Kultur

Wie definitiert man eigentlich Professionalität?

Die Süddeutsche Zeitung interviewt den den Medienexperten Nicholas Lemann über alternative Konzepte und Finanzierungsquellen für den Qualitätsjournalismus: „Wir müssen noch viel dazulernen“. Lustig sind dabei vor allem die Fragen:

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

SZ: Die – berechtigte – Prognose ist aber doch, dass der Qualitätsjournalismus durch den wachsenden Einfluss von Bloggern künftig überhaupt nicht mehr gefragt sein könnte.

Lemann: Vor nicht allzu langer Zeit glaubte die Blogosphäre noch, sie könne die klassischen Medien einfach ersetzen. Blogger waren der Überzeugung, sie seien nicht nur eine willkommene Ergänzung zu den professionellen Journalisten, sondern ein Ersatz dafür. Mittlerweile hat sich die Koexistenz von Profis und Bloggern etabliert und bewährt. Man findet in den USA vermutlich keine einzige Zeitung mehr, die nicht einen oder mehrere Blogger beschäftigt.

SZ: Welche Strategie steckt dahinter, immer weniger professionelle Schreiber zu beschäftigen?

Lemann: Die Strategie der Zeitungsverlage ist es zunächst herauszufinden, welche Blogger in New Jersey das größte Publikum anziehen und zu einem interessanten Themengebiet schreiben können. Wenn beides gegeben ist, bieten sie ihnen einen eigenen Blog auf der Website an. Inzwischen haben Blogs eher einen lokalen Einschlag und längst nicht mehr diese Weltverbesserer-Attitüde.

Ich frag mich ja, wie man bei der SZ „Professionalität“ definiert. Wikipedia sagt:

Ein Profi, Kurzwort von veraltend Professionist, ist jemand, der im Gegensatz zum Amateur oder Dilettanten eine Tätigkeit beruflich oder zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts als Erwerbstätigkeit ausübt.

Sind jetzt die bei Zeitungen angestellte Blogger keine Profis, bzw. was sind denn „weniger professionelle Schreiber“?

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2 Kommentare
  1. Für die SZ hege ich ja alleine schon wegen Heribert Prantl gewisse Sympathien (über seine Auffassung von „geistigem Eigentum“ müssen wir nicht reden, die sind verbesserungswürdig).

    Aber IMHO ist dies nur ein weiterer, wenn auch kleinlauterer, Versuch der Presse, Bloggern ans Bein zu urinieren. Ist doch eigentlich keinen Blog Beitrag wert, oder?

  2. Wie schaut es denn mit freien Mitarbeiter von Zeitungen aus?
    Und was qualifiziert diese gegenüber Bloggern?
    Jede Zeitung die freie Mitarbeiter einstellt distanziert sich demnach vom Qualitätsjournalismus.

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