person eine fokale Sprecherfunktion der Netzgemeinde zugeschrieben wird, dann ist das ein Mediennarrativ, das er sich erarbeitet hat.

        [1] Der CCC ist ein Computer-Club, der AK Zensur ein Label von Alvar und AK Vorrat eine nicht-institutionalisierte offene Plattform. Wie soll da Schaden entstehen?

      2. @André:
        Die drei Gruppen haben in ihren Bereichen inzwischen Ansehen und auf offizieller Seite Ansprechpartner. An soll sich der Politiker in nächster Zukunft wenden: an die „Digitale Gesellschaft“ oder an den altbekannten Ansprechpartner?

        1. @Alphager: Mag sein, dass Du es nicht verstehen willst, ich wiederhole mich aber gerne öfters: Wir bekommen hier mindestens täglich eine Einladung, um mit Politikern zu reden. Das wird sich auch zukünftig nicht ändern, weil wir einen kleinen Verein gegründet haben, nur können wir damit vielleicht auch mal öfters jemanden hinschicken.

  8. Den von mehreren Seiten kritisierten Punkt Ihr seid nicht die digitale Gesellschaft geht Ihr leider nicht an.

    Bestenfalls seid Ihr ein Teil davon. Und einen Teil des Vertrauenvorschusses (den z.B. Markus genießt) verspielt ihr in der Art und Weise Eures Antretens, maßt sich doch der Ver­ein sowohl in Namensgebung wie auch im Auftritt („Wir sind die…“) einen Allein­ver­tre­tungs­an­spruch an, der ihm nicht zusteht.

    Und mit Äußerungen á la „wir haben es absichtlich gemacht“ wird es auch nicht besser.

    Schade!

    1. Vergiss einmal für 5 Minuten den Namen und den Repräsentationsgedanken und schau Dir das hier an:

      1)

      http://www.openrightsgroup.org/

      Das ist eine britische Organisation, die mit OSI Geldern von der EFF aufgebaut wurde. Das ist der amerikanische Stil, der gut funktioniert. Das heisst du hast ein Kampagnenteam, Internetnutzer als Unterstützer und ausserdem beackern die noch Entscheidungsträger. Ein Gegenstück zur ORG gibt es nicht in Deutschland. Lobbyistisch mittelmässig effektiv.

      2)

      http://www.laquadrature.net/

      Eine französische „citizen advocacy“ group, eine Organisation für Internetrechte, aggressive Kommunikation, und eine durch die Kampagne wachsende Wiki-Wissensbasis und eKampagnentools. Sehr effektiv in der Beeinflussung von europäischen Entscheidungen.

      Bei diesen Organisationen wäre für mich möglich zu sagen, „die haben sich von uns abgespalten“. Tatsächlich bin ich sehr dankbar um jede Organisation, die ein bestimmtes Feld des digitalen Spektrums nachhaltig bestellt und auf eigenen Füßen steht.

      Und wenn es Freiwilige gäbe, die was tun wollen, bitte sehr, da sind alle meine Arme mit unbetreuten Themen voll, was interessiert Dich denn?

      Oder willst Du Deinen eigenen Digitalienverein gründen? Satzungen schreiben ist mein Hobby.

      1. André,

        es geht mir hauptsächlich um den Namen, um das Wie.
        Mit dem Was habe ich kein Problem, ich denke da kann man jede Hilfe brauchen.
        Ich habe auch in meinem oben verlinkten Artikel geschrieben, daß ich kein Problem damit habe, wenn Aktivisten von Ihrem Aktivismus gut leben können. Das gehört für mich genauso dazu, wie Praktikanten mehr als 200€ zu zahlen…

  9. Erstmal, ich weiß das zurückrudern von Seiten der Vertreter des Vereins zu schätzen, es schien mir doch auch schon auf der Vorstellung vor allem in der Darstellung einiges schief zu laufen. Sogar ich, als durchaus formalerer Organisation gegenüber aufgeschlossener Mensch fühlte mich ziemlich entmündigt bei der Anmerkung, Geld würde gern genommen, aber die Mitwirkung sei um der Schlagkräftigkeit willen eben nicht zu gewährleisten. Das muss man mindestens mal anders ausdrücken. Aber das habt ihr wohl verstanden.

    Trotzdem erlaube ich mir aus meiner Perspektive noch einen generellen Hinweis, der eher aus meiner Kenntnis politischer Ideengeschichte als aus der netzpolitischen Debatte stammt (stellt euch mal vor, ihr seid nicht die ersten denen das passiert, das tröstet doch!). Für andere implizit zu sprechen, weil die sich vertreten fühlen, wie ihr das bisher getan habt, funktioniert völlig anders als offiziell für sie zu sprechen. Das mit der Repräsentation, also dem explizit für andere sprechen, was die auch anerkennen, ist eine ausgesprochen komplizierte Sache. Kriegt man über output (also das erreichte Ergebnis, d.h. Schlagkräftigkeit) nur dann hin, wenn man wirklich große Erfolge hat. Ansonsten hilft eben nur input. Und auch wenn Beteiligung an Entscheidungen da eindeutig das langfristig tragfähigste Mittel ist, kann man Beteiligung durchaus auch erstmal anders ermöglichen. Indem man konsultiert und entsprechende Foren schafft, die Entscheidungsprozesse transparent macht und anerkennt, dass sich Menschen nur dann einbringen, wenn sie auch einen echten Einfluss haben.

    Warum nicht sagen, wer an einem Projekt oder eine Kampagne mitarbeitet, darf im Hinblick darauf auch mitentscheiden? Das müsst ihr eh, wenn ihr nicht nur Wasserholer wollt. Warum nicht abfragen, was die Community für besonders wichtig hält? Entscheiden könntet dann immer noch ihr. Aber ihr würdet andere zwingen, Position zu beziehen, es selber besser zu machen. Warum nicht zumindest die Gründe für oder gegen bestimmte Kampagnen/Organisationsformen or whatever immer deutlich machen? Das zwingt auch euch, eben nicht Lieblingsprojekte sondern wichtige zu machen, und das wollt ihr ja. Und warum, aber daran arbeitet ihr ja, den Eindruck vermeiden, es sei ein Geheimclub indem ihr sagt, wer mitmacht, wer also entscheidet? Das macht euch ansprechbarer und auch deutlich, wie unterschiedlich ihr seid (davon geh ich mal aus…).

    Schade, dass ausgerechnet euch erfahrenen Profis im Geschäft der politischen Kommunikation so ein Fehlstart unterlaufen ist, war euch und uns wirklich nicht zu wünschen, denn eigentlich wollen wir ja alle nur das beste :-) . Ich bin gespannt, was ihr jetzt macht und, ganz ehrlich, werde mal kritisch überdenken, welche anderen Formen vielleicht langfristig besser wären. Insofern hattet ihr doch schon Erfolg, es wird klar, dass geeignete Organisationsformen gefunden werden müssen, die den Veränderungen der Welt gerecht werden und darüber wird geredet. Schreibt das doch schon mal auf die Liste eurer Erfolge.

  10. (Unbhängig von bisherigen Gedanken und Thesen zu diesem Verein.)

    Das was da als FAQ verlinkt ist liest sich weniger wie ein solchers, sondern viel mehr wie ein Plädoyer eines Verteidigers.

    Wahlweise Titel oder Inhalt sollte demnach etwas überarbeitet werden.

  11. Ich stoße mal auch ins Horn des: „Der Ton macht die Musik.“

    Wer von sich aus gleich von Anfang an behauptet „Wir sind die digitale Gesellschaft.“ darf sich nicht wundert, wenn ihm heftiger Gegenwind ins Gesicht bläst.

    Es ist nicht die Art und Weise wie der Verein entstanden ist und welche Ziele er sich setzt, sondern wie er sich repräsentiert und was am Anfang „herüber gekommen“ ist.

    Die Reputation der öffentlich bekannten Mitglieder des Vereins in allen Ehren, aber auf diese Weise kann man nur sagen: „Ach ihr seid also die digitale Gesellschaft? Dann macht mal.“

    Freiwillige Mitarbeit auf der Basis von Vertrauen habt ihr auf diese Weise schon mal grandios verspielt. Das mag für den Verein traurig sein. Aber wenn ihr wirklich zu den von Euch nun in der FAQ geklärten und gerade gerückten Zielen steht, habt ihr genau diesen Zielen einen Bärendienst erwiesen.

    Kommunikationsprofies? Ok, das behauptet ihr nicht von Euch, es wird Euch, also den Gesichtern der Gesellschaft, aber zugestanden, dass ihr Erfahrung auf dem Gebiet habt. Was soll ich also als jemand, der die Netzwelt in seinem Umfang erst entdeckt über Euch denken? Ist die Aktion nur überstürzt oder doch anmaßend? Ich kann nicht glauben, dass Leute, die sich schon so lange im Netz bewegen derlei naiv in eine Kommunikationssackgasse manövrieren.

    Der erste Eindruck für mich war tatsächlich, das ihr eine Alleinvertretung, eine Zentrale der Bloggosphäre aufstülpen wollt. Einerseits beruhigt es mich, dass ich nicht der einzige bin, dem dass sauer aufgestoßen ist. Andererseits erschrickt es mich, wie dieser Eindruck entstehen konnte. Und nein, ich bin von diesem Eindruck noch nicht geheilt.

    Ich bin nicht in der Lage dem Verein Vorschußlorbeeren in Form von Vertrauen bzgl. der Verwendung meines Geldes oder Aufwandes zu geben. Ich kann den Verein nämlich nicht von anderen Geldschneidern unterscheiden. „An Euren Taten werdet Ihr gemessen.“ (Sinngemäß)
    Genau das werde ich machen und abwarten, weil ich Euch noch nicht glaube, egal welche Reputation die Gründer und Gesichter des Vereins haben.

  12. Ach ja, Tonlagen. Misstöne. Was hätten die von der dg den machen sollen? Jedem eine Schriftliche Einladung schicken?

    Ich meine, die meisten, die über die dg herziehen wollen doch eh nicht Mitglied werden (ich mutmaße hier einfach mal) so what?!

    Und wenn mancher hier der Meinung ist, dass die dg ein Luftballon sei, den man platzen lassen müsste: Herrje, ihr stochert ja schon drin rum, bevor das Teil überhaubt aufgeblasen worden ist und seid dann enttäuscht, wenn es nicht knallt….

    Vielleicht muss der Karren Brügerrechte erst mal richtig gegen die Wand gefahren werden, hinter jedem von euch ein Anwalt der Content-Lobby oder ein Ermittler des BKA stehen, damit ihr endlich mal mit dem Geschwalle aufhört und was tut?!

    Sorry, das ist echt jämmerlich und kotzt mich nur noch an.

    1. Ich würde sehr gerne Mitglied werden. So wie ich das sehe, sind Mitglieder unerwünscht; nur Geldgeber und kostenlose Mitarbeiter sind gefordert. Oder habe ich den Link auf den Mitgliedsantrag übersehen?

    2. warten, bis das ding aufgeblasen ist und ihm dann beim platzen zusehen? ne, ich glaube du verkennst daß die kritiker hauptsächlich keine datenschutzfeinde sind. sollte der ballon tatsächlich _der_ ansprechpartner für politiker werden und das ding platzt dann, das wäre wahrscheinlich fatal.
      was die mitgliederfrage angeht: wenn eh keiner mitglied werden will, warum verschliesst man sich dann so?
      bei dem auftreten (bisschen laut getrommelt, vielen gleich vor den kopf gestossen, einer der ersten tweets gleich ein fail (lüke/tauss) etc.) fällt das mit den vorschusslorbeeren tatsächlich ein bisschen schwer.
      nach dem einpendeln nach der ersten kritik (das ist doch alles kein shitstorm, ihr überreizt den begriff) werden viele erstmal den fefe machen und teetrinken.
      (vielleicht wandert dann in der zeit auch eher der ein oder andere groschen eher zu stiftung-bridge oder gleich zu foebud und den anderen, wär ja auch nicht falsch)
      ein grandioser start sieht tatsächlich anders aus. aber mal sehen.

    3. Nein, das Thema ist zu wichtig, als dass man dem keine Aufmerksamkeit widmen sollte. Doch einen Lobbyverein gründen, eine Kampagne starten, die (un)missverständlich eine Alleinvertratungsanspruch erhebt, was dann gleichzeitig auch noch eine geschlossene Gesellschaft ist, die nach Geld und freiwilliger Mitarbeit schreit, danach krampfhaft zurück rudert, weil so viel die Ziele und Intention und den guten Willen nicht verstanden hätten, sollte schon als Problem benannt werden dürfen. Was darf man von so einem Verein glauben, der derart widersprüchliche Signale sendet?

      Die Art der Kommunikation hat den Zielen in meinen Augen Schaden zugefügt. Genau das meckern auch viele andere an. Bei vielen der Beiträge von den sogenannten Meckerern kann man sogar heraus lesen, dass sie sich eigentlich engagieren wollen. Sie differenzieren und machen den Unterschied zwischen Inhalt und Form und sie sehen einfach, dass ihrem Ziel, dem Kampf um eine gerechte digitale Gesellschaft, Schaden von Leuten zugefügt wird, die vorgeblich auch für dieses Ziel stehen.

      Kritik ist da in meinen Augen nur berechtigt und verständlich. Ich hingegen habe kein Verständnis für Leute die diese Kritik abschmettern wollen, verurteilen oder gar unterdrücken. Das ist nicht mein Verständnis für eine „Digitale Gesellschaft“.

      Es ist auch das, was den Leuten so sauer auf stößt: Es hatte den Anschein, als ob eine selbst erklärte Elite einen Verein durchdrücken will. Ich wiederhole: Es hatte den Anschein. Aber allein das reicht und zeigt nur wie wichtig Kommunikation ist und was man alles mit fehlerhafter Kommunikation kaputt machen kann. Es ist der Anschein von diktatorischen Zügen sichtbar geworden. Also genau das Gegenteil, was die Kritiker sich eigentlich für sich als digitale Gesellschaft wünschen. Ich wage zu behaupten: Wer diese Kritik nicht ernst nimmt, hat andere Ziele.

      Genau deshalb stellen sich jetzt viele hin und sagen: Ihr als Verein, der sich „Digitale Gesellschaft“ nennt, müsst uns nun erstmal beweisen, dass es wirklich Eure Ziele sind, was ihr da vorgebt, bevor wir bereit sind mit euch zusammenzuarbeiten.

      1. Zitat: „Genau deshalb stellen sich jetzt viele hin und sagen: Ihr als Verein, der sich “Digitale Gesellschaft” nennt, müsst uns nun erstmal beweisen, dass es wirklich Eure Ziele sind, was ihr da vorgebt, bevor wir bereit sind mit euch zusammenzuarbeiten.“

        Na, wenn das gemacht werden würde, könnten wir uns 100te Kommentare (und die Zeit dafür) schenken und produktiver einsetzen.

        Das ganze erinnert aber mehr an folgende Situation:

        Da ist ein Garten, in dem ein ätzendes Zeug wuchert, das weg muss.
        Am Gartenzaun stehen reihenweise Leute und philosophieren darüber, ob das im Garten nun Unkraut ist, ob man es wegmachen sollte und wenn ja wie… wärend die tagein, tagaus reden wächst das Zeug munter weiter.
        Irgendwann finden sich dann ein paar Leute, die Spaten, Hacken, Scheren, etc. in die Hand nehmen, in den Garten gehen und einfach anfangen das Zeug wegzuräumen.
        Statt denen im Garten nun Hilfe anzubieten, stehen manche immer noch am Gartenzaun und reden über das wie und ob und überhaubt oder beschimpfen sogar noch die Leute im Garten, die angefangen haben das Unkraut ausm Garten zu räumen.

        Tja, der Garten, das ist die Netzpolitik. Das Unkraut ist hinreichend bekannt. Die im Garten sind die Leute von AK-Zensur, AK-Vorrat, Foebud, Mogis, EDRI, der dg sowie diejenigen in der Eidg sitzen oder die zu den Netzpolitischen Dialogen (letzteres wurde damals ja als de Maizière Kaffeekränzchen verspottet) gegangen sind.

        Nun kann sich jeder überlegen, wie er den Leuten im Garten helfen will, aber am Gartenzaun stehen und Reden hilft denen allen kein bischen weiter. Dann macht wenigstens einen auf Cheerleader.

      2. @Markus: Der Anschein des Überstülpen-Wollens und der vermeintliche Alleinvertretungsanspruch. Das hat was diktatorisches, wenn man bedenkt welche Autorität den sichtbaren Gesellschaftsmitgliedern zugesprochen wird.

        Aber wie ich schon schrieb: Es ist ein Anschein, muss mit den tatsächlichen Intentionen nichts zu tun haben, und ist etwas, was auf Kommunikation basiert. Widersprüchliche Signale aus ein und der selben Quelle (Die Webseiten der Gesellschaft). „Wir sind die Digitale Gesellschaft“ gepaart mit der geschlossenen Gesellschaft, der vermeintlichen Intransparenz und zu Beginn auch nicht wirklich sichtbaren Transparenz und der vorgeblichen Ziele etc.

        Eure FAQs sind eine einzige Verteidigungsrede und das ist ein verdammt schlechter Start für ein derart wichtiges Projekt.

        Und nein, es ist kein Schnellschußbild. Mein Schnellurteil wurde schon geblockt (nicht hier) und ich hatte nochmal Zeit mir alles durch den Kopf gehen zu lassen und mir nochmal anzuschauen.

        Ganz ehrlich: Ihr habt Euch wie eine Elite verhalten. Ihr habt gemacht ohne Euch konsistent zu erklären. Ihr habt entschieden, dass es so gut ist, wie ihr es machen wollte und habt es durchgezogen. Ihr habt bewusst keinen ausschweifenden und breiten Diskurs vorher gehalten (zumindest keinen, den ich im Web gefunden habe, aber das kann auch meiner mangelhaften Suche liegen. Es ist einfach mühselig all die Einzelbeiträge aus den Blogs halbwegs zu finden und zusammen zu friemeln, um ein Bild zu erhalten). Den Rest, wegen der Kommunikation, habe ich schon erwähnt. So kommt das Verhalten als Elite zum proklamierten „Wir sind die digitale Gesellschaft“ hinzu und es gibt eine gegenseitige Bestätigung des Verdachtes, dass alles ernst gemeint ist und kein Versehen ist.

        Eine weitere Verschärfung sehe ich in dem Widerspruch der Reputation, die die sichtbaren Mitglieder des Vereins nun mal haben, der ihnen zugesprochene mediale Kompetenz und den oben geschilderten Kommunikationsdefiziten. Man nimmt die Gründer und Vertreter der Gesellschaft ernst und vertraut ihnen auch. Letzteres wird durch die Widersprüche beschädigt. Das tut weh und äußert sich einfach in Ablehnung. Das ist ein zutiefst menschlicher Zug: Wenn jemand den Eindruck hat, dass er von jemanden verraten wird, der ihm wichtig ist, schlägt Vertrauen in Ablehnung um.

        Insofern kann man auch sagen: Gerade weil sowohl die sichtbaren Gesellschafter als wichtig angesehen werden als auch die Ziele wichtig sind, wird so sehr auf Euch herum gekloppt. Fehler werden doppelt bestraft, weil man Euch nicht abnimmt, dass da Fehler gemacht worden sein könnten.

      3. @Volker:
        Das Bildnis mit dem Garten ist so nicht richtig, insbesondere, wenn du dich auf mich beziehst bzw. was ich meine. Gerade weil ich das Unkraut sehe, will ich was tun. Anfangs habe ich nur nach Argumentationsmunition gesucht und habe sie gefunden. Ich bin auf Anregungen in den unterschiedlichsten Blogs gestoßen, habe Meinungen von Leuten gelesen, die mich auf noch mehr Einzelheiten, Sichtweisen und Problemen hingewiesen haben. Wer ein wenig in der Bloggosphäre herum stöbert findet verdammt viel dazu. Soviel, dass es schon an Überforderung grenzt, dies alles aufnehmen zu können. Man braucht einfach ein wenig Zeit, um da hinein zu kommen.

        Aber es hilft und man hat dann in seinem Freundes- und Bekanntenkreis ganz andere Argumente parat, kann die eigene Sichtweise deutlicher Machen und auf die Probleme hinweisen, die in Fernsehen und Zeitungen einfach nicht zum Tragen kommen. Mit anderen Worten: Das Problembewusstsein kann ich glaubhaft weiter tragen, denn ich kann den Leuten, die mit mir reden, nicht nur zeigen wo der Hase überall im Pfeffer liegt. Ich gebe ihnen auch gleichzeitig Argumente mit in die Hand, die im Fernsehen und den Tageszeitungen (ja,das sind oft genug noch die Hauptinfoquellen vieler Leute) nicht mal angerissen werden.

        Ich mache also nicht nichts und labere nur. Ich mache das, was ich im Moment kann und wo ich bereit bin, meine Zeit und Kraft dafür zu geben. Es muss nicht die Mitgliedschaft in einem Verein sein oder in einem der Arbeitskreise. Es muss keine medienwirksame Arbeit bei publikumswirksamen Aktionen sein. Dazu ein toller Spruch meiner Oma: „Kleinvieh macht auch Mist.“ Ich glaube, das Kleinvieh wird genauso gebraucht und es sollte sogar mehr werden, viel mehr.

        Ich denke, dass gerade die Bloggosphäre samt Facebook und Twitter, vor allem ein Mittel zum Austausch ist und dass man mit Leuten in Kontakt kommt, die ich im normalen Leben nicht treffen könnte, weil sie zu weit weg sind und ich deren Meinung nicht von der Stirn ablesen kann, wenn ich sie sehe. Ich finde Bestätigung meiner Sichtweisen, merke, dass ich nicht nur allein und andere an ähnlichen Stellen die Probleme sehen. Es ist eine Selbstbestätigung und gibt mir Kraft und Möglichkeiten meine Sichtweisen effektiv und deutlich zu vertreten, nicht nur im Web sondern auch fern ab davon. Man kann so auch Leuten zeigen, wo sie sich weiter informieren können, kann sie ins Netz holen (Ja, das klappt). Information und Vernetzung sind die große Möglichkeit und die Chance, die mir das Netz bietet und was ich breit tragen kann. Das ist mein erster bescheidener Beitrag, mein Anfang.

        Schauen wir nochmal zurück auf eines der Ziele des Vereins: Es sollen auch und insbesondere Leute mit Kampagnen erreicht werden, die nicht netzaffin sind.

        Du verstehst jetzt sicher, dass dieses Bildnis vom Garten falsch ist und bei mir eher so ankommt, als ob du mir sagen willst: Leiste du erstmal was, bevor du hier kritisieren kannst. Ich mache was und auch meine Kritik ist so ein „machen“. Ich verteidige meine Ziele.

        Als Antwort gebe ich dir noch eine Schilderung einer vergleichbaren Situation: Stelle dir einfach vor, du gehst zu einem Verein, schaust dir den eine Weile an, profitierst auch schon etwas von diesem Verein aber bist auch kritisch genug um nicht alles als super toll zu finden. Du traust dich dann auf eine der Versammlungen was zu sagen, weil es dir wichtig ist und du Widersprüche siehst, die die Ziele, die du mit dem Verein eigentlich teilst, konterkarieren : „Leute, das was ihr da macht ist zwar von der Intention unterstützenswert und es sind auch meine Ziele. Diese Ziele sind mir wichtig, aber wie ihr es angeht ist es widersprüchlich, missverständlich und wirkt überhaupt nicht gut.“ Du begründest es auch noch aus deiner Sicht und bekommst als Antwort: Leiste erstmal was bevor du hier was sagen kannst, was ernst genommen wird.

        Ehrlich in so einer Situation drehe ich mich um und gehe einfach.

        @Markus: Basierend auf meiner Antwort zu Volkers Bild verstehst du sicher auch, dass ich deine +1 für seinen Beitrag als arrogant empfinde. Du bestätigst mir nur, dass der Eindruck, den der Verein „Digitale Gesellschaft“ auf mich gemacht hat, nicht an den Haaren herbei gezogen ist. Hart, aber ehrlich. Doch mir sind die Ziele zu wichtig, als dass ich sie so behandelt sehen möchte. Nochmal: Eure Ziel sind die meinen, Euer Handeln in allen Ehren, aber wenn ihr wirklich das Greenpeace der Netizen werden wollt, dann müsst ihr erst noch die Widersprüche auflösen die sich bei Euren Zielen und eurer Art zu handeln auftun.

  13. Hauptsache draufschlagen statt sich zu freuen, dass es Leute gibt, die etwas für Bürgerrechte machen. Das ist so billig und bescheuert zugleich. Lachen wird darüber nur die Gegenseite.

    1. Rob,

      ich sehe es so, daß eine ganze Reihe von Leuten eben nicht nur billig draufschlagen sondern durchaus differenzieren. Zwischen Auftreten und Inhalten zum Beispiel.
      Ersteres halte ich nach wie vor für kritisierenswert, so wie letzeres unterstützenswert…

  14. Unfassbar was hier für ein Müll verzapft wird. Lasst sie doch erst mal machen. Jeder sollte nach seinen Taten gemessen werden und das werde ich persönlich tun. Nächstes Jahr um diese Zeit, werde ich mich dann kritisch äußern. Ob diese Kritik positiv oder negativ ausfallen wird, werde ich von der Erfahrung des nächsten Jahres abhängig machen.

    Der Anfang ist genau richtig. Zu viele Köche verderben den Brei. Grundlegende Ausrichtung kann man großdemokratisch entscheiden, Einzelheiten müssen einige wenige in der Hand haben. Nur so kann etwas funktionieren, weil ich leidlich aus eigener Erfahrung feststellen durfte. Ich kann auch verstehen, dass es hier erst mal einen Aufschrei gibt, den für viele aus der digitalen Gesellschaft, sind Autoritäten und Strukturen ein rotes Tuch. Allerdings entwickeln sich die westlichen Regierungen immer mehr zu plutokratischen Gesellschaften und da reicht es eben auf Dauer nicht mehr als Einzelkämpfer zu bloggen sondern man muss auch mal bessere Strukturen schaffen.
    Ob das dieser Verein schafft, weiß ich nicht, werde ich aber kritisch beobachten.

    1. Schon traurig, die differenzierten Kritiker werden mit Sprüchen wie

      Unfassbar was hier für ein Müll verzapft wird.

      niedergeknüppelt.
      Ich interpretiere das als Mangel an Argumenten.

      Für das bestehende Vertrauensproblem (wir hätten es Euch zugetraut, ja!) ist das nicht hilfreich. Genauso wenig wie die in einigen Kommentaren hier durchklingende Bockigkeit der Gesellschafter.

      1. @Martin Emmerich: Wie Du vielleicht mitbekommen hast, haben wir in der FAQ zu vielen Sachen Stellung genommen. Stellung genommen zu „Vorwürfen“, wie wir zukünftig gedanken, unsere knappe Freizeit zum Erhalt und Ausbau unser aller Grund- und Feiheitsrechte einzusetzen. Dafür gibt es dann massenweise persönliche Angriffe und andere Dinge. Vielleicht hast Du ja Verständnis, dass wir tatsächlich in unserer Freizeit das Projekt aufbauen wollen, weil wir es für sinnvoll halten. Natürlich könnten wir die knappe Zeit auch zur Entspannung, zum computerspielen, zum fernsehen oder für unsere Familien und Freunde verwenden. Wir haben auch angekündigt, zukünftig transparenter zu arbeiten als (vermutlich fast) alle anderen Initiativen und Organisationen in diesem Feld. Aber dafür brauchen wir auch erstmal Atem und Motivation, was zu machen. Die ganze Zeit zu Sachen Stellung zu nehmen, wo wir einfach persönlich eine andere Interpretation oder andere Herangehensweise haben, ist mühsam und irgendwann hat man keine Lust mehr darauf, immer ieder geduldig was zu erklären, was andere eh nicht so akzeptieren oder verstehen wollen. Aber das ist ok.

        Wir schaffen ein Angebot, wie es jede zivilgesellschaftliche Initiative ist. Das muss man nicht gut finden, aber man kann es. Wer das Angebot nicht mag, kann gerne eine Alternative schaffen. Wir würden das sehr begrüssen, wenn sich mehr Menschen auf unterschiedlichen Wegen für digitale Bürgerrechte einsetzen würden. Das machen momentan leider noch zu wenige, dafür werden sie regelmäßig abgebaut.

      2. @Martin Emmerich: Langsam wird es absurd. Da meldet sich mit Andragon jemand zu Wort, der offensichtlich nicht Mitglied der „dg“ ist, aber erstmal abwarten möchte.

        Und Martin Emmerich? Der wertet diesen Kommentar als „Mangel an Argumenten“, der nicht hilfreich ist „bestehende Vertrauensprobleme“ zu beseitigen. Wow.

        Ernsthaft, schonmal über ein paar ruhige Stunden auf der Couch nachgedacht?

  15. Erstmal. Ich finde die Idee hinter dem Verein grundsätzlich gut. Und ich glaube kaum, dass Markus & Co. irgendwelche sinistren Dinge damit zu hegen planen.

    Aber es stimmt. Der Verein hat echt einige fatale Denkfehler begangen. Allem voran, da kommt man nicht drumherum: Der Name. Sich als Verein anzumaßen, die gesamte Digitale Gesellschaft zu vertreten ist dreist, selbstherrlich und überheblich.

    Und die Transparenz? Hey, bisher hat keiner einen Plan, wer wirklich hinter der Gründung steckt, was ihr genau wollt und wer ihr Typen seid.

  16. es ist lächerlich: da meinen manche Nerds aus Berlin für die Internetuser komplett zu sprechen.. Pfui Daiwel!

    Was meint ihr denn, wen oder was Ihr vertretet? .. Ihr wisst es nicht!?!
    Was bilden sich manche Blogger denn ein ? So etwas würde nicht mal Amazon, Google und weiteren große Internetkonzernen einfallen. Hauptsache ne Pressemeldung gemacht? YO, DIE DIGITALE GESELLSCHAFT. Immerhin gehen zehntausende auf „netzpolitik.org“

    Das sind im Verhältnis nicht viele!

  17. Die #DigiGes schreibt:

    > Die netzpolitischen Themen werden immer aus der Community kommen.

    aus welcher Community denn? Hier die netzpolitik.org-Community? Oder die AK-Vorrat-Community? Wie will denn die DigiGes eine eigene Community aufbauen, wenn sie keine „typischen“ Schnittstellen bietet?

    Wo ist denn das Problem einer moderierten Mailingliste, eines IRC-Channels, usw.? Will die DigiGes ihre Zielgruppe nur per Spiegel Online und Twitter erreichen?

    Andere Frage: Gibt es explizit ein Wiki zu netzpolitischen Themen? Wenn nein, möchte mir jemand dabei helfen, eins einzurichten?

    1. Da ich den Text gelesen habe, kann ich dir die Antworten geben.
      > Wie will denn die DigiGes eine eigene Community aufbauen, wenn sie keine “typischen” Schnittstellen bietet?
      Die Community besteht bereits.

      > Wo ist denn das Problem einer moderierten Mailingliste, eines IRC-Channels, usw.?
      Es gibt bereits welche, die gute Arbeit leisten. Mit denen muss man nicht konkurrieren, weil das die Bewegung nur „verwässert“, wie sie schreiben. Außerdem sind die Mitglieder der DG wohl auch auf diesen Listen und in den anderen Initiativen aktiv

      1. > … weil das die Bewegung nur “verwässert”, wie sie schreiben.

        Das ist für mich kein Argument. Wenn man die Bürger im Netz vertreten will, kann man sich wohl kaum nur auf etablierten Bewegungen versteifen. An eine Plagiatsjäger-Community war vor wenigen Monaten noch gar nicht zu denken.

        Die reale Netzpolitik deckt meiner Meinung nach noch viel mehr ab, als die Themen, die die vermeintliche „Community“ hier kennt. Wenn nur die „Mainstream“-Netzpolitik mit Digiges erschlossen werden soll, dann ist ja alles in Ordnung.

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