Die Videoplattform TVshack war wohl so etwas ähnliches wie Kino.to: Eine Seite, auf der Links zu anderen Seiten gesammelt werden, bei denen man Filme und Serien streamen kann. Schon am 23 Mai wurde der 23-jährige Betreiber Richard O’Dwyer verhaftet und seine Seite platt gemacht. Gegen Kaution kam er vorerst wieder auf freien Fuß.
Nun sieht er sich dem gleichen Vorwurf wie die mutmaßlichen Betreiber von kino.to gegenüber: Der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen/kriminellen Urheberrechtsverletzung. Das Blöde daran: Der Vorwurf wird von der US Immigration and Customs Enforcement, dem Zoll der USA, der auch bei vielen anderen Beschlagnahmungen von Domains die Finger im Spiel hat, erhoben.
Und das bedeutet, dass jetzt seine Auslieferung zur Debatte steht.
O’Dwyer wird verteidigt von Ben Cooper, der auch Gary McKinnon vor der Auslieferung retten möchte – im Moment stehen die Zeichen dafür allerdings schlecht.
Die gesamte Politik um Auslieferungen finde ich ja sehr interessant. Einerseits macht dabei ein Staat in einem anderen seine eigenen Gesetze geltend. Andererseits legt der andere Staat seine eigenen Maßstäbe für diese Auslieferung an. Das Ergebnis ist allzu oft haarsträubend – und dauert Jaaahre, bis es zustande kommt. Ob das jetzt der neue Weg sein soll, wie das Internet zum rechtsfreien Raum gemacht werden soll, in dem der Staat, der am fleißigsten Auslieferungsanträge durchboxt, sich schließlich die Hoheit erkämpft?
Es sollte schleunigst auch von einem anderen Staat ein Auslieferungsantrag gestellt werden, schließlich wurde die Tat ja überall auf der Welt begangen. Mal gucken, was dann passiert.