Informationstechnologie
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: Erdbeben in Taiwan: Details zu Unterseekabeln
: Erdbeben in Taiwan: Details zu Unterseekabeln Während berichtet wird, dass sich nach dem Erdbeben vor der Küste Taiwans Bandbreite und Telefonverbindungen von und nach Asien durch neue Routen wieder beginnen zu erholen, finde ich die technischen Details interessant.
Chunghwa Telecom, größter Telekommunikationsanbieter in Taiwan, wird von Taipei Times zitiert:
Taiwan’s undersea communications cable system consists of seven lines extending from the northern and southern points of the island. The quake damaged the two southern lines. […] Damaged cables include the APCN2 cable and Sea-Me-We3 cables, Leng said. Eight STM‑1 cables from Okinawa and 4 STM‑1 cables from Shanghai are acting as backup, Chunghwa said.
Etwa 30% der Kunden hatten wohl in der einen oder anderen Weise Probleme, bis hin zum Totalausfall in Richtung anderer asiatischer Länder. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Indonesien zeitweise (auch von Europa aus) schwer oder gar nicht zu erreichen war. Taipei dagegen hatte keine erkennbaren Probleme, alles lief schnell wie immer. Joi Ito zitiert und übersetzt dankenswerterweise auch eine Meldung der staatlichen China Telecom aus der Volksrepublik:
Affected by the earthquake, Sina-US cable, Asia-Pacific Cable 1, Asia-Pacific Cable 2, FLAG Cable, Asia-Euro Cable and FNAL cable was broken and cut up. The break-off point is located 15 km south to Taiwan, which severely affected the International and national tele-communication in neighboring regions.
Auch von China in die USA und anderswohin gab es Probleme. Dazu passt die Meldung von letzer Woche, dass neue 1.28Tbit/s‑Kabel bereits beschlossen sind und 2008 in Betrieb gehen sollen; Redundanz für bis 5.12TBit/s erweiterbare Bandbreite und immerhin etwas gesteigerte Ausfallsicherheit für etwa 500 Millionen US-Dollar.
Die Reparatur soll in wenigen Wochen geschafft werden, so wie beim letzten Ausfall eines 40 Gbit-Kabels 2001, das wohl gleich an 4 Stellen durch Fischerboote geschrottet wurde. Bis hierher scheint aber niemand verbindliche Zahlen zu haben, was die tatsächliche Anzahl der Kabel und der zu behebenden Schäden angeht (Channelnewsasia):
South Korea’s information and communication ministry said all six undersea fibreoptic cables off Taiwan were hit, causing major disruption.
Wie viele Kabel waren das nun? 8? 7? 6? Das dicke neue SEAMEWE 4 jedenfalls ist wohl nicht betroffen. Auch andere Telkos (und ihre User) in Asien haben Ausfälle, KDDI (Japan), China Netcom (VR China), Singtel (Singapore), PCCW (Hong Kong), und andere.
Die Wikinews geben einen Überblick hier. Und wir sollten nicht vergessen, dass 2 Menschen getötet und 42 verletzt wurden.
UPDATE: Die Schäden sind wohl größer als gedacht.
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: UK-Regierung finanziert Blade Runner – Studie
: UK-Regierung finanziert Blade Runner – Studie Lang lebe die Grundlagenforschung: Robots could demand legal rights.
Robots could one day demand the same citizen’s rights as humans, according to a study by the British government. If granted, countries would be obligated to provide social benefits including housing and even „robo-healthcare“, the report says. The predictions are contained in nearly 250 papers that look ahead at developments over the next 50 years.
Aber schön, dass Regierungen sich schonmal mit Roboterrechten auseinandersetzen.
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: Steinzeitdenken im Informationszeitalter?
: Steinzeitdenken im Informationszeitalter? Wolfgang KLeinwächter schreibt in Telepolis über den nationalen IT-Gipfel: Steinzeitdenken im Informationszeitalter?
Im Informationszeitalter ist „Top Down“ so etwas wie Steinzeitdenken. Wer auf diese Weise plant und agiert, hat noch nicht begriffen, dass die Hierarchien der Industriegesellschaft so in der Informationsgesellschaft nicht mehr funktionieren. Spätestens seit Manuel Castells Ende der 90er Jahre über die „Network Society“ geschrieben hat, sollte es eigentlich zu den Binsenweisheiten eines modern handelnden politischen Personals gehören, dass es die Netzwerke sind, aus denen die Dynamik sowohl der wirtschaftlichen als auch der gesellschaftlichen Entwicklung im 21. Jahrhundert kommt.
Die Bundeskanzlerin hat zwar im Potsdam immer wieder von Vernetzung gesprochen, aber offensichtlich ist damit nur eine bessere Telefonverbindung zwischen dem Minister und dem Vorstandsvorsitzenden gemeint. Die Netzwerke der Informationsgesellschaft sind hingegen offen und transparent, konstituieren sich von unten und lassen vor allem Raum für Innovation und Kreativität. Und die kommt häufig, wie alle die Internet-Erfolgsgeschichten der letzten Dekade zeigen – Yahoo, eBay, Amazon, Skype, Google, MySpace, Facebook, YouTube – von den „Enden“ des Netzwerkes und nicht aus der Zentrale einer Hierarchie.
Wenn die Betroffenen und Beteiligten nicht in die Netzwerke, von denen die Bundesregierung jetzt spricht, eingebunden sind, sondern in die Rolle von passiven Konsumenten gedrängt werden, denen man dann nur noch die hinter verschlossenen Türen gefällten Entscheidungen richtig erklären muss, der hat in der Tat noch nicht verstanden, dass die technische Revolution des Informationszeitalters weit reichende gesellschaftspolitische Implikationen hat.
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: Lobby-Initiative „Deutschland sicher im Netz“ ist jetzt ein Verein
: Lobby-Initiative „Deutschland sicher im Netz“ ist jetzt ein Verein Die Lobby-Initiative „Deutschland sicher im Netz“ hat jetzt einen Verein gegründet. Das klingt dann doch gleich etwas mehr als „gesellschaftliche Initiative“ und verdeckt etwas die beteiligten Unternehmen. Zu den Partnern gehören neben Unternehmen wie Microsoft, MSN (auch Microsoft) und SAP auch noch das Deutsche Kinderhilfswerk. Letzteres vermutlich als Feigenblatt.
„Der Verein versteht sich als zentraler Partner für die Politik, gesellschaftliche Gruppen und die Wissenschaft im Bereich Sicherheit in der Informationstechnik. In diesem Rahmen wird der Verein auch bei der Umsetzung von Initiativen der Bundesregierung im Bereich Sicherheit in der Informationstechnik unterstützend tätig, so insbesondere bei der Umsetzung des Nationalen Plans zum Schutz der Informationsinfrastrukturen im Bereich der Zielgruppen Bürgerinnen und Bürger sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen.“
Zu den Zielen zählt komischerweise nicht eine Produkthaftung für unsichere Software, wie sie eigentlich logisch wäre um die Ziele zu erreichen. Sondern eher die Vermittlung von mehr Rechnerkompatenz, um die Windows-PCs etwas sicherer zu bekommen, was der Hersteller nicht schafft. Bezeichnenderweise spammt mich die Microsoft Presseabteilung seit Gründung der Initiative mit dem Offline-Newsletter „Deutschland sicher im Netz“ regelmässig zu.
Als künftige Lobbythemen werden die folgenden genannt:
Der Verein wird seine Arbeit im nächsten Jahr vor allem folgenden Tätigkeitsfeldern widmen: Identitätsschutz, Datensicherheit und Jugendmedienschutz.
Das Impressum der Vereins-Webseite weist übrigens Microsoft als Herausgeber aus. Die Redaktion hat allerdings noch nicht mitbekommen, dass Jürgen Gallmann seit Oktober nicht mehr Geschäftsführer der Microsoft Deutschland GmbH ist.
Update: Bei Heise Security findet sich auch ein guter Kommentar: PR statt Sicherheit.
Mit seiner Unterstützung von Deutschland sicher im Netz (DSIN) lässt sich Innenminister Schäuble vor den PR-Karren von Microsoft & Co spannen. Denn um Sicherheit ging es dieser PR-Initiative immer erst in zweiter Linie. Sie wurde aus den PR-Budgets der beteiligten Firmen finanziert und das merkt man dem Ergebnis auch an.
[…]
Wenn Innenminister Wolfgang Schäuble dann erklärt: „Der Verein ‚Deutschland sicher im Netz’ bündelt die wichtigsten Akteure zum Thema IT-Sicherheit und wird zukünftig ein bedeutsamer Partner für Politik und alle gesellschaftlichen Gruppen sein“, wird mir angst und bange. Er verleiht damit nicht nur der unverblümten Produktwerbung einen quasi offiziellen Charakter – ungefähr so, als würde uns die ARD anstelle der Tagesschau künftig eine Dauerwerbesendung vorsetzen. Schäuble verkauft uns darüber hinaus eine Marketing-Show als wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit. Und das bringt den IT-Standort Deutschland mit Sicherheit nicht voran.Dazwischen gibt es noch ein paar Beispiele, wie (rein zufällig) Produkte der Initiativen-Partner auf der Webseite als Lösungen für mehr Sicherheit empfohlen werden. Natürlich in einer Form, die journalistisch und unabhängig erscheint. Und wer schaut schon ins Impressum, wenn der Innenminister die Initiative empfiehlt?
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: 10 Thesen für eine datenschutzfreundliche Informationstechnik
: 10 Thesen für eine datenschutzfreundliche Informationstechnik Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, hat aus Anlass des gestrigen IT-Gipfels der Bundesregierung (zu dem er nicht eingeladen war) ein Thesenpapier zur datenschutzfreundlichen Gestaltung von Informationstechnik veröffentlicht. Das wäre wirklich eine Sache, die sich die Gipfelstürmer mal hinter die Ohren schreiben könnten. Deutschland hat im Bereich Datenschutz weltweit immer noch einen extrem guten Ruf und ist beim kürzlichen Ländervergleich von Privacy International sogar auf dem ersten Platz gelandet (ja – woanders scheint es noch schlimmer zu sein mit dem Ausbau des Überwachungsstaates). Sogar in den traditionell datenschutz-skeptischen USA wird immer lauter nach entsprechenden Maßnahmen gerufen, weil das Kundenvertrauen schwindet und ständig riesige Datenbanken offen rumstehen oder Laptops verloren gehen. Hier könnte man glaubwürdig und ohne großen Aufwand das Label „Made in Germany“ durch datenschutzfreundliche IT-Produkte und Dienste aufwerten.
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: EPD über das Radio von Morgen
: EPD über das Radio von Morgen Der Evangelische Pressedient (EPD) sucht das Radio von Morgen: Intermedial und crossaktiv – Wie der Hörfunk von morgen aussehen könnte.
Denn die Nachfolgetechnologie DMB (Digital Multimedia Broadcasting) soll die vorhandene DAB-Infrastruktur, in die viel Geld investiert wurde, nutzen. Auch DVB‑H (Digital Video Broadcast Handheld), das auf DVB‑T aufsattelt und vornehmlich mit „Handy-TV“ in Verbindung gebracht wird, erweist sich als hörfunktauglich und vermag, ebenso wie DMB, neben Audio- auch Videosignale zu verarbeiten. Gleichfalls auf dem Handy, bislang allerdings nur auf wenigen Geräten der Marke Nokia, ist das so genannte UMTS-Radio zu empfangen, das sich breitbandigen Mobilfunk zunutze macht.
Überdies steht mit DRM (Digital Radio Mondiale) ein weltweiter Digitalrundfunk für die Lang‑, Mittel- und Kurzwelle bereit, was aber selbst in Fachmärkten mit dem Digital Rights Management verwechselt wird. Und zu guter Letzt versucht man augenblicklich mit DXB (Digital Extended Broadcasting) in einem Modellversuch der Fraunhofer Gesellschaft, DMB und DVB‑T zu versöhnen. Niemand blickt noch durch. Alle bedauern es. Doch keiner vermag dem seltsamen Treiben Einhalt zu gebieten.
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: Island kurzfristig ohne Netz
: Island kurzfristig ohne Netz Ob das einen Geburtenanstieg gebracht hat, dürfte sich in neun Monaten rausstellen: Kabelbruch im Atlantik koppelt Island vom Internet ab.
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: Berichte vom IT-Gipfel der Bundesregierung
: Berichte vom IT-Gipfel der Bundesregierung Hier ist der Live-Stream von den öffentlichen Teilen (der nächste um 15:00). Phoenix wird um 17:00 berichten, u.a. von Merkels Rede und der Diskussion mit den Studenten.
Die studentischen Podcasts vom Hasso-Plattner-Institut scheinen vor allem die Firmenbosse wiederzugeben und ansonsten ihr Institut zu vermarkten – es gibt massig Einträge mit dem Titel „HPI-Studenten richten ein persönliches Statement an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel“. Die Kanzlerin kommt allerdings selber erst am Mittag nach Potsdam.
Heise berichtet von der Eröffnung. Angela Merkel hat offenbar nichts verpasst. Kurz die schlimmsten Highlights: Hasso Plattner (SAP) fordert Atomkraft für Serverfarmen und dass Reichtum als cool angesehen wird. Matthias Platzeck sagt, dass wir uns wieder „in den Fortschritt verlieben“ müssen. Bitkom-Präsident Willi Berchtold will Embedded Systems, Biometrie, IT-Services, mobiles Fernsehen und DRM, dazu von der Bundesregierung die „verstärkte Bereitstellung von Finanzmitteln“. Bei den Nenngrößen für die Branche nannte er „die Anzahl an Patenten“. Michael Glos will den Mittelstand fördern (der allerdings nicht eingeladen wurde).
Die FSFE hat fix auf die DRM-Vorschläge der BITKOM reagiert.
Nach den Grünen haben auch die anderen Oppositionsfraktionen im Bundestag das Thema jetzt entdeckt. Der Linkspartei-Abgeordnete Michael Leutert kritisiert,
dass “ wieder mal nur ein elitärer Kreis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingeladen wurde“. Spätestens mit dem Erfolg von web 2.0 müsste auch der Bundesregierung klar sein, dass erfolgreiche Innovationen in der Informationsgesellschaft nicht durch eine Politik im kleinen Zirkel befördert werden.
Die technologiepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ulrike Flach, hält den IT-Gipfel für „reine Show“, ist sich aber offenbar nicht sicher, was man besser machen sollte. Einerseits wird der Gipfel als „Staatsaktivismus“ kritisiert, andererseits endet sie mit der Forderung, dass „der IT-Gipfel vor allem zu Vereinbarungen mit den Ländern und Kommunen über die Modernisierung der Schulen und Verwaltungen führen“ müsse.
Die dpa-Meldung zum Gipfel geht ebenfalls kaum auf Inhalte ein. Erwähnt werden lediglich der Fachkräfte-Mangel in Deutschland, die geplante Milliardenföderung der Bundesregierung und die Kritik des Bundesdatenschutzbeauftragten. Zum letzten Punkt: Noch mehr Datenschützer beschweren sich darüber, dass sie nicht einbezogen wurden.
Die Pressemitteilung der Bundesregierung ist noch inhaltsleerer: „Ziel ist es, den Technologie-Standort Deutschland zu stärken und die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen.“
Die Welt geht kurz auf das Gezerre hinter den Kulissen im Vorfeld des Gipfels ein, „inwieweit politische Versäumnisse der Bundesregierung beim Namen genannt werden dürfen“, und schließt ganz trocken mit der Feststellung:
Der IT-Gipfel findet am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam statt. Es ist das bisher einzige deutsche Uni-Institut, das sich vollständig privat finanziert. Möglicherweise ist dies das wichtigste Signal, das die Bundesregierung senden will.
Ein konkretes Projekt wurde am Rande des Gipfels angekündigt: Angela Merkel plant einen einheitlichen Notruf 115 bei Behördenärger. Ob man da auch fragen kann, warum die Vorbereitung des IT-Gipfels so abgeschottet gelaufen ist und sich auf wenig innovative Themen bezieht?
Ausserdem berichtet eine dpa-Meldung über die „Jugendschutz“-Erkenntnisse des von AOL gegründeten „Sicherheitsrates“, die heute morgen vorgetragen wurden und mal wieder technische Filterlösungen statt Erhöhung der Medienkompetenz vor sich her tragen.
In eigener Sache: Neben Markus Beckedahl ist heute auch Olga Drossou zur Kritik der Zivilgesellschaft am Gipfel interviewt worden.
Den schönsten Kommentar bringt übrigens die Financial Times Deutschland, die sich grundsätzlich mit dem „Gipfelchen“-Unwesen der deutschen Politik auseinandersetzt:
Merkels Gipfelpolitik produziert nicht nur viele schöne Fototermine, sie setzt auch eine bereits unter ihrem Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) erprobte Herrschaftsmethode auf höherer Ebene fort. Während Schröder die Arbeit des Gesetzgebers an Kommissionen und runde Tische ausgliederte, lässt Merkel diese Aufgaben von Arbeitsgruppen und Elefantenrunden erledigen. Die Abgeordneten müssten eigentlich Sturm laufen gegen ihre schleichende Entmachtung. Entscheidungen werden nicht mehr im Parlament getroffen, sondern von der Regierung im Einvernehmen mit Lobbygruppen oder den Koalitionsspitzen. Die Abgeordneten dürfen die Beschlüsse der Spitzentreffen nur noch durchwinken. Eine „Krise des Parlamentarismus“ nannte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, diesen Zustand treffend. Die Abgeordneten scheint es nicht zu stören, sie halten still.
Update: Heise hat jetzt auch eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
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: Kritik an IT-Gipfel im Radio
: Kritik an IT-Gipfel im Radio Eben hat mich WDR5 zu unserer Kritik am IT-Gipfel der Bundesregierung interviewt. Das Gespräch wird wohl gegen 13:15h auf WDR5 und NDR1 übertragen und ist ca. fünf Minuten lang.
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: Bitkom: DRM-Markt ist klein und unbedeutend
: Bitkom: DRM-Markt ist klein und unbedeutend Bitkom hat eine Studie mit sechs Technolgie-Zukunftsfeldern erstellt, die neue Jobs schaffen sollen. Das ist eigentlich nicht weiter interessant, allerdings verwunderte mich gerade folgendes:
6. Digitales Rechtemanagement: Es schützt die Urheberrechte an digitalen medialen Inhalten und ermöglicht ihre individuelle Verwertung und Abrechnung. Dieser Markt wird weltweit von rund 500 Millionen Euro in 2005 auf 2 Milliarden Euro im Jahr 2010 wachsen.
Ob man für einen weltweiten kleinen Markt von zwei Milliarden Euro in 2010 die ganzen Kollateralschäden für eine digitale Umgebung in Kauf nehmen muss?
Hier ist die Studie als PDF.
Ansonsten gibt es noch so schöne Formulierungen wie diese auf Seite 28:
„Als erheblichen Standortnachteil betrachten die Branchenteilnehmer derzeit die hiesigen Bestimmungen zum Datenschutz. Restriktionen ergeben sich hier insbesondere für eine grossflächige zivile Nutzung, beispielsweise im Bereich der Einreisekontrolle oder bei Automatisierungskontrollen für die Kunden privatwirtschaftlicher Unternehmen: Ohne explizite Einwilligung der betreffenden Personen dürfen biometrische Merkmale derzeit nicht genutzt werden.“
Ah ja…
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: Freie Software durchbricht Barrieren
: Freie Software durchbricht Barrieren Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) stützt in der Studiensammlung „Breaking Barriers“ die These der vorteilhaften Nachhaltigkeit des Einsatzes von freier und quelloffener Software (FOSS) in Entwicklungsländern. In „Breaking Barriers“ werden 14 Entwicklungsprojekte vorgestellt, in denen FOSS beim sozio-ökonomischen Aufbau hilft und Menschen die Möglichkeiten zur Selbstbestimmung bietet. In der Publikation werden die Vorteile, die Herausforderungen und die dadurch gelernten Lektionen herausgestellt.
Der Fokus der betrachteten Fälle liegt allerdings nicht in der speziellen Entwicklung bestimmter FOSS-Anwendungen, sondern in der Benutzung von FOSS als Mittel, um die primären Ziele der Projekte zu erreichen. So kümmert sich zum Beispiel LexUM um die freie Erreichbarkeit von Gesetzestexten in Burkina Faso, AgriBazaar um die Erstellung einer Handelsplattform für Bauern in Malaysia, OSCAR um die Identifikation und Kontrolle von Weizen in Bangladesh, Indien, Nepal und Pakistan – und Sahana um das Management von Katastrophen in Sri Lanka.
Diese Fallstudien können als Inspiration für Organisationen und Einzelne, die armen Gemeinschaften helfen, Informations- und Kommunikationstechnologien zu verwenden, dienen, weil sie demonstrieren, dass FOSS eine wichtige Rolle dabei spielen kann, Menschen zu ermächtigen, ins Informations- und Internetzeitalter zu gelangen. Und wie es sich für eine Publikation gehört, deren Wissen allen Menschen helfen soll, wurde die Publikation unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.
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: Das Web 3.0 und die Daten-Maut
: Das Web 3.0 und die Daten-Maut Eine schöne Beschreibung der Debatte rund um die Netzneutralität gibt es von Frank Patalong bei Spiegel-Online zu lesen: Der böse Traum vom Zwei-Klassen-Internet.
Das wichtigste Argument gegen den Wegfall der Net Neutrality ist aber, dass dies den Status Quo im Netz zementieren würde: Wer Geld hat, hätte weiter Chancen auf Erfolg, wer keines hat, stünde auf dem Abstellgleis. Die Erfolgsgeschichten von heute reichen Unternehmen wie Amazon, Yahoo, Google, eBay, MySpace oder YouTube hätten unter solchen Bedingungen womöglich nie stattgefunden. All dies waren Firmengründungen durch pfiffige Jungunternehmer mit guten Ideen, während um sie herum viele der oft mediokren Ausgründungen finanzstarker Unternehmen im digitalen Orkus verschwanden.
Das ist Survival of the Fittest, wie man es sich wünscht. Was die Telkos offenbar weltweit planen, wäre dagegen Survival of the Richest.
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: Wahlcomputer-Debatte in der SZ
: Wahlcomputer-Debatte in der SZ Auf Sueddeutsche.de gibt es heute ein Update der allgemeinen Wahlcomuter-Debatte. Für aufmerksame Leser dieses Blogs gibts da nichts neues, aber eine gute Zusammenfassung der letzten Wochen: Einzelne Wahlcomputer sind manipulierbar – System der kollektiven Sicherheit.
Die Sicherheit komme durch die menschlichen Kontrollen: die Geräte stünden im Wahllokal unter ständiger Aufsicht und würden ansonsten vom Staat sicher verwahrt. Ein System der kollektiven Sicherheit sozusagen. Und dann verweist Schluze Geiping noch auf den Abschreckungseffekt: „Eine Manipulation der Geräte, egal an welcher Stelle im Prozess, ist gesetzeswidrig und wird strafrechtlich verfolgt.“
Dennoch ist man auch in Deutschland ins Grübeln gekommen. „Wir würden jetzt, in dieser neuen Lage, dem Innenministerium nicht mehr raten, die Erklärung, dass die Geräte noch ausreichend sicher sind, ohne Einschränkung abzugeben“, sagte Dieter Richter, Fachbereichsleiter „Metrologische Informationstechnik“ bei der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in einem c’t‑Interview zu dem spektakulären Hack.
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: The Politics of „Identity Governance“
: The Politics of „Identity Governance“ Ralf Bendrath hat in seinem Blog einen lesenswerten englisch-sprachigen Beitrag zum Thema „The Politics of „Identity Governance““ veröffentlicht.
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: 8. ITU Internet Report: digital.life
: 8. ITU Internet Report: digital.life Mal wieder Studien-Futter: Der 8. ITU Internet Report ist mit dem Titel „digital.life“ veröffentlicht worden.
Prepared especially for ITU TELECOM World (December 4–8 2006 in Hong Kong), the 8th in the series of ITU Internet Reports, entitled digital.life, begins by examining the underlying technologies for new digital lifestyles, from network infrastructure to value creation at the edges. In studying how businesses are adapting to fast-paced digital innovation, the report looks at how they can derive value in an environment driven by convergence at multiple levels. Moreover, a great challenge lies in extending access to underserved areas of the world. In light of media convergence, a fresh approach to policy-making may be required, notably in areas such as content, competition policy, and spectrum management. And as our lives become increasingly mediated by digital technologies, digital identities (both abstract and practical) take on a new dimension. Concerns over privacy and data protection do not seem to be sufficiently addressed by today’s online environments. In this context, the report examines the changing digital individual, and outlines the need for improving the design of identity management mechanisms for a healthy and secure digital world.
Es gibt ein Executive Summery (PDF) und die ganze Studie (PDF), sowie HTML-Versionen der einzelnen Kapitel auf der Webseite.
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: Donnerstag: Datengarten zu Chipkarten im CCCB
: Donnerstag: Datengarten zu Chipkarten im CCCB Am kommenden Donnerstag gibt es im Chaos Computer Club Berlin wieder einen Datengarten, diesmal zum Thema „Chipkarten“:
Das Thema Chipkarten ist komplex, wer in die Thematik einsteigen will, muss sich erst einmal durch einen Wust von Normen und Protokollen durcharbeiten? Wir zeigen am Donnerstag, dem 07.12.06 um 20.00 Uhr, dass Chipkarten gar nicht so kompliziert sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Wir zeigen, was hinter Telefon, Krankenversicherten, Geld und PayTV Karten steckt. Zum Abschluss gibt es einen Workshop, wo jeder mal mit einer Chipkarte an unserem Chipkartenmessplatz herumprobieren kann. Also sei dabei, wir freuen uns auf dich!
Schau auch mal unter: http://www.runningserver.com! Dort stehen jetzt schon viele Downloads zum Thema Chipkarten bereit!
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: From Counterculture to Cyberculture: the Rise of Digital Utopianism
: From Counterculture to Cyberculture: the Rise of Digital Utopianism Bei AudioBerkman gibt es einen interessanten neuen Audio-Beitrag: „From Counterculture to Cyberculture: the Rise of Digital Utopianism“.
Fred Turner of Stanford University on “From Counterculture to Cyberculture: the Rise of Digital Utopianism.” In the early 1960s, computers haunted the American imagination. Bleak tools of the cold war, they embodied the rigid organization and mechanical conformity that made the military industrial complex possible. But by the 1990s—and the dawn of the Internet—computers represented a very different kind of world: a collaborative and digital utopia modeled on the communal ideals of the hippies who so vehemently rebelled against the cold war establishment in the first place.
Fred Turner explores this extraordinary and ironic transformation by tracing the previously untold story of a highly influential group of San Francisco Bay–area entrepreneurs who made the connections between San Francisco “flower power” and the emerging technological hub of Silicon Valley. Thanks to their vision, counterculturalists and technologists alike joined together to reimagine computers as tools for personal liberation, the building of virtual and decidedly alternative communities, and the exploration of bold new social frontiers.
Und hier ist die MP3-Datei.
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: Tim O´ Reilly im SpOn-Interview Teil 2
: Tim O´ Reilly im SpOn-Interview Teil 2 Spiegel-Online hat heute Teil 2 des Interviews mit Tim O’Reilly zu Web 2.0 veröffentlicht: 3D-Drucker werden unser Leben verändern.
Auch im zweiten teil wird deutlich, dass in der Diskussion um „Web 2.0“ viel von Open-Source-Strategien gelernt werden kann:
SPIEGEL ONLINE: Herr O’Reilly, in jüngster Zeit wird immer wieder die Qualität von Online-Communitys wie Wikipedia oder der Nachrichtenseite digg diskutiert. Letztere hat zum Beispiel sehr gut informierte, technikaffine Nutzer, die oft wirklich Interessantes und Neues ausgraben. Doch wenn die Seite vom Mainstream überrannt würde, wäre es damit schnell vorbei. Kann man solche Entwicklungen kontrollieren?
Tim O’Reilly: Sehen Sie sich die Entwicklung der Communitys zu Open-Source-Software an. Die haben in diesem Bereich eine lange Tradition und sind deshalb ein gutes Beispiel. Dort gibt es ein abgestuftes System – und Wikipedia hat davon einiges übernommen, was eine kluge Entscheidung war. Jeder kann einen Vorschlag machen, zum Beispiel einen Bericht über einen Programmierfehler oder einen Patch einreichen. Aber der wird dann erst genutzt, wenn jemand im inneren Kreis sagt: „Oh, der ist gut, den wende ich jetzt an.“ Man wird in diesen inneren Kreis nur eingeladen, wenn man genügend Nützliches beigesteuert hat.
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: Italien scheint Wahlcomputer-Experimente zu stoppen
: Italien scheint Wahlcomputer-Experimente zu stoppen Italien scheint alle Experimente mit Wahlcomputern zu beendigen, wie agi.it verkündet: Elections: Amato, stop to electronic voting.
“We decided to stop the electronic voting machine“. Interior Minister Giuliano Amato announced this during a conference organised by the Assirm, the association of institutes for market research, surveys and social research.
Amato explains: “During the 2006 elections we experimented with the machines as a voting system, and not a system that counts the sections, without any reference to the legally valid votes. Now that we arrived at the point in which we decide to continue, passing from the experimental phase to the implementation, using the machines for the counting as well, it is obvious: we decided to stop. It is a suggestion that came from the ministerial offices, I presented it to Prodi expressing my opinion as well, the Premier agreed. It will be the triumph of our ancestors, but for someone of my generation it isn’t unpleasant either. Let’s stick to voting and counting physically because less easy to falsify“.
[via]
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: Seth Schoen bei der Fulbright Chair Speaker Series
: Seth Schoen bei der Fulbright Chair Speaker Series Gestern war Seth Schoen bei der von Cory Doctorow organisierten „Fulbright Chair Speaker Series“.
Cory Doctorow, the U.S. – Canada Fulbright Chair in Public Diplomacy, welcomed Seth Schoen, the first ever staff technologist for the Electronic Frontier Foundation. Schoen is a polymath expert in cryptography, security, international policy, copyright, digital television, and other subjects too numerous to mention. He has testified and prepared expert evidence for many of the most important cyber law cases in the past five years. He also maintains the popular Bootable Business Card Linux distribution and is the author of the notorious DeCSS Haiku – a series of poems that added up to a technical violation of the Digital Millennium Copyright Act, for they could be used to decrypt scrambled DVDs.
Die erste Stunde gibts als MP3 und auf der Webseite als Video.
Seth wird auf dem 23c3 über „DRM comes to European digital TV – How the DVB project is locking down TV standards and importing U.S. mistakes.“ sprechen. Und hier ist ein Netzpolitik-Podcast mit ihm zu Trusted Computing.