Informationstechnologie

  • : Easterhegg 2008 in Köln: Call for Participation
    Easterhegg 2008 in Köln: Call for Participation

    Über Ostern gibt es wieder das traditionelle Easterhegg, welches 2008 in Köln stattfindet. Das Easterhegg ist das jährliche Familientreffen des Chaos Computer Clubs. Es findet vom 21. (Karfreitag) bis 24. März (Ostermontag) 2008 im Bürgerhaus Stollwerk in Köln statt. Dazu wurde jetzt ein Call for Participation gestartet. Hier kann man eigene Beiträge einreichen. Diese Veranstaltung ist als Workshopwochenende gedacht, deshalb liegt der Fokus auf praktischer und angewandter Wissensvermittlung zum Lernen und Mitmachen.

    „Das Motto der Veranstaltung ist „Follow the white rabbit“. Von den spielerisch-erkenntnisphilosophischen Ansätzen in Lewis Carrols mathematischen Wunderland wird die Brücke geschlagen zum Abstieg hinein in den Kanninchenbau der technisierten Lebenswelt unter dem Einfluss von Technik und Wissenschaft als Ideologie. Alternativ darf auch ganz einfach mit viel Spaß am Gerät gehackt werden. Always yield to the hands-on imperative.

    Der letztmögliche Termin für die Einreichung ist Freitag, der 7. März 2008, Mitternacht MEZ. Eine Veröffentlichung des Easterhegg-Programms und die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis zum 14. März 2008.“

    20. Februar 2008
  • : Journalisten geschockt: Brockhaus bald im Internet
    Journalisten geschockt: Brockhaus bald im Internet

    Kürzlich wurde ja bekanntgegeben, dass der Brockhaus ab April ins Internet wandert und dass die aktuelle, 21. Printausgabe wohl die letzte auf Papier sein wird. Im heutigen Tagesspiegel ist dazu ein Artikel von Caroline Fetscher erschienen (auch online), der zu den schlechtesten Texten gehört, die ich in letzter Zeit lesen musste: Vollgestopft mit Klischees und Ressentiments gegen die ach so neuen Medien – und das Abendland geht natürlich auch mal wieder unter:

    Wo wird das Be-Greifbare, Haptische bleiben, das Element des wenigstens minimal weniger Entfremdeten? Wo ereignet sich dann noch das stille Aufdemteppichhocken im Licht der Lampe, das versunkene Blättern im dicken Buch, ohne Computersurren im Hintergrund? […]
    Ob und wie ein lexikalischer Hunger die von der Informationsflut verwirrte User-Community im Internet überhaupt auf diese Strecke führt, das wird die Brockhaus AG an den Klickraten messen können. Einstweilen befasst sich das Gros der Internet-User eher mit privaten Ebay-Geschäften und Online-Gebrauchtwagenanzeigen, mit Kochtipp-Websites, hypochondrischen Gesundheits-Chatrooms, Ressentiments verbreitenden Bloggern, Elektronik-Erotik, religiösen, fundamentalistischen, politisch-ideologischen Verschwörungstheorien anonymer Internet-Leader und haufenweise anderem Mist mehr.

    Argumente gibt es kaum; eigentlich könnte man im ganzen Text die Vokabeln umdrehen, um daraus ein Plädoyer für das Internet zu machen, ohne dass die Kausalität leiden würde. Hier geht es gar nicht darum, wie eine Enzyklopädie ihr Wissen anbietet: Zwischen den Zeilen steht die Angst einer Journalistin um das eigene Medium. Zurecht, wenn ich darüber nachdenke, mit meinem Abonnement für solche Artikel Geld zu bezahlen.

    14. Februar 2008 25
  • : CRE071: One Laptop Per Child
    CRE071: One Laptop Per Child

    Das Chaosradio Express 071 dreht sich um das „One Laptop Per Child“: „Der XO Computer kommt jetzt in die Hände europäischer Entwickler“. Zu Gast im virtuellen Studio von Tim Pritlove sind Aaron Kaplan und Chris Hager.

    Aaron Kaplan und Chris Hager sind Teil des Teams OLPC Austria, das sich die Unterstützung von Projekten rund um den XO-Computer des „One Laptop Per Child“-Projektes auf die Fahne geschrieben hat. Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutern sie die Zielsetzung von OLPC, die Geschichte und den aktuellen Stand des Projektes, die Technologie des XO-Computers und seines neuen User Interfaces „Sugar“, den Möglichkeiten der Förderung für Entwickler in Europa, die mit dem XO-Computer interessante Projekte realisieren möchten, die Probleme bei der Umsetzung des Vertriebs, die Funktionalität des eingebauten 802.11s Wireless Mesh Networkings und wie man den XO als eBook verwenden kann,

    Hier ist die MP3.

    12. Februar 2008
  • : Kabel-Abhängigkeit
    Kabel-Abhängigkeit

    Man glaubt ja gar nicht, dass ein Subkontinent wie Indien zu rund 60% an einem Untersee-Kabel ans Netz angeschlossen ist. Scheint aber so zu sein, denn das Kabel ist ausgefallen und damit sind bis zu 60 Prozent Indiens vom internationalen Datenverkehr abgeschnitten. Das Problem ist wohl im Mittelmeer aufgetreten. Ägypten hat daher zu ca. 70% auch kein Netz mehr. Soll in den nächsten Tagen gefixt werden.

    30. Januar 2008 4
  • : „Cyberkrieg“ gegen Estland: 1100 Euro Strafe
    „Cyberkrieg“ gegen Estland: 1100 Euro Strafe

    Erinnert ihr euch noch: Im Frühjahr 2007 wurden diverse Webseiten in Estland Opfer von DDOS-Attacken und waren zum Teil tagelang nicht erreichbar. Auslöser war ein Streit um ein russisches Denkmal. Die Sache hat damals sogar die NATO beschäftigt, die gerüchteweise kurz davor war, den gemeinsamen Verteidigungsfall auszurufen. Das Problem war nur die ganze Zeit: Verteidigungsfall gegen wen?

    Jetzt gibt es endlich Aufklärung in diesem absolut dramatischen „ersten Cyberkrieg“, wie Kevin Pulsen bei Wired berichtet:

    The attacker convicted today isn’t a member of the Russian military, nor is he an embittered cyber warrior in Putin’s secret service. He doesn’t even live in Russia. He’s an ethnic Russian who lives in Estonia, who was pissed off over that whole statue thing. The court fined him 17,500 kroons, or $1,620 dollars, and sent him on his way.

    Das sind umgerechnet 1108 Euro nach aktuellem Tageskurs. Eine gerechte Strafe für einen Angriff, der von vielen selbsternannten Experten mit einem Krieg gleichgesetzt worden war, bei dem aber am Ende nur ein paar Webseiten ein paar Tage nicht erreichbar waren. Gestorben ist deswegen genau niemand. Beruhigend, dass den Richtern hier nicht auch die Perspektive verrutscht ist.

    25. Januar 2008 3
  • : Das letzte Gefecht der elektronischen Gesundheitskarte?
    Das letzte Gefecht der elektronischen Gesundheitskarte?

    Die Taz berichtet über den Protest gegen die elektronische Gesundheitskarte: Das letzte Gefecht.

    Am Freitag wollen Ärzte, Patienten und Bürgerrechtler sich öffentlichkeitswirksam zu einem Bündnis gegen ein Stück Plastik zusammenschließen, das künftig Krankheiten, Allergien oder Röntgenbilder von Patienten ganz einfach zugänglich machen soll. Das letzte Gefecht um die Gesundheitskarte ist entbrannt. „Das Gesundheitsministerium will die Karte gegen alle Widerstände einführen“, sagt Silke Lüder von den Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs, „wir brauchen eine demokratische Diskussion.“ Ab 2008 wird die Karte in Deutschland schrittweise eingeführt. Bei dem Protest sind so gegensätzliche Organisationen wie der eher als links geltende Chaos Computer Club (CCC) ebenso dabei wie der konservative Virchowbund, einer der großen deutschen Ärzteverbände.

    24. Januar 2008 1
  • : Herzlichen Dank, dass ich heute hier sein kann.
    Herzlichen Dank, dass ich heute hier sein kann.

    Zeit-Online schliesst sich unserer Kritik am Merkel-Gates-Treffen und der Initiative für „IT-Fitness“ an und fragt, „warum lässt sich Angela Merkel vor den Lobby-Karren spannen?“: Lachende Menschen mit Computern.

    Wenn letztere nun gemeinsam mit deutschen Unternehmen – und der medienwirksamen Unterstützung der Bundeskanzlerin – Schüler „IT-fit“ machen will, heißt das im Klartext: Hier werden künftige Mitarbeiter im Umgang mit den Produkten von Microsoft unterwiesen.

    Passend dazu auch der letzte Satz aus der Rede von Angela Merkel auf der Microsoft-Produktshow:

    Herzlichen Dank, dass ich heute hier sein kann.

    24. Januar 2008 3
  • : DORKBOT.BLN „People are doing strange things with electricity.“
    DORKBOT.BLN „People are doing strange things with electricity.“

    Montag Abend gibt es in der c‑base in Belrin wieder das jährliche „DORKBOT.BLN „People are doing strange things with electricity.“ im Rahmen der Transmediale. Gestartet wird um 20:00 Uhr und der Eintritt beträgt 5 Euro. Als Mitglied der c‑base, bzw. als Inhaber eines Transmediale-Passes zahl mans nichts.

    c‑base the secret spacestation underneath Berlin invites you to its 5th annual dorkbot.bln meeting in co-operation with www.we-make-money-not-art.com. Hosted by Tim Pritlove (CCC).

    mikro.FM
    „Your friendly neighborhood micro transmitter network and how to join in.“ http://www.mikro.fm

    Fabienne „fbz“ Serriere
    Future Fabrics: construction techniques for wearables with flexible and washable circuitry. http://fabienne.us

    02L – Outside Standing Level
    „Unità Zero“ – An interactive set of five pads at power of two: 32 possible combinations of stunning videos and vibrating mixed audio sequences, triggered by stepping feet. www.02l.net/projects/interactive_set

    Letztes Jahr war es echt nett.

    24. Januar 2008 1
  • : Spiegel-Online Portrait von Joseph Weizenbaum zum 85.
    Spiegel-Online Portrait von Joseph Weizenbaum zum 85.

    Spiegel-Online portraitiert Joseph Weizenbaum zu seinem 85. Geburtstag: Der zornige alte Mann der Informatik.

    Weizenbaum zeigte sich damals entsetzt über die Wirkungen der Software und die grassierende Technikgläubigkeit unter den Kollegen. Er wurde daraufhin zum Häretiker seiner Zunft. Sein Credo ist der verantwortungsvolle Umgang mit Technologie. Jeder Wissenschaftler und Entwickler müsse sich fragen, welchem Zweck seine Erfindungen dienen und welche sozialen Konsequenzen sie haben. Dass das Internet als Militärtechnologie entwickelt wurde, vergessen für sein Empfinden viele viel zu schnell.

    Update: Dank für den Kommentar. In der Süddeutschen Zeitung steht heute ein Kommentar von Joseph Weizenbaum: Wir gegen die Gier.

    Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen. Dafür müsste die weltweite Gesellschaft allerdings zur Vernunft kommen.

    Update: Auch bei Heise: Schwarzweiß hat viele Farben: Joe Weizenbaum zum 85. Geburtstag.

    8. Januar 2008 4
  • : Erste Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung
    Erste Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung

    Aus einer Anwaltskanzlei:

    Ein möglicher Mandant sorgt sich zum Beispiel, er könnte sich Ärger eingehandelt haben. Wir reden über nichts, wofür die neuen Gesetze nach offizieller Lesart geschaffen wurden. Aber natürlich ist er vorsichtig, denn immerhin hinterlässt seine Kontaktaufnahme mit mir jetzt Datenspuren. Wer weiß, vielleicht begründet der Anruf bei einem Verteidiger, zu dem ja noch kein Mandat besteht und möglicherweise auch keines zustande kommt, ja demnächst sogar einen Anfangsverdacht. (…) In der Antwort liest sich das dann so:

    „Wenn Sie Sorgen wegen der Vertraulichkeit des Telefonats oder der Speicherung von Verbindungsdaten haben, können Sie oder eine Person Ihres Vertrauens die Beratungskosten auch vorab auf unser Konto einzahlen, zum Beispiel bar bei der Postbank. Ich müsste Sie dann am Telefon nicht nach persönlichen Daten fragen. Sie könnten mich zum Beispiel von einem öffentlichen Fernsprecher anrufen.“

    Aus einer Redaktion:

    Ein Kollege aus der Redaktion hat sich für morgen abgemeldet. Zwei bis drei Stunden lang werde er abwesend sein, schätzt er. Er muss nämlich zu einem Gespräch mit einem Informanten. Der will nicht mehr mit ihm sprechen. Zumindest nicht am Telefon. Er hat Angst davor, aufzufliegen. “Ist doch jetzt alles nachvollziehbar, und überhaupt“, sagte der Informant. Deshalb will er nur noch persönlich mit dem Redakteur seines Vertrauens reden. Möglichst in der freien Natur. Und sein Handy wird er dabei auch ausschalten. Weil ja gespeichert wird, wo er sich im Fall eines Anrufs aufhält.

    Bei ZAPP gab es vor einer Weile mal einen aufschlussreichen Bericht über die Lage von Journalisten in Belgien, wo die Vorratsdatenspeicherung schon länger in Kraft ist.

    Die Beispiele zeigen aber auch, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, die Vorratsdatenspeicherung zu umgehen. Hier tut sich gerade einiges. Von der Presse bekommen wir im AK Vorrat derzeit viele Anfragen in dieser Richtung, und die Sammlung von entsprechenden Tipps wird immer größer. Das Thema ist mittlerweile schon bei dpa und FTD gelandet. Beim Bremer Chaostreff werden wir auch gerade überhäuft von Anfragen politischer Gruppen, die ihre interne Kommunikation absichern wollen, und in der Hacker-Szene wird generell zur Zeit verstärkt an Darknets gebastelt.

    Da solche technischen Lösungen aber nicht für alle und immer zumutbar oder praktikabel sind, und da das Problem ein politisches und kein technisches ist, wird neben der Klage beim Verfassungsgericht der politische Protest weiter wichtig sein. Auch hier gibt es seit Sylvester neuen Schwung und viel Zulauf von besorgten Menschen, die sich nun auch wehren wollen.

    Nicht vergessen: Morgen (6.1.2008) ist die Demo „Was zählt ist Freiheit“ anlässlich des Schäuble-Besuchs in München.

    5. Januar 2008 21
  • : NetzpolitikTV 030: Andreas Krisch über RFID in Europa
    NetzpolitikTV 030: Andreas Krisch über RFID in Europa

    NetzpolitikTV 030 ist ein Interview mit Andreas Krisch von European Digital Rights (EDRi) über RFID-Regulierung in Europa. Das INterview ist ca.5 Minuten lang und liegt als OGG Theora, Flash und MP3 vor.

    [MEDIA=6]

    Andreas Krisch hat auf dem 24C3 über „EU Policy on RFID & Privacy“ gesprochen. Dazu gibt es bereits die Aufnahmen online.

    3. Januar 2008 4
  • : Der britische Hackerparagraf ist in Arbeit
    Der britische Hackerparagraf ist in Arbeit

    Der britische Hackerparagraf ist in Arbeit: UK gov sets rules for hacker tool ban.

    The UK government has published guidelines for the application of a law that makes it illegal to create or distribute so-called „hacking tools“. The controversial measure is among amendments to the Computer Misuse Act included in the Police and Justice Act 2006. However, the ban along with measures to increase the maximum penalty for hacking offences to ten years and make denial of service offences clearly illegal, are still not in force and probably won’t be until May 2008 in order not to create overlap with the Serious Crime Bill, currently making its way through the House of Commons.

    Bringt übrigens dieselben Definitions-Probleme und damit Kollateralschäden wie in Deutschland.

    2. Januar 2008 1
  • : 24C3-Preview
    24C3-Preview

    Noch zwei Wochen, dann geht es wieder nach Berlin zum Chaos Communication Congress. Der Fahrplan ist fast fertig, und im jüngsten Chaosradio Express erzählen Tim Pritlove und Constanze Kurz viel Interessantes über Hintergründe, Organisation, Themen, Redner und so weiter. Es wird dieses mal mehr Workshops geben und einen Vortrags-Track weniger. Ausserdem gibt es erstmals eine Kita – die Hacker und Häcksen werden zum Teil auch älter und fangen an zu forken. Und der Bundestrojaner wird da sein – zum letzten Mal, denn wie Constanze nun offiziell verkündet hat, geht er anschließend als Dauerleihgabe ins Bonner Haus der Geschichte.

    Bei heise gibt es eine kleine Zusammenfassung, aber es lohnt sich wirklich, den Podcast (mp3) komplett zu hören. Da kommt Vorfreude auf.

    Ich habe dieses Jahr keinen Vortrag eingereicht, daher werde ich das Programm und die Community überwiegend ungestört und ungestresst genießen können. Beteiligt bin ich allerdings an zwei Workshops des AK Vorrat, einmal zum Thema „Resistance isn’t futile – next steps to a civil society movement“, zum anderen gibt es ein Treffen der internationalen Privacy-Aktivisten.

    12. Dezember 2007 1
  • : Greenpeace: Clash of the consoles
    Greenpeace: Clash of the consoles

    Greenpeace International hat die kleine Kampagne „Clash of the consoles“ gestartet. Zielgruppe sind Konsolenspieler, die darüber aufgeklärt werden, dass die üblichen Konsolen nicht „grün“ genug sind. Auf der Seite findet sich ein animierter Video-Clip mit Superhelden aus den verschiedenen Konsolen-Welten. Auf einzelnen Seiten werden die Nebenwirkungen der verschiedenen Produkte dargestellt. Dazu kann man sich direkt an die Hersteller wenden und nachhaltigere Produkte fordern.

    In gamespace, everybody wants to save the world. But back here on planet Earth, your favourite games console contains deadly agents of real destruction: toxic chemicals that shouldn’t be there and may be contributing to mountains of e‑waste when thrown away. Clash of the Consoles is the website where you can check out how your favourite game heroes stand up against their rivals, and how you can help battle the boss monsters to green their game.

    Mir ist unklar, weshalb der Video-Clip nicht woanders eingebunden werden kann, sondern statisch auf der Seite steckt.

    12. Dezember 2007 5
  • : Beruferaten: Was ist eigentlich ein Chief Information Officer?
    Beruferaten: Was ist eigentlich ein Chief Information Officer?

    Hans Bernhard Beus soll Chief Information Officer oder kurz CIO werden. Damit gemeint zu sein, scheint ein Beauftrager der Regierung für Informationstechnik. Beus soll somit vor allem IT-Fragen für den Bund mit Ländern, Kommunen und Wirtschaftsverbänden koordinieren. Die Initative D21 der Regierung hatte die Einrichtung einer solchen Stelle bereits vor einiger Zeit gefordert. Man wollte aber (vermutlich) nicht, dass eine „Schwangerschaftsvertretung aus dem Kanzleramt“ diese Stelle übernimmt.

    Heise: Ein „Bundes-CIO“ solls tatsächlich (fast) werden…

    Wirtschaftsvertretungen wie die IT-Branchenvereinigung Bitkom oder der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) haben das neue Konzept der Bundesregierung für eine bessere IT-Koordination kritisiert. „Der Bundes-CIO ist eine Lutschpastille“, meint BVMW-Wirtschaftssenator Michael Müller. Der vom Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedete Kompromissvorschlag, eine dreiköpfige Steuergruppe unter dem Vorsitz eines „IT-Beauftragten der Bundesregierung“ einzusetzen, sei „reine Placebo-Politik“.

    Und weil das nocht nicht Kritik sein könnte, geht es noch weiter…

    Als „fragwürdig“ bezeichnet Müller auch die Rolle von McKinsey als Haus- und Hofberater des Bundes. „Für schrecklich viel Geld saßen und sitzen die teuren Nadelstreifenjungs im Bundesinnenministerium, und jedes Bund-Online-Projekt hat einen eigenen McKinsey-Berater. Da sei es völlig unverständlich, dass es eine zweite Studie aus dem Consulting-Haus gebraucht habe, um die Installation eines Bundes-CIO vorzuschlagen.

    Hilfreicher wäre es vielleicht zunächst, sich die Idee des „CTO“ aus den USA zu klauen. So stellt sich Obama unter einem CTO einen Amtsträger vor, der  Medienkompetenz und Transparenz in der Administration fördern soll:

    The CTO’s mandate under the plan is significantly different from the cybersecurity czar position created by the Bush administration. The CTO’s main responsibility would be to ensure the government holds open meetings and records live Webcasts of those meetings, and that blogging software, wikis (Web site pages where multiple people can edit a document at the same time) and open comments be used to communicate policies with Americans.

    Gerade in Bezug auf die „Nadelstreifenjungs“.

    10. Dezember 2007 9
  • : Netzneutralität: Bremse für die Konkurrenz
    Netzneutralität: Bremse für die Konkurrenz

    Der Deutschlandfunk hat am Samstag in seiner Sendung „Computer & Kommunikation“ wieder mal über die Debatte rund um Netzneutralität berichtet: Bremse für die Konkurrenz.

    Netzneutralität ist ein politisch brisantes Thema. Dürfen Betreiber von Telekommunikationsnetzen bestimmte Anbieter von Inhalten bevorzugen oder müssen sie alle gleich behandeln. Das hört sich akademisch an, kann aber praktische Konsequenzen haben. Ein denkbares Modell: Internet-Telefonie oder Online-Banking werden vom Basisdienst ausgeschlossen und erst gegen Aufpreis freigegeben. Die Fronten in der Diskussion um Netzneutralität sind übersichtlich: Auf der einen Seite stehen die Netzanbieter wie die Deutsche Telekom hierzulande oder Verizon und AT&T in den USA. Die wollen die Möglichkeit haben, Dienste mit garantierter Servicequalität anzubieten. Dienste wären in diesem Fall beispielsweise Videokonferenzen oder Multimedia-Downloads. Unternehmen, die die anbieten wollen, sollen dafür mehr bezahlen. Auf der anderen Seite stehen die Anbieter von Inhalten wie Yahoo, Amazon oder Google. Die fürchten, dass mögliche neue Geschäftsmodelle behindert werden, wenn Netzbetreiber die Möglichkeit haben, bestimmte Pakete auszubremsen. Dabei geht es auch um ökonomische Fragen. Die Betreiber der Netze wollen das Geld für den Ausbau der Infrastrukturen wieder haben, die Inhalteanbieter mit neuen und alten Ideen verdienen.

    Hier ist die MP3.

    10. Dezember 2007 1
  • : Nachrichtenüberblick 05.12.2007
    Nachrichtenüberblick 05.12.2007

    Pro-Linux: OpenOffice.org 2.3.1 veröffentlicht.

    Heise: Speicherung von Telekommunikationsdaten auf Vorrat sorgt weiter für Unmut.

    „Wir werden die Vorratsdatenspeicherung frühestens Ende 2008 vollständig umsetzen“, erklärte ein Sprecher der Deutschen Telekom gegenüber dem Berliner Tagesspiegel. Derzeit sei etwa noch unklar, auf welchem Wege die Informationen den Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten zur Verfügung gestellt werden. In Kraft treten sollen die Bestimmungen für die Anbieter von (Mobil-) Telefonie allerdings bereits am 1. Januar. Allein für den Internetbereich gilt eine Übergangsfrist bis Anfang 2009.

    Heise: US-Regierung unterstützt Musikindustrie im Verfahren gegen Jammie Thomas.

    Das US-amerikanische Justizministerium stellt sich im Filesharing-Verfahren der Musikindustrie gegen die US-Bürgerin Jammie Thomas auf die Seite der Kläger. In einer Eingabe fordert das Ministerium das zuständige Bundesbezirksgericht in Minnesota auf, die Verfassungsmäßigkeit der bisher ergangenen Entscheidungen festzustellen. Insbesondere geht es dabei um die Bestimmungen im US-amerikanischen Urheberrecht über die Bemessung von Schadensersatz (17 U.S.C. § 504[c]), die nach Meinung der US-Regierung nicht gegen den fünften Verfassungszusatz verstoßen.

    Heise: Innenminister streiten über heimliche Online-Durchsuchungen.

    Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen hat sich im Vorfeld der Herbstkonferenz der Innenminister von Bund und Ländern gegen heimliche Online-Durchsuchungen und weitere Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger ausgesprochen. Der Kernbereich der privaten Lebensgestaltung müsse gemäß den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts „absolut tabu“ bleiben, erklärte der SPD-Politiker laut dpa. Ein flächendeckendes Ausspähen ohne konkrete Anhaltspunkte richte gesellschaftspolitisch „enormen Flurschaden“ an: „Wir müssen ein größeres Gespür dafür vermitteln, dass man die Demokratie auch zu Tode schützen kann.“ Es gebe genügend Instrumente im Strafprozessrecht, um die Bedrohungen für die innere Sicherheit auch im Internet abzuwenden. Die Polizei dürfe nicht als „staatlicher Hacker“ agieren.

    Heise: Referendum gegen neues Schweizer Urheberrecht geplant.

    Heise: Britische Umweltschützer mahnen IT-Verantwortliche zu mehr Umweltbewusstsein.

    In Großbritannien wird durch Informations- und Telekommunikationstechnik (ICT) ungefähr so viel Kohlendioxid-Ausstoß verursacht wie durch Fluggesellschaften – bei rapide steigender Tendenz. Allerdings sind sich dessen die wenigsten Unternehmen bewusst, stellt die britische Umweltorganisation Global Action Plan in der aktuellen Studie (PDF-Datei) An Inefficient Truth fest, für die 120 IT-Verantwortliche befragt wurden. 86 Prozent haben demnach angegeben, dass sie die Ausmaße des CO2-Ausstoßes nicht kennen, 20 Prozent bekommen lediglich die Aufstellungen für die Energiekosten in ihren Unternehmen zu sehen.

    ars.technica: New report indicates consumers are more interested in „green“ electronics

    Forrester Research released a report today indicating that a significant number of US consumers—approximately 12 percent of the 5,000 adults surveyed—are willing to pay a premium for products that use less energy, come from a company known to be environmentally friendly, or both. These bright greens (Forrester’s term) are both concerned about the environment and strongly agreed to pay a premium (the amount was unspecified) for products with a reduced environmental impact.

    Heise: Arcor soll Google sperren.

    Neue Wende in der Schlammschlacht um den Jugendschutz in der Erotik-Branche im Internet: Die Huch Medien GmbH hat beim Landgericht Frankfurt einen Eilantrag gestellt, wonach Arcor die Seiten Google.de und Google.com wegen der Verbreitung pornographischer Schriften ohne Alterskontrolle blockieren soll. Die Mainzer Firma, die selbst die Sexseite Amateurstar.de betreibt, will nicht länger hinnehmen, dass über die Bildersuche von Google noch auf dem Angebot der Suchmaschine selbst etwa bei der Eingabe von einschlägigen Begriffen wie „Porno“, „Fick“ oder „Oralsex“ Hunderte pornographischer Bilder für Nutzer jeglichen Alters angezeigt werden. Selbst Aufnahmen „eindeutig verbotener Tierpornographie“ seien über nahe liegende Suchworte abrufbar.

    Futurezone: E‑Pass: Falsche Lesegeräte in Ämtern.

    Bei den in Deutschland Anfang November eingeführten elektronischen Pässen hat es nach einem Bericht der Zeitung „Thüringer Allgemeine“ [Mittwoch-Ausgabe] eine schwere Panne gegeben. Demnach verstoßen die in Meldebehörden eingesetzten Lesegeräte für elektronische Pässe gegen EU-Recht. Die Zeitung bezieht sich auf Angaben des Thüringer Datenschutzbeauftragten Harald Stauch, wonach Bürger mit den bundesweit eingesetzten Geräten nicht wie vorgeschrieben überprüfen können, ob alle ihre elektronischen Daten im Pass korrekt erfasst wurden.

    Spiegel: Presseausweis vor dem Aus.

    Das Plastikkärtchen ist begehrt: Der bundeseinheitliche Presseausweis erleichtert Journalisten nicht nur ihren Arbeitsalltag – sondern auch den Zugang zu Firmenrabatten. Nun drohen die Innenminister, die Ausweise nicht mehr amtlich zu autorisieren.

    PC-Welt: Blog-Kommentare müssen vorab geprüft werden.

    Das Landgericht Hamburg sorgt wieder einmal für Unverständnis und Aufregung bei Betreibern von Blogs und Online-Foren. Nach Auffassung des Gerichts müssen die Betreiber alle Kommentare vor der Veröffentlichung gegenlesen und auf mögliche Rechtsverletzungen prüfen.

    Techdirt: Ignorant Politicians Are Bad But Arrogant Politicians Are Worse.

    Überraschung! Computerwoche: Open Source bildet die Grundlage des Web 2.0.

    Die Entwicklung von freier Software folgt seit Jahren ähnlichen Prinzipien wie das Mitmach-Web. Zudem senkt Open Source die Eintrittsbarrieren für Web-Startups.

    Heise: Schweizer sollen Prepaid-Karten für öffentliches WLAN registrieren.

    Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, möchte eine Registrierung von sogenannten Wireless-Prepaid-Karten. Der Bundesrat nahm eine Eingabe der Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP, Luzern) und 17 mitunterzeichnender Fraktionskolleginnen und ‑kollegen an, mit der erreicht werden soll, dass Wireless-Prepaid-Karten künftig registriert werden müssen.

    Golem: OpenAerialMap: Erste Luftaufnahmen für OpenStreetMap.

    Um an Google Maps anzuschließen, fehlen dem OpenStreetMap-Projekt unter anderem noch Luftaufnahmen, die mit den Kartendaten verbunden werden können. Das OpenAerialMap-Projekt will diese Lücke schließen und gleichzeitig den freien Austausch von Bildern der Erde fördern. Ein erster Prototyp zeigt, wo es hingehen könnte.

    Heise: Netzneutralität und der dritte Weg.

    Was ist „Network Neutrality“ und wie sollte Europa mit diesem Phänomen umgehen? Über diese Fragen beraten derzeit in Bonn 120 Fachleute aus Wirtschaft und Politik. Obwohl die Debatte um die zukünftigen Spielregeln im Internet in Europa nicht so hoch schlägt wie derzeit in den USA, zeigen sich auch bei der Diskussion in Deutschland deutliche Präferenzen der Marktteilnehmer.

    Heise: Deutschland europäisches Mittelmaß bei schnellem Internetzugang.

    Deutschland liegt bei der Ausstattung mit schnellen Internetanschlüssen im europäischen Mittelfeld. Im ersten Quartal 2007 hatte jeder zweite Haushalt einen Breitbandanschluss. Damit belege Deutschland Platz 10 unter den untersuchten Staaten, teilte das europäische Statistikamt Eurostat mit.

    Überraschung! BBC: Net users ‚want film downloads’

    Net users in the UK have rated the ability to download DVD-quality films quickly as the service they most want from next-generation broadband.

    Futurezone: Diskussion über Online-Steuern in der EU.

    In der EU wird darüber diskutiert, ob Online-Einkäufe und ‑Dienste am Firmensitz oder im Heimatland des Kunden besteuert werden sollen.

    Heise: Europarat erwägt Anti-Pirateriekonvention für den Rundfunk.

    Der Europarat macht sich Gedanken über eine internationale Anti-Pirateriekonvention für den Rundfunkbereich. Das Steering Committee on the Media and New Communication Services (CDMC) hat nach eigenen Angaben die Notwendigkeit für eine solche Konvention geprüft und entschieden, einen Entwurf auszuarbeiten, sofern der Ministerrat des Europarats grünes Licht gibt. Aus Kreisen des Europarates heißt es, der Schritt wäre gerade angesichts des Stillstands beim so genannten Broadcasting Treaty der World Intellectual Property Organisation (WIPO) sinnvoll.

    Center for Democracy & Technology: A Big Step Forward for Open Networks.

    Golem: Filmverband muss Spionagetool von seiner Website entfernen.

    Die amerikanischen Filmwirtschaft verfolgt Anwender, die Filme illegal über das Netz tauschen. Die Mittel sind jedoch dabei nicht immer einwandfrei. Der Branchenverband MPAA sieht sich nun dem Vorwurf ausgesetzt, seinerseits das Urheberrecht verletzt zu haben. Der Verband hatte ein Software-Paket entwickeln lassen und dabei die Lizenz verletzt, unter der das Paket steht. Der Provider musste deshalb die Software von der Site der MPAA entfernen.

    5. Dezember 2007
  • : Open Source Hardware Gift Guide
    Open Source Hardware Gift Guide

    Beim Make-Magazine gibt es wieder einen Überblick über viele nette OpenHardware-Pakete zum selberlöten: Open Source Hardware Gift Guide.

    Passend dazu ist auch: „How to Build an Open Source MIDI Keyboard“. Damit könnte ich mein altes Keyboard mal zukunftsfähig machen.

    5. Dezember 2007
  • : 8th Privacy Enhancing Technologies Symposium
    8th Privacy Enhancing Technologies Symposium

    Das „8th Privacy Enhancing Technologies Symposium (PETS 2008)“ findet vom 23.–25. Juli 2008 in Leuven (Belgien) statt. Jetzt wurde ein Call-for-Papers dafür gestartet, der am 19. Februar endet.

    The 8th Privacy Enhancing Technologies Symposium will bring together anonymity and privacy experts from around the world to discuss recent advances and new perspectives in privacy for the Internet and other communication networks. The symposium seeks submissions from academia and industry presenting novel research on all theoretical and practical aspects of privacy technologies, as well as experimental studies of fielded systems. We encourage submissions from other communities such as law and business that present their perspectives on technological issues. In a departure from previous years, the symposium proceedings will be available at the event, rather than after it. They will continue to be published in the Springer Lecture Notes in Computer Science series.

    5. Dezember 2007
  • : Facebook überwacht trotz Opt-Out – und behauptet das Gegenteil
    Facebook überwacht trotz Opt-Out – und behauptet das Gegenteil

    Die in den USA sehr populäre Social-Networking-Plattform Facebook hat in den letzten Wochen ja einige Prügel bezogen wegen zwei Neuerungen, durch die die Privatsphäre der Nutzer massiv eingeschränkt worden war: „Social Ads“, wo Leute ungefragt in Werbeanzeigen eingeblendet werden, und „Beacon“, wodurch die Kontakte eines Nutzers erfahren, was er sonst überall im Netz so treibt. Sogar die Aktivisten-Plattform Moveon.org hatte einen Aufruf dagegen gestartet. Facebook hat daraufhin halbherzig zurückgerudert und eine mühsame Opt-Out-Möglichkeit eingebaut.

    Und was kommt jetzt raus? Sie speichern lustig weiter, was ihre User so auf den vielen Partnerseiten machen, nur dass denen das weder verraten noch angezeigt wird. Sie überwachen den User übrigens auch dann noch, wenn er sich bei Facebook ausloggt (deutsche Kurzfassung bei heise).

    Ich bin ja mal gespannt, ob das jetzt der Todesstoß war. Cory Doctorow hat kürzlich übrigens sehr schön analysiert, warum solche Plattformen auch dann Probleme kriegen, wenn die Mitglieder nicht weglaufen, sondern wenn sie zuviele Nutzer haben:

    Facebook and other social networks have built-in self-destructs: They make it easy for you to be found by the people you’re looking to avoid.

    Mehr Infos und Gedanken zum Thema hier, hier und hier, und wer zum Thema Social Networking schlaue Überlegungen lesen will, kommt ohnehin um Fred Stutzmans Blog nicht herum.

    4. Dezember 2007 11