Forscher des Berkman Center for Internet & Society der Harvard University haben sich mit der Nutzung von Anti-Zensur-Tools auseinandergesetzt. Die Autoren schätzen dass weniger als 3% der Internet-Nutzer in Zensur-Ländern Maßnahmen zur Umgehung der Filter ergreifen.
Untersucht wurden mehrere Möglichkeiten, eine Zensur zu umgehen: Blockade-resistente Tools wie TOR oder Freegate, einfache Web-Proxies wie Superproxy, VPN-Dienste wie Hotspot Shield und HTTP/SOCKS-Proxies, wie sie in großer und ständig wechselnder Fülle existieren.
Dabei sind natürlich Web-Proxies noch die schlechteste Methode der Umgehung, und auch VPN- und HTTP/SOCKS-Proxy-Dienste, die ständig zum gleichen Host verbinden, sind recht blockadeanfällig. Allerdings scheinen Regierungen von dieser Möglichkeit eher selten Gebrauch zu machen, was einerseits an der häufigen Nutzung von VPN durch Firmen, andererseits am ständig wechselnden Angebot an Proxies liegen mag. Blockaderesistente Tools wie TOR, bei denen die Verbindungen immer über andere zufällige IPs gehen, sind die beste Methode.
Für die größten blockaderesistenten Tools (Tor, Freegate, Ultrasurf) schätzen die Autoren 800.000 bis 1.9 Millionen tatsächliche Nutzer (vs. Zugriffe) pro Monat. Einfache Web-Proxies kommen in den Bereich von 10–15 Millionen und für VPN-Dienste werden knappe 1.2 Millionen Nutzer geschätzt.
Geschätzt wohlgemerkt, denn die Datenbasis ist eher schwach, wie man im Artikel nachlesen kann. Die Autoren stellen zuletzt fest, dass sie davon ausgehen, dass sie den prozentualen Anteil womöglich noch überschätzen.
Das belegt auf tragische Weise: Zensur wirkt.