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Open Government Data: Normdaten für alle [update]

Im Bibliothekswesen nimmt eine Entwicklung Fahrt auf, die zum Vorbild für andere aus Steuermitteln finanzierte Einrichtungen werden kann: Die Freigabe Bibliographischer Daten und der dazugehörigen Normdaten unter freien Lizenzen. Auf einer Konferenz österreichischer Bibliothekare (m/w)  hat die Deutsche Nationalbibliothek die Freigabe ihrer Personenamendatei (PND), Schlagwortnormdatei (SWD) und Gemeinsamen Körperschaftendatei (GKD), vereint zur Gemeinsamen Normdatei (GND) unter CC-by-sa bekanntgegeben. Die Freigabe ist bereits erfolgt, auf ckan.net kann die Datei (430 MB) bereits heruntergeladen werden. Veraltet ist hingegen noch die Beschreibung im DNB-Wiki zur Dokumentation des „Linked Data Services“ der DNB, in der nur eine nichtkommerzielle Nutzung kostenfrei sein soll. Selbstverständlich erlaubt CC-by-sa auch die kostenfreie kommerzielle Nutzung, ich gehe davon aus, dass die DNB die Beschreibungsseite noch diesbezüglich aktualisieren wird. Diskutieren kann man über Abzüge in der B-Note, warum überhaupt statt des brauchbaren Rechte-waivers cc-0 eine zwar freie, aber nicht so recht auf Datenbanken passende Lizenz gewählt wurde.


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Die Freigabe der Daten ist nicht die erste positive einer deutschen Bibliothek(-sverbundes). Trendsetter hier ist das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz), das im März 2010 seine Katalogdaten unter cc-0 veröffentlicht hat. Diese Aktion wurde unter anderem von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einer Pressemitteilung gefeiert:

Die Entscheidung der Bibliotheken ist nicht nur ein Paradigmenwechsel, sie verdient Anerkennung und erfährt unsere volle Unterstützung. Dass bereits weitere Bibliotheken angekündigt haben, auch ihre Bestände im Netz bereitstellen zu wollen, begrüßen wir ausdrücklich und fordern auch andere öffentliche Einrichtungen auf, es ihnen gleich zu tun. Die Freigabe bibliographischer Daten ist ein wichtiger Schritt für die Stärkung der öffentlichen Güter in der Digitalen Gesellschaft.

Ob und wann und zu welchen Bedingungen sich die Deutsche Nationalbibliothek durchringen kann, auch die Katalogdaten selbst unter eine Freie Lizenz zu stellen und zu veröffentlichen, wird auch davon abhängen, wie gut diese Open Government Data-Initiative aufgenommen und in gute Anwendungen münden wird. Gerade die Personennamendatei (PND) wird dabei von Projekten wie Wikipedia bereits intensiv referenziert, z.B. in Spezialsuchmasken wie der großartigen Personensuche.

[update: Offenbar ist die gewählte Lizenz der DNB doch nicht cc-by-sa, sondern eine Lizenz, die nur cc-by-sa-wesensgleich sein sein soll und die zudem der Open Knowledge Definition (OKD) entsprechen soll. Ich kenne keinen Ort, an dem diese neue Lizenz schon veröffentlicht wurde.]

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