Kultur

Alexander Lehmann: Das Netzwerk

Es gibt eine neue Animation von Alexander Lehmann. Der Film ist bei einem Workshop zum Thema 10 Jahre 9/11 entstanden und zeigt Auswirkungen von Terrorismus auf Gesellschaft und Überwachungsstaat. Der Ausgangspunkt ist: spektakuläre Bilder sorgen für die Errichtung eines Netzes der Misstrauischen Gesellschaft.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
28 Kommentare
    1. Leider teile ich nicht deine optimistische Sicht auf die Politiker. Ich bin mir nämlich sicher dass diese den Zusammenhang genau kennen.

      Das Problem aus meiner Sicht sind WIR, das Volk und deren Medien (jedes Volk erhält die Medien die es Verdient). WIR fordern in so einer Situation Reaktionen von unseren Führern und wollen Rache/Sicherheit oder das allgemeine Gefühl der Angst los werden. Dabei schaukeln WIR uns so gegenseitig hoch das WIR alle unsere Grundsätze bereit sind in Frage zu stellen. Unsere Medien sind leider hier nur ein Spiegel von uns welches die Ängste allen mitteilt.

      Politiker bemerken diese Ängste und müssen reagieren wenn sie nicht von UNS bestraft werden wollen (Abwahl, Unruhen, Selbstjustiz, Revolutionen,…). So kommt es zu Regeln/Gesetzten die über das Ziel hinaus schießen. Dessen sind sich auch alle Bewusst und man setzt diese Regeln unter Vorbehalt einer zeitlichen Frist oder andersartigen Überprüfung. Das beruhigt UNS erst mal und der Druck im Kessel singt etwas. Nach dem dann erste Erfolge gemeldet werden singt er weiter und die Zustimmung zu den Maßnahmen und den Politikern welche sich in diesen Hervorgetan haben steigt. Folge WIR schauen nicht mehr genau hin und lassen die Regeln bestehen oder bauen sie durch Politiker und UNSERE Zustimmung sogar noch aus (Sie haben sich ja bewährt).

      Und nun sind WIR alle in dem Eigentlichen Problem. WIR versagen und Politiker bedienen unser Versagen. Regeln und Grundsätze werden in Frage gestellt oder durch UNSERE Unfähigkeit maßvolle Reaktionen zu zeigen ausgehöhlt.

      Es sind also aus meiner Sicht nicht DIE Politiker. Die Quelle des Problems sind nicht zuletzt WIR.

      1. exakt, ich traue den Politikern nicht so viel Dummheit zu, dass sie diesen simplen Zusammenhang nicht selbst kennen.
        Als wäre es rein unschuldiger Reflex, welcher sie bei jedem Anlass die Demokratie einschränken lässt.

  1. Erinnert mich ein wenig an das menschliche Immunsystem. Dort gibt es auch die Situation, dass ein Erreger eine Überreaktion des Immunsystems hervorruft, die sich am Ende schädlicher auf das System auswirkt als der ursprüngliche Erreger. Ein Beispiel ist z.B. heftiges Fieber als Reaktion auf einen Grippe-Virus.

  2. Wie stets sehr gelungen, jedoch diesmal nur bis zur Pointe. Der „Profit“ der Terroristen erschließt sich mir nicht so recht. Am meisten profitieren die genannte Sicherheitsindustrie, entsprechende Politiker und solche Kräfte, die eine Kontrolle der Bevölkerung für erforderliche halten.

    1. Nun der Terrorist hat sein Ziel erreicht. Mit minimalen Aufwand ein Maximum an Aufmerksamkeit, Angst, Verwirrung und Frustration.

      Aber ich stimme zu dass diese Industrie auch eine Form von Krebs-Geschwür im System ist.

    2. @RA Kompa

      Wenn man Terroristen als radikal und autoritär charakterisiert, ergibt es einen Sinn.

      Wenn Gotteskrieger – egal ob christianistische oder islamistische – es schaffen, aus einer demokratischen, pluralen und liberalen (im Wortsinn, nicht die kaufbare Freiheit der FDP) Gesellschaft eine autoritäre, angsterfüllte Uberwachungs- und Kontrollgesellschaft zu machen, haben sie ihr Anliegen erreicht.

      Also, die Spackos auf der rechten Seite – CDU/CSU, FDP – erfüllen genau das, was Terror erreichen will. Der Terrorist profitiert.

      So könnte das gemeint sein.

      1. die pointe ist schwach, weil die motivation des terroristen nicht knapp und schlüssig dargestellt wird. das ist schade, weil die akteure im beschriebenen system ihm ganz unterschiedliche dinge unterstellen.

        ich hätte lieber „die misstrauische gesellschaft auf der suche nach sicherheit“ gesagt, denn die maßnahmen, die die misstrauenden erdenken, wirken eher wie der konsum eines süchtigen, der seine droge gut gewöhnt ist. wirklich high, wirklich sicher, fühlt sich in dem spiel keiner mehr.

        das ist ja dann auch längst nicht mehr sinn der übung.

        .~.

    1. Hallo Alex,

      auch von mir vielen Dank für das Video. Kannst du das auch in freien Formaten (z. B. ogv) zur Verfürung stellen? Und wer ist eigentlich der Sprecher für diese ganzen Filme? Ich finde die Stimme angenehm, sie passt und ist gut wiederzuerkennen und vom Ausdruck her macht er eine klasse Arbeit.

  3. Die Misere fängt bereits da an, wo die freie Gesellschaft in eine demokratische Gesellschaft umgewandelt wird. Erst die Macht, die die Regierung über das Leben anderer hat, versetzt sie in die Lage die Maßnahmen durchzuführen, die die Macht der Regierung abermals vergrößern. Freiheit ist Selbstbestimmung. Demokratie ist Mitbestimmung und somit Fremdbestimmung. Die allererste Übergabe der Macht an einen Dritten – also Schaffung einer Demokratie – begründet eine Entwicklung, die im totalitären Staat endet.

    1. Nun eine Freie anarchische (im Wortsinn) Gesellschaft kann der selben Massenparanoia und -panik unterliegen. Ich glaube daher nicht dass es ein echtes Problem ist das auf einem politisches System beruht. Vielmehr sind manche Systeme in der Lage diese Effekte etwas zu dämpfen (Plural Gesellschaftsformen, …) oder zu unterdrücken (Diktaturen,…).

      Wie ich weiter Oben bereits geschrieben habe gehe ich davon aus, dass dies Effekte sind die durch uns (Volk, Medien, …) ausgelöst werden und weniger durch eine regierende Kaste oder das System.

      Sicher manche Systeme sind robuster gegen solche Strömungen als andere und daher sollten WIR versuchen ein solches System zu werden, aber das eine gesellschaftlich Form diesen Effekten nicht unterliegt glaube ich nicht.

      Es ist der Mensch und sein zusammen Leben welche Dynamiken und Eigenleben entwickelt und diese netzartigen Strukturen sind ein mögliches Ergebniss.

  4. Kenn diese Werke zwar nicht aber kurze einblicke hinterlassen einen fahlen Geschmack von Verschwörungstheorie und oder Katastrophenliteratur.

    Dein lächerlich ist genauso lächerlich wenn du keine Kritik äußern kannst.

        1. Na ja der beitrag war sehr nah am trollen. Auch die Quelle die unreflektiert zitiert worden war ist alles ander als logisch und abgeschlossen. Das Problem bei Frank war seine Unterstellungen ohne belege.

          Bitte nicht falsch verstehen. Wenn jemand mehr als nur Behauptungen hat die einen Zusammenhang zwischen den aktuellen terroristischen Netzwerken und politischen Kreisen hat dann raus damit. Aber bitte mit fundierten Belegen.

  5. Auch auf die Gefahr ein nicht wirklich zugehörige Discussion auf zu machen, aber kannst du bitte uns allen die Schlüsselinformationen und Thesen des Buches nennen?! Ansonsten sehe ich dein Post als Trollerei oder noch plumber als ein Versuch das Buch zu bewerben.

    Aber mal algemein gesprochen: Der Film thematisiert nicht wirklich 9/11, sondern den algemeinen Terrorismus und die Reaktionen der Geselschaft.

  6. Nicht jeder Terrorist profitiert davon gleichermaßen – und manche Ziele lassen sich durch Terror besser umsetzen als andere. Breivik hätte seine Ziele komplett erreicht wenn die norwegische Regierung so reagiert hätte wie unsere (oder die amerikanische). Al Kaida hat zumindest den nahen Osten stärker militarisiert, den USA dabei geholfen sich zum weltweiten Buhmann zu machen und uns dazu gebracht einen ganzen Haufen Geld für unnützes Sicherheitstheater wegzuwerfen. IRA und ETA haben sich mit ihren Anschlägen eigentlich nur unbeliebt gemacht und die RAF hat so ziemlich das Gegenteil von dem erreicht was sie wollte.

  7. Es gibt da eine Kurzgeschichte in der am Anfang ein Anwalt zu Bin-Laden kommt, dessen Vertretung übernimmt und dann beginnt sich Wörter wie „Terroranschlag“ u.ä. schützen zu lassen und Lizenzgebühren für deren Verwendung zu verlangen. Am Ende führt das dazu dass die Medien nicht mehr über Anschläge berichten, bzw. das Wort Anschlag nicht verwenden, was dann dem Terror den Boden entzieht. (Am besten ist die Stelle in der Bin-Laden den Anwalt anruft und meint so hätte er sich das nicht vorgestellt.)

    Die Geschichte ist natürlich überspitzt, hat aber einen wahren Kern denn der „Erfolg“ eines Anschlags ist proportional zum Medienecho.

    Leider komm ich nicht mehr auf den Titel der Story und im Netz find ich nix dazu. Anyone?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.