Netze

Netzneutralität, Breitbandausbau, freie Netze, Plattformen und Internet Governance.

  • : #rp13: Ben Scott über Netzneutralität
    #rp13: Ben Scott über Netzneutralität

    Auf der vergangenen re:publica´13 hat Ben Scott über Netzneutralität gesprochen. Ben Scott war einer der Köpfe hinter Savetheinternet.com, der US-Kampagne, die Netzneutralität dort groß in die politische Debatte gebracht hat. Zwischenzeitlich war er als Berater von Hillary Clinton in der Netfreedom-Debatte im US-Außenministerium aktiv und seit einem Jahr ist er als Fellow der Stiftung Neue Verantwortung in Berlin. Ben Scott gibt einen generellen Überblick über die Idee hinter Netzneutralität und argumentiert, dass das offene Internet als öffentliches Gut zu begreifen und dementsprechend zu schützen ist.

    Ein guter Überblick und Einordnung im Zuge der aktuellen Drosselkom-Debatte in Deutschland. Im Anschluß habe ich mich noch etwas mit Hannah Seiffert vom Eco-Verband und Ben Scott über die nationale Debatte unterhalten.

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    Net Neutrality. What’s that all about? A recent announcement by Deutsche Telekom that Internet service might change – allowing some online content and services to get faster service than others – has brought the debate over how to protect an open Internet back into the headlines. For years, companies, governments, and citizens have been arguing over whether and how to guarantee that the Net remains an open marketplace of ideas and commerce that gives everyone the same opportunity to access the network.

    Now is time to settle the question. In this session, we will demystify the technical issues; we will explain the connection between net neutrality at home and Internet Freedom around the world…

    18. Mai 2013 2
  • : Bundestag debattiert Netzneutralität – im Protokoll
    Bundestag debattiert Netzneutralität – im Protokoll

    Der Bundestag hat in seiner gestrigen Plenardebatte theoretisch über Netzneutralität diskutiert. Theoretisch dadurch, dass die Debatte nur als „Reden zu Protokoll“ stattfand, weil die Opposition wohl alle Plenardebatten-Kärtchen bereits gezogen hatte und die Regierungskoalition anscheinend kein großes Interesse an einer öffentlichen Debatte hatten. Konkret ging es um einen Gesetzentwurf der Linksfraktion, die Netzneutralität festzuschreiben.

    Die Reden finden sich im Protokoll (PDF) auf den Seiten 339 – 349. Kurzzusammenfassung: Regierungskoalition findet den Markt weiterhin toll und sieht die Netzneutralität dort gut aufgehoben. Die Opposition will geschlossen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität.

    Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) sieht das Ansinnen der Linksfraktion, die Netzneutralität festschreiben wollen als „höchstwahrscheinlich aus alten SED-Zeiten genetisch vererbt“. Die Anwendungen von Morgen sind für ihn u.a. „Nicht nur die Verschickung von E‑Mails und das Öffnen von Webseiten, sondern auch für Echtzeitanwendungen wie Voice over IP, IPTV, Web-TV, Onlinespiele, aber auch Videokonferenzen oder Telemedizinanwendungen.“ Dann wissen wir jetzt ja, wofür Herr Nüßlein aktuell seinen Internetanschluß nutzt. Er sieht zumindet die Gefahr, dass viele bei eingeführten Volumentarifen ein Aufpreis für eine Flatrate psychologisch eher davon abhalten würde, diese auch dazu zu buchen. „Das könnte den Ausbau bremsen.“

    Immerhin erkennt er auch:

    Und da sind wir beim Thema Netzneutralität: Natürlich wollen auch wir von der Koalition grundsätzlich, dass „IP-Datenpakete im Internet gleichberechtigt und diskriminierungsfrei behandelt werden“, wie auch die Linksfraktion in ihrem Antrag es fordert. Aber wir müssen auch etwas dafür tun, nämlich die Netze weiter ausbauen. Sonst sind die Netzbetreiber natürlich dazu gezwungen, Preisklassen abhängig von Datenvolumina einzuführen. Aber damit würgen wir die Entwicklung bei den Datenanwendungen ab, Stichwort IPTV und andere.

    17. Mai 2013 12
  • : Drosselkom: Offline and Online-Protests against ISP Plans to slow down Internet Connections – and for Net Neutrality
    Drosselkom: Offline and Online-Protests against ISP Plans to slow down Internet Connections – and for Net Neutrality

    Internet activists in Germany demand a free and open Internet today, protesting in front of the annual general meeting of major German ISP Deutsche Telekom. They criticize the companies plans to slow down internet connections after a certain amount of traffic has been used. What is worse: the company is violating the principle of net neutrality – internet services can buy their way out of those limits.

    Three weeks ago, the former state-owned monopoly telecommunications company Deutsche Telekom AG announced plans to enforce traffic limits on their DSL customers. After transferring a certain amount of data, like 75 gigabytes a month, DSL-connections will be slowed down to 384 Kbit/s instead of the original 16 Mbit/s. Imagine a car usually driving 50 km/h, but after driving for 1.000 km it is slowed down to 384 meters per hour – it’s functionality is broken.

    Making matters even worse, Telekom also openly announced, that internet companies can pay them to be excluded from those customer limits. This is already being done with the music streaming service Spotify: their traffic will not be counted for the customer limit – and Spotify will remain available at full speed even when its competitors are slowed down. The market leader is trying to kill the principle of net neutrality – that all bits are created equal.

    Needless to say, this has created quite a stir in German media and among net activists. Together with many others, internet activist group Digitale Gesellschaft worked on stopping Telekoms plans and advocating for net neutrality. Active for two years already, the campaign site EchtesNetz.de explains the concept of net neutrality and provides simple explanations on why it is essential for a free and open internet.

    When the plans were announced, activists shifted into full-fledged campaign mode:

    16. Mai 2013 5
  • : Offline demonstrieren gegen #Drosselkom-Pläne (Update: weitere Bilder hinzugefügt)
    Offline demonstrieren gegen #Drosselkom-Pläne (Update: weitere Bilder hinzugefügt)

    Wir stehen seit 8:30 Uhr vor der Hauptversammlung der Deutschen Telekom in Köln und demonstrieren gegend die Drosselkom-Pläne. Eine Stunde lang konnten wir ein 14,5 x 4,5m großes Banner vom benachbarten Parkhaus herunter hängen lassen, bis das wieder eingesammelt und uns freundlicherweise übergeben wurde. Das hängt jetzt weiter unten am Eingang zur Hauptversamlung.

    Um 16 Uhr gibt es eine Demonstration zur Domplätte in Köln, sofern es nicht zu starken Regenschauern kommt.

    Ein paar erste Impressionen von der #Drosselkom-Demo aus Köln. Alle Bilder sind auch auf flickr zu finden und können gerne zur Berichterstattung und zum Weiterverteilen verwendet werden.

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    16. Mai 2013 13
  • : Online-Demonstrieren gegen #Drosselkom
    Online Demonstration on Telekom.de
    Online-Demonstrieren gegen #Drosselkom

    Heute findet die Hauptversammlung der Deutschen Telekom in Köln statt. Aus Protest gegen die Drosselkom-Pläne stehen wir in Köln vor der Tür und demonstrieren. Damit auch alle am Protest teilnehmen können, die nicht vor Ort sein können, bietet der Digitale Gesellschaft e.V. auch die Möglichkeit einer Online-Demo. Auf demo.hilf-telekom.de kann man sein eigenes Protestschild ausfüllen und auf der Webseite der Deutschen Telekom virtuell demonstrieren. Auf hilf-telekom.de kann man die Deutsche Telekom bei der Kommunikation rund um die Abschaffung der Netzneutralität unterstützen und die selbst erstellten Werbematerialien weiter verteilen. Und hier finden sich viele Banner zum ebenfalls weiterverteilen.

    Mehr Informationen bietet echtesnetz.de.

    Online-Demo 2013-05-15 21-38-29

    16. Mai 2013 1
  • : Netzneutralität = Medienvielfalt, echte Innovationen und grenzenlose Liebe
    Netzneutralität = Medienvielfalt, echte Innovationen und grenzenlose Liebe

    Der Digitale Gesellschaft e.V. und D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt klären in einer gemeinsamen Motiv-Serie über die Bedrohung durch die Drosselkom-Pläne der Deutschen Telekom auf eine offenes Netz und Netzneutralität auf. Gefordert wird eine gesetzliche Festschreibung und Durchsetzung der Netzneutralität, um Medienvielfalt, echte Innovationen und grenzenlose Liebe zu sichern.

    Die von Mathias Richel gestalteten Motive können gerne weiterkopiert und verbreitet werden.

     

    Telekom Kampagne Bildung_final_klein

    15. Mai 2013 8
  • : Donnerstag in Köln: Vogelbeobachtung vor der Telekom-Hauptversammlung
    Donnerstag in Köln: Vogelbeobachtung vor der Telekom-Hauptversammlung

    Am kommenden Donnerstag, den 16. Mai, veranstaltet die Deutsche Telekom ihre jährliche Aktionärs-Hauptversammlung in Köln. Aufgrund der Drosselkom-Pläne der Deutschen Telekom sind wir natürlich dabei. Um 8:30 Uhr laden wir am Willi-Brandt-Platz 2 in Köln zur Vogelbeobachtung ein.

    (Sachdienliche Hinweise, wo wir bis Mittwoch Abend im Kölner Umfeld noch Drosseln bekommen, nehmen wir gerne entgegen. Wir lassen diese vor Ort auch gerne frei. Alternativ stehen wir da auch ohne Vögel.)

    Bunte Schilder und Transparente mit thematischem Bezug werden gerne gesehen, themenunspezifische Parteienpropaganda wie Fahhnen hingegen nicht.

    telekom-remix-2372-medium

    Unsere Forderungen: An die Telekom:

    13. Mai 2013 17
  • : EU-Kommission will Netzneutralität sichern? Don´t believe the hype!
    EU-Kommission will Netzneutralität sichern? Don´t believe the hype!

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet mit Verweis auf die Neue Osnabrücker Zeitung über Pläne der EU-Kommission, „noch in diesem Jahr eine rechtliche Empfehlung vorlegen, die den uneingeschränkten Zugang der Verbraucher zu allen Internet-Inhalten schützen soll.“ Das Ziel der EU-Kommission „sei die Stärkung der Netzneutralität. Kunden sollen mehr Rechte erhalten und die Anbieter zu mehr Transparenz verpflichtet werden.“

    Die Netzneutralität in Europa sei rechtlich nur wenig geschützt, sagte der Sprecher der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes der Zeitung. „Da müssen wir nachbessern.“

    Bevor jetzt Alle jubeln und die Korken knallen lassen, dass die EU sich endlich darum kümmert und die Netzneutralität rechtlich gesichert wir: Erstmal abwarten. Seitdem Neelie Kroes 2009 EU-Kommissarin für die digitale Agenda wurde, erzählte sie ständig, dass Netzneutralität wichtig sei. Aber immer, wenn sie handeln konnte, startete sie einfach die nächste Konsultation zum Thema, um nichts zu machen. Für dieses Jahr sind Leitlinien angekündigt, die verschiedene Handlungsempfehlungen für Anbieter enthalten sollen. Das ist in etwa rechtlich so bindend wie ein Blogpost bei uns. Eine gesetzliche Absicherung der Netzneutralität durch eine EU-Verordnung ist etwas ganz anderes.

    Das Problem an der Position von Neelie Kroes ist: Sie will nicht wirklich Netzneutralität absichern. Sie will bloß, dass Verbraucher darüber informiert werden müssen, ob sie einen Vertrag abschließen, der Netzneutralität inklusive hat – oder auch nicht. Genau das würde die Deutsche Telekom sofort machen und hat wahrscheinlich auch schon die passende Werbung vorbereitet.

    Insofern: Don´t believe the hype.

    7. Mai 2013 3
  • : Drosselkom: Verbraucherzentrale NRW mahnt Telekom ab
    Drosselkom: Verbraucherzentrale NRW mahnt Telekom ab

    Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert die Deutsche Telekom auf, die umstrittenen DSL-Tarife mit Drosselung zurückzunehmen. Die Verbraucherschützer kritisieren eine „unangemessene Benachteiligung“ und eine Verletzung der Netzneutralität. Bis zum 16. Mai soll die Telekom eine Unterlassungserklärung abgeben, sonst will die Verbraucherzentrale klagen.

    Aus der Pressemitteilung:

    Dass all dies zu einer nicht hinnehmbaren Benachteiligung der Verbraucher führt, liegt nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW auf der Hand. „Die Anbieter übertreffen sich in der Werbung für Internettarife seit jeher mit Flatrate- und Geschwindigkeitsversprechen“, kritisiert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller das Verhalten des Telefonriesen nach Gutsherrenart, „wer Verbrauchern den Saft fürs Surfen dann übers Kleingedruckte derartig abdreht, lässt sie auf der Datenautobahn auf der Standspur stranden und nimmt ihnen damit die Möglichkeit zum diskriminierungsfreien Zugang zu allen Diensten.“

    Dazu haben die Verbraucherschützer Fragen und Antworten zusammengestellt:

    Was kritisiert die Verbraucherzentrale?

    6. Mai 2013 7
  • : Drosselung: Auch 1&1 kastriert DSL-Anschlüsse (Update: Schon länger)
    Drosselung: Auch 1&1 kastriert DSL-Anschlüsse (Update: Schon länger)

    Auch der Internet-Provider 1&1 Internet AG drosselt jetzt DSL-Anschlüsse. Wie Golem berichtet, gibt es einen neuen Tarif „Flat Special 16.000“, der nur 100 GB Datenverkehr bei der groß beworbenen Geschwindigkeit von 16 MBit/s erlaubt, danach gibt’s Minimalversorgung. Im Tarif heißt es:

    DSL Anschluss mit Internet Flat

    Surfen mit bester Netzqualität – mit bis zu 16.000 kBit/s (Download) und bis zu 1.024 kBit/s (Upload) bis 100 GB Datenvolumen pro Monat, danach mit bis zu 1.024 kBit/s (Download) und bis zu 128 kBit/s (Upload) bis Monatsende.

    Und damit wird wahr, was uns von Anfang an zugesteckt wurde: Die Telekom war nur der Anfang, weitere Anbieter werden nachziehen. Während andere Länder Breitband ernst nehmen, geht Deutschland zurück in die Internet-Steinzeit.

    Update: Danke für die Hinweise. Der Tarif existiert bereits länger, das ging aus dem Golem-Artikel nicht hervor.

    4. Mai 2013 57
  • : LOGO: Netzneutralität für Kinder erklärt
    LOGO: Netzneutralität für Kinder erklärt

    Die LOGO-Nachrichten auf dem Kinderkanal haben gestern die Drosselkom-Pläne der Deutschen Telekom in einfachen Worten und Bildern erklärt. Könnt Ihr ja Euren Eltern zeigen:

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    3. Mai 2013 3
  • : Drossellayer: Wie das Internet mit der Telekom bald aussehen wird
    Drossellayer: Wie das Internet mit der Telekom bald aussehen wird

    Inspiriert von unseren Werbespots der Telekom zu ihren neuen Drossel-Tarifen hat Jan Karres eine Webseite gebaut, mit dem man einen „Drossel-Layer“ für seine eigene Webseite erstellen kann:

    drossellayer-590

    Vielen Dank an Jan, der das auch nochmal in seinem Blog erläutert. Großer Dank geht natürlich auch an Andreas Müller, der die ursprünglichen Videos erstellt hat.

    3. Mai 2013 11
  • : Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ist für Netzneutralität
    Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ist für Netzneutralität

    Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, hat der Nachrichtenagentur dpa zum Welttag der Pressefreiheit einige Zitate zur Netzneutralität geliefert. Der BDZV ist für Netzneutralität, das ist zu begrüßen:

    „Es darf keine Mehrklassengesellschaft etwa nach Größe oder Finanzkraft der Inhalte-Anbieter geben“ […] „Wenn zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur, zum Beispiel für den Ausbau der Kabelnetze, nötig sind, darf das aber genauso wenig dazu führen, dass mittelfristig die Auffindbarkeit von und der Zugang zu Informationen eingeschränkt werden“.

    Lustig ist es übrigens, wenn man im letzten Satz „Infrastruktur“ durch „Redaktion“ sowie „Ausbau der Kabelnetze“ durch „Erhalt des Qualitätsjournalismus“ ersetzt. Das erinnert doch an eine andere Debatte… *hust*:

    „Wenn zusätzliche Investitionen in die Redaktionen, zum Beispiel für den Erhalt des Qualitätsjournalismus, nötig sind, darf das aber genauso wenig dazu führen, dass mittelfristig die Auffindbarkeit von und der Zugang zu Informationen eingeschränkt werden“.

    NIchtsdestotrotz zeigt das Statement, dass es in dieser Debatte vollkommen neue Allianzen gibt. Wir würden es begrüssen, wenn sich mehr Inhalteanbieter pro Netzneutralität äußern würden, um endlich eine gesetzliche Verankerung dieser zu bekommen.

    2. Mai 2013 4
  • : Für den Gewinn: Warum die Telekom drosseln will und was dagegen einzuwenden ist
    Für den Gewinn: Warum die Telekom drosseln will und was dagegen einzuwenden ist

    heroldDieser Gastbeitrag von Kathrin Ganz (@ihdl) erschien zunächst auf ihrem Blog i heart digital life, wir übernehmen ihn hier mit freundlicher Genehmigung.

    In der vergangenen Woche hat die Telekom angekündigt, aus den Flatrates nach und nach volumenbegrenzte Angebote zu machen. Ist die monatliche Volumengrenze erreicht wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Es ist davon auszugehen, dass andere Anbieter nachziehen. Mit der Ankündigung der Telekom ist ein Szenario in greifbare Nähe gerückt, das die Art, wie wir mit dem Internet interagieren, stärker verändern könnte als alle anderen netzpolitischen Entscheidungen in den letzten Jahren. Hier kommen die großen netzpolitischen Linien: Netzneutralität, Teilhabe, Überwachung und die Interessen der Kreativ– und Verwertungsindustrie. In den nächsten Monaten wird es darum gehen, die Idee der Netzneutralität zu verbreiten.

    Die Drossel in der Hand: Neue Wachstumsstrategien

    Den Flatrates ist es u.a. zu verdanken, dass sich das Internet in den letzten zehn Jahren in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt und vielen Menschen ermöglicht hat, am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzuhaben. Man konnte sich dem neuen Medium mit etwas Gelassenheit nähern, ohne sich um unerwartete Kosten sorgen zu müssen. Für die Telekom und andere Internet-Service-Provider (ISP) war das die richtige Strategie. Ihre Profite wurden in erster Linie über die Markterschließung erziehlt. Bei der Telekom kommen möglicherweise dazu noch Rationalisierungseffekte nach der Privatisierung.

    Die Wachstumskurve bei den neuen DSL-Verträgen ist flach geworden. Einzig in den ländlichen Gegenden, zu denen der Breitbandausbau noch nicht vorgedrungen ist, ist noch etwas zu holen. Das Verhältnis zwischen Investion und zu erzieltem Gewinn dürfte in den Strategiemeetings der Telekom nicht zu Freudentänzen führen. Es müssen also neue Wege her, um weiterhin steigende Profite zu realisieren. Das angebliche Marketinggesetz, wonach man Kunden nichts wegnehmen darf (so Clemens Schrimpe bei Logbuch Netzpolitik) wird vom Gesetz des Wachstums locker in die Tasche gesteckt. Um das Marketing muss man sich keine Sorgen machen: Der Deal zwischen der Telekom und Spotify beim Mobilfunk hat gezeigt, dass das Ende der Netzneutralität in einer hübschen Verpackung daher kommt: Als ein gutes Angebot, wo man für kleines Geld etwas Tolles bekommt.

    2. Mai 2013 47
  • : Deutsche Telekom: Bis 2018 haben alle Kunden die neue AGB und Netzneutralität wird abgeschafft
    Deutsche Telekom: Bis 2018 haben alle Kunden die neue AGB und Netzneutralität wird abgeschafft

    Der Deutschland-Chef der Deutschen Telekom, Niek Jan van Damme, hat der Zeitung Die Welt ein Interview zu den Drosselplänen gegeben. Das ist nicht jetzt auch online, Golem hat einige Zitate. Da stehen auch interessante Punkte drin, die einen Mehrwert zur Debatte bringen. Einerseits erklärt van Damme, dass die AGB-Änderungen hin zu den Volumentarifen selbstverständlich alle Kunden treffen wird – nur nicht sofort, sondern etwas später. Bis 2018 sollen alle Kunden umgestellt sein. Verschiedene Medien hatten in den letzten tagen darüber spekuliert, dass die Deutsche Telekom Vertrags-Updates nutzen wird, die Drosselungen durchzusetzen, indem man z.B. auf VoIP umsteigt oder in einen günstigeren Tarif wechselt. Das ist hiermit also bestätigt.

    Ebenfalls bestätigt wird in dem Interview unsere Befürchtung, dass die Deutsche Telekom gegen Geld Partnerdienste bevorzugen wird. Dabei wendet man den Spin an, dass es bei dem eigenen T‑Entertain-Bereich ja nicht um „richtiges“ Internet handeln würde, sondern um „Managed-Services“ und da könne man ja machen, was man wolle. Das kommt nur zufällig über dieselbe Leitung. Und Youtube & Co könnten, vergleichbar zum Spotify-Deal im T‑Mobil-Netz, gegen eine Durchleitungsgebühr privilegiert auf die Überholspur kommen:

    Wir sind offen für Gespräche mit diesen Anbietern, um ihre Angebote in Entertain zu integrieren oder neue Kooperationsmodelle zu finden.

    1. Mai 2013 48
  • : Freifunk verbindet!
    Freifunk verbindet!

    Philipp Seefeldt hat ein neues Freifunk-Imagevideo gemacht. In 90 Sekunden wird kompakt und gut die Idee von freien Funknetzen erklärt: Freifunk verbindet!

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    Freifunk verbindet! from Philipp Seefeldt on Vimeo.

    27. April 2013 5
  • : Jung & Naiv – Folge 42: Netzneutralität – Politik für Desinteressierte
    Jung & Naiv – Folge 42: Netzneutralität – Politik für Desinteressierte

    Der Journalist Tilo Jung betreibt seit wenigen Monaten das Youtube-Format „Jung & naiv – Politik für Desinteressierte“. Die Idee ist, immer in rund zehn Minuten eine Person zu einem Thema zu befragen, so dass es auch Menschen verstehen können ohne im Thema drin zu sein. In der aktuellen Folge 42 hat er mich zu den Drossel-Plänen der Deutschen Telekom befragt und was das mit Netzneutralität zu tun hat.

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    Wir werden die nächsten Folgen von „Jung & naiv“ hier mal spiegeln und austesten, ob das Format hier ins Blog passt. Das wird zwar nicht immer unbedingt mit Internet und Gesetzgebung zu tun haben, sondern auch andere politische Themen betreffen. Aber wir definieren Netzpolitik auch als Politik im Netz und daher passt es schon. Außerdem ist es ein Experiment.

    26. April 2013 3
  • : Vergleich verschiedener Netzneutralitätsgesetze
    netneutralitymap.org
    Vergleich verschiedener Netzneutralitätsgesetze

    In der Debatte rund um die Netzneutralität hört man öfters die Kritik Netzneutralität sei zu schwammig, nicht genau definierbar und im Detail sehr schwierig. Wir glauben das nicht und haben deswegen einen Vergleich aller bestehender Gesetze zur Netzneutralität geschrieben. Wir ist in diesem Fall übrigens die österreichische Kampagne unsernetz.at.

    drei Länder, drei Entstehungsgeschichten

    netneutralitymap.orgWir haben uns die Gesetze von Chile, den Niederlanden und Slowenien angesehen. Chile hat als erstes Land der Welt ein Gesetz zur Netzneutralität erlassen, die Situation dort war ein Monopol eines einzelnen Providers im ganzen Land, den man mit diesem Gesetz von allzu dummen Ideen abhalten wollte. Spannend an Chile ist auch die Einschränkung von Netzneutralität auf „legal content“, eine Unterscheidung die sich auch in Definitionen der US Regulierungsbehörde FCC finden lässt („lawful content“). Chile ist übrigens bei weitem nicht das einzige Land in Lateinamerika mit Gesetzten zur Netzneutralität, ähnliche Gesetze finden sich auch in Argentinien, Columbien, Brasilien und Mexico.

    26. April 2013 6
  • : Keine Panik: Telekom-Sprecher verspricht, dass Drosselkom-Aufregung bald wieder vorbei ist
    Keine Panik: Telekom-Sprecher verspricht, dass Drosselkom-Aufregung bald wieder vorbei ist

    Der Deutsche Telekom – Konzernsprecher Blank hat heute Morgen im Deutschlandfunk verkündet (MP3), dass Aufregung im #Drosselkom nur vorübergehend sei.

    Naja, dass eine Preiserhöhung, und sei sie noch für so eine kleine Kundengruppe wie in unserem Fall, nicht besonders gut ankommt, hat uns nicht wirklich überrascht. Zudem befinden wir uns natürlich im Vorwahlkampf, in dem Politiker dankbar jedes Thema aufgreifen. Ich denke, für eine richtige Entscheidung sollte man schon einige Tage Medienaufregung aushalten können. […]

    Ich glaube in dieser Debatte wird Netzneutralität quasi mit einer Gratis-Internetkultur verwechselt. Die Telekom steht für das freie und offene Internet, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. (Anmerkung der Redaktion: Zweifel finden Sie im Kleingedruckten in der AGB). Reguläre Internetdienste werden diskriminierungsfrei behandelt, das gilt für unsere Dienste genauso wie für alle anderen. (Anmerkung der Redaktion: Natürlich alles eine Frage der Definition und des Preises.) […]

    Nun wir sind im Vorwahlkampf, wir werden Herr Rösler über die Fakten aufklären und ich bin sicher, in einigen Tagen werden die Fakten und eine sachliche Berichterstattung darüber dann Einzug halten.

    Mit anderen Worten: Keine Panik, der Deutsche Telekom – Lobbyapperat springt jetzt an und holt die Politiker aus dem Vorwahlkampf wieder zurück. Sobald die Medienaufmerksamkeit gesunken ist, werden die auf das nächste Thema aufspringen und die Deutsche Telekom kann dann ihre Pläne einfach weiter verfolgen.

    Was uns interessiert: Welche Lobby- und PR-Unternehmen arbeiten denn im Moment für die Deutsche Telekom an dem Thema Netzneutralität? Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns auf den üblichen Kanälen. Gleichzeitig nehmen wir gerne Strategiepapier und Umfeldanalysen zu dem Thema an, um mehr Einblicke in die Strategie zu bekommen, wie die Deutsche Telekom den Einstieg in den Ausstieg aus der Netzneutralität vorbereitet.

    26. April 2013 35
  • : Übermorgen: Worum geht es bei Netzneutralität?
    Übermorgen: Worum geht es bei Netzneutralität?

    Alexander Lehmann hat einen alten Film neu veröffentlicht, der bereits vor wenigen Jahren gut erklärte, worum es bei der Netzneutralitäts-Debatte geht:

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    25. April 2013 1