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Sarah Palin beklagt Kreditkarten-Datenklau (oder so)

Laut ABCnews hat die Operation Payback irgendwie aus SarahPAC.com Palins Kreditkartendaten „herausgehackt“ oder irgendwie „kaputt gemacht“, ebenso wie die Seite selbst.

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Kein Wunder, dass andere zu Assange’s Eskapaden schweigen. Das passiert also, wenn man von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch macht, und sich gegen seine (Assange’s) kranken, unamerikanischen Spionage-Bemühungen wendet.

kommentierte Palin. Ihr „technischer Gehilfe“ meinte beweisen zu können:

In unseren Server-Logs sahen wir, dass die Attacken zuerst von wikileaks.org kamen. Dann verteilten sie sich auf andere, die sich „Anonymous“ nannten.

Abschließend stellte eine weitere Assistentin, Rebecca Mansour, fest:

Als Palin ihre Meinung äußerste, wusste sie dass sie ich mit einer zwielichtigen, verrufenen Organisation ohne Respekt für Gesetze oder das menschliche Leben anlegen würde. So arbeiten sie eben. Die Welt sollte sich von ihnen nicht einschüchtern lassen.

Palin hatte auf Facebook über Assange geschrieben:

Er ist ein Anti-Amerikaner mit Blut an seinen Händen. […] Warum wurde er nicht mit der gleichen Dringlichkeit verfolgt, mit der wir Al-Kaida- und Taliban-Führer verfolgen?

…und hatte sich damit auf die Liste möglicher Ziele der Operation Payback gesetzt.

Die nun aufgetischte Geschichte klingt so unglaublich unglaubwürdig, dass es mir ziemlich schwer fällt, sie (vollständig) zu glauben. Sie könnte vielleicht sogar so verrückt sein, dass die amerikanische Öffentlichkeit sie nicht schluckt.

Immerhin ist sie aber die perfekte Mischung aus den Schlagwörtern Anonymous, Wikileaks, Credit Card und Anti-American.

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36 Kommentare
  1. Als Assange seine Meinung äußerste, wusste er dass er ich mit einer zwielichtigen, verrufenen Organisation ohne Respekt für Gesetze oder das menschliche Leben anlegen würde. So arbeiten er eben. Die Welt sollte sich von ihnen nicht einschüchtern lassen.

    So wird doch eher ein Schuh draus. XD

  2. Aus den Zielen der Attacken wurde ja auch kein Geheimnis gemacht, von SarahPAC.com hab ich zumindest nichts gelesen. Ausserdem wurden die Angriffe mit Hilfe einer Art \freiwilligen Botnet\ auf Basis eines Tools aus dem 4chan Umfeld durchgeführt. Die beteiligeten IPs kamen wohl kaum aus einem Netzsegment und in einem einzelnen TCP-SYN ist kein Referrer enthalten. Damit fällt das hier für mich unter billige Propaganda.

  3. Sehr amüsant finde ich ja folgenden Twist:

    „Hackers in London apparently affiliated with “Operation Payback” – a group of supporters of Julian Assange and Wikileaks – have tried to shut down SarahPac and have disrupted Sarah and Todd Palin’s personal credit card accounts.“

    Unter „disrupted credit card accounts“ stellt sich der teefeiernde Fox News Konsument wahrscheinlich Kreditkartenbetrug vor, höchstwahrscheinlich konnten Herr und Frau Palin aber nur nicht online mit ihrer Mastercard bezahlen. DDoS bedingt und alle Mastercard Kunden betreffend.

    Palin verbreitet also irgendwie das Gerücht, Mastercard sei nicht sicher und irgendwie gehackt worden. Bingo, denn das ist die nächste Aktion von Anonymous:

    http://i.imgur.com/DeBUi.gif

  4. @sumosu Verstehe ich gut,einfach beeindruckend, DDoS mit EINEM Browser. Vieleicht hat ja auch nur die F5 Taste geklemmt, kann ja mal passieren.

  5. Hmm, habe eben die Nachrichten von N-TV gesehen (anscheinend ein Beitrag von Gestern) und die Haltung von netzpolitik gefällt mir gar nicht.

    Welche besseren Möglichkeiten hat denn das Internet anstatt von ddos? Wäre schön da mal einen Beitrag (post) seitens Netzpolitik zu sehen anstatt nur zu sagen das ddos nix bringt.

    Immerhin war Mastercard und Visa schonmal in den Hauptnachrichten wegen den Vorfällen.

    okay, Mastercard und Visa Boykottieren… toll, ich besitze weder noch solch eine karte… Paypal nutze ich 6x im Jahr, bringt also auch nix, nun bin ich nicht der einzige dem es so geht und der sich mit einsetzen will für Informationsfreiheit.

    Bleibt also nur noch der ddos.

  6. vielleicht wollen lieberman und palin wikileaks ja bombardieren, da sind die yankees doch gross drin. am tag jedenfalls, nachts haben sie zu viel schiss.

    die yankees sind hatl sehr gerecht, der kukluxklan darf weiter spenden sammeln, nur die „verbrecherorganisation“ wird verteufelt…..naja, was will man auch noch gross erwarten von dem chaosland.

  7. @Ein Name:
    Bei mir ist es schlimmer ^^
    Ich bin weder Kunde von Amazon noch PayPal noch Mastercard oder Visa oder e*DNS.

    Ich hab nix zu kündigen… naja vielleicht ebay…
    Hat die WHS zufällig einen moneybookers-account (gehabt)?

  8. Eine ganz legale Aktion: Wer die schwedischen Sexualstrafgesetze schräg findet, wende sich höflich an die schwedische Botschaft
    Die Anschrift der schwedischen Botschaft
    Schwedische Botschaft Berlin
    Postanschrift Schwedische Botschaft
    Rauchstraße 1
    10787 Berlin
    Deutschland
    Besucheradresse Rauchstraße 1
    Berlin
    Tel:+49-(0)30-50 50 60
    Fax:+49-(0)30-50 50 67 89
    E-Mail:ambassaden.berlin@foreign.ministry.se

    Eine nett formulierte Meinungsäußerung hilft vielleicht den Schweden, sich sexualstrafrechtlich zu bessern.

  9. @Ein Name
    Informant werden, Informationen verbreiten, Scheiße aufdecken. Das ist viel wirklungsvoller – und leider auch anspruchsvoller – als ddos.

  10. @stimmviech

    das ist ja bestimmt nett gemeint. aber ich bin der ansicht, dass wir genug vor der eigenen tür zu kehren haben, bevor wir grossdeutsch wieder andere länder belehren wollen.

  11. @12 stimmvich
    ich wäre überrascht, wenn es auch nur 3 netzpolitik Leser gäbe – die sich fundiert mit dem schwedischen Sexualrecht auskennen.

  12. @sumosu (6): Lustigerweise ist ja die Behauptung, dass Kreditkartendaten verloren gehen wahr (nur eben als Dauerzustand bei allen Anbietern) xD

    Zum Thema DDoS ja oder nein: Das Argument „Schlag was besseres vor“ wird durch ständige Wiederholung nicht besser. Es ist zwar immer toll eine Alternative aufzuzeigen, für mich ist das aber kein notwendiger Bestandteil legitimer Kritik.

    Zu den Alternativen: Ich will ehrlich sein, ich bin PP und Mastercard-Kunde und das wird sich nicht ändern: Das Thema WL ist mir nicht wichtig genug um mir den Aufwand zu geben.
    Trotzdem glaube ich daran, dass auch niedrigschwelliger Protest beiträgt um Druck aufzubauen: Die Schlacht um die Netzsperren hätte ohne so engagierte Leute wie z.B. aus dem AK Zensur ganz anders ausgesehen. Aber auch die Menschen die einfach „nur“ mit ihrem Umfeld sprachen und die Position der Kritiker in den Köpfen von Nicht-Netzmenschen verteilten haben ihren Tiel beigetragen, da bin ich mir sicher.

  13. @Martin (#17) Ich fasse zusammen:
    DDos ist nicht gut.
    Eine Alternative bietest du auch nicht.
    PayPal- Kunde willst du bleiben.
    Mastercard- Kunde willst du bleiben.
    Wikileaks ist dir nicht wichtig genug.

    Was machst du dann hier auf NETZPOLITIK und schreibst diesen sinnfreien Kommentar. Ich verstehe ja, dass PayPal und Mastercard finanzielle Transaktionen durchaus bequemer werden lassen. Das ist aber genau das Problem an der Sache. Viele wollen eigentlich nicht mehr an diese gewohnt gewordene Bequemlichkeit verzichten und reden sich deshalb ein, es wäre eh sinnlos durch Kündigung diese Firmen abzustrafen. Recht hast du, wenn alle so denken und es nicht tun. Würden aber viele Leute ihre Accounts bei den betroffenen Firmen kündigen und sogar noch als Grund Wikileaks angeben, würde dies den Unternehmen durchaus weh tun. Und genau das möchte man doch schließlich mit solchen Aktionen bewirken. Eigentlich braucht man nicht einmal auf die liebgewonnene Bequemlichkeit zu verzichten, denn für PayPal oder MasterCard gibt es durchaus Alternativen. Das hat was mit der angesprochenen Dezentralisierung zu tun.
    Du sprichst außerdem AK Zensur an, was jetzt nicht unbedingt hierher passt. Bist du in einer solchen Bürgerrechtsorganisation aktiv tätig? Mit Nicht- Netzmenschen darüber reden, hat kaum zweckmäßige Tendenzen. Deine „Tee trinken und abwarten“- Mentalität wird hoffentlich nicht zu sehr von anderen angenommen, sonst ist jegliche Protestaktion von Beginn an zum Scheitern verurteilt…

    Gruß,J.D.

  14. Ich frag mich ja schon, wann die Frau zuletzt Kontakt mit der Realität hatte. Sarah Palin verursacht bei mir körperliche Schmerzen. Ihre Beschreibung ist so dermaßen daneben, angefangen mit „wikileaks.org und Anonymous“ als Quelle der „Angriffe“, dass mir nichts mehr dazu einfällt.

    (Außer vielleicht: Woran erkennt man denn eine Anonymous-Aktivisten zugeordnete IP, Frau P.?)

  15. @Jo

    tja, aber genau hier findet man die meisten konservativen. arrogant, weltfremd, alles-was-nicht-amerika-liebt-bombardieren-und-wenn-nicht-dann-nach-guantanamo, korrupt, meisten steinreich und volksverarscher, jedem freien amerikaner noch mehr waffen, etc. etc.

    man erinnere sich noch an den präsidentschaftkanditaten, dessen namen ich vergessen habe und auch das jahr wo er antrat. abe rvielleicht weiss es hier ja jemand.

    „ich werde mit atomraketen aus der hüfte schiessen“…diese idoten haben sich nicht geändert…sie sind nur reicher geworden.

    1. @jonathanschiedt

      […]tja, aber genau hier findet man die meisten konservativen.
      […]jedem freien amerikaner noch mehr waffen
      […]

      Hm….was hat der „Besitz von Waffen“ was für mich ein Ausdruck von „persönlicher Freiheit“ ist, mit dem Begriff konservativ zu tun?

      Frage ich mich….

      bombjack

  16. Nachtrag: Vermutlich hat Frau Palin das nur falsch verstanden. Es interessieren sich nun weltweit so viele Leute für ihre Meinung zu wikileaks, dass der Server unter der Last der Anfragen von Aufrechten Menschen Auf Der Suche Nach Der Wahrheit™ zusammenbricht. ;o)

    Über den konservativen Geist in den USA will ich mich gar nicht auslassen. Die bottom line jedes rants in die Richtung wäre ohnehin ein „die spinnen doch alle“, und dem kann man schwer widersprechen. :p

  17. Als Palin ihre Meinung äußerste, wusste sie dass sie ich mit einer zwielichtigen, verrufenen Organisation ohne Respekt für Gesetze oder das menschliche Leben anlegen würde.

    Ähm… Moment!… Sarah Palin hat sich mit der CIA angelegt???

  18. @bombjack: „Konservativ“ hängt ja auch nicht im luftleeren Raum, sondern bezieht sich auf die jeweilige Kultur und den Erhalt „traditioneller“ Werte darin. In den USA ist der Begriff eben zu nem guten Teil durch die größtmögliche Freiheit des Einzelnen geprägt. Das kann sowohl die Freiheit sein, Waffen zu tragen und Einbrecher zu erschießen, als auch die Freiheit, seine Millioneneinkünfte größtenteils zu behalten und nur geringe Steuern zu zahlen, die Freiheit, mit der Natur anzustellen, was man will (offshore drilling) oder die Freiheit, mangels bezahlbarer / allgemeiner Krankenversicherung elendig einzugehen. Dazu kommt ein starkes Nationalbewusstsein, im Bereich des Militärs und der „inneren Sicherheit“ ne entsprechend wenig freiheitliche Haltung inbegriffen.

    Wer was anderes plant, siehe Obamas Krankenversicherungspläne, steht gegen die konservative Haltung und ist damit „liberal“, was in republikanischen Kreisen kurz vor „communist“ kommt. Man kann also paradoxerweise mit dem Ruf nach „mehr Staat“ in den USA ein Liberaler sein. ;)

  19. es ist tut mir körperlich weh, dass diesed zum himmel schreiend dumme wesen den selben familiennamen wie der großartige michael palin tragen darf!

  20. „Das passiert also, wenn man von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch macht“

    Bei diesem Satz lachte ich hart. Noch besser allerdings im englischen:
    „This is what happens when you exercise the First Amendment and speak against his sick, un-American espionage efforts.“

    beruft sich nicht wikileaks selber auf das First Amendment? So richtig schön heuchlerisches „Wenn ich es mache, ist es richtig, wenn andere es tun, wirds gefährlich und muss unterbunden werden“?

  21. Ich frage mich, was das für angebliche Admins sind. Die reden daher wie Internatausdrucker. Da hat wohl irgendjemand, der für PR/Presse zuständig ist, irgendwann mal den Begriff „Server-Logs“ aufgeschnappt und dann aus Unkenntnis den Unsinn geschrieben.

  22. @stimmvieh:

    dieser Artikel triffts eigentlich ganz gut:
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/nein-heisst-nein/

    Es wäre wirklich schon sehr vermessen als Laie eine solche Protestmail zu schreiben. Schreibt lieber Özdemir, dass seine Wikileaksäußerungen bedenklich sind und weshalb:

    http://taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/mecker-vom-meister/

    http://www.oezdemir.de/presse/3877912.html

    Es ist Zeit zu handeln. Flugblätter mit Argumentationen wären auch nicht übel – um den Internetausdruckern mehr Sachverstand in der Sache zu vermitteln.

  23. hätte nie geglaubt, dass ich mal frauen abgrundtief verachten könnte. aber 3 haben es geschafft.

    zensursula, censilia mahlstöm und sahra palimpalam

    nach dem wikileaks-daten-debakel der yankees kann man sich ja lebhaft vorstellen, wie sicher unsere SWIFT und Fluggastdaten in den yankee-händen sind. man sollte die EU dringend auf änderung der abkommen drängen, da die datensicherheit äusserst fraglich ist.

  24. Die meisten Kommentatoren erklären sich wieder mal zielgerichtete Propaganda mit Dummheit. Um mal etwas zur Aufklärung beizutragen: Palin schreibt weder ihre Pressemitteilungen, noch ihre Statusmeldungen auf Facebook selbst. Für sowas hat die Frau einen Stab mit Medienfachleuten, die die Statements so formulieren, dass sie die Mehrheit der Amerikaner erreichen. Und diese Mehrheit ist selbstverständlich nicht im geringsten in der Lage, Ungereimtheiten in der aktuellen Story zu erkennen. Tatsächlich ist die Story aus Sicht von Palin perfekt: Politischen Gegnern werden „Angriffe auf die USA“ untergeschoben, um sie zu dämonisieren, zu Terroristen erklären zu können, und die üblichen Gegenmaßnahmen (Entführung, Folter, präventive Liquidierungen) rechtfertigen zu können. Und Palin hat sich selbst in die Geschichte als Opfer eingebaut, um möglichst häufig in den Medien erwähnt zu werden, Identifikation mit sich im Volk hervorzurufen, und den Rufen nach Rache Authentizität zu verleihen. Alles in allem also eine Lehrstunde in politischer Propaganda.

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