Was machen eigentlich gerade unsere Freunde Zuckerberg, Hughes und Thiel in Palo Alto, wenn sie nicht gerade an der künftigen zentralen Kommunikationsplattform der Menschheit rumentwickeln? Ach, …nur gegen die Parodie Lamebook klagen und sich die Markenrechte am Wort „face“ sichern.
Richtig gehört: Das U.S. Patent And Trademark Office hat Facebook erlaubt, die Markenrechte am Wort ‚Gesicht’ zu erwerben. Facebook muss nur noch bezahlen und einen Dienst, der nur „Face“(und nicht ~book) heißt, anbieten. Gesichtschirurgen müssen aber nicht bangen, die Rechte gelten ’nur’ für
Telecommunication services, namely, providing online chat rooms and electronic bulletin boards for transmission of messages among computer users in the field of general interest and concerning social and entertainment subject matter, none primarily featuring or relating to motoring or to cars.
Ob diese Rechte ausreichen, um Apple für FaceTime zu verklagen, oder ob das überhaupt Facebooks Ziel ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist aber auch nicht allzu lang her, dass Facebook andere Anbieter aufgrund des Wortes „book“ im Namen verklagt hat.
Mit Hilfe des Markenschutzes für ‚Facebook’ klagt Facebook auch gerade gegen das überaus witzige Blog Lamebook, das sich dem täglichen freiwilligen und unfreiwiligen Wahnsinn der Facebook-Kommunikation widmet. Aber damit nicht genug: Weil Facebook’s AGBs das Verletzen der Rechte anderer verbieten (so die offizielle Begründung durch Facebook), und Facebook durch Lamebook seine Rechte verletzt sieht, wurde
- die Fan-Seite von Lamebook gelöscht
- deren Like-Button unschädlich gemacht,
- die Verwendung des Wortes Lamebook auf Facebook unmöglich gemacht (was übrigens auch private Nachrichten betrifft!) ebenso wie
- das Verlinken von Lamebook.com vollständig verhindert.
- sich sogar aktiv in die Gespräche anderer eingemischt
Ich fürchte der Begriff „Zensur“ ist in diesem Fall angebracht, ebenso wie „Eigeninteressen“ – Zensur ist aber bei Facebook nichts neues, wie mir geflüstert wurde. Versucht zum Beispiel mal, einen Torrent-Link zu posten.
Alles in allem kein besonders sportliches Bild für eine Plattform, die sich gerade anschickt, unser aller Kommunikationszentrale zu werden – aber immerhin kann später niemand behaupten, man hätte es nicht wissen können.
Und hey, inzwischen hat CTO Bret Taylor den Streisand-Effekt bemerkt und den Zensur-Fehler eingesehen.
Lamebook sammelt derweil Spenden für die die gerichtliche Auseinandersetzung.
