Informationstechnologie
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: Freie IT-Infrastrukturen für Tibet
: Freie IT-Infrastrukturen für Tibet Wired hat ein Feature über den Aufbau von freien IT-Infrastrukturen in Tibet: Wireless Works Wonders in Tibet.
The prime minister is among those in Dharamsala who also see technology as a valuable tool for preserving Tibet’s past. He says he carries 300 volumes of religious texts on a few CDs, a quantity that would have been impossible to transport on paper. A number of Tibetan organizations here are scanning ancient religious texts and old government documents smuggled out of Tibet, with plans to make them available through digital libraries.
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: PR gegen Netzneutralität
: PR gegen Netzneutralität Hier kann man wieder eine nette Medienverdummung, bzw. PR der Telkos im Streit um die Netzneutralität sehen. Die Computerwoche berichtet über eine Studie einer Firma namens Brix Networks, welche die Qualität von VoIP-Lösungen untersucht und erstaunliches herausgefunden haben will: VoIP-Qualität wird angeblich schlechter.
Ein geeignetes Mittel, um die Sprachqualität zu verbessern, wäre eine Priorisierung des Traffics im Netz, was letztendlich in einer von Carriern erhobenen Durchleitungsgebühr münden könnte. Eine Internet-Maut wird von Verfechtern der „Net Neutrality“, darunter Diensteanbieter wie Amazon.com, Ebay, Google, Yahoo oder Vonage vehement bekämpft.
Aus Sicht von Marktexperten ist die Einführung einer Durchleitungsgebühr nur eine Frage der Zeit: Bei VoIP-Anwendern gebe es noch eine gewisse Toleranz, was die Dienstgüte betrifft, erklärte Yankee-Group-Analyst Zeus Kerravala gegenüber dem News-Dienst Cnet. Spätestens mit dem verstärkten Abruf von Videos aus dem Internet, etwa IPTV, würde eine schlechte Qualität nicht mehr geduldet.
In der Realität finden die VoIP-Anbieter aber komischerweise eine Neutralität des Netzes gut. Wenn sich die VoIP-Anbieter um ein ordentliches Peering kümmern, ist eine Priorisierung, wie hier beschrieben, nicht nötig. Sinnvoller wäre es, wenn die VoIP-Router zuhause bei den Nutzern die Bandbreite sichern. Und IPTV wird immer von Seiten der Telkos als Beispiel eingebracht, um eine Netzneutralität zu ihren Gunsten aufzugeben.
[Danke Torsten]
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: Softwarepatente: Aufruhr im E‑Learning-Sektor
: Softwarepatente: Aufruhr im E‑Learning-Sektor Der E‑Learning-Bereich ist in Aufruhr, wie die Posts bei O‚Reilly zeigen: Die Firma Blackboard hat das so genannte Learning Management System (LMS) patentiert und damit viel böses Blut in der Branche verursacht. Nach amerikanischem Recht wurde der Firma ein Patent genehmigt, das ihr „ziemlich alles, was mit Learning Management Systemen zu tun hat, garantiert“ erklärt Open-Source-Programmierer Michael Feldstein in seinem Blog e‑Literate, der unter anderem auch an Freien E‑Learning-Projekten des MIT mitgearbeitet hat. Er interpretiert das Patent so, dass Blackboard die Rechte an jeder Art von Groupware hat, die bei Lernsoftware eingesetzt wird. Das würde schwerwiegende Folgen sowohl für proprietäre Entwickler als auch für die Open-Source-Gemeinde haben, so Feldstein. Damit nicht genug: Am gleichen Tag reichte Blackboard eine Patentklage gegen den Konkurrenten Direct2Learn ein. Nicht nur freie Lernprogramme wie Moodle und Sakai könnten damit ebenso belangt werden, sogar ein Content Management System (CMS) wie Drupal wäre im Visier des breit ausgelegten Patents, so Feldstein.
Die Community schritt zur Tat: Es wurde eine Seite ins Leben gerufen, um die juristische Sprache des Patents verständlich zu formulieren. Weiterhin gibt es einen großen Überblick über die Geschichte des E‑Learning bei der Wikipedia. Außerdem wurde ein Boykottaufruf mit einer Online-Petition gegen Blackboard gestartet.
[Danke an Daniel]
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: A closed mind about an open world
: A closed mind about an open world Sehr lesenswert ist die aktuelle Kolumne von James Boyle in der Financial Times: A closed mind about an open world.
Studying intellectual property and the internet has convinced me that we have another cognitive bias. Call it the openness aversion. We are likely to undervalue the importance, viability and productive power of open systems, open networks and non-proprietary production. Test yourself on the following questions. In each case, it is 1991 and I have removed from you all knowledge of the past 15 years.
You have to design a global computer network. One group of scientists describes a system that is fundamentally open – open protocols and systems so anyone could connect to it and offer information or products to the world. Another group – scholars, businessmen, bureaucrats – points out the problems. Anyone could connect to it. They could do anything. There would be porn, piracy, viruses and spam. Terrorists could put up videos glorifying themselves. Your activist neighbour could compete with The New York Times in documenting the Iraq war. Better to have a well-managed system, in which official approval is required to put up a site; where only a few actions are permitted; where most of us are merely recipients of information; where spam, viruses, piracy (and innovation and anonymous speech) are impossible. Which would you have picked?
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: Berlin in 3D
: Berlin in 3D Ein amtliches und virtuelles 3D-Stadtmodell von Berlin gibt es hier zu finden.
Als Teil einer 3D-Geodaten-Infrastruktur und nachhaltig bewirtschaftet ermöglicht es vielfältige Nutzungen in der Verwaltung und in der Wirtschaft. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die Konzeption, die Umsetzung und die gewonnenen Erfahrungen beim Aufbau dieses 3D-Stadtmodell-Systems.
Auf der Seite finden sich Bilder, GML-Datensätze und ein animierter Film im WMV-Format.
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: VoIP für Politiker erklärt
: VoIP für Politiker erklärt Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt heute auf zwei Seiten „Voice over IP“, auch VoIP abgekürzt. Allerdings hätte ich schon eine etwas niedrigschwelligere Erklärung erwartet, für den ein oder anderen technikfernen Politiker dürfte die Erklärung immer noch etwas zu kompliziert geschrieben sein.
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: TVU Player 2.2 erschienen: internationales P2P-Breitband-TV
: TVU Player 2.2 erschienen: internationales P2P-Breitband-TV Liebe TVU Networks aus Shanghai, Euer neuer Player ist ja schön und netter anzusehen als in der alten Version. Es macht auch nichts, dass er noch ab und an abstürzt, denn endlich kann ich einige der Fernsehkanäle von daheim in Taipei gucken, ohne doch noch eine Satellitenschüssel kaufen zu müssen. (Das geht ja mit der Software von pplive.com auch ganz gut, nur braucht der auch noch so viel extra Medienabspielsoftware.) Und endlich kann ich auch javafrei das Deutsche Welle-TV gucken. Während der WM machte es auch nichts, hab ich mir sagen lassen, wenn Bild und Ton etwa 90 Sekunden später kamen als gegenüber beim Nachbarn. Ist das bei der Bundesliga dann auch so? Macht alles nichts. Mir gefällts, übersichtlich-simples Interface. Danke auch für das Forum, wo ich mir Kanäle dazuwünschen darf.
Aber: Ich hätte den Player gerne auch als Open Source-Produkt für Linux, bitte, wenn es keine Umstände macht. Dann kann ich es am Arbeitsplatz nutzen, so es die Bandbreite hergibt. Dazu würde ich vorübergehend auch übersehen, dass die Technologie auf (womöglich) geschützten und systemisch heiklen Patenten beruhen. Dankeschön.
Ach, falls wer in Shanghai arbeiten will: die Firma sucht Leute, die auch unter Linux entwickeln können. Offsite geht aber leider nicht, und wer die Jobbeschreibung nicht lesen kann braucht sich auch nicht zweisprachig bewerben. Ob da doch noch was Freies bei rauskommt?
[Danke Mathias!]
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: D.R.M. = CRAP
: D.R.M. = CRAP Sehr nett: In diesem Video wird erklärt, weshalb der richtige Begriff für D.R.M. eigentlich C.R.A.P. ist.
[via]
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: Others Online: Opt-In Überwachung oder „Wir sind Borg“
: Others Online: Opt-In Überwachung oder „Wir sind Borg“ Eine weitere Web2.0‑Firma bietet ein kleines Programm an (bisher nur als IE-Plugin), das wie Google Toolbar oder andere Helferlein die Online-Aktivitäten des Users überwacht und kategorisiert. Aber bei Others Online kann man gleich noch andere User finden, die ähnliche Interessen haben.
Others Online is a free toolbar that shows you people relevant to your Web browsing and other interests, on every page you visit. We show you the interests you have in common, their Web pages (blog, MySpace profile, Web site, etc.) and online status, all on their terms. We’ll even connect you by IM or email. (…) Every time you search the Web, you’ll see people that have associated themselves to those keywords, plus you’ll see any other interests you share. It’s like “Google for people”!
Alles natürlich freiwillig, und man muss noch nicht einmal einen Namen eingeben. Aber ein weiterer Schritt von „ich habe doch nichts zu verbergen“ hin zu „ich will alles zeigen“. Die Firma protokolliert natürlich auch mit, wer sich dann darüber kennen lernt:
Others Online allows users to communicate with each other by instant message or email, which we broker to protect your privacy.
…„to protect your privacy“, na klar.
Immerhin macht man damit das transparent und für alle verfügbar, was Google Toolbar etc. nur der Herstellerfirma mitteilen. Es geht also auch in Richtung Sousveillance statt Surveillance. Mich erinnert das irgendwie an die Borg aus Star Trek, die alle immer miteinander vernetzt sind und ihre Gedanken gegenseitig hören können.Auf Techcrunch gibt es schon eine längere Diskussion dazu, die Argumente reichen von „Cool – Clickstream-Dating!“ über „Wird nicht funktionieren, weil man das Web für so viele verschiedene soziale Rollen benutzt“ bis zu „Super-Service für Spammer“.
Via Michael Zimmer. -
: Electronic Voting rückt näher
: Electronic Voting rückt näher Richard Sietmann ist für Heise gerade auf einem internationalen Workshops on Electronic Voting in Bregnenz und berichtet ausführlich darüber. Das ist sicherlich eher eine Qual als eine spannende Sache. Hier gibt es die ersten beiden Berichte: eVoting: „Allmählich wird es ernst“.
Die elektronische Stimmerfassung soll „alle Prinzipien demokratischer Wahlen und Abstimmungen beachten“, heißt es darin unter Bezugnahme auf die Grundsätze allgemeiner, freier, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahlen; des weiteren soll eVoting „so zuverlässig und sicher sein wie demokratische Wahlen und Abstimmungen ohne elektronische Hilfsmittel“. Als dritten Kernpunkt stellte Remmert die Empfehlung heraus, dass, solange die Zugänge zum Online-Voting nicht universell verfügbar seien, sie nur ergänzend zu den bisherigen Wahlformen der Präsenz- und Briefwahl eingesetzt werden dürften.
Kleine News am Rande: Der Europarat plant für 2008 ein Forum zur „Future of Democracy“. Damit ist natürlich die Stimmabgabe mittels Computer alle paar Jahre gemeint, da soll nicht wirklich über die Zukunft der Demokratie durch neue Partizipationsmodelle und dergleichem geredet werden.
Hier gehts weitgehend um die Frage des Stimmtausches: eVoting: Nur die letzte Stimme zählt.
Ein Problem mit Online-Wahlen ist die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Dieses soll nach herrschender Meinung nicht nur sicherstellen, dass der Wähler sein Votum frei von Druck oder Beeinflussung abgibt, sondern zugleich allen anderen Wählern die Gewissheit geben, dass sich der Gleichheitsgrundsatz – „ein Wähler, eine Stimme“ – nicht durch Stimmenkauf aushebeln lässt. Wenn nun aber jeder von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus seine Stimme online abgeben kann, ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Familie, Arbeitskollegen oder Interessengruppen in ungebührlicher Weise auf die Entscheidung Einfluss nehmen. „Es erscheint nahezu unmöglich, in unbeaufsichtigten Distanzwahl-Szenarien die familiäre Stimmabgabe durch technische Maßnahmen zu verhindern“, konzediert denn auch der Kommentar-Anhang zu den eVoting-Standards des Europarats.
So, und um diese Informationen nochmal richtig einzuordnen, sollte man sich den Artikel „Demokratie-Auflösung, Abteilung Wahlcomputer“ von Andreas Bogk in seinem Blog mal durchlesen. Er hat sich die Stellungnahme des Bundesministeriums des Inneren zu den Wahleinsprüchen wegen Verwendung von Wahlgeräten mal genauer angesehen und diese kommentiert. Vertrau keinem Wahlcomputer, den Du nicht selbst gefälscht hast…
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: Economist über DRM
: Economist über DRM Dieser Economist-Artikel ist zwar schon aus dem vergangenen Jahr, aber immer noch absolut lesenswert, vor allem wegen der Zitate: The digital home – Science fiction?
This challenge is daunting because DRM technologies should not only be compatible today, but for all eternity. Otherwise, consumers will be afraid to pay for content, and will stick with CDs and DVDs, which seem painless and safe by comparison. “If consumers even know there’s a DRM, what it is, and how it works, we’ve already failed,” says Peter Lee, an executive at Disney. The same goes for codecs. “The user shouldn’t know or care what format they’re using,” says James Poder, an engineer at Comcast, America’s largest cable company and broadband internet service provider, because “consumers don’t want to be IT administrators for their own home.”
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: Interview mit DefectiveByDesign-Kampagne
: Interview mit DefectiveByDesign-Kampagne Im digitalmusicweblog gibt es ein lesenswertes Interview mit Gregory Heller von der DefectiveByDesign-Kampagne.
TDMW: DbD’s creative demonstrations have received quite a lot of attention in the blog-o-sphere, and some attention in the major media. They’ve also created quite a precedent for activism, how does DbD plan to keep up the momentum?
DefectiveByDesign: By having fun at the expense of those imposing DRM, whilst organizing actions that you can get involved in. Actions that will allow you to show your frustration with Microsoft, Apple, Sony and the major record labels. And by organizing high profile actions that will gain mainstream media coverage.
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: WSFII: Airjaldi Summit – freifunk.net goes Dalai Lama!
: WSFII: Airjaldi Summit – freifunk.net goes Dalai Lama! Vom 22. Oktober bis 3. November treffen sich Aktivisten aus der ganzen Welt in Dharamsala (Indien). Airjaldi Summit, der diesjährige Höhepunkt der World Summits on Free Inforamtion Infrastruktures (WSFII), bietet Netzwerkaktivisten aus der ganzen Welt Gelegenheit sich kennen zu lernen und gemeinsame Strategien zum Aufbau freier Kommunikationsinfrastrukturen zu entwickeln und umzusetzen.
Bereits während der freifunk.net summer convention 2004 „fresh air – free networks“ in Djursland, entstand bei einigen Leuten die Idee, vielleicht eines Tages eine ähnliche Veranstaltung außerhalb der reichen Länder Europas und Nordamerikas auf die Beine zu stellen. Die Motivation hierzu resultierte vor allem aus der Tatsache, dass gerade in so genannten „Entwicklungsländern“ das Interesse an kostengünstiger Informationsinfrastruktur besonders groß ist.
Allein nach Djursland kamen über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen und 5 Kontinenten. Dies unterstrich das große Verlangen der Menschen aus allen Teilen der Welt, am lokalen und globalen Wissens- und Informationsaustausch zu partizipieren. Hält man sich vor Augen wie vergleichsweise Preiswert man z.B. mit wireless LAN (WLAN) flächendeckende Kommunikationsnetze aufbauen kann, wird schnell klar warum gerade diese Technologie weltweit so viel Hoffnungen und Motivation freisetzt. Erst recht, weil die Installation nicht von großen Firmen oder Organistationen durchgeführt werden muss, sondern die Menschen, sofern sie über das notwendige Know-how und die vergleichsweise geringen finanziellen Mittel verfügen, sich ihre eigenen Netze aufbauen können. Eine Konsequenz aus der Summer Convention 2004 war deshalb auch die Gründung des „Djurslands International Institute of Rural Wireless Broadband“ (DIIRWB). Dort lernen nun Menschen aus allen Teilen der Welt, wie sie gemeinschaftlich ihre eigenen Netze bauen können.
So unterschiedlich die Kulturen dieser Welt und erst recht die konkreten lokalen Bedürfnisse vor Ort auch sein mögen, die Anforderungen an die einander verbindende Infrastruktur sind doch recht gleich. Dies war eine der Lehren, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Djursland in ihre jeweilige Heimat mitnahmen. Einige kannten dieses Gefühl bereits seit der BerLon und den darauf folgenden internationalen Veranstaltungen CopenhagenInterpolation und der ersten freifunk.net summer convention 2003 – eben jener Ursuppe von Veranstaltungen, aus der sich im Jahr 2004 die Idee der World Summits on Free Information Infrastruktures (WSFII – sprich: „wissfi“) – einer weltumspannende Veranstaltungsreihe rund um „Freie Kommunikations-Infrastrukturen“ entwickelte.
WSFII hat einem klaren Fokus auf „Graswurzel“ und „do-it-yourself“, den konsequenten Einsatz von Open-Source-Systemen und die offene und praxisnahe Weitergabe von Wissen bis hin zur gegenseitigen Unterstützung bei der Installation neuer Systeme. Im September 2005 fand in London die erste offizielle WSFII Vorbereitungskonferenz statt. Während des einwöchigen Workshops im Vorfeld der Konferenz arbeiteten zwei internationale Teams an sehr wichtigen Themen. Das so genannte „Book-Sprint-Project“ , initiiert von Tomas Krag aus Dänemark, begann mit der Erstellung eines kostenlosen Lehrbuchs zum Aufbau von Funknetzen, während die „WSFII Organizers Group“ sich mit den Vorbereitung eines ersten World Summits außerhalb der hiesigen Sphären beschäftigte.
Es dauerte noch einige Iterationen bis sowohl das Buch unter dem Titel „Wireless Networking in the Developing World“ fertig gestellt als auch der Veranstaltungsort für WSFII 2006 festgelegt waren. Doch beide Projekte waren ein großer Erfolg. Das Buch kann heute bereits in englischer und spanischer Sprache kostenlos aus dem Internet herunter geladen werden, und die Freifunker dieser Welt treffen sich dieses Jahr zum Airjaldi Summit, gefolgt von 10 Tagen voller Workshops, in Dharamsa, Indien, zum World Summit of Free Information Infrastructures – an einem ganz besonderen Ort, ist dies doch die Exilheimat Ihrer Heiligkeit, des Dalei Lamas, der alle Teilnehmenden herzlich empfangen wird.
Die lokale Infrastruktur in Dharamsala ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologietransfer à la WSFII funktioniert. Der Campus der Tibetischen Exilgesellschaft ist per Wireless LAN mit dem Internet verbunden. Der aus Israel stammende IT Experte Yahel Ben-David und sein Team haben in Indien ein Mesh-Netz gespannt, das ganz ähnlich der freifunk.firmware in Deutschland, auf der Open Source Software OpenWRT (einem internationalen Projekt) und dem OLSR-Protokoll von Andreas Tønnesen aus Norwegen basiert um den Menschen aus Tibet die Kommunikation mit sich und dem Rest der Welt zu ermöglichen. Das geht dann auf ähnliche Weise natürlich auch in anderen Teilen Indiens, Afrikas oder Latein Amerikas und dem Rest der Welt. So klein ist der WSFII-Globus!
Nicht alles ist dauerhaft nur per E‑Mail und elektronsicher Kommunikation möglich. Hin und wieder – diese Erfahrung teilen wohl alle „E‑Worker“ – muss man sich auch begegnen. Denn erst in der persönlichen Begegnung erlebt man die Gemeinsamkeiten tatsächlich, die die Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt miteinander verbindet. Treffen sind eine notwendige Voraussetzung, um den Grundstein künftiger Zusammenarbeit zu legen, schaffen Vertrauen und erleichtern Abstimmungs- und Koordinationsprozesse. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele engagierte Menschen aus der ganzen Welt nach Dharamsala kommen, um gemeinsam daran zu arbeiten, die Digitale Spaltung in der gesamten Welt zu reduzieren.
Wer selbst nicht im Oktober nach Dharamsala zu kommen vermag, kann doch einen wichtigen Beitrag zum Erfolg dieser Veranstaltung leisten. Die OPLAN Foundation sammelt Geld, um möglichst vielen Entwicklern und Interessierten aus der ganzen Welt die Reise nach Dharamsla zu ermöglichen. Wer also dennoch mithelfen will, dass dieses Treffen ein möglichst großer Erfolg wird, kann und sollte Geld spenden. Das Geld wird vor allem zur Deckung der Reise- und Unterbringungskosten benötigt, aber auch um beispielsweise das Buch „Wireless Networking in the Developing World“ in weitere Sprachen zu übersetzen.
[Von Jürgen Neumann geschrieben]
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: Interview: EC-Karten sind unsicher
: Interview: EC-Karten sind unsicher Am Samstag war Andreas Pfitzmann beim Deutschlandradio zum Thema EC-Kartensicherheit zu hören (MP3). Hier ist das Transcript: Sehr schlechte Karten. Sieht alles ganz böse aus.…
Andreas Pfitzmann: Die genauen Details einer solchen Masche kann man natürlich nicht vorhersehen. Was absehbar war, ist, dass es eine sehr schlechte Idee ist, ein System so zu bauen, dass Kunden gezwungen sind, ein Geheimnis wie ihre PIN einzugeben in ein fremdes Gerät. Und ein Bankautomat, egal wo er steht, ist erst einmal ein fremdes Gerät.
…
Solche Angriffe sind seit langem bekannt. Wir sagen den Banken, dass sie substantiell etwas tun müssen. Sie müssen letztlich ihr Konzept mit dem Elektronic Banking, mit den Geldautomaten, komplett überarbeiten. Aber die Banken sagen seit 15 Jahren: „Das ist uns zu teuer, das lohnt sich nicht, sollen doch die Kunden damit klarkommen!“
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: Schaar kritisiert „überflüssige Datenerhebung“ bei WM-Tickets
: Schaar kritisiert „überflüssige Datenerhebung“ bei WM-Tickets Keine Überraschung: die personalisierten WM-Tickets haben keinen spürbaren Sicherheitsgewinn gebracht. Und das trotz aufwendig pauschal zurechtplausibilisierter Datenerhebung („aus sicherheitstechnischen Gründen“, hier in Punkt 9 und 10). Wie de.internet.com in Bezug auf die Berliner Zeitung berichtet:
„Die Personalisierung der WM-Tickets hat sich zumindest bei den Einlasskontrollen als eine völlig überflüssige und wirkungslose Maßnahme erwiesen“, sagte Schaar der ‚Berliner Zeitung’ (Samstagsausgabe). Schon der Name des Ticketinhabers sei an den Stadieneingängen nur bei einem Bruchteil der Besucher, etwa fünf Prozent, kontrolliert worden. Er gehe deshalb davon aus,dass in den seltensten Fällen die Personalausweisnummer zusätzlich überprüft wurde. „Im Nachhinein ist festzustellen, dass die Personalisierung der WM-Tickets kaum mehr Sicherheit gebracht hat“, sagte der Datenschützer. „Ich rate deshalb davon ab, solche Personalisierungen bei Tickets auch bei anderen Sportveranstaltungen einzuführen.“
Wenig überraschend. Das Hosenrunterlassen beim Formularausfüllen wurde ja auch schon 2005 mit einem BigBrotherAward belohnt. Fragt sich, was denn jetzt genau mit all den Daten passiert ist. Viele Seiten waren ja scharf auf die Datensätze. „Im wesentlichen haben wir keine Beanstandungen aussprechen müssen“, bilanziert Schaar, was den Schutz dieser Daten angeht. Der Artikel beschreibt aber nur, dass die Daten der 200.000 WM-Helfer überprüft wurden. Das solls gewesen sein?
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: AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich
: AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich Schon einige Tage alt, aber doch wissenswert: MySpace.com (das faktisch zum Murdoch-Imperium gehört) hat auf Betreiben von Billy Bragg seine Geschäftsbedingungen geändert, so dass hochgeladene, selbstgemachte Musik jetzt auch nach dem Hochladen noch dem Urheber gehört, und nicht MySpace. Bragg schreibt in seinem Blog:
I am very pleased to see that MySpace have changed their terms of agreement from a declaration of their rights into a declaration of our rights as artists, making it clear that, as creators, we retain ownership of our material. Having been adopted by the biggest social networking site on the block, I hope their recognition of the right of the artist to be sole exploiter of their own material now becomes an industry standard because there is much more at stake here than just the terms and conditions of a website.
Wie bitte? Beinahe alle Welt (und die FAZ) hypt das Web 2.0 qua Berichterstattung, und das war womöglich derselben breiten Masse bekannt? Dass das Copyright für meine eigene Musik nicht bei mir verblieb, wenn ich den Song bei MySpace verfügbar machte? Niemand liest mehr den Text hinter „I accept“? Kaputte Welt… die aber jetzt ein wenig besser geworden ist. Ich hör zur Nacht jetzt nochmal das Hamburger Konzert von 2000.
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: Heute ist System Administrator Appreciation Day
: Heute ist System Administrator Appreciation Day Wollte ich nur mal sagen. ;) Nicht immer ist alles BOFH-like. Bei Google Video gibts jedenfalls den passenden Soundtrack dazu.
Update: Zur Feier des Tages dürfte der Tagesschau.de-Administrator auch mal was schreiben: Lob für Psychologen im schrecklich kalten Serverraum.
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: China und Amnesty International: Microsoft, Google und Yahoo allzu willige Helfer
: China und Amnesty International: Microsoft, Google und Yahoo allzu willige Helfer Die Nachrichten werden nicht weniger und inhaltlich nicht weniger drastisch: in einem Bericht von Amnesty International werden einmal mehr Microsoft, Google und Yahoo der allzu willigen Mitarbeit bei pro-volksrepublikanisch chinesischer Zensur überführt. Der Bericht heißt „Undermining freedom of expression in China“ und ist als PDF herunterladbar. Profit ist einmal mehr der Antrieb, sich vorauseilend lokalen Gesetzen zu unterwerfen und nach draußen zu behaupten: alles okay.
Mehr bei heise.de und irrepressible.info. Auch bei china-in-the-news.de gibt es einen interessanten Artikel: Chinesen leben mit der Zensur. Notgedrungen.
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: Wer hat meine Daten?
: Wer hat meine Daten? Gerade in der Fernsehzeitung gesehen: Heute abend gibt es im Ersten eine Doku über Datenschutz.
Jeder Kauf mit Kundenkarte, jeder Besuch auf Internetseiten hinterlässt Spuren, die von Datenhändlern begierig gesammelt, ausgewertet und verkauft werden. Vorlieben, Leidenschaften, selbst geheime Wünsche von jedem von uns werden gespeichert und in Umlauf gebracht, zu Nutzerprofilen zusammengefasst und transparent gemacht.
Der Journalist Erich Schütz hat zusammen mit Detlev Koßmann seine eigenen Datenspuren verfolgt und war verblüfft, was mit seinen Daten so alles passiert.
Wer hat meine Daten, Das Erste, 23:30 Uhr
Update (von Markus):
Das war eine hochinteressante Sendung, die es mittlerweile auch in digitaler Form auf vielen Mirrors zum herunterladen gibt. Danke für den Hinweis auf die Downloadmöglichkeiten in den Kommentaren.
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: ClaimID stellt User-Daten unter Creative Commons
: ClaimID stellt User-Daten unter Creative Commons ClaimID ist eins von den vielen neuen Startups im Bereich Identitäts-Management, die derzeit mit Higgins, Infocards, der Liberty Alliance und anderen teils konkurrieren, teils kooperieren. ClaimID ist vor kurzem in die public-beta-Phase gegangen, und ich habe mir gerade mal ihre Privacy Policy angesehen. Was lesen meine verwunderten Augen dort?
ClaimID.com believes that you control your identity information. While our service (the website, its code, our proprietary goods) are copyright, the identity information that you enter into ClaimID.com isn’t. We place a Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 license on your information. You may read this license here. This means that you may do what you want with your identity information. You may remix, retransmit and copy your identity information, among other things as stipulated by the license. At claimID.com we strongly support identity rights and the Creative Commons, and we strongly support your right to use your personal information as you see fit.
Geht’s noch? Meine Daten gehören immer noch mir. Wie kann eine Firma sich anmaßen, die unter eine CC-Lizenz zu stellen? Damit könnte ja nicht nur ich, sondern auch jeder andere sie weitergeben, remixen (beachte: es ist keine non-derivs-Lizenz!) und verkaufen (ebenfalls: keine non-commercial-Lizenz). Ein typischer Fall von „Wir wollen die Guten sein und benutzen entsprechende Schlagwörter, haben aber nichts begriffen.“ Offenbar sind es ja ganz nette Studenten, die die Firma gegründet haben, keine Corporate Abzocker.
Am Ende steht dann auch noch der Hass-Satz aller Datenschutz-Policies:This Privacy Policy may change from time to time without notice.
Ich hoffe dennoch, das hier ändert sich ganz schnell. Ich werde denen gleich mal schreiben. Rechtswirksam dürfte so ein Unfug allerdings nicht einmal in den USA sein.