Informationstechnologie

  • : Tim O’Reilly warnt vor der Zukunft des Web 2.0
    Tim O’Reilly warnt vor der Zukunft des Web 2.0

    Tim O’Reilly warnt neuerdings vor den Gefahren durch Web 2.0:

    „But there are dark sides to the internet and Web 2.0“

    Als erste Gefahr nennt auch er nun die Bedrohung der Privatsphäre – das Thema hatten wir ja schon mehrfach (z.B. hier, hier, hier, …). Interessant und erfreulich, dass die großen Namen aus der Industrie (zuletzt Scott McNealy von Sun) sich inzwischen immer stärker zum Datenschutz bekennen und sich Gedanken darüber machen, welchen Einfluss ihre Technologien darauf haben.
    Die zweite Sorge von O’Reilly ist die Zentralisierung von Macht und Informationen. Seine Prognose: Wenn man nichts dagegen unternimmt, wird aus der versprochenen Demokratisierung des Web 2.0 nur wieder einmal ein Oligopol von wenigen großen Firmen werden. Die meisten kennen wir ja bereits: Technorati, MySpace, Orkut, LinkedIn, Flickr, del.icio.us, YouTube, OpenBC, dazu noch Amazon, Google und Ebay aus der ersten Generation, … (Habe ich etwas wichtiges vergessen? Und wenn schon – ist in zwei Jahren eh bankrott.)

    If history is any guide, the democratization promised by Web 2.0 will eventually be succeeded by new monopolies, just as the democratization promised by the personal computer led to an industry dominated by only a few companies. Those companies will have enormous power over our lives – and may use it for good or ill. Already we’re seeing companies claiming that Google has the ability to make or break their business by how it adjusts its search rankings. That’s just a small taste of what is to come as new power brokers rule the information pathways that will shape our future world.

    Tim O’Reilly sagt voraus, dass es ein harter Kampf sein wird, wenn diese Konsequenzen verhindert werden sollen. Dazu gehören einerseits bewusste Entscheidungen über das technologische Design, um sicherzustellen, dass nicht alles, was gemacht werden kann, auch gemacht wird.

    As a result, I urge you to think hard about the consequences of new technology. Don’t just take for granted that technology will bring us a better world. We must engage strenuously with the future, thinking through the dark side of each opportunity, and working to maximize the good that we create while minimizing the harm.

    Es wird aber wohl auch (vermute ich) gesetzliche Vorgaben bzw. deren strikte Anwendung brauchen. Auf den guten Willen der Firmen sollte man sich nicht verlassen, gerade weil es Firmen sind. Als letzte Gefahr nennt O’Reilly nämlich die Gier.
    Via RoughType.

    14. Juli 2006 7
  • : Mein Handy ist mal wieder nicht erreichbar
    Mein Handy ist mal wieder nicht erreichbar

    ePlus macht sich gerade echt lächerlich. Nachdem ich letzte Woche meinen Vertrag verlängert habe, das Handy aus komischen Gründen am vergangenen Wochenende aus dem Netz genommen wurde und dann am Dienstag in den falschen Vertrag überführt wurde, klappte es jetzt doch nicht mit der versprochenen sanften Migration in den richtigen bestellten Vertrag (O‑Ton des Supportes am Telefon: “Das werden Sie nicht bemerken, das geht automatisch”). Mein Handy ist seit gestern morgen wieder aus dem Netz genommen und es kann sich laut Support nur noch um Tage handeln, bis ich endlich wieder erreichbar bin. Super Sache, so passend zum Wochenende. Ich bin echt beeindruckt von den ePlus Geschäftsprozessen.

    Update: Glück gehabt und doch nicht wieder Handylos am Wochenende, jetzt klappt es.

    14. Juli 2006 2
  • : UN-Broschüre wirbt für Offene Standards
    UN-Broschüre wirbt für Offene Standards

    Das International Open Source Network (IOSN) des UN Development Programme (UNDP) hat eine neue 77-seitige Broschüre zum Thema „Offene Standards“ (PDF / 823 KB) veröffentlicht. Die Broschüre enthält ein Vorwort von Peter J. Quinn und führt ausführlich in das Thema Offene Standards ein und zeigt, warum diese wichtiger und nachhaltiger für Innovation, Interoperabilität und Zugang sind als beispielsweise De-Facto Standards. Viele Offene Standards, Initiativen und Formate werden vorgestellt und für die Nutzung geworben.

    Open standards ensure that products and services can inter-operate and work together, even though they may be from different parties or entities. Open standards ensure that the next purchase is not dictated by the last purchase, thus, increasing users’ choices, access to products, information and services, and opportunities for sharing and collaboration. In addition to the advantage of increased competition for acquisition and the ongoing operational expense, governments, businesses and other entities can benefit from each others’ efforts and share applications that each have built.

    Schöne Broschüre und lesenswert.

    12. Juli 2006
  • : ePlus Vertragsverlängerung
    ePlus Vertragsverlängerung

    Die bei ePlus sind schon ein lustiges Völkchen. Letzte Woche Donnerstag habe ich meinen Handyvertrag verlängert, was erstmal dazu führte, dass meine Nummer von Samstag auf Dienstag aus dem Netz genommen wurde. Die Nummer war nicht erreichbar und ich machte mir schon Sorgen, dass ich sie nach einigen Jahren verliere. Seit Dienstag bin ich wieder im Netz drin, kann aber nicht telefonieren. Ich wurde wohl versehentlich in einen falschen Vertrag reingeschaltet und verfüge momentan über kein „Gesprächsguthaben“.

    Als ich gestern morgen mal freundlich bei der Hotline nachfragte, was denn aktuell das Problem sei, hiess es, ich müsste noch eine Kündigungsrücknahme schicken. Vorsorglich hatte ich rechtzeitig meinen Vertrag gekündigt, weil man sonst bei ePlus erfahrungsgemäss bei einer Vertragsverlängerung eher schlechter behandelt wird als wenn man Neukunde ist. Die verschiedenen Mitarbeiter, die sich am vergangenen Donnerstag den Mund fuselig geredet hatten, um mich mit einigen Angeboten zu einem Bleiben zu bewegen, hielten es wohl nicht für notwendig, mir diese Information zu geben. Also erstmal formloses Fax mit einer „Kündigungsrücknahme“ verschickt. Heute morgen erhielt ich dann eine Bestätigungs-SMS, dass sich des Problems angenommen würde. Derzeit kann ich immer noch nicht telefonieren und SMS versenden, aber wenigstens funktioniert die Nummer wieder. Vermutlich wird man es in den nächsten Tagen mal hinbekommen. Und irgendwann dann hoffentlich endlich mal das neue Handy ausliefern. Aus Konsumentensicht vermutet man ja eher ein Anklicken in der richtigen Software als notwendgen Tasks für einen solchen Geschäftsprozess. Bin echt verwundert, wie kompliziert sowas zu sein scheint.

    Update:

    Einen Tag später. Das mit der versprochenen sanften Migration des Tarifes durch die Support-Hotline (O‑Ton: „Das werden sie nicht bemerken, das geht automatisch“) klappt dann doch nicht. Das Handy ist wieder aus – ausserhalb des Versorgungsgebietes. Super, ePlus, grandiose Leistung.

    12. Juli 2006 5
  • : Internetwahlen bis 2011?
    Internetwahlen bis 2011?

    Da will ein Professor vermutlich wieder neue Forschungsgelder für seinen Bereich haben und verspricht über dpa Internetwahlen bis 2011: Politische Wahlen per Internet sollen selbstverständlich werden.

    In naher Zukunft werden die Deutschen nach Einschätzung von Rüdiger Grimm, Professor für IT-Sicherheit an der Universität Koblenz, bei politischen Wahlen auch via Internet ihre Stimme abgeben können. „Irgendjemand wird anfangen und zeigen, dass das ganz einfach und unproblematisch geht“, sagte Grimm in einem dpa-Gespräch. Dann werde diese Art des Wählens „ganz natürlich“ als Ausnahmewahl wie die Briefwahl angeboten. „In fünf Jahren wird das selbstverständlich sein.“

    Otto Schily war da ja zuversichtlicher und hatte diese schon für dieses Jahr versprochen. Warum wir das nicht wirklich brauchen, und was davon zu halten ist, hat Tim schon ganz gut beschrieben.

    7. Juli 2006 2
  • : The Inquirer in German, finally!
    The Inquirer in German, finally!

    Zur Feier des Tages, oder eigentlich der vergangenen Tage seit dem 28.6., bekräftigen wir hiermit die Güte der Überschriften des deutschen Ablegers von „The Inquirer“. Stilsicher kommen in den ersten Tagen diese hier: „Die Ausnahmefehler beim Militär“, „Der Sonne entgegen? Aber bitte ohne Buchungsabsturz“ und „Ein frisches DOS, möchte noch jemand ein frisches DOS?“, nicht zuletzt „Fataler Crash: Reiseplattform Couchsurfing beisst ins digitale Grass“. Auf solche Überschriften haben wir gewartet. :)

    Hier gehts zum britischen Original, und hier zur deutschen Zweigstelle.

    6. Juli 2006
  • : Polen will Onlineredaktionen untersuchen können
    Polen will Onlineredaktionen untersuchen können

    Die „Durchleuchtung von Journalisten“ kommt auch in Polen womöglich in Fahrt, wird aber allerlei praktische wie auch merkbefreite Hindernisse hoffentlich nicht überwinden.

    Die rechts-nationalistische polnische Regierung plant ein Gesetz, mit dem Journalisten auf eine mögliche Stasi-Vergangenheit untersucht werden sollen. Bisher unterliegen nur Politiker und führende Staatsangestellte der Lustrationspflicht. Künftig sollen alle, die älter als Jahrgang 1972 sind und mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte mit journalistischer Tätigkeit erzielen, nur noch in diesem Beruf arbeiten dürfen, wenn sie durchleuchtet wurden. Krzysztof Lozinski, Chefredakteur des Internetmagazins Kontrateksty, protestiert scharf: „Wie wollen die Herren Lustratoren uns, die Internetjournalisten, überprüfen, ob wir durchleuchtet wurden? Kommen Beamte in die Redaktion? In welche Redaktion? Im Dezember 2005 redigierte ich die ‚Kontrateksty’ aus Internetcafes in Indien und Nepal. Am vergangenen Wochenende arbeitete ich am Laptop an einem masurischen See. Die Homepage auf einen Server in den USA zu verlegen, ist auch kein Problem. Am Internet hat sich bereits die Zensur in China, Russland, Weißrussland und Vietnam die Zähne ausgebissen.“

    [via Eurotopics-Newsletter, ganzer Artikel]

    28. Juni 2006 1
  • : San Francisco Times blockiert Penthouse, LA Times zusätzlich Playboy
    San Francisco Times blockiert Penthouse, LA Times zusätzlich Playboy

    In der Telepolis ist heute von Zensur in Firmennetzen der LA Times und der San Francisco Times Zweigstelle in San Francisco zu lesen. Dass größere Firmen in den USA ihre Angestellten nicht alles gucken lassen, was es im Internet so gibt, war ja schon bekannt. Verwendet werden dafür Contentfilter, die technisch bedingte, branchenübliche Einschränkungen aufweisen, „wenn beispielsweise nicht nur Porno-Seiten, sondern auch Seiten gesperrt werden, die über Sexualität berichten.“ Das kennen wir ja schon; Webfilter taugen meist nur als (schlechtes, weil allzu offensichtliches) politisches Feigenblatt, hier wie anderswo. Florian Rötzer schreibt in Telepolis:

    Erstaunlich ist aber, dass eine Zeitung, die der „freien Presse“ angehört und für den von den USA propagierten „freien Fluss der Information“ bürgt, nicht nur die übrigen Angestellten, sondern auch die Journalisten in der Redaktion „behütet“ – und dass diese von der von oben verordneten Zensur offenbar nicht einmal informiert worden waren. Vermutlich wird es sich nicht um einen Einzelfall handeln.

    Da ist aber was schiefgegangen. Bei der LA Times wird auch der Zugang zu Anbietern von Filtersoftware unterdrückt. Bei der Recherche eines Reporters über Peacefire, einer Webseite, auf der über kommerzielle Filtersoftware, ihre Schwächen und die Umgehung berichtet wird, war die Seite nicht verfügbar. So kam eine Sache ans Licht, über die die Angestellen und Redakteure der Zeitungen nicht informiert waren:

    Der Reporter der LA Times teilte Bennett Haselton, dem Gründer von Peacefire, mit, dass er nicht auf die Webseite kommen konnte. Haselton schickte daraufhin eine Mail an andere Times-Journalisten und bat sie zu überprüfen, ob sie ebenfalls blockiert werden. Die Journalisten berichteten, dass auch andere Webseiten wie die von Playboy blockiert waren. In der Redaktion von San Francisco war man offenbar liberaler. Zwar wurde auch hier ein Webfilter verwendet, aber der Zugriff auf Peacefire und Playboy war frei, hingegen ließ sich nicht auf die Webseite von Penthouse zugreifen. …

    Das ist wohl ein Eigentor für die Presse im „Westen“.

    Es schien einfach seltsam zu sein, dass eine Klasse von Menschen, auf die wir uns für unsere Informationen verlassen, weniger Freiheit im Internet hat als ein Bürger in China. Wir verlassen uns auf Reporter für Informationen über das, was in unserer Gesellschaft geschieht, und sie können ihren Job nicht erfüllen, wenn eine dritte Partei darüber entscheidet, was sie sehen dürfen.
    Bennett Haseltone

    Null Kommunikationskultur? Oder blind und plemplem verordnete Blindekuh? Hoffentlich wenden sich die Dinge hier zum Guten, und nein, ich meine nicht die Verkaufszahlen oder Filter„qualität“ von Websense und Konsorten. Es gibt ja für solche Zwecke Umgehungssoftware wie den Circumventor und Psiphon. Einer freien Presse darf sowas nicht passiert werden, wir kriegen auch chinesische Blümchenwiesen vorgesetzt, wenn auch kommentierende Blogs gesperrt werden (LA Observed).

    27. Juni 2006 4
  • : Eurotopics-Newsletter jetzt als RSS-Feed
    Eurotopics-Newsletter jetzt als RSS-Feed

    Der Eurotopics-Newsletter der Bundeszentrale für politische Bildung, der hoffentlich nicht der Boden entzogen werden wird, ist endlich auch als Feed in RSS 2.0 verfügbar (wenn auch wie so viele :P nicht ganz fehlerlos; validiert mal). Auf diesen Feed hab ich schon gewartet. Und bei jedem Newsletter, den ich visuell scannte, wurde mir klarer, wie viel bequemer doch ein gut gebauter Newsreader ist, der automatisiert Suchen helfen kann…

    22. Juni 2006 1
  • : MP3-Download-Tipp des Tages
    MP3-Download-Tipp des Tages

    Bei Tonspion gibt es eine neue MP3-Kollektion, Nummero 27: Viva La MP3 Revolution!, mit einer guten Auswahl von Titeln (Link).

    22. Juni 2006
  • : Creative Commons und Fedora veranstalten Open-Video-Wettbewerb
    Creative Commons und Fedora veranstalten Open-Video-Wettbewerb

    Der Open-Video-Contest der Creative Commons und Fedora ist eröffnet. Endlich wird es belohnt, das Kino neu zu erfinden!

    Als Hauptgewinn bei dem Wettwerb von Creative Commons und Fedora winkt ein Sony Camcorder in einer speziellen Fedora-Ausgabe. Darüber hinaus erhalten die ersten 150 Einsender je ein Paar Flip-Flops mit Fedora-Aufdruck. Laut den Teilnahmebedingungen sollten die eingesandten Videos nicht länger als 30 Sekunden sein, die Videodatei im OGG-Theora-Format eine Größe von 10 MByte nicht überschreiten. Musik, Bilder oder Videos sollten nur dann genutzt werden, wenn sie frei verwendbar sind oder unter Bedingungen wie der Attribution-ShareAlike Lizenz stehen.

    Einsenden kann man zwischen dem 20. Juni 00:00 Uhr UTC (02:00 MESZ) und dem 20. Juli 00:00 Uhr UTC 2006 per E‑Mail. In der Jury sind unter anderem Alek Tarkowski (Creative Commons), Greg DeKoenigsberg (Red Hat), Max Spevak (Fedora) und Samuel Klein (Wikimedia Foundation, Special Project Committee).

    [via / Markus]

    22. Juni 2006 1
  • : Europäische Podcaster wehren sich gegen Entrechtung durch WIPO
    Europäische Podcaster wehren sich gegen Entrechtung durch WIPO

    In einer Petition wenden sich europäische Podcaster und ihre Verbände gegen eine weitergehende Entmächtigung. Das schwarze Schaf ist inklusive seltsamer Rhetorik eine drohende „Signalpiraterie“, und das dient als Vehikel für Denken aus alter Rundfunkperspektive.

    Die englischen, irischen und deutsche Podcaster kritisieren in ihrer Petition, dass der Broadcasting Treaty einen „tiefen Eingriff in unsere Rechte“ darstelle, da sie als eigentliche „geistige Eigentümer nicht die Lizenz und damit auch nicht die zukünftigen Verwendungsmöglichkeiten und Verbreitungsrechte bestimmen können“. Thomas Wanhoff, Vorsitzender des deutschen Podcastverbands, sagte gegenüber heise online: „Es kann nicht sein, dass die Rundfunkanstalten freie Inhalte etwa aus Podcasts verwenden, und dann darauf einen für 50 Jahre geltenden Rechtsanspruch haben.“ Wanhoff selbst ist Podcaster, und sein Podcast wird von Radiosendern aufgegriffen. „Aber was wäre, wenn der Sender damit Rechte erwerben würde?“ fragt er sich.

    [via heise / Markus]

    22. Juni 2006 2
  • : Du hast keine Privatsphäre – oder doch wieder?
    Du hast keine Privatsphäre – oder doch wieder?

    Scott McNealy, CEO von Sun Microsystems, wurde vor ein paar Jahren berühmt mit dem Spruch „You have zero privacy anyway – Get over it.“ Sogar er scheint seine Meinung nun geändert zu haben, wie Securityfocus von der RSA Konferenz berichtet:

    „It’s going to get scarier if we don’t come up with technology and rules to protect appropriately privacy and secure the data, and the most important asset we have is obviously the data on people–our customers and employees and partners. And if we can’t protect that, people are not going to go online.“

    McNealy brauchte dafür erst eine eigene Erfahrung: Eine Woche vor der Konferenz wurde einer Partnerfirma ein Laptop gestohlen, auf dem sich auch seine persönlichen Daten befanden. Microsoft und andere haben das ja schon vor einer Weile begriffen, aber eher aus der „unzufriedene Kunden“-Ecke heraus. Kennt eigentlich jemand eine gute Analyse der Funktionsweise und der Schwächen von deren InfoCards / Identity Metasystem? Ich warte noch auf das im April angekündigte „more later„von Tiara.org.

    Via The Identity Corner.

    20. Juni 2006 2
  • : Sicherheitsrisiko Kopierer
    Sicherheitsrisiko Kopierer

    Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über das Sicherheitsrisiko durch eingebaute Festplatten in Kopierern: Kopiergeräte – Voller Geheimnisse.

    „Wer vertrauliche Unterlagen kopiert, sollte sich bewusst sein, dass eine Kopie des Dokuments auf der internen Festplatte gespeichert wird“, warnt Martin Rost vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein.
    […]
    Wer also im Büro Privatkopien macht, muss damit rechnen, dass sein Chef die Dokumente zu sehen bekommt. Datenschützern bereitet das Kopfzerbrechen: „Private Daten auf dem Betriebs-PC zu speichern, ist schon heute nicht erlaubt, weil jeder Befugte reinschauen kann“, sagt Rost.
    […]
    Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist das Problem bekannt. Ein Mitarbeiter bestätigt, dass Firmen durch solche Spionage bereits Aufträge verloren hätten.

    [Danke an Andreas K. per Mail]

    16. Juni 2006 1
  • : Readers Edition: Bürgerjournalimus oder PR-Schleuder?
    Readers Edition: Bürgerjournalimus oder PR-Schleuder?

    Wohl ein ein gutes Beispiel, wie es nicht laufen sollten: Die Veröffentlichung eines lupenreinen PR-Textes von und für Doppelsalms Projekt fon.com auf readers-edition.de, dem Partizipations-Portal der Netzzeitung.

    [Anmerkung der Moderatoren: Der Text wurde von FON selbst eingereicht. Wir haben uns entschieden, ihn trotzdem zu veröffentlichen.]

    Warum der Werbetext inkl. typografischem Branding („FON“, „FONeros“) trotzdem veröffentlicht wurde, verraten uns die re-Moderatoren allerdings nicht.

    Und nein, bitte erzählt mir nun nicht, dass fon.com ja auch ein Community-Projekt sei, das die Vernetzung und damit eine Demokratisierung der Medien fördern will. fon.com ist in erster Linie eine Firma und der Text eine PR-Meldung.

    Damit sich die FON-Idee auch in Deutschland rasch verbreitet, laufen intensive below-the-line Vorbereitungen für einen großen Marktauftritt, der mit dem Relaunch der Website für Ende Juni 2006 vorgesehen ist.

    Halleluja! Zum .

    (via wirres)

    16. Juni 2006 6
  • : Wissenschaftler untersuchen das Freizeitverhalten von Hackern
    Wissenschaftler untersuchen das Freizeitverhalten von Hackern

    Warum hängen Nerds und Geeks immer so lange vor ihrem Rechner herum? Der Psychologe Falko Rheinberg von der Universität Potsdam veröffentlichte nun eine Studie zur Motivationsanalyse von Hackern und ihrem Verhalten außerhalb der Arbeitszeit. Insgesamt 300 Probanden, darunter Informatikstudenten, ‑fachschaften und Mitglieder des Chaos Computer Club, nahmen an der Umfrage teil. Dabei stellte Rheinberg fest: Den größten Anreiz hat das stundenlange Ausharren vor dem Rechner, wenn es um Dinge geht, „die etwas mit gemeinsamen Aktionen am Rechner und mit Vernetzungen zu tun haben“. Der gemeinschaftliche Gedanke ist also laut der Studie am wichtigsten für die User. Ein weiteres Ergebnis war aber auch die völlig unterschiedliche Motivation von „Hackern“ und „Crackern“, die beide unerlaubt in geschützte Systeme eindringen, dabei aber von völlig gegensätzlichen Anreizen angetrieben werden.

    Die mehrheitlich männlichen PC-User (87 Prozent) lassen sich nun in drei Typen unterscheiden: Die zweckorientierten Nutzer stellen mit 58 Prozent mehr als die Hälfte dar und sind die typischen Freizeitbastler, die gerne Zeit für die Optimierung ihres Rechners aufbringen. Die zweite Gruppe der selbstbezeichneten „Hacker“ (22 Prozent) liebt es, in der Freizeit fremde Systeme zu überwinden, um eventuell Informationen für alle offen zu legen. Das bezweckt die dritte Gruppe auch, nur haben die „Cracker“ (20 Prozent) zweifelhafte Absichten, wenn sie in Systeme eindringen und dort Schaden anrichten, indem sie Informationen verändern oder zerstören. Deshalb muss zwischen den beiden letztgenannten „Hackern“ und „Crackern“ eine Unterscheidung gemacht werden: Beide legen zwar einiges Engagement an den Tag, in geschützte Systeme einzudringen, doch unterscheiden sie sich in ihrer jeweiligen Motivation völlig. Während die „Hacker“ laut der Studie durch Kompetenzfreude angetrieben werden und dadurch eine größere Expertise erlangen können, handeln die „Cracker“ andererseits mehr aus einer „rebellischen Illegalität“ motiviert heraus. Doch destruktive Energie sei oft weniger freudvoll und effizient, so Rheinberg.

    Hat eigentlich jemand unter den LeserInnen an dieser Befragung mitgemacht?

    [via]

    14. Juni 2006
  • : US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Netz-Neutralität
    US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Netz-Neutralität

    Das US-Repräsentantenhaus hat gestern mit 269 zu 152 Stimmen einen Gesetzantrag abgelehnt, mit dem das Ürinzip der Netz-Neutralität fest geschrieben werden sollte.

    Intern.de: ‚Net Neutrality’ gescheitert.

    Doch das Lobbying gerade der großen Telefon- und Kabelgesellschaften scheint erfolgreicher gewesen zu sein. Überhaupt können sich diese Firmen nicht über das Gesamtpaket „H.R. 5522“ beschweren, das vom Repräsentantenhaus mit 321 zu 101 Stimmen angenommen wurde. Denn dieser Gesetzespaket ebnet für die Gesellschaften unter anderem den Weg in die Fernsehwelt. Das neue Gesetz, das auch vom Weissen Haus schon gutgeheißen wurde, dereguliert den Zugang zu diesem Markt.

    Technology Review: Netzneutralität: Holzauge sei wachsam.

    Es geht hier im Übrigen nicht um Marktgiganten von Google, die ausgeblendet werden sollen, wenn sie nicht im Sinne der Telkos spuren. Nein, ein „tiered Internet“, in dem womöglich nichtzahlenden Site-Betreibern nur die Kriechspur bleibt, haut den neuen Internet-Firmen und kleinen Webdiensten auf den Kopf, die derzeit in ungeahnter Anzahl erneut erblühen. Es geht auch um nutzergenerierte Inhalte wie Weblogs, die auf der Strecke bleiben könnten, wenn das Netz in die Bereiche „Webserver hat bezahlt“ / „Webserver hat nicht bezahlt“ eingeteilt würde. Mit dem Ende der Netzneutralität bzw. einer fehlenden Festschreibung derselben könnte sich außerdem die Zensurfalle öffnen: Wenn die Provider tatsächlich erst einmal bestimmen, was die Nutzer sehen dürfen, haben zum Beispiel gegenüber der Betreiberfirma kritische Blogpostings womöglich keine Chancen mehr.

    CNet: House rejects Net neutrality rules.

    The U.S. House of Representatives definitively rejected the concept of Net neutrality on Thursday, dealing a bitter blow to Internet companies like Amazon.com, eBay and Google that had engaged in a last-minute lobbying campaign to support it.

    CNet: New Net neutrality plan may ruffle feathers.

    Internet companies that have been lobbying for stiff Net neutrality regulations might be having second thoughts right about now.

    Vor der Entscheidung hatte die Washington Post ein sehr lesenswertes Plädoyer von Lawrence Lessig und Robert W. McChesney für Netz-Neutralität publiziert: No Tolls on The Internet.

    Congress is about to cast a historic vote on the future of the Internet. It will decide whether the Internet remains a free and open technology fostering innovation, economic growth and democratic communication, or instead becomes the property of cable and phone companies that can put toll booths at every on-ramp and exit on the information superhighway.

    Neben der zivilgesellschaftlichen Kampagne „Save the Internet“ hatten sich viele Internetfirmen und wneige NGOs noch zur Kampagne „It’s our Net“ zusammen geschlossen.

    9. Juni 2006 6
  • : Der Video-Podcast zur WM: Morgen startet das WMStudio06
    Der Video-Podcast zur WM: Morgen startet das WMStudio06

    Was die Kanzlerin kann, können wir schon lange: Morgen startet WMStudio06 – Unser Video-Podcast zur WM. Das Projekt ist als Spassidee entstanden, da ein Teil von newthinking communications verrückt nach Fussball ist und der andere Teil sich mehr fürs Internet und neue Kommunikationstechnologien interessiert. Mit dem WMStudio bekommen wir beides kombiniert und überleben die WM in der Mitte Berlins.

    Jeden Tag um 15 Uhr geht eine neue Folge der Show online. Mit „Teddy Turbo“ aka Christian Ahlers von den „Good Old Boys and Girls“ haben wir einen professionellen Schauspieler als Moderator (und seine Schreiber dazu), der nicht nur die Spiele kommentieren wird, sondern auch den etwas anderen Blick auf das WM-Geschehen wagt.

    In Analogie zum offiziellen WM-Motto „A time to make friends“ steht die Show unter dem Motto „A time to make sense“. Im Online-WM-Studio wird es neben den Spielkommentaren auch Expertengespräche, Taktikanalysen, eine Presseschau sowie den „WM-Artikel des Tages“ geben. Dabei können wir sogar auf eine Bluebox zurückgreifen, die hier nebenan bei den Jungs und Mädels von eitelsonnenschein berlin steht und die bei dem Projekt auch mitwirken. Insgesamt sind mehr als fünfzehn Personen damit mehr oder weniger befasst.

    Beim wmstudio06 setzen wir konsequent auf Offene Standards – Zumindest soweit das geht. Die Produktion und Schnitt läuft komplett mit Freier Software. Wir greifen dabei hauptsächlich auf Kino, Cinelerra, Audacity, Inkskape und Gimp zurück und wollen damit auch zeigen, dass professionelle Videoproduktion mit Freier Software Realität ist. Als Videoformat wird es neben MP4 auch das sympathische und nachhaltige Ogg Theora-Format geben. Von mir aus hätten wir dies auch in den Feed eingebunden, aber dann würden sich alle Apple- und Windows-Nutzer beschweren. Schade eigentlich, so kommt der Feed leider nur mit MP4. (Mal schauen, vielleicht gibts noch einen Extra-Feed mit Ogg Theora). Für den Player hätten wir gerne eine andere Lösung als Flash gefunden, aber hier haben zwei Wochen testen nur gezeigt, dass es immer noch keine zufriedenstellende plattformübergreifende Lösung gibt. Und meine Entscheidung war dann, dass wir lieber den Besten der getesteten Player nehmen als gar keinen.

    Aber die Verbindung von freien Formaten und offenen Lizenzen dürfte bei der bewegten WM-Berichterstattung einzigartig sein. Ausserdem ist alles „on demand“ – Broadcast-InternetTV war gestern. :)

    Bis zum 9. Juli finden sich täglich ab 15 Uhr auf www.wmstudio06.de neue Inhalte zum Download . Alle Videos stehen unter einer Creative Commons Lizenz – das Kopieren und Weiterverbreiten ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Auch wenn es eine restriktive CC-Lizenz ist, wird wohl niemand etwas gegen Mash-Ups etwas haben. Alle Videos werden selbstverständlich in verschiedenen Formaten zur Verfügung gestellt, damit niemand ausgeschlossen wird. Vermutlich wird es auch noch eine Mobile-Version geben.

    Der Trailer ist schon online (OGG / MP4) und da einige Blogs schon drauf verlinken, gibts die Vorankündigung schon heute. Heute Abend basteln wir noch weiter dran, auf unserem internen Server siehts schon viel weiter aus. Und morgen um 15 Uhr ist dann die erste Show online.

    8. Juni 2006 5
  • : Verlinkung von „Online-Videorecordern“ abgemahnt.
    Verlinkung von „Online-Videorecordern“ abgemahnt.

    Wieder so eine Abmahnung-wegen-Weblink-Geschichte, die man vor 3 oder 4 Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte.

    Erneut hat es dabei einen Ex-Chef von mir erwischt: Ich habe nämlich irgendwann mal für den cinefacts.de-Vorläufer dvd-inside.de geschrieben. Wobei, den Namen darf man ja nun auch nicht mehr erwähnen, weil nur Intel inside sein darf (inzwischen aber wohl nicht mehr will).

    Jedenfalls hat der gute Darius nun Anfang Juni eine Abmahnung von RTL dafür kassiert, dass er für einen Anbieter von „Online-Videorecordern“ geworben und dessen Netzangebot verlinkt hatte.

    8. Juni 2006 2
  • : Kennzeichnungspflicht für DRM
    Kennzeichnungspflicht für DRM

    In Grossbritanien ist die parlamentarische „All Party Internet Group“ mit Interessanten Vorschlägen an die Öffentlichkeit gegangen, wie man mit DRM umgehen sollte (PDF). Eine ihrer Kernforderungen ist die Kennzeichnungspflicht für DRM-Erzeugnisse. Eine sehr sinnvolle verbraucherpolitische Forderung, die für mehr Transparenz sorgen kann.

    Key points of the report:

    * A recommendation that the Office of Fair Trading (OFT) bring forward appropriate labelling regulations so that it will become crystal clear to consumers what they will and will not be able to do with digital content that they purchase.
    * A recommendation that OFCOM publish guidance to make it clear that companies distributing Technical Protection Measures systems in the UK would, if they have features such as those in Sony-BMG’s MediaMax and XCP systems, run a significant risk of being prosecuted for criminal actions.
    * A recommendation that the Department of Trade and Industry investigate the single-market issues that were raised during the Inquiry, with a view to addressing the issue at the European level.
    * A recommendation that the government do not legislate to make DRM systems mandatory.
    * A recommendation that the Department for Culture, Media and Sport review the level of funding for pilot projects that address access to eBooks by those with visual disabilities and that action is taken if they are failing to achieve positive results.
    * A recommendation that the Department of Trade and Industry revisit the results of their review into their moribund “IP Advisory Committee” and reconstitute it as several more focused forums. One of these should be a “UK Stakeholders Group” to be chaired by the British Library.
    * A recommendation that the Government consider granting a much wider-ranging exemption to the anti-circumvention measures in the 1988 Copyright, Designs and Patents Act for genuine academic research.
    * A recommendation that having taken advice from the Legal Deposit Advisory Panel, the Department for Culture, Media and Sport hold a formal public consultation, not only on the technical details, but also on the general principles that have been established.

    Ich weiss ja, es ist total naiv, sich einen solchen Forderungskatalog oder generell das notwendige Bewusstsein von unserem Unterausschuss Neue Medien im Bundestag zu wünschen. Und unser Bauernminister Seehofer geht sicher früher in Rente als dass er mal die verbraucherpolitische Relevanz des Themas erkennt. Schade eigentlich. Aber ich lasse mich gerne auch vom Gegenteil überzeugen.

    Auf jeden Fall sei hier nochmal der Report als PDF verlinkt.

    Die BBC berichtete über die Initiative: MPs in digital downloads warning. Und ansonsten sei hier noch auf einen Bericht der Open Rights Group verwiesen: Launch of the APIG report on DRM.

    7. Juni 2006 5