…ist potenziell am meisten durch die Tatsache gefährdet, dass ein Angreifer weiß, dass es sich um eine verschlüsselte Nachricht handelt. Nur dann kann er sich überhaupt bemühen, die Datei zu entschlüsseln oder auch einfach ihre Übermittlung behindern.
Die Idee, verschlüsselte Botschaften in populären Formaten unterzubringen ist daher älter als der Computer selbst, und wird auch in der Literatur und in Kinofilmen (kein Amazon Affiliate-Link) gerne aufgegriffen.
Im Computer-Bereich gab es solche Ansätze auch schon öfter:
Die brisante Nachricht wird verschlüsselt z.B. in einer Bilddatei untergebracht, und das Urlaubsfoto zusammen mit ein paar netten Grüßen dem Adressaten übermittelt, der dann mit Hilfe des entsprechenden Tools die versteckte Nachricht (oder auch Datei) extrahiert. Durch die Popularität sozialer Netzwerke für nutzergenerierte Inhalte (z.B. flickr), und zunehmender Bemühungen einiger Staaten, im Internet Zensur zu betreiben bekommen solche Techniken nun eine zunehmende Bedeutung. Sam Burnett, Nick Feamster und Santosh Vempala von der Georgia Tech School of Computer Science schlagen daher vor, mit Hilfe des Tools Collage und besagter sozialer Netzwerke im großen Stil Systeme wie die „chinesische Mauer“ zu umgehen. Besonders könnte man die Zensoren natürlich noch ärgern, indem Unmengen bedeutungsloser Geheimbotschaften in harmlosen Bildern untergebracht werden. Eine Technik, das Vorhandensein einer verschlüsselten Botschaft in einer Datei zu erkennen wird bestimmt nicht allzu lang auf sich warten lassen.
Eine Demo von Collage ist bisher nur unter (Ubuntu) Linux lauffähig, weitere Betriebssysteme sollen in den nächsten Tagen unterstützt werden.