Überwachung

Facebook: Keine Pseudonyme, auch nicht für politische Dissidenten

Nach den Geschehnissen in Tunesien und Ägypten, wo einerseits Aktivisten Facebook nutzten, um sich zu Demonstrationen zu verabreden, andererseits die Regierungen Facebook zur Identifizierung von Rädelsführern nutzten, wurde Kritik an der „real name policy“ von Facebook laut.


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

Facebook verlangt in den Geschäftsbedingungen die Angabe des echten Namens und verbietet Zweit-Accounts.

Simon Axten, Sprecher von Facebook stellte nun klar, dass die Klarnamen erstens ein Alleinstellungsmerkmal von Facebook seien, und zweitens auch zur Sicherheit der Nutzer beitrügen, wenn es zum Beispiel um Cyber-Mobbing geht.
Das sei nicht verhandelbar.

Trotzdem gäbe es eine Möglichkeit, anonymer Aktivist bei Facebook zu sein: Die Facebook-Page.
Diese sei zwar mit einem Account verbunden, jedoch sei diese Info nicht öffentlich, der Aktivist also anonym. Seine Anhänger dürften dann nur nicht auf den Like-Button drücken, denn dann würden ja ihre Daten (und die ihrer Freunde) angezeigt.

Zusammengefasst: Das Revolutionspotenzial von Facebook verbirgt sich in einer Fan-Page ohne Fans.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
20 Kommentare
  1. Facebook ist eh der letzte Sch… Ich habe das vorhin wieder feststellen dürfen. Support gibt es gar keinen, Kontaktformulare funktionieren nicht. E-Mails werden mit Standardmails beantwortet (klar, ich schreib, wenn es in der Hilfe stehne würde) und auch technisch ist das absoluter Mist (Browser nicht erkannt unter Linux, Timeouts usw.).

    Sollte ich mich noch mal einloggen können, dann nur, um mein Konto zu löschen.

  2. Facebook ist die Spielwiese von Mark Zuckerberg, anders lässt sich das Unternehmen nicht mehr erklären. Vielleicht wäre es besser er würde sich in den Ruhestand verabschieden.

    Auf der einen Seite wird man mit friend suggestens überfluttet, möchte man dann jemanden adden bekommt man eine Warnung. Facebook Pages sind inzwischen mehr oder weniger Wikipedia-Seiten. Das braucht niemand.

  3. Facebook scheint sich alle Mühe zu geben, sich selbst überflüssig zu machen.
    der Erfolg von facebook rührt daherr, dass die Menschen auf soziale Netzwerke „gewartet haben“.
    Aber die Vorstellungen, wie so ein Netzwerk auszusehen haben, sind andere – Facebook wird so intensiv genutzt, weil es kaum Alternativen gibt.
    Aber wie jeder Vorreiter hält Facebook den Erfolg für den Beweis, dass ihr Konzept das Richtige ist und ruht sich darauf aus.

    Sobakld jetzt genug Netzwerke an den Start gehen, die auf die User hören und es richtig machen, ist Facebook weg vom Fenster.

  4. Gibt man halt irgendeinen Fake-Namen an, wo ist das Problem? Und freischalten, um die Sicherheitscaptchas abzuschalten, lässt sich ja wohl leicht mit einer kostenlosen PrePaid-Karte von O2 freischalten, die man an einen Fake-Namen schicken lässt und diesen für 3 Wochen an seinen Postkasten klatscht. Where is the problem? Wem das zu aufwendig ist, sollte sich überlegen, ob er nicht besser die Finger von Facebook lässt – ist eh die größte Scheiße (jaja…), denn einen richtigen Namen oder andere richtige Daten von mir dort angeben oder gar Fotos hochladen, wo man mich drauf erkennt, würde ich eh nie machen. Ich habe auch gar keinen Facebook-Acc. und ich brauche auch keinen. Scheiß drauf.

    Und all die anderen die glücklich mit FB sind: Weiterhin viel Spaß weiterhin (und das meine ich nicht ironisch). Kann ja jeder selber entscheiden, wie viel er von sich im Netz öffentlich macht – aber heult bloß nicht rum, wenn irgendwann ein böses Erwachen kommt. :)

  5. Sorry solange Alternativen wie Diaspora nur per fucked invite einen mitspielen lassen, wird sich so ein Dreck wie FB noch lange halten. Denn wie soll ich meine Leute überzeugen, wenn ich keine Alternativen anbieten kann. Schliesslich hat eine Plattform wie FB durchaus seinen Nutzen.

  6. Facebook ist im Augenblick unvermeidlich und leistet durch seine leichte Handhabbarkeit viel für eine erste Vernetzung von Menschen. Es müsste darüber hinaus aber ein Angebot geben, das es den selben Menschen erlaubt ebenso leicht in die Pseudonymmität abzutauchen. Parallel, leicht zu bedienen und mit sicheren Schnittstellen zu Facebook. Geheimdiente würden es hassen.

  7. Die Argumentation von Facebook wirkt etwas zynisch angesichts der Tatsache, dass sie genau wissen, dass mindestens in Tunesien die Facebookverbindungen abgehoert wurden. Da nuetzt einem die anonyme Gruppe gar nichts, wenn man auf diese Weise mitkriegt, wer drauf zugreift. Ok, genau aus diesem Grund haben sie vermutlich endlich mal ssl gefixt, aber ist das wirklich in allen denkbaren Szenarien ein Schutz?

  8. Facebook ist ein Wirtschaftsunternehmen und kein humanitärer Verein. Die bilden reale, soziale Beziehungen ab, um damit Geld zu verdienen. Keine Überraschungen hier.

    Mag sein, dass es Aktivisten eine Weile geholfen hat auf Facebook zu sein, aber letztlich ist es eine ganz schlechte Idee, wenn der Nachrichtendienst dein Sozialnetzwerk nachsurfen kann. Also ehrlich gesagt, mir ist es lieber, dass Facebook nicht auf diese Forderungen eingeht und die Leute merken, dass sie sich nicht auf die Seite verlassen können, anstatt dass sie am Ende das Opfer der laxen Sicherheitspolitik von Facebook werden. Nicht auf den like-Button klicken, genau.

  9. Verstehe den zynischen Unterton des Artikels nicht. Seit wann stehen soziale Netzwerke denn in der Pflicht/Verantwortung, Revolutionspotential zu besitzen?

    Ich find FB ja auch sehr kritikwürdig wegen vielerlei Gründen, aber wenn man FB behandelt wie eine eierlegende Wollmilchsau, muss man sich nicht wundern, wenn sie auf ein Podest gestellt werden…

  10. @8(Alias)
    Jede Vernetzung zu Facebook bedroht auch unausweichlich die „vernetzten“. So läuft es ja jetzt schon, jede gefühlte zweite Seite in Internet hat diese „like“-Buttons. Es scheint keinem klar zu sein, dass die Skripte alle Zugriffe mitschreiben, wenn man mit seinem FB-Account eingeloggt ist.

    FB legt inzwischen ja schon Profile für Menschen an, die nicht mal dort registriert sind. Seit irgend ein Depp sein Adressbuch hat durchsuchen lassen bekomme ich des öfteren Mails, die mich mit Klarnamen (!) zu FB einladen… eine Frechheit.
    „Support“ gibt es dafür auch nicht, es kommen nur Standardmails, die mir die Privatsphäreeinstellungen von FB erklären (witzig, so ohne Account).

  11. Pseudonymität ist doch gegeben bei FB. Die einzige Möglichkeit, herauszufinden, wer dort angemeldet ist, besteht über die IP-Adresse?

    Oder habe ich da was falsch verstanden?

  12. Ich halte es für Unsinn, daß \Revolution\ Anonymität voraussetzt.

    Im Gegenteil wird’s für die Herrschenden erst in dem Moment richtig ungemütlich, wenn die Bevölkerung aus der Deckung kommt und sich OFFEN zum Widerstand bekennt.

    FACEBOOK’s Revolutionspotential liegt in der kurzen Übergangsphase, in der der Aufstand gegen die Unterdrücker vom Untergrund auf die Straße kommt. Im Untergrund ist es nutzlos, auf der Straße überflüssig.

    Aber die Erkenntnis: \Ich bin nicht allein mit meiner Wut und viele andere bekennen die ihre offen und mit Namen\, macht den Leuten Mut, ihr Wohnzimmer zu verlassen und aktiv zu werden.

    Ein Social-Media-Netzwerk ist nicht Auslöser einer Revolution, kann aber entscheidender Katalysator sein. Darin liegt das politische Potenzial dieses Werkzeugs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.