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Politiker freuen sich: Mit Web 3.0 in die Vollüberwachung

Wenn die CSU-nahe Hans-Seidel-Stiftung in Brüssel mit Politikern über „Die Zukunft des Internet – Web 3.0 als Chance für den Wirtschaftsstandort Europa“ diskutiert, dann klingt das erstmal spannend. Und die Pressemitteilung dazu liefert auch gleich nette Beispiele. Da wäre z.B. Erika Mann von der SPD:


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Als Internetnutzerin der ersten Stunde und Visionärin bezeichnete sich Erika Mann. Das Internet entwickle sich evolutiv, d.h. es gebe keine stufenweisen, sondern fließende Übergänge. Für sie birgt Web 3.0 große Möglichkeiten für die zukünftige Datenanalyse, die beispielsweise auch für die Verbrechensbekämpfung oder Terroristenfahndung nutzbringend sein werden. Die analytische Qualität der Daten würde verbessert, was substantiell auch mehr Sicherheit bringen dürfte. Als Vorbedingung müssten jedoch die Gesetzgebung entsprechend angepasst und Standards im Bereich von Sicherheit und automatischer Bewertungen von Daten gesetzt werden.

Ich bin mir ja nicht sicher, ob man dieser CSU-nahen Pressemitteilung trauen kann, die Frau Mann von der SPD zitiert. Aber falls da doch was dran ist, wird es bald Zeit für „Stasi 3.0“-Schablonen.

[via]

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11 Kommentare
  1. Ja, diese unkontrollierte Internetkultur verkompliziert doch demokratische Entscheidungsprozesse nur mit ihren Meinungen! Mit Web 3.0 bekommen wir da auch noch den Finger drauf. Mit der Vorratsdatenspeicherung sind wir ja schon bei Web 2.5.1 BetaMyAss. Diese Meinungsterroristen müssen wieder auf den Boden des Parteiprogramms heruntergeholt werden.

    gez. B.Z. und W.S.

  2. »Evolutiv«? Bin ich bei der Sprachentwicklung nicht mehr auf dem neuesten Stand? Mal abgesehen davon ist es aber doch immer eine grundlegende Eigenschaft von Marktmechanismen, dass sie eine evolutionäre und nicht konstruktivistische Entwicklung auslösen. Auf dem Markt kann nun eben kein gemeinsames Ziel definiert werden, da jeder Akteur sich individuell auf sein Umfeld einstellt. Kurz gesagt: der evolutionäre Charakter ist kein besonderes Merkmal des Internets sondern jedes nicht-politisch organisierten Prozesses. Hohles Politikergefasel würde ich das nennen.

    Wie kann man übrigens im gleichen Atemzug sagen, es gäbe keine Abstufungen und dann den Begriff Web 3.0 in den Raum werfen?

  3. Philipp schrieb am 11. Mai 2007 um 15:02
    »Evolutiv«?
    Bin ich bei der Sprachentwicklung nicht mehr
    auf dem neuesten Stand?
    Kann ich helfen es gibt jetzt
    abstrakte und asymmetrischer Bedrohungen.
    In dem Netz das die Frau Mann seit ARPA(1983)
    fuer uns betreut und dann evolutionierte nach der
    Lehre des C. Darvin; oder wars Kopernikus?
    Gruesse aus dem EvoNet 3.01 vom Zipf

  4. Standards im Bereich von Sicherheit und automatischer Bewertungen von Daten

    Das klingt je nachgerade so, als kennt sie all diese Dinge nicht, die schon standardisiert und verbindlich sind… TKÜV für Strafverfolger und BND, ETSI und ihre europäische de fakto-Norm, SINA-Boxen, … und mit Datamining, auch nicht erst seit 10 Jahren bekannt, gehts doch schon fast von selbst. Die Konstruktivisten haben vorerst gewonnen, so scheints.

  5. Das Web 3.0 ist für die Politik bzw. einer Überwachungen keinesfalls besonders tauglich, sondern das Web 3.0 funktioniert vor allem auf Konsumgütermärkten.

    Gegenwärtig stechen zwei Strategien hervor, die die Struktur von Konsumgütermärkten optimieren. Die erstere Strategie setzt auf genauere Konsumentenprofile und die zweite Strategie möchte Konsumenten stärker an der Konsumgüterproduktion beteiligen. Beide Strategien haben eines gemeinsam, sie sollen die Markttransparenz mittels vernetzter, interaktiver Medien zeitnah erhöhen.

    Schaut man zunächst auf die Strategie der Konsumentenprofile, so lässt sie es erwarten, dass personenbezogene und anonymisierte Daten die Transparenz auf Konsumentenmärkten steigern. Kundenkarten, Transaktionsdaten, Tracking Cookies, Adware, Logfile-Analysen, Location Based Services, Verbindungsdaten, Scanningdaten, und Warenkorbanalysen bieten erheblichen Aufschluss über Konsuminteressen und tatsächliche getätigte Einkäufe. Zudem erlauben Strategien des Data Mining eine weit reichende Personalisierung des getätigten Konsums und der flüchtigeren Konsuminteressen. In den angebotsorientierten Produktionsstrukturen fungieren Konsumenten quasi als eine Datenwolke, deren Merkmale auf die zukünftige Konsumpräferenz des Individuums in Raum und Zeit verweist. Kundendaten sowie raum- und verkehrbezogene Informationen werden verfügbar und Bestandteil individualisierter Angebote, die gleichermaßen auf virtuellen und lokalen Märkten präsentiert werden. Die Steuerung des Warenstroms unterstützen Data Mining-, Modellierungs- und Simulationstechnologien, um auf Grundlage einer weit reichenden Markttransparenz anstehende Investitions- und Produktionsentscheidungen zu fällen. Infolge der Datenströme verändern sich Märkte zu einem Überallmarkt, der im Ideal synchron mit der Konsumgüterproduktion verbunden und global sowie computerunterstützt vernetzt ist.

    Für eine verbesserte Markttransparenz stehen in zweiter Strategie die Konzepte des „Open Innovation“. Alle Projekte des „Open Innovation“ lassen Konsumenten in der Produktion mitarbeiten. So sollen im gegenwärtigen Internet des „Open Innovation“ bzw. der „User Innovations“ die kreativen Potentiale der Kunden genutzt werden. Der Open-Source-Software von MySQL.de, der Produktentwicklung bei Thredless.com sowie der Marktbewertung durch Konsumenten bei Zagat.com basieren beispielsweise auf Geschäftsmodellen, die die Entwicklung von Produkten soweit wie möglich den Konsumenten überlässt. Das Prinzip „Open Innovation“ zeigt eine Richtung auf, wie Konsumenten an der Marktforschung vorbei die Produkte ihrer Konsumpräferenzen selbst entwickelt. In dem zukünftigen Semantik Web werden Konsumenten mittels Mass Customisation, CAD-Files und 3D-Druckern ihre Produkte vor Ort einzeln und nach individualisierten Wünschen herstellen lassen können.

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