Generell

5 Lektionen in Transparency Activism

Rebekah Heacock und Renata Avila untersuchen beim Technology for Transparency Network den Fortschritt von Online-Projekten die Transparenz, offene Regierungsführung und bürgerliches Engagement fördern. In einer Präsentation haben sie Ihre bisherigen Erfahrungen in 5 Lektionen zusammengefasst und mit interessanten Beispielen aus der internationalen Politik garniert.

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Das Technology for Transparency Network hat sich zum Ziel gesetzt, diese Projekte nach Ländern und Themen zu kategorisieren und interessiert sich vor allem für die verwendeten Tools. Die Perspektive der Autorinnen ist daher sehr technikzentriert. Letztendlich kommen Sie aber zu dem Ergebnis, dass es die Idee der Plattform, und nicht die Technik ist, die einem Transparency-Projekt zum Erfolg verhilft.

Hier also ihre 5 Lektionen für Angehende Transparency-Aktivisten:

1. Techniken der Datenerhebung.
Wenn Regierungen oder Firmen ihre Daten nicht teilen, sind die Bürger häufig die beste Datenquelle. Zur Unterstützung gibt es viele Techniken, hauptsächlich basierend auf der Idee des Crowdsourcing. Die Systeme funktionieren zum Beispiel über SMS, Twitter, Email oder Web-Formulare. Ein interessantes Beispiel ist die Wahlbeobachtung in Nigeria 2007, an der sich mit mehr als 10.000 Nachrichten beteiligt wurde.

2. Techniken zum Verstehen und Nutzen der Daten.
Beim bürgerlichen Engagement stellt sich häufig die Frage nach der Koordination vieler einzelner Gruppen und Organisationen. Interessant gelöst wurde es in der Haiti Help Map, die auf einen Blick die Projekte von 47 Organisationen zeigt.

3. Das Internet liegt noch weit hinter dem Handy.
…zumindest was die Verbreitung anbelangt. Weltweit gibt es 3x mehr Handy- als Internetnutzer. Sich insbesondere in Entwicklungsländern nur auf das Internet zu konzentrieren, bedeutet also einen Ausschluss großer Teile der Zielgruppe. Das Kenya Budget Tracking Tool erlaubt zum Beispiel per SMS den Abruf, wie viel Geld für Entwicklungsprojekte für welche Regionen bereitgestellt wurde. Bis zu 4.500 Abrufe pro Monat und Aufdeckung von Korruption bis in die Ministerien sprechen für sich.

4. Es sich und den anderen einfach machen.
Zunehmend wird auch „fremde“ Infrastruktur für Transparency-Bemühungen genutzt. Wenn eine Facebook-Seite reicht, soll man sich auch nicht mehr Arbeit machen. Mit der Verfolgung des Flugzeugs des Tunesischen Präsidenten durch Blogger wird ein nettes Beispiel geliefert. Das Flugzeug hielt sich auffällig oft woanders auf, als der Präsident laut Medienberichten.

5. Bleibt flexibel!
Guatemala Visible wanderte von der Website auf Plakate, in Radiosendungen und Fernsehsendungen um seine Informationen zu publizieren. Man soll eben immer zusehen, wie man die größte Verbreitung erreicht. Auch wenn das bedeutet, von liebgewonnenen Konzepten Abstand zu nehmen.

„Zur Vertiefung“
einige (universelle) Tools:
freedom fone
frontline sms
ushahidi
crowdmap

David Sasaki hat das Technology for Transparency Network bei der diesjährigen re:publica genauer vorgestellt.

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2 Kommentare
  1. Wohl auch, weil Europa in dieser Hinsicht eher „langweilig“ ist. Viele Leute haben Internetzugang und können sich darüber Informationen besorgen. Die Aufbereitung ist nicht so wichtig, es muß bloß alles da sein.

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