Öffentlichkeit

Meinungs- und Pressefreiheit, Zensur, Menschenrechte, Whistleblowing, Transparenz, Öffentlichkeitswandel, Datenjournalismus und Open Data.

  • : FAZ-Special zu Internet in China
    FAZ-Special zu Internet in China

    Mit dem Artikel „Der große Bruder“ beendet FAZ.NET ein kleines „Internet in China“-Special.

    Wenn jeweils im Frühjahr das State Department in Washington seinen Jahresbericht über Menschenrechts-verletzungen in der ganzen Welt veröffentlicht, sitzt China auf der Anklagebank ganz vorne. Seit etlichen Jahren legt Peking deshalb nur jeweils einen Tag später einen eigenen Jahresbericht über Menschenrechtsverletzungen in den Vereinigten Staaten vor. Der entsprechende Bericht aus diesem Jahr fällt wieder nicht sonderlich positiv aus. Doch jenseits solcher Symbolpolitik wächst das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern seit langem kontinuierlich.

    4. August 2006 2
  • : Electronic Voting rückt näher
    Electronic Voting rückt näher

    Richard Sietmann ist für Heise gerade auf einem internationalen Workshops on Electronic Voting in Bregnenz und berichtet ausführlich darüber. Das ist sicherlich eher eine Qual als eine spannende Sache. Hier gibt es die ersten beiden Berichte: eVoting: „Allmählich wird es ernst“.

    Die elektronische Stimmerfassung soll „alle Prinzipien demokratischer Wahlen und Abstimmungen beachten“, heißt es darin unter Bezugnahme auf die Grundsätze allgemeiner, freier, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahlen; des weiteren soll eVoting „so zuverlässig und sicher sein wie demokratische Wahlen und Abstimmungen ohne elektronische Hilfsmittel“. Als dritten Kernpunkt stellte Remmert die Empfehlung heraus, dass, solange die Zugänge zum Online-Voting nicht universell verfügbar seien, sie nur ergänzend zu den bisherigen Wahlformen der Präsenz- und Briefwahl eingesetzt werden dürften.

    Kleine News am Rande: Der Europarat plant für 2008 ein Forum zur „Future of Democracy“. Damit ist natürlich die Stimmabgabe mittels Computer alle paar Jahre gemeint, da soll nicht wirklich über die Zukunft der Demokratie durch neue Partizipationsmodelle und dergleichem geredet werden.

    Hier gehts weitgehend um die Frage des Stimmtausches: eVoting: Nur die letzte Stimme zählt.

    Ein Problem mit Online-Wahlen ist die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Dieses soll nach herrschender Meinung nicht nur sicherstellen, dass der Wähler sein Votum frei von Druck oder Beeinflussung abgibt, sondern zugleich allen anderen Wählern die Gewissheit geben, dass sich der Gleichheitsgrundsatz – „ein Wähler, eine Stimme“ – nicht durch Stimmenkauf aushebeln lässt. Wenn nun aber jeder von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus seine Stimme online abgeben kann, ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Familie, Arbeitskollegen oder Interessengruppen in ungebührlicher Weise auf die Entscheidung Einfluss nehmen. „Es erscheint nahezu unmöglich, in unbeaufsichtigten Distanzwahl-Szenarien die familiäre Stimmabgabe durch technische Maßnahmen zu verhindern“, konzediert denn auch der Kommentar-Anhang zu den eVoting-Standards des Europarats.

    So, und um diese Informationen nochmal richtig einzuordnen, sollte man sich den Artikel „Demokratie-Auflösung, Abteilung Wahlcomputer“ von Andreas Bogk in seinem Blog mal durchlesen. Er hat sich die Stellungnahme des Bundesministeriums des Inneren zu den Wahleinsprüchen wegen Verwendung von Wahlgeräten mal genauer angesehen und diese kommentiert. Vertrau keinem Wahlcomputer, den Du nicht selbst gefälscht hast…

    3. August 2006 1
  • : Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank!
    Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank!

    Über die europäische Finanzgesellschaft SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), über die praktisch alle Auslands- und Eil-Überweisungen deutscher Banken laufen, hatten wir hier ja schon öfters berichtet. Die Organisation wurde mit der Aufdeckung vor wenigen Wochen bekannt, dass bereits seit 2001 jährlich die Daten von mindestens 20 Millionen Überweisungen ohne Gerichtsbeschluß an US-Behörden weitergegeben werden. Einfach so.

    Die Bundesregierung gibt sich nach einem Artikel von Tagesschau.de machtlos und verweist die Verbraucher an ihre jeweiligen Banken:

    „Wir haben keinen Zugriff auf ein belgisches Unternehmen“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, in Berlin. Die Bundesregierung werde die Amerikaner aber sicherlich im Rahmen der Gespräche der sieben führenden Industrieländer (G7) auf das Thema ansprechen. Indirekt appellierte Albig an deutsche Bankkunden, bei ihren Instituten nachzufragen, was diese für den Schutz der Kontendaten unternehmen. Die deutschen Anteilseigner der belgischen Gesellschaft müssten sicher stellen, „dass dort nur Dinge geschehen“, die vor den Kunden der von Swift vertretenen Kreditinstitute auch zu verantworten seien. Es sei Sache der deutschen Unternehmen, diese belgische Gesellschaft zu nutzen oder nicht. Am Ende entscheide der Markt, ob die Kunden der deutschen Banken dies so akzeptierten.

    Diese indirekte Aufforderung der Bundesregierung mit dem Verweis auf den Markt sollte man doch einfach mal als Verbraucher befolgen. Quintessenz.at hat für österreichische Bankkunden eine Mustervorlage für ein Auskunftsbegehren gegenüber den Banken erstellt und bietet diese auf ihrer Webseite an. Wir haben daraufhin die Musterbriefe ein wenig an das deutsche Datenschutzgesetz und die hiesigen Verhältnisse angepasst und stellen sie hier zur Verfügung. Kopiert sie, druckt sie aus und schickt sie mit den passenden Daten ausgefüllt an Eure Bank.

    * Winword 97/2000/XP DOC
    * OpenOffice OpenText ODT
    * RichTextFormat RTF
    * Acrobat PDF (zum handschriftlichen Ausfüllen – hat wer eine Acrobat Vollversion für eine Version mit Screen-Formular?)

    Wer kreative Antworten von seiner Bank erhält hat, möge sie doch bitte hier als Kommentar einfügen.

    Hier ist ein erstes Banner:

    Worum gehts nochmal bei SWIFT?

    Illegale Weitergabe von Finanzdaten – Ohne jemals einen Anspruch vor einem ordentlichen Gericht geltend gemacht zu haben, hat das US-Finanzministerium solange Druck ausgeübt, bis eine Einigung hinter verschlossenen Türen erzielt war. Nach den Regeln internationaler Datenzentren steht auch in New York ein Datenzentrum mit einer vollständigen Kopie aller Transaktionsdaten innerhalb der EU. Nach Angaben von SWIFT hätten ohne Einigung alle Daten beschlagnahmt werden können. Übermittelt wurden mehr als 100 Millionen Datensätze von Überweisungen.

    Verdacht auf Wirtschaftsspionage – Schon in der Causa der Weitergabe detaillierter Informationen über Flugbuchungen in die USA (Passenger Name Records), welche ähnlich wie die Finanzdaten bei SWIFT über das europäische Buchungssystem Amadeus laufen, wurde der Verdacht auf Wirtschaftspionage laut. Die Weitergabe dieser Daten wurde im Juni 2006 vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärt. Über die Leitungen von SWIFT werden täglich Transaktionen von 8000 Finanzinstituten weltweit abgewickelt und damit internationale Handelsbeziehungen im Detail abgebildet.

    Verletzung des Bankgeheimnis – Für die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in erster Linie die Banken selbst verantwortlich. Diese können und müssen dafür sorgen, dass der millionenfache Vertrauensbruch sofort gestoppt wird. Nach fast fünf Jahren wird es nun Zeit, dass sich die Banken darum kümmern, wie mit unseren Finanzdaten umgegangen wird, die sie an SWIFT weitergeben. Denn es sind die Banken, die garantieren müssen, dass Dienstleister den gleichen Standard beim Datenschutz garantieren, wie sie selbst mit dem Bankgeheimnis versichern.

    Weiterführende Links

    * Privacy International: An Open Letter to the CEO of SWIFT on other covert programmes for access to financial data
    * Terrorist Finance Tracking Program raises privacy questions
    * ULD: US-Behörden kontrollieren weltweiten Banktransaktionsdaten von SWIFT
    * SWR: Datenschützer prüfen US-Bankdatenüberwachung
    * ULD: ULD ermittelt bei Banken wegen Datenweitergabe an CIA
    * DER STANDARD: CIA schnüffelt durch Bankdaten
    * EU-Datenschützer gehen gemeinsam gegen SWIFT-Affäre vor
    * NZZ: Datenschutz – ein vernachlässigtes Grundrecht
    * ÖÖN: US-GEHEIMDIENSTE: Auch Vertreter Österreichs deckte jahrelangen Bruch des Bankgeheimnisses
    * DIE PRESSE: Sorge über Datenweitergabe an USA
    * FTD: US-Geheimdienste greifen auf deutsche Bankdaten zu
    * FUZO: SWIFT-Bankdaten wurden „abgepresst“
    * HANDELSBLATT: Swift rückte Kontodaten freiwillig heraus
    * NZZ CIA untergräbt Bankgeheimnis
    * DER SPIEGEL Banken schweigen, Verbraucherschützer alarmiert

    3. August 2006 18
  • : Sind die e‑Pässe fälschungssicher?
    Sind die e‑Pässe fälschungssicher?

    Wired berichtet über die Ankündigung des deutschen Security-Consultants, Lukas Grunwald, dass der RFID-Chip in dem „fälschungssicheren“ neue Pass relativ leicht zu fälschen sein soll: Hackers Clone E‑Passports.

    In a demonstration for Wired News, Grunwald placed his passport on top of an official passport-inspection RFID reader used for border control. He obtained the reader by ordering it from the maker – Walluf, Germany-based ACG Identification Technologies – but says someone could easily make their own for about $200 just by adding an antenna to a standard RFID reader.

    He then launched a program that border patrol stations use to read the passports – called Golden Reader Tool and made by secunet Security Networks – and within four seconds, the data from the passport chip appeared on screen in the Golden Reader template. Grunwald then prepared a sample blank passport page embedded with an RFID tag by placing it on the reader – which can also act as a writer – and burning in the ICAO layout, so that the basic structure of the chip matched that of an official passport.

    As the final step, he used a program that he and a partner designed two years ago, called RFDump, to program the new chip with the copied information. The result was a blank document that looks, to electronic passport readers, like the original passport.

    Da bin ich mal gespannt. Allerdings wäre ich auch nicht sonderlich überrascht, wenn das so einfach klappen würde.

    3. August 2006 4
  • : Open Rights Group feierte ersten Geburtstag
    Open Rights Group feierte ersten Geburtstag

    Die britische Open Rights Group ist jetzt ein Jahr alt geworden und die BBC berichtete darüber: Group battles for digital rights.

    „They have been able to make a real impact on media and in people’s minds as to what abuses there are of our digital rights.“ Mr Holloway, Org’s Operations Manager, said the group and its supporters were fighting a „guerrilla war“ against organisations and governments who were systematically eroding people’s rights in the digital age. „Hard fought civil and human rights are being lost as we move into the digital world,“ said Mr Holloway.

    „We are trying to define digital rights – it is difficult to pin down. It will only become clear as more digital rights abuses emerge and the technologies emerge.“ The group is currently campaigning on issues such as net neutrality, censorship, internet privacy and the RFID tags increasingly being used to identify things and people.

    2. August 2006
  • : Economist über DRM
    Economist über DRM

    Dieser Economist-Artikel ist zwar schon aus dem vergangenen Jahr, aber immer noch absolut lesenswert, vor allem wegen der Zitate: The digital home – Science fiction?

    This challenge is daunting because DRM technologies should not only be compatible today, but for all eternity. Otherwise, consumers will be afraid to pay for content, and will stick with CDs and DVDs, which seem painless and safe by comparison. “If consumers even know there’s a DRM, what it is, and how it works, we’ve already failed,” says Peter Lee, an executive at Disney. The same goes for codecs. “The user shouldn’t know or care what format they’re using,” says James Poder, an engineer at Comcast, America’s largest cable company and broadband internet service provider, because “consumers don’t want to be IT administrators for their own home.”

    2. August 2006 2
  • : Interview mit DefectiveByDesign-Kampagne
    Interview mit DefectiveByDesign-Kampagne

    Im digitalmusicweblog gibt es ein lesenswertes Interview mit Gregory Heller von der DefectiveByDesign-Kampagne.

    TDMW: DbD’s creative demonstrations have received quite a lot of attention in the blog-o-sphere, and some attention in the major media. They’ve also created quite a precedent for activism, how does DbD plan to keep up the momentum?

    DefectiveByDesign: By having fun at the expense of those imposing DRM, whilst organizing actions that you can get involved in. Actions that will allow you to show your frustration with Microsoft, Apple, Sony and the major record labels. And by organizing high profile actions that will gain mainstream media coverage.

    2. August 2006 1
  • : Peter Schaar über die Sammelwut von Regierungen, Geheimdiensten und Banken
    Peter Schaar über die Sammelwut von Regierungen, Geheimdiensten und Banken

    Der Bundesdatenschützer Peter Schaar im Interview mit der Berliner Zeitung über die Sammelwut von Regierungen, Geheimdiensten und Banken: „Wir bekommen eine Überwachungsgesellschaft“.

    In allen Bereichen erheben Firmen und Behörden inzwischen Daten. Kann der Einzelne das noch steuern?

    Ich erkenne zwar keine bewusste Planung zur Einführung eines Überwachungsstaates. Das wäre ein autoritäres Konzept, um den Bürger zu kontrollieren. Wir sind aber auf dem Weg in eine Überwachungsgesellschaft. In vielen Fällen werden Daten des Einzelnen erhoben und genutzt, ohne dass er dies erfährt oder bemerkt – und das bei einer sich rasant entwickelnden Technologie mit immer ausgefeilteren Methoden, um große Datenmengen zu erschließen. Der Einzelne hat darauf nur noch wenig Einfluss.

    1. August 2006 5
  • : Vom Voipen und Phishen: Der neue Duden
    Vom Voipen und Phishen: Der neue Duden

    Seit letzter Woche enthält die 24. Auflage des Duden ganze 3.000 neue Wörter. Darunter finden sich auch einige Begriffe aus dem IT-Bereich und der Welt des Internets: Wie Golem.de berichtet, haben unter anderem Blogs und das Voipen eigene Einträge. Auch das so genannte Phishing taucht in dem Standardwerk für die deutsche Rechtschreibung auf: Endlich hat das digitale Ausspionieren von persönlichen Daten wie von Passwörtern oder der Bankverbindung sein anerkanntes Plätzchen im Duden gefunden.

    Andere Neuzugänge klingen dagegen befremdlich: Unter dem Voipen versteht der Duden „über das Internet telefonieren“. Das umschreibt den Vorgang des VoIP zwar schwammig, dafür kann nun jeder in einer Konversation Aussagen wie „Ich voipe dich später“ fallen lassen. Diese Wendung wird im Moment erwiesenermaßen von fast niemandem im Arbeitsalltag benutzt – wo man gerade glaubte, wenigstens in der Umgangssprache dem „Skypen“ verfallen zu sein. Doch diese überaus beliebte VoIP-Software ist dem Duden bislang unbekannt geblieben.

    Wie ein Blog nun zu deklinieren ist, hat sich mit der Neuauflage des Rechtschreibstandards geklärt: Es heißt das oder der Blog, beziehungsweise Weblog. Beide Schreibweisen sind bei dieser „tagebuchartig geführten, öffentlich zugänglichen Webseite zu einem bestimmten Thema“ möglich, wie der Duden erklärt.

    1. August 2006 3
  • : Zeit-Zünder über Netzneutralität
    Zeit-Zünder über Netzneutralität

    Beim Zeit-Zünder ist jetzt ein Artikel über Netzneutralität online, wo ich auch kurz zitiert werde: Internet in Gefahr. Aber irgendwie hat das ziemlich lange gedauert, bis der ARtikel online ging. Hatte die Fragen vor zwei Monaten beantwortet und erinnerte mich kaum noch daran.

    31. Juli 2006 2
  • : Vier Millionen bloggende Deutsche?
    Vier Millionen bloggende Deutsche?

    Irgendwas hab ich wohl verpasst, wenn ich mir diese Meldung hier bei de.internet.com anschaue: Fünf Prozent der Deutschen führen Weblogs.

    Acht Prozent der Deutschen führen Tagebuch. Wie eine Umfrage des Nachrichtenmagazins ‚Focus’ (kommende Ausgabe) ergab, schreiben fünf Prozent gelegentlich ihre Erinnerungen auf, drei Prozent halten sie regelmäßig fest. Fünf Prozent verfassen Weblogs.

    Rechnen wir nochmal nach. Bei 80 Millionen Einwohnern müsste ja vier Millionen Deutsche bloggen. Aber wo bloggen die nur? Laut dem regelmässigen Technorati-Bericht „State of the Blogosphere“ gibts es bei ca. 40 Millionen von Technorati erfassten Blogs knapp 1% deutschsprachige. Nun bloggen zwar nicht alle Deutschen auch deutsch, aber wir dürfen die Österreicher und Schweizer auch nicht vergessen, die das überwiegend tun.

    Wie dem auch sei – wie der Focus, bzw. de.internet.com nun auf vier Millionen bloggende Deutsche kommen, bleibt mir echt ein Rätsel.

    Wer weiss, wer da wo im Auftrag des Focus befragt wurde. Oder aber, de.internet.com hat was falsch verstanden und der Focus meinte eigentlich, dass 5% aus der Teilmenge von 8% der Tagebuch-führenden Deutschen ein Weblog führen würden. Das wären dann ca. 320.000 und es würde wieder hinkommen. Aber ich finde die Vorabmeldung des Focus nicht bei news.google.de.

    30. Juli 2006 15
  • : Europas Jugend biometrisch erfassen?
    Europas Jugend biometrisch erfassen?

    Auf EU-Ebene wird wohl gerade darüber diskutiert, die Fingerabdrücke der europäischen Jugend zu erfassen.

    Mehr gibts hier:

    Statewatch: EU states will be free to fingerprint children from day one of their life as soon as it is technologically possible.

    Tony Bunyan, Statewatch editor, comments:

    „All the discussions by EU governments in the Council about the age at which children should be subject to compulsory fingerprinting are based on the technological possibilities – not on the moral and political questions of whether it is right or desirable. There will be special cases for the taking of fingerprints where a child is „at risk“ in order to ensure their safety. But this does not in any way justify submitting all young children to this intrusive process.

    The decisions are being made in secret meetings based on secret documents – people and parliaments are to have no say in the decision. Under this proposal EU states will be free to fingerprint children from day one of their life as soon as it is technologically possible“

    The Observer: Millions of children to be fingerprinted.

    Update:

    Bei Telepolis gibts dazu jetzt auch einen deutschsprachigen Artikel: Fingerabdruck ab Geburt?

    Wie britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch berichtet, wird in der EU darüber nachgedacht, Fingerabdrücke auch bereits von Kindern für die EU-Pässe abzunehmen. Beraten über die Gesetzesvorlage wird hinter verschlossenen Türen in einem Komitee verhandelt, das nach Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 eingerichtet wurde und technische Standards zunächst für Visas und nun auch für Ausweise beschließt. Im Augenblick geht es um die Festlegung des Mindestalters, ab dem ein digitales Passfoto und zwei Fingerabdrücke im Chip eines Reisepasses gespeichert werden müssen.

    30. Juli 2006 2
  • : Schaar kritisiert „überflüssige Datenerhebung“ bei WM-Tickets
    Schaar kritisiert „überflüssige Datenerhebung“ bei WM-Tickets

    Keine Überraschung: die personalisierten WM-Tickets haben keinen spürbaren Sicherheitsgewinn gebracht. Und das trotz aufwendig pauschal zurechtplausibilisierter Datenerhebung („aus sicherheitstechnischen Gründen“, hier in Punkt 9 und 10). Wie de.internet.com in Bezug auf die Berliner Zeitung berichtet:

    „Die Personalisierung der WM-Tickets hat sich zumindest bei den Einlasskontrollen als eine völlig überflüssige und wirkungslose Maßnahme erwiesen“, sagte Schaar der ‚Berliner Zeitung’ (Samstagsausgabe). Schon der Name des Ticketinhabers sei an den Stadieneingängen nur bei einem Bruchteil der Besucher, etwa fünf Prozent, kontrolliert worden. Er gehe deshalb davon aus,dass in den seltensten Fällen die Personalausweisnummer zusätzlich überprüft wurde. „Im Nachhinein ist festzustellen, dass die Personalisierung der WM-Tickets kaum mehr Sicherheit gebracht hat“, sagte der Datenschützer. „Ich rate deshalb davon ab, solche Personalisierungen bei Tickets auch bei anderen Sportveranstaltungen einzuführen.“

    Wenig überraschend. Das Hosenrunterlassen beim Formularausfüllen wurde ja auch schon 2005 mit einem BigBrotherAward belohnt. Fragt sich, was denn jetzt genau mit all den Daten passiert ist. Viele Seiten waren ja scharf auf die Datensätze. „Im wesentlichen haben wir keine Beanstandungen aussprechen müssen“, bilanziert Schaar, was den Schutz dieser Daten angeht. Der Artikel beschreibt aber nur, dass die Daten der 200.000 WM-Helfer überprüft wurden. Das solls gewesen sein?

    30. Juli 2006 1
  • : AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich
    AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich

    Schon einige Tage alt, aber doch wissenswert: MySpace.com (das faktisch zum Murdoch-Imperium gehört) hat auf Betreiben von Billy Bragg seine Geschäftsbedingungen geändert, so dass hochgeladene, selbstgemachte Musik jetzt auch nach dem Hochladen noch dem Urheber gehört, und nicht MySpace. Bragg schreibt in seinem Blog:

    I am very pleased to see that MySpace have changed their terms of agreement from a declaration of their rights into a declaration of our rights as artists, making it clear that, as creators, we retain ownership of our material. Having been adopted by the biggest social networking site on the block, I hope their recognition of the right of the artist to be sole exploiter of their own material now becomes an industry standard because there is much more at stake here than just the terms and conditions of a website.

    Wie bitte? Beinahe alle Welt (und die FAZ) hypt das Web 2.0 qua Berichterstattung, und das war womöglich derselben breiten Masse bekannt? Dass das Copyright für meine eigene Musik nicht bei mir verblieb, wenn ich den Song bei MySpace verfügbar machte? Niemand liest mehr den Text hinter „I accept“? Kaputte Welt… die aber jetzt ein wenig besser geworden ist. Ich hör zur Nacht jetzt nochmal das Hamburger Konzert von 2000.

    30. Juli 2006
  • : All-inklusive Journalistenbetreuung in Israel
    All-inklusive Journalistenbetreuung in Israel

    SpOn hat einen netten Artikel, wie Israel im Moment die Journalistenbetreuung (aka Propaganda) organisiert: All-inclusive-Paket für Kriegsberichterstatter.

    Der Anruf kommt pünktlich, morgens neun Uhr. „Hallo, hier ist das Government Press Office“, flötet eine weibliche Stimme, „was haben Sie heute vor, brauchen sie noch eine Idee“? Danach sprudelt es: Gesprächspartner, eine Tour zu den von Raketen getroffenen Häusern Haifas – inklusive, mit Opfern zu sprechen. Ebenso kommt ein Experte mit, der die Raketen erklärt – „gern auch im O‑Ton“.

    Das Angebot ist noch nicht ausgeschöpft. „Das Highlight kommt noch“, so die Dame vom Pressebüro der israelischen Regierung, kurz GPO. „Wir haben in Naharya ein Gespräch mit den Eltern eines entführten Soldaten“, sagt sie. Die Eltern von Ehud Goldwasser, seit dem 12. Juli in der Hand der Hisbollah, stünden in einem Hotel bereit. Ein Dolmetscher? Nicht nötig. „Sie sprechen gutes Englisch, keine Sorge“.

    28. Juli 2006 4
  • : Die Zeit über kriminalisierte Kunden beim Urheberrecht
    Die Zeit über kriminalisierte Kunden beim Urheberrecht

    Letzte Woche hatte ich über die Pressemitteilung des Bitkom berichtet, der den Verbraucherzentralen wegen ihrer Abmahnungen von Online-Stores Populismus vorgeworfen hat: Populismus mit dem Bitkom. In der aktuellen Zeit schreibt Torsten Kleinz über die Thematik und hatte deswegen auch mal beim Bitkom wegen der Pressemitteilung angerufen. Und siehe da: Die haben einfach so aus Reflex und unbegründet den Verbraucherzentralen Populismus vorgeworfen, ohne sich mit der Sache zu beschäftigen: Der kriminalisierte Kunde.

    Offensiver reagierte der Branchenverband Bitkom. Die Abmahnungen seien „reiner Populismus“ erklärte der Verband per Presseerklärung. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sieht gar den Markt in Gefahr: „Hier wird wieder einmal versucht, in einen gerade erst entstehenden, sehr dynamischen und innovativen Markt einzugreifen.“ Auf Nachfrage will der Verband den Musikplattformen aber auch kein Leumundszeugnis ausstellen. Man habe die Geschäftsbedingungen der Anbieter nie überprüft. In der Regel werde auf die AGB hingewiesen – mehr weiß der Branchenverband nicht zu berichten.

    26. Juli 2006
  • : Freies Chatten – ganz verschlüsselt mit ScatterChat
    Freies Chatten – ganz verschlüsselt mit ScatterChat

    Hacktivismo nennt sich eine globale Kollektiv von Hackern, Juristen und IT-Sicherheitsexperten, die nach einigem Tüfteln ein Freies Chatprogramm vorstellen, das Gespräche verschlüsselt versendet: ScatterChat ist eine abgewandelte Version des freien Chat-Clients Gaim. Mittels ScatterChat soll es möglich sein, Internet-Gespräche über Yahoo!, AIM, MSN und ICQ zu verschlüsseln, um die Privatsphäre des Anwenders zu gewährleisten. Dies geschieht über eine TOR-Verbindung. Die Software ist derzeit nur für das Windows-Betriebssystem verfügbar, Versionen für Linux und OSX sollen aber selbstverständlich noch folgen.

    25. Juli 2006 5
  • : BigBrotherAwards: „Datenkraken“ nominieren bis zum 31. Juli 2006
    BigBrotherAwards: „Datenkraken“ nominieren bis zum 31. Juli 2006

    Bis zum 31. Juli kann man noch „Datenkraken“ für diesjährgen BigBrotherAwards nominieren. Die Verleihung findet dann am Freitag, den 20. Oktober 2006, in Bielefeld statt.

    25. Juli 2006 1
  • : Flash-Animation: Die NSA singt
    Flash-Animation: Die NSA singt

    Sehr lustige Flash-Animation: Die NSA singt nach dem Vorbild von Stevie Wonder „You just called and we were listening“.

    25. Juli 2006 2
  • : Hackers on Planet Earth in New York
    Hackers on Planet Earth in New York

    In New York findet gerade die sechste Hackers on Planet Earth (HOPE) statt. Computerworld (Throngs gather to restore HOPE) und Wired (Hackers Fight Authority in NYC) berichten darüber.

    25. Juli 2006