Öffentlichkeit

Meinungs- und Pressefreiheit, Zensur, Menschenrechte, Whistleblowing, Transparenz, Öffentlichkeitswandel, Datenjournalismus und Open Data.

  • : China verbietet Youtube wegen Kinderfilm-Parodie
    China verbietet Youtube wegen Kinderfilm-Parodie

    Das musste ja so kommen: nachdem immens erfolgreiche Kurzfilmparodien bei Youtube ein breites chinesisches Massenpublikum erreichen konnten („The Bloody Case of the steamed mantou“) werden jetzt Kurzfilme nur noch auf wenigen Onlineportalen und nach offiziöser Freigabe zu sehen sein dürfen. Die entsprechenden Vorschriften sind bereits „in the pipeline“:

    From late August or September, only authorized websites such as sina.com, sohu.com and netease.com, will be allowed to show short films under the new regulations, Xinhua News Agency reported, citing an announcement by the administration.
    A recent example of the trend, it said, was a 10-minute satire of a 1974 film called „Sparkling Red Star“ which was remade with original clips to tell the story of an aspiring pop star competing in a television singing contest. The original film chronicles the struggles of a brave child soldier, Pan Dongzi, in revolutionary-era China.
    The parody also turns the evil landowner who brutally exploited tenants into a silly judge taking bribes, and changes Pan’s father from a Red Army soldier into a Beijing real estate tycoon.
    The video attracted millions of hits.

    „Sparkling Red Star“ ist übrigens ein höchst patriotischer Film, revolutionär-chinesisches Kulturgut und hier fröhlich verunglimpft: Es gibt in China auch sowas wie ‚Deutschland sucht den Superstar’ aka ‚Popstars’, beim staatlichen Sender CCTV, und der Wettbewerb wird mitparodiert. Es gibt eine Beschreibung der Parodie bei kaijushakedown, und eine Begründung des produzierenden „People’s Liberation August 1st Film Studio“:

    …includes dirty language, subtitles and changing the studio name from August 1 to August 7, but also changing the story so that the little hero dreams of making money through singing. The changes not only hurt filmmakers but also mislead youngsters. Those who ignore the Chinese revolutionary history will encourage more people to mock patriotic movies.

    Oha. Das ist ja so überhaupt total krass an der Wirklichkeit vorbei. Konsequenz: ab bald sollen dann Kurzfilme nur noch über die großen Portale zu laden sein, also sina.com, sohu.com und netease.com. Bei Youtube gäbe es ohnehin nichts zu sehen, so die offizielle Linie:

    YouTube is one of the most popular video-sharing sites where amateurs and professionals alike can share and view videos — of a recent trip, of a new dog or even of themselves burping.

    Dann wird wohl der 6‑stündige Ausfall von Youtube neulich nichts mit den Chinesen zu tun haben. Oder wollten die alle tanzende junge Menschen in Unterwäsche sehen? Haben die pornotube.com überhaupt schon entdeckt, die Zensoren?

    Das Verbot ist weiterer Schritt zur „Erhaltung der kulturellen Volksgesundheit“ genannten Zensur in China, wo inzwischen auch Satellitenschüsseln verboten und Technoratis Blog-Suche unterdrückt wird.
    UPDATE: boingboing.net berichtet, auch die BBC und Yahoo News.
    UPDATE: Es gibt eine englische Übersetzung der Untertitel (für alle, die kein Chinesisch lesen können)

    18. August 2006 4
  • : NSA-Abhörmaßnahme für verfassungswidrig erklärt
    NSA-Abhörmaßnahme für verfassungswidrig erklärt

    Das „Terrorist Surveillance Program“ der NSA, mit dem seit 2001 die Telefongespräche aller Amerikaner (außer QWest-Kunden) abgehört und automatisch ausgewertet wurden, ist verfassungswidrig. Das stellte gestern erstmals ein Bundesgericht (in Detroit) fest. Die American Civil Liberties Union (ACLU), die im Januar die Klage erhoben hatte, hat damit einen wichtigen Teilsieg errungen. Das Abhören ohne richterliche Genehmigung verletze die Grundrechte auf Privatsphäre und freie Rede, entschied die Bundesrichterin Anna Diggs Taylor. Komischerweise wurde die Auswertung der Verbindungsdaten, gegen die die ACLU ebenfalls geklagt hatte, vom Gericht nicht gestoppt, weil es bedeutet hätte, „dass wichtige Staatsgeheimnisse offengelegt werden müssten“. Die US-Regierung hat bereits Berufung eingelegt, und es scheint noch unklar, ob damit auch die einstweilige Verfügung zum sofortigen Stopp der Massenüberwachung aufgehoben wird. Dennoch ein wichtiger Schritt gegen die ausufernde Massenüberwachung, weil das Gericht auch sehr deutlich machte, dass der Präsident nicht über der Verfassung steht.

    Details bei heise, heise, SpOn, und der ACLU, wo es sämtliche Dokumente dazu gibt.

    18. August 2006 3
  • : Freie IT-Infrastrukturen für Tibet
    Freie IT-Infrastrukturen für Tibet

    Wired hat ein Feature über den Aufbau von freien IT-Infrastrukturen in Tibet: Wireless Works Wonders in Tibet.

    The prime minister is among those in Dharamsala who also see technology as a valuable tool for preserving Tibet’s past. He says he carries 300 volumes of religious texts on a few CDs, a quantity that would have been impossible to transport on paper. A number of Tibetan organizations here are scanning ancient religious texts and old government documents smuggled out of Tibet, with plans to make them available through digital libraries.

    17. August 2006
  • : EU-Innenminister drohen mit stärkerer Kontrolle des Netzes
    EU-Innenminister drohen mit stärkerer Kontrolle des Netzes

    Gestern drohten die Innenminister des Vereinigten Königreichs, Finnlands, Deutschlands, Frankreichs, Portugals, Sloweniens und des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission in einer gemeinsamen Presseerklärung, zukünftig stärker das Internet kontrollieren zu wollen. Eigentlich will man mehr gegen den Terrorismus unternehmen, und da Terroristen das Internet nutzen, muss man das eben stärker kontrollieren. Also viel mehr China anstatt Freiheit und Menschenrechte zu bewahren. Florian Rötzer hat die Pressemitteilung schon bei Telepolis beschrieben: Das Internet zum Feindesland für Terroristen“ machen.

    Bei den Medien wird das Internet besonders herausgehoben. Man müsse es zu einer „für Terroristen und für diejenigen, die junge Menschen radikalisieren, Hassbotschaften verbreiten und Massenmord planen wollen, feindlichen Umgebung“ machen. Wie das genauer geschehen soll, wurde nicht gesagt. Vermutlich wird es auch darum gehen, das in Großbritannien bereits eingeführte Verbot der Verherrlichung von Terrorismus europaweit zu machen. Allgemein dürfte es darum gehen, das Internet strenger kontrollieren, Inhalte entfernen und die für diese Verantwortlichen schneller bestrafen zu können, was aber bei allzu offenen Definitionen schnell zur Zensur auch von politischer Opposition werden und die Meinungsfreiheit beeinträchtigen kann. Möglicherweise denkt man auch daran, Websites mit Inhalten, die dem Terrorismus zugeordnet werden, für die EU-Bürger unzugänglich zu machen, wenn sich die Seiten auf Servern im Ausland befinden. Das wäre dann schon ein erster Ansatz zu einer Europäischen Mauer in Analogie zur Chinesischen Internetmauer.

    17. August 2006 4
  • : Freie Software ist notwendig für die Entfaltung einer Freien Kultur!
    Freie Software ist notwendig für die Entfaltung einer Freien Kultur!

    Lawrence Lessig hat auf der Linux World in San Franzisco die Keynote gehalten und Internetworld.com berichtet darüber: Lessig: Free Culture Needs Free Software.

    „The fight for free culture will be harder than the fight for free software,“ Lessig added. „There are no laws against free software.“ Lessing provided the audience with three steps that they could do to help the fight for free culture. The first is to understand that free culture is not piracy and that piracy should not be defended. The second item is to actually practice free culture and to participate in it. The third step, and the one most important for the LinuxWorld audience, is to enable free culture with a free platform to make it possible for free culture to flourish. „Free software is necessary to create free culture.“

    Nach der Keynote warf Lessig seinen Apple MacOSX in die Menge und stieg auf Freie Software um… Naja, nicht wirklich, leider. Aber manchmal wundere ich mich, dass soviele Free Culture Advocaten Wasser predigen („Freie Software“) und Wein trinken („Apple Mac OSX“). Cory Doctorow ist ja mittlerweile erfreulicherweise auf Ubuntu umgestiegen. Hoffentlich steigen noch mehr um, weil die Kernmessage kann ich nur unterschreiben: Freie Software ist notwendig für die Entfaltung einer Freien Kultur! Schmeisst Eure Apples Betriebssysteme weg, auch wenn sie schöner aussehen mögen!

    16. August 2006 10
  • : PR gegen Netzneutralität
    PR gegen Netzneutralität

    Hier kann man wieder eine nette Medienverdummung, bzw. PR der Telkos im Streit um die Netzneutralität sehen. Die Computerwoche berichtet über eine Studie einer Firma namens Brix Networks, welche die Qualität von VoIP-Lösungen untersucht und erstaunliches herausgefunden haben will: VoIP-Qualität wird angeblich schlechter.

    Ein geeignetes Mittel, um die Sprachqualität zu verbessern, wäre eine Priorisierung des Traffics im Netz, was letztendlich in einer von Carriern erhobenen Durchleitungsgebühr münden könnte. Eine Internet-Maut wird von Verfechtern der „Net Neutrality“, darunter Diensteanbieter wie Amazon.com, Ebay, Google, Yahoo oder Vonage vehement bekämpft.

    Aus Sicht von Marktexperten ist die Einführung einer Durchleitungsgebühr nur eine Frage der Zeit: Bei VoIP-Anwendern gebe es noch eine gewisse Toleranz, was die Dienstgüte betrifft, erklärte Yankee-Group-Analyst Zeus Kerravala gegenüber dem News-Dienst Cnet. Spätestens mit dem verstärkten Abruf von Videos aus dem Internet, etwa IPTV, würde eine schlechte Qualität nicht mehr geduldet.

    In der Realität finden die VoIP-Anbieter aber komischerweise eine Neutralität des Netzes gut. Wenn sich die VoIP-Anbieter um ein ordentliches Peering kümmern, ist eine Priorisierung, wie hier beschrieben, nicht nötig. Sinnvoller wäre es, wenn die VoIP-Router zuhause bei den Nutzern die Bandbreite sichern. Und IPTV wird immer von Seiten der Telkos als Beispiel eingebracht, um eine Netzneutralität zu ihren Gunsten aufzugeben.

    [Danke Torsten]

    16. August 2006 3
  • : Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages erklärt Urheberrechtsreform
    Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages erklärt Urheberrechtsreform

    Heute erklärt der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages in der Ausgabe 34/06 den „zweiten Korb“ der Urheberrechtsreform (des deutschen Bundestages).

    Interessantester Punkt ist der folgende Absatz:

    Mit dem sog. „Ersten Korb“ wurden erstmals Vorschriften zum Schutz technischer Maßnahmen für urhebrrechtlich geschützte Werke eingeführt. Damit wurde klargestellt, dass die Umgehung von Kopierschutzmassnahmen nunmehr verboten ist. Die Privatkopie wurde so ausgestaltet, dass sie gegenüber einem derartigen Kopierschutz nicht durchsetzbar ist; die endgültige Entscheidung darüber blieb jedoch dem sog. „Zweiten Korb“ vorbehalten.

    Da steht auf den ersten Blick erstmal nichts neues drin. Für mich der interessanteste Punkt war die Formulierung „die endgültige Entscheidung darüber blieb jedoch dem sog. „Zweiten Korb“ vorbehalten“. In der aktuellen Debatte wird von Seiten der Bundesregierung und der „grossen“ Bundestagsfraktionen bei der Frage einer durchsetzungsfähigen Privatkopie gegenüber einem Kopierschutz immer mit Verweis auf die EU-Urheberrechtsrichtlinie abgeblockt. Man hätte da keinen politischen Verhandlungsspielraum, was natürlich Quatsch ist. Hier schreibt der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestag explizit, dass dieser Verhandlungsspielraum durchaus besteht – man muss es nur durchsetzen wollen!

    16. August 2006 1
  • : Chronik eines gerade noch verhinderten Hypes
    Chronik eines gerade noch verhinderten Hypes

    Telepolis beschreibt die berauschenden Möglichkeit von Web 2.0.

    1. April 2006
    Weil dem Schüler Hartmut Harmsen aus Ülzen langweilig ist, steckt er sich vor laufender Webcam einen Kugelschreiber ins Ohr und lädt das wackelige 15-Sekunden-Video ins Internet.

    4. April 2006
    Magnus Maak, ein gelangweilter Student aus Hagen macht in seinem Blog einen Link auf dieses Video und setzt ein ;-) dazu. Die Freunde von Magnus Maak verlinken den Link in ihren Blogs und verschicken jede Menge Links auf ihre Linklisten.

    6.April 2006
    Prominente Blogger in Berlin kommentieren eloquent und ironisch die vielen Links auf Harmsens Video. Der Berliner Rapper IckeNüscht klebt das Video zur Endlosschleife und sampelt einen Soundtrack darüber. Das Ergebnis lädt er mit dem Titel „Richtisch_geil_einen_wegstecken.MP3“ auf MySpace.

    14. August 2006 4
  • : Britisches Parlament kritisiert Internetzensur in China
    Britisches Parlament kritisiert Internetzensur in China

    Die Open Rights Group bloggt über einen Bericht des Auswärtigen Ausschusses im britischen Parlament zu „Ost-Asien„In diesem werden u.a. die üblichen westlichen Firmen (aka Google, Microsoft, Yahoo, Cisco) scharf kritisiert, die China beim Aufbau der Zensurinfrastrukturen helfen.

    We conclude that the collaboration of Western internet companies in the censorship and policing of the internet for political purposes is morally unacceptable. We further conclude, however, that it is in the interests of Chinese internet users that as much information be available for browsing as possible. We recommend that the Government put pressure on the Chinese government to relax its censorship of the internet and its requirement for foreign companies to restrict the political content of their pages. We further recommend that the Government represent to the Chinese authorities the damage which is done to economic growth by continued restriction of the free flow of information.

    The Foreign Affairs Committee report on East Asia (Paragraph 343)

    14. August 2006
  • : Human Rights Tools
    Human Rights Tools

    Eine Menge nützlicher Links zu Menschenrechtsthemen findet sich auf dieser Seite: Human Rights Tools.

    14. August 2006
  • : Human Rights Watch: Zensur-Report zu China
    Human Rights Watch: Zensur-Report zu China

    Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat einen 149-seitigen Report zur Internetzensur in China veröffentlicht: “Race to the Bottom” – Corporate Complicity in Chinese Internet Censorship (PDF).

    Westlichen Firmen wie Microsoft, Google, Yahoo und Skype wird darin eine Mittäterschaft bei der Verletzung von Menschenrechten ‚wie dem Recht auf Meinungsfreiheit, vorgeworfen. Die Zensurmassnahmen in China seien laut der Pressemeldung von HRW „tyrannisch, undurchsichtig und unverantwortlich“: China: Internet Companies Aid Censorship – Legislation and Code of Conduct Needed to Ensure Ethical Business Practices.

    Human Rights Watch definiert auch konkrete Forderungen an westliche Gesetzgeber und schliesst sich damit den Forderungen von Reporter ohne Grenzen an, die auch schon in eine Resolution des europäischen Parlaments eingeflossen sind:

    Human Rights Watch believes the following principles should be included in legislation on corporate responsibility to uphold human rights:

    * No user data should be stored in jurisdictions where there is a strong record of punishing individuals for exercising basic rights such as freedom of expression;
    * Companies should not take on the role of active censors;
    * Companies should be prohibited from complying with oral, undocumented requests from the authorities for censorship of political speech;
    * Companies should make public on their websites when a government has forced them to censor political speech;
    * When a search returns no results, or only censored results, companies should be required to clearly inform users; and
    * Legislation should be adopted by all countries and should apply to companies operating in all countries.

    Da der Report sicherlich schnell innerhalb der chinesischen Zensurmauer gefiltert sein dürfte, bittet HRW um Mithilfe bei der Verbreitung auf Mirrors. Wenn Ihr mithelfen wollt, einen Zugang zu diesem Report zu erleichtert, dann spiegelt das ca. 5 MB grosse PDF auf Euren Seiten! Dasselbe gilt natürlich auch für das „Handbook for bloggers and cyber-dissidents“ von Reporter ohne Grenzen. Man kann die Datei dabei auch umbenennen, was vielleicht nochmal etwas die Zensur erschwert.

    10. August 2006 2
  • : Internetzensur in Vietnam
    Internetzensur in Vietnam

    Die OpenNet Initiative hat einen Report zur Internetzensur in Vietnam veröffentlicht (PDF).

    Vietnam focuses particular effort on blocking access to sites related to topics that challenge the state’s political orthodoxy, such as those treating political dissidents, political democracy, or the proposed Vietnam Human Rights Act in the United States Congress. Sites on topics related to domestic religious faiths, such as Buddhism and Caodai, are also subject to blocking, though less extensively. In nearly all cases, sites in the Vietnamese language are far more likely to be blocked than sites in the English or French languages.

    9. August 2006 1
  • : Deleting Online Predators Act
    Deleting Online Predators Act

    Über DOPA, dem „Deleting Online Predators Act“, hatte ich wohl noch gar nicht geschrieben. Das ist ein spannendes Gesetz zur Förderung der Medienkompetenz unter Jugendlichen in den USA. Hauptziel ist es wohl, Kinder und Jugendlichen von gefährlichen Orten wie MySpace & Co fernzuhalten, wo sie nicht nur konsumieren, sondern kommunizieren und die Seelen dabei rein zu halten. Fernsehen bleibt aber irgendwie erlaubt.

    Spannend dabei ist, dass sich Jugendliche nun mit technischen Hilfsmitteln wie Proxy-Servern und dergleichem auseinandersetzen und ohne Probleme neue Wege finden, trotzdem kommunizieren zu dürfen. Vielleicht sogar mit etwas mehr Motivation. Technology Review berichtet gerade nochmal über DOPA: Falsche Angst vor MySpace. Ach ja: Die spinnen, die Amis.

    DOPA, vom republikanischen Abgeordneten Michael Fitzpatrick aus Pennsylvania angeführt, wurde am 26. Juli im US-Repräsentantenhaus mit 410 zu 15 Stimmen verabschiedet. Das Gesetz verbietet es Einrichtungen, die Bundesgelder erhalten, einen Internet-Zugriff auf kommerzielle Social-Networking-Seiten und Chatrooms anzubieten, weil sich dort Erwachsene herumtreiben könnten, die auf der Suche nach sexuellen Kontakten mit Kindern und Jugendlichen sind.

    Ds muss aber noch durch den Senat.

    8. August 2006 2
  • : Bundesdruckerei schaut in die Zukunft
    Bundesdruckerei schaut in die Zukunft

    Die privatisierte Bundesdruckerei hat auf ihrer Homepage eine Chronik zu „125 Jahre Bundesdruckerei“ veröffentlicht. Auf der letzten Seite geht es vom Jahr 2000 bis in die Zukunft des Jahres 2010. Und da steht dann prognostizierend:

    Die Grenzen der Industriestaaten werden von der Bundesdruckerei mit automatischen Erkennungssystemen ausgestattet, die Personen quasi im Vorbeigehen identifizieren. Dazu gehören auch Identitätskarten mit Chips, die dreidimensionale biometrische Merkmale speichern. Zehn Jahre später sind solche Ausweise nicht mehr nötig. Maschinen sind in der Lage, Menschen zweifelsfrei zu erkennen. Vollelektronische Systeme ermöglichen vielfältige Zugangskontrollen im privaten und staatlichen Bereich.

    Das ist doch Realsatire, oder?

    Update: Dank für den Hinweis in den Kommentaren. Steht da wohl schon seit zwei Jahren so auf der Seite.

    [Danke an Torsten]

    7. August 2006 6
  • : D.R.M. = CRAP
    D.R.M. = CRAP

    Sehr nett: In diesem Video wird erklärt, weshalb der richtige Begriff für D.R.M. eigentlich C.R.A.P. ist.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    [via]

    7. August 2006 3
  • : Neue Entwicklungen beim WIPO Broadcast Treaty
    Neue Entwicklungen beim WIPO Broadcast Treaty

    Es gibt neue Entwicklungen beim WIPO Broadcasting Treaty. Da es zuviel Kritik am laufenden Prozess gab, entschied man sich für einen üblichen politischen Weg: Man macht einfach zwei politische Diskussionen daraus und trennt die Debatten in „Broadcasting“ und „Netcasting“. Ob das in Zeiten der Konvergenz noch zeitgemäss ist?

    WIPO Broadcasting Treaty: „Schutz und Förderung kultureller Vielfalt“

    Bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) liegt eine neuer Entwurf für den umstrittenen Vertrag über die Rechte der Rundfunksender (Broadcasting Treaty) vor. Der WIPO Broadcasting Treaty soll Rundfunkunternehmen Rechte an ihren Sendungen geben, die in dieser Form noch nicht vom Urheberrecht abgedeckt sind. Kritiker, zu denen sich kürzlich auch die UNSECO mit einer Studie gesellte, warnen vor einer mangelnden Ausbalancierung der Rechte der Sender einerseits und des Anspruchs der Öffentlichkeit auf den Zugang zu Information andererseits. Auch Überschneidungen mit bestehenden urheberrechtlichen Ansprüchen werden befürchtet sowie die Vereinnahmung von Inhalten, die unter der weitgehend offenen Creative-Commons-Lizenz stehen: Einmal gesendet, könnten sie von den Rundfunkunternehmen ihrem Fundus einverleibt werden, befürchten Kritiker.

    Was für Broadcasting recht ist, soll für Netcasting billig sein

    Die US-Regierung hat in ihrer Stellungnahme jetzt den Bericht Netcasting statt Webcasting eingeführt; sie definiert ihn folgendermaßen: „ ‚Netcasting’ bedeutet Übertragungen von Tönen, Bildern oder Tönen und Bildern beziehungsweise deren Darstellung über ein Computernetzwerk, sei es leitungsgebunden oder per Funk, unter Ausnutzung des Internetprotokolls oder möglicher Nachfolgestandards zum gleichzeitigen oder beinahe gleichzeitigen Empfang durch die Öffentlichkeit und zu einer Zeit, die allein von der jeweiligen Netcasting-Organisation bestimmt wird.“ Die Gleichzeitigkeit der Ausstrahlung grenzt dabei Netcasts von den im Netz dauerhaft bereitgestellten Videoinhalten ab, außerdem schließt die Betonung auf der Kontrolle durch die Netcasting-Organisation diejenigen Online-Dienste aus, die etwa Musik- oder Film-Programme von den jeweiligen Anwendern individuell zusammenstellen lassen.

    Verbraucherschutz- und Bürgerrechtsorganisationen befürchten, dass die neuen Schutzrechte sich nicht nur auf den Schutz gegen die so genannte „Signalpiraterie“ beschränken, sondern im Gegenteil auch neue Rechtsansprüche für Inhalte begründen werden. James Love von CPTech warnte: „Die Vereinigten Staaten bieten keine eng gefasste Definition davon, was geschützt werden soll. Sie ist vielmehr umfassend und am Ende widersprüchlich.“

    7. August 2006 1
  • : Reuters zieht manipuliertes Bild zurück
    Reuters zieht manipuliertes Bild zurück

    Die Nachrichtenagentur Reuters musste ein Bild aus Beirut zurückziehen, nachdem Blogger eine Manipulation des Bildes entdeckt hatten: Die Wahrheit der digitalen Bilder.

    Seltsam an diesem Skandal ist, dass die Manipulation weder der einen noch der anderen Seite wirklich hilft. Sie belegt vor allem, unter welchem Druck die Nachrichtenagenturen stehen, die zu wenig überprüfen, was sie weiterreichen, und die – vielleicht notwendig? – parteiische Menschen beschäftigen, um Geld zu sparen. Möglicherweise ging es dem Fotografen auch wirklich nur darum, nicht explizit eine parteiische Botschaft zu übermitteln, sondern nur sein Produkt besser zu machen. Der Druck, in diesem Sinne Veränderungen zu machen, ist in der Konkurrenz so groß, wie es mit den Techniken der Bildverarbeitung leicht es, dies auszuführen. Letztlich verstärkt diese Manipulation nur das Misstrauen in die Bilder, die allerdings weiterhin über Konflikte entscheiden können, während die Aufklärung deutlich macht, dass mit den Bloggern und dem Web tatsächlich eine wichtige, wenn auch oft einseitige Korrekturinstanz der Medien herangewachsen ist, so dass nun die vierte Macht durch eine vielfältige fünfte Macht kontrolliert wird. Das ist nicht nur im Krieg wichtig, wo bekanntlich das erste Opfer die Wahrheit ist.

    7. August 2006 1
  • : Telepolis über die DRM-Kompetenz von Bitkom
    Telepolis über die DRM-Kompetenz von Bitkom

    Torsten Kleinz remixed bei Telepolis die Studie über die digitale Medienwelt im Auftrag vom Verbraucherzentrale Bundesverband und die MP3-Partyhinweise von Bitkom, über die ich zuletzt mal geschrieben hatte: Copyright-Verwirrung.

    DRM – digitales Rechtemanagement – sollte eigentlich Klarheit für die Konsumenten bringen, wie sie korrekt mit digitalen Waren umzugehen haben. Doch in der Realität ist die Situation verworrener als je zuvor. Selbst Experten können kaum noch dazu raten, welche Angebote unbedenklich sind und wo Kunden übervorteilt werden

    Eigentlich müsste die Überschrift ja „Urheberrechts-Verwirrung“ heissen, oder? :-)

    7. August 2006 1
  • : Online-Seminar zu „Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat“
    Online-Seminar zu „Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat“

    Die Friedrich Naumann Stiftung bietet wieder ein Online-Seminar zum Thema „Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat“ an, was am 14. August 2006 startet.

    Freiheit und Sicherheit stehen für Liberale immer in einem Spannungsverhältnis zueinander. Wesentliche Aufgabe des Staates ist es, Freiheit und Eigentum seiner Bürger zu schützen. Gleichzeitig sind der Schutz der Menschen vor staatlichen Übergriffen und der Schutz der Privatsphäre ein vorrangiges Ziel. In Zweifelsfällen stehen Liberale immer auf der Seite der Freiheit.

    Die stetige Telefonüberwachung, Speicherung von Internetdaten, Erfassung von genetischen Fingerabdrücken – die verfassungsrechtlich geschützte Position des Bürgers wird immer mehr eingeschränkt. In einem weiteren Schritt wurden die Konten der Bundesbürger „gläsern“: Seit mehr als einem Jahr dürfen Arbeitsagenturen und andere Behörden nahezu alle Daten zu Konten und Depots abfragen. Das Bankgeheimnis ist damit faktisch abgeschafft.

    [via]

    7. August 2006 1
  • : Nominierungsrekord bei der BigBrotherAwards
    Nominierungsrekord bei der BigBrotherAwards

    Im Vorfeld der diesjährigen BigBrotherAwards verkündet der Foebud einen Nominierungsrekord: Mehr als 350 Zuschriften für Datenkraken gab es dieses Jahr. Im letzten Jahr waren es nur 230. Die Entscheidungen der Jury werden am Freitag, den 20. Oktober 2006 bekannt gegeben.

    7. August 2006