Kultur

Meme, Veranstaltungen, Kunst, Museen, Remixe, Musik, Internetphänomene, Computerspiele und Archive.

  • : Mehr Wohlfahrt durch Kopien
    Mehr Wohlfahrt durch Kopien

    Telepolis schreibt über die Dissertation von Jochen Haller mit dem Titel „Urheberrechtsschutz in der Musikindustrie: Eine ökonomische Analyse“. Haller hat untersucht, ob stärkere Urheberrechtsschutzmaßnahmen ein Heilmittel gegen die Probleme der Musikindustrie sind. Die Antwort darauf ist, wie zu erwarten, „nein“:

    Volkswirtschaftlich betrachtet sei das Kopieren von Musik sogar eine gute Sache, da es die Wohlfahrt steigere. Darüberhinaus sind Hallers Forderungen altbekannt, u. a. niedrigere Tonträgerpreise, ein differenzierteres Urheberrecht und die Erkenntnis, dass nicht jedem verkauften CD-Rohling ein entgangener Musikkauf entspricht. Aber eine weitere Studie, die zu diesen Schlüssen führt, ist ja keine schlechte Sache.

    Insgesamt wird anhand der Ergebnisse der vorliegenden Analyse deutlich, daß Zweifel angebracht sind, ob weitere Erhöhungen des Urheberrechtsschutzes langfristig ein probates Mittel zur Überwindung der derzeitigen Krise der Musikindustrie darstellt. Hierzu scheint vielmehr die Entwicklung neuer Strategien seitens der Tonträgerhersteller geeignet zu sein.

    1. August 2005
  • : Auf dem Weg zu WhattheHack
    Auf dem Weg zu WhattheHack

    Ich bin gerade auf dem Weg nach Holland zum „What the Hack“ – Camp. Am Freitag spreche ich um 17h in Zelt3 zusammen mit Elmar Geese, dem Vorsitzenden des Linux-Verbandes über folgendes Thema:

    A Guide to Free Software Lobbying

    Lobbying for Open Source and Free Software is necessary for raising awareness in politicians’ minds. But there are only few who really do just that on a national and european level. Lobbying for free software means working in your spare time against lots of paid Microsoft lobbyists and agencies. In this presentation we want to show how lobbying for free software and open source works and what can be done to promote freedoms in the digital age.

    Berichte gibts dann ab morgen, wenn die Technik (und das Wetter) mitspielt.

    27. Juli 2005
  • : BPB: Aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema Netzpolitik
    BPB: Aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema Netzpolitik

    Die neueste „Aus Politik und Zeitgeschichte“-Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung ist zwar noch nicht gedruckt erhältlich, dafür schon im Netz zu finden. Die kleinen Heftchen liefern immer wieder einen Überblick zu einzelnen Themen. Diesmal ist Netzpolitik das grosse Thema, wenngleich der Titel eigentlich „Sicherheit im Internet“ lautet.

    Die rasche Ausbreitung des Internets über geographische und administrative Grenzen hinweg hat ungeahnte individuelle Freiheiten eröffnet. Zugleich haben sich die Sicherheitsprobleme verschärft. Doch viele Nutzer bewegen sich sorglos im Netz – ohne individuelle Sicherheitsvorkehrungen wie Virenscanner und Firewalls. Die Vision eines zuverlässigen Netzes setzt dagegen auf verantwortliche und verlässliche Nutzer.

    In der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts muss das Spannungsfeld von Copyright und seinen Schranken, von geistigem Eigentum und Kollektivgut, von Verwertungsinteressen und Bürgerrechten neu vermessen werden. Staatliche Eingriffe erscheinen indes weder zweckmäßig noch wünschenswert. Autoritär regierte Staaten haben zu drakonischen Zensurmaßnahmen gegriffen.

    Die Beiträge können wahlweise einzeln im Netz gelesen werden. Empfehlenswert ist auch das ganze PDF.

    Editorial
    Das zuverlässige Netz
    Die Zukunft der Ideen
    Urheberrecht in der Wissensgesellschaft
    Information Warfare
    Zensur im Internet

    Das letzte Mal, dass ein Heft zum Thema Internet erschienen ist, war zum ersten World Summit on the Information Society (WSIS) vor knapp zwei Jahren.

    [via immaterialblog]

    26. Juli 2005
  • : Buch-Rezension: Free Culture
    Buch-Rezension: Free Culture

    Matthias Spielkamp hat für die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Buch-Rezension über „Free Culture – How Big Media Uses Technology and the Law to Lock Down Culture and Control Creativity“ von Lawrence Lessig geschrieben:

    „Free Culture“ ist eine Gegenrede, bei der Lessig nicht nur Empirie, sondern auch die Logik auf seiner Seite hat. Und wie viele seiner angelsächsische Kollegen hat er die Gabe, trockene wissenschaftliche Argumentationen in eine spannende Erzählung zu verwandeln, ohne dabei ihre Komplexität zu vernachlässigen. Obwohl das Buch vor dem Hintergrund des amerikanischen Rechtsraums geschrieben ist, weisen Lessigs Argumente weit darüber hinaus. Sein Plädoyer gegen überstürzte Konzessionen an die Rechteinhaber, für eine bedachte Diskussion der Fakten muß auch hierzulande jedem empfohlen werden, der sich mit dem Thema beschäftigt.

    Free Culture ist ein tolles Buch, welches auch als PDF heruntergeladen werden kann. Eine Creative Commons Version lädt zum Remixen des Werkes ein. Davon haben schon viele Gebrauch gemacht. Es gibt ein Audiobook, verschiedenste Text-Formate (wie HTML) und auch ein Wiki zum Weiterentwickeln des Werkes.

    26. Juli 2005
  • : Freies Wissen als Schulphilosophie
    Freies Wissen als Schulphilosophie

    Auch im Bereich Bildung ist Großbritannien mal wieder ein Stück weiter: Am Londoner Ravensbourne College gibt es jetzt die School of Computing for the Creative Industries. Die Schüler sollen nicht nur auf Leben und Arbeit in der digitalen Welt vorbereitet werden, sondern bekommen gleichzeitig auch die Philosophie rund um Open Source und freies Wissen nahegelegt. Alle Unterrichtsmaterialien werden zudem unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht:

    Although we recognise an important role for trade secrets and proprietary knowledge, the School also recognises that open standards – and open source solutions – have been instrumental in the rapid growth and enduring success of the internet. Furthermore, we recognise that appropriation and reuse – rip, mix, and burn – are central to the progress of innovation in digital technology and the creative industries. A balanced view of intellectual property, therefore, recognises the crucial role of open source solutions and a „creative commons“.

    […]

    The School of Computing for the Creative Industries will release its learning materials under a Creative Commons license to ensure their widest possible dissemination and use. Technical facilities in the School will be built on open source platforms. We will support students who wish to release projects under free and open source licenses.

    (via BoingBoing)

    24. Juli 2005
  • : BBC-Backstage Entwickler-Wettbewerb
    BBC-Backstage Entwickler-Wettbewerb

    Das BBC Backstage Developers Network hat einen Wettbewerb gestartet, um neue Anwendungen rund um die freigegebene APIs zu entwickeln: BBC opens TV listings for ‚remix’

    „We want people to innovate and come up with prototypes to demonstrate new ways of exploring the BBC’s TV schedule,“ backstage.bbc.co.uk project leader Ben Metcalfe told the BBC News website. „We have some ideas: people might want to combine schedules with web search services, like del.icio.us.“

    Heute startet übrigens BBC Backstage offiziell. Und ich bin neidisch. Ich will auch innovative öffentlich-rechtliche Medien in Deutschland haben. Dafür zahle ich dann auch gerne Rundfunkgebühren oder eine Mediengebühr.

    23. Juli 2005
  • : Cory Doctorow im BBC-Interview
    Cory Doctorow im BBC-Interview

    Die BBC berichtet in einer Interview-Serie über „digitale Bürger“. Aktuell ist das Interview mit Cory Doctorow von BoingBoing und der Eletcronic Frontier Foundation über DRM, Copyright und die Arbeit der EFF: Digital Citizens: The activist.

    „A little bit of copyright goes a long way. The idea that copyright should control how technology works rather than technology setting how copyright works is a really fundamentally broken one,“ said Mr Doctorow.

    „The thing that’s really different in the digital world is not that copyright is rupturing under the onslaught of new technology. It’s that we are treating that like it’s a crisis.

    „Instead of that, it’s just another signal that it’s time to update copyright.“

    Das Quiz „Are you a digital citizen?“ halte ich für etwas misslungen. Da werden teilweise Firmengründer und Marken abgefragt.

    23. Juli 2005
  • : Ist Social Software nur ein Hype?
    Ist Social Software nur ein Hype?

    Steve Rubel von Micropersuasion hat seine 10 Trends für die nächsten 10 Jahre geschrieben. Darauf aufbauend hat Mario Sixtus in seinem Blog eine schöne Zusammenfassung geschrieben. Und er widerspricht allen, die behaupten, dass Social Software yet another Hype ist.

    Steve mag mit dem einen oder anderen Punkt Recht oder Unrecht haben: Die generelle Entwicklungsrichtung hat er jedenfalls präzise skizziert. Es geht um eine Machtverschiebung von oben nach unten. Von Revolution zu reden ist noch viel zu niedrig gestapelt. Alte Medien verlieren ihre Agenda-Setting-Power und noch vielmehr: die Deutungshoheit. Nach der Musikindustrie werden noch etliche andere alten Wirtschaftsmächte die Kraft der Vernetztheit zu spüren bekommen (Habe ich schon erwähnt, dass demnächst das TV dran ist?). Sie werden sich neue Modelle einfallen lassen müssen oder einfach ihren Laden abschließen. Klar: Sie werden zuvor Horden von Juristen mobilisieren, aber das verzögert so einen Umbruch nur unmerklich. Auch politisch wird es zwangsläufig ein paar Eruptionen geben: Die scheinbar Mächtigen, also Politiker, hören bekanntlich gerne auf die wirkliche Macht, die Wirtschaft. Künftig werden sie also mehr auf die Menschen hören müssen, wenn es ihnen nicht so gehen soll, wie der Musikindustrie.

    23. Juli 2005 1
  • : Podsafe music network startet
    Podsafe music network startet

    Der Podcasting-Pionier Adam Curry hat heute die Beta-Version eines neuen Dienstes namens „Podsafe music network“ vorgestellt. Alle Musiker, die Interesse haben, können ihre eigenen Songs in eine grosse Bibliothek hochladen, wenn sie sich bereit erklären, dass ihre Musik kostenlos genutzt werden kann. Podcasting-Produzenten können aus diesem Archiv Musik für Podcasts nutzen. Dazu können Nutzer kollaborativ ein Ratingsystem nutzen und die Musik bewerten. 800 Songs sollen jetzt schon zum Start zur Verfügung stehen.

    20. Juli 2005 2
  • : Wikimania 2005 in Frankfurt
    Wikimania 2005 in Frankfurt

    Eine grossartige Konferenz, die in den Medien leider bisher wenig Beachtung findet, wird die Wikimania 2005 werden. Die erste internationale Wikimedia Konferenz wird in Frankfurt am Main, Deutschland vom 4. bis 8. August 2005 stattfinden.

    Wikimania ist eine einzigartige Gelegenheit, die Leute zu treffen, die an „vorderster Front“ in den Wikimedia-Projekten arbeiten. Prominente Vertreter aus der Welt des freien Wissens, Mitglieder der Community und Wissenschaftler werden ihre Studien und ihre Erfahrungen mit der Wikipedia und anderen Projekten der Wikimedia Foundation präsentieren. Zentrale Themen der Konferenz sind die Wiki-Kultur, deren Technologie und die Welt des freien Wissens. Das Programm umfasst Vorträge, Workshops und Tutorials sowohl für Newcomer als auch für „alte Hasen“.

    Das Programm ist seit zwei Tagen online. „Headliner“ sind Jimmy Wales, Ward Cunningham, Ross Mayfield und Richard Stallman. Einen Creative Commons Workshop wird es von Thomas Thaler geben: Finding new sources of free knowledge.

    Ich werde vermutlich nicht dabei sein. Zu nah ist der Termin an der What the Hack, wo ich nächste Woche hinfahren werde. Ausserdem ist an dem Wochenende die Jahreshauptversammlung der European Digital Rights Initiative bei uns in Berlin mit vielen Gästen.

    20. Juli 2005
  • : EFF-Event: Bloggen für Freiheit
    EFF-Event: Bloggen für Freiheit

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) wird diesen Monat 15 Jahre alt. Gefeiert wird dies durch einen einwöchigen Web-Event: EFF15 Blog-a-thon. Damit soll mehr Aufmerksamkeit auf die demokratisierenden Möglichkeiten von Blogs gelegt werden.

    We want to hear about your „click moment“ — the very first step you to took to stand up for your digital rights – whether it was blogging about an issue you care about, participating in a demonstration, writing your representatives, or getting involved with EFF. As a thank you, we’ve enlisted an independent panel of judges to choose from among your posts for „Most Inspirational,“ „Most Humorous,“ and „Best Overall.“ At the end of the Blog-a-thon, we’ll announce the names of the three bloggers with the best posts on our website and in our weekly newsletter, EFFector. We’ll also publish the three best posts on our site and send the authors a blogging „kit“ as an extra thank you: an EFF bloggers’ rights T‑shirt, special EFF-branded blogger pajama pants, a pound of coffee, and a pair of fuzzy slippers.

    Akzeptiert werden alle gängigen Publishingformen wie Blogs, Podcasts, Video, Bilder, Briefe.

    Mitmachen geht ganz einfach durch das Kopieren des folgenden Tag-Code in den jeweiligen Text, der teilnimmt. Alle Postings werden dann aggregiert. Die Jury sieht danach aus, dass nur englischsprachige Beiträge berücksichtigt werden (können).

    <!-- tag start -->
    Blog-a-thon tag:
    <a href="http://eff.org/bloggers/EFF15" rel="tag">EFF15</a>
    <!--tag end -->

    Das Ergebnis müsste dann so aussehen:


    Blog-a-thon tag:

    Zu gewinnen gibts viel Aufmerksamkeit und ein EFF Blogger Kit.

    19. Juli 2005
  • : BBC – Innovationen mit Open Source
    BBC – Innovationen mit Open Source

    Die BBC, einstmals die behäbige alte Dame der europäischen Medienlandschaft, präsentiert sich als Innovationsmotor und beweist, das Modell „öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ ist durchaus zukunftsfähig, sofern die Verantwortlichen traditionelle Denkmuster aufgeben und zu Reformen bereit sind. Durch die Nutzung offener Standards will die BBC gewährleisten, dass ihre Online-Angebote flexibel neu genutzt werden können.

    Frei nach dem Motto „Benutzt unser Zeug, um Euer Zeug zu machen“ unterbreitet die BBC seinem Publikum verschiedene Online-Angebote zur kreativen Nutzung und Verwertung seiner Inhalten. Wenige, dafür aber umso klarere Richtlinien sollen einen Missbrauch des Angebots verhindern. Rechtliche Grundlage des Konzeptes ist die eigens geschaffene Creative Archive License, die in Zusammenarbeit mit Creative Commons-Begründer Lawrence Lessig erarbeitet wurde und an dessen Lizenzen angelehnt ist. Erlaubt ist die Verwertung der Inhalte, sofern dies unkommerziell, nicht-diskriminierend und unter Angabe der ursächlichen Quelle geschieht. Ferner ist Nutzung der von der BBC bereitgestellten Inhalte nur gebührenzahlenden Zuschauern innerhalb des United Kingdom gestattet.

    Im Creative Archive werden seit dem vergangenen Jahr viele Videoclips zur Verfügung gestellt, die von Interessierten bearbeitet und weiterverwendet werden können – alles natürlich im Rahmen der Eingangs genannten Nutzungsbedingungen.

    Backstage.BBC heißt das neueste Prestigeprojekt der BBC. Es handelt sich um ein Angebot an interessierte Privatpersonen, insbesondere Programmierer, die diverse Inhalte, seien es Nachrichten, Wetterdaten oder Sportnews, von BBC-Online kostenlos übernehmen, verändern und beliebig mit anderen Inhalten kombinieren können. Dazu wurden verschiedene APIs, sog. Programmierschnittstellen veröffentlicht und interessierten Kreisen zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise ist zum Beispiel Wikiproxy entstanden. Dieser gleicht alle BBC-Nachrichten mit den Wikipedia-Artikeln ab und fügt entsprechende Links ein, die auf Einträge der freien Online-Enzyklopädie verweisen.

    Die BBC macht sich in einem weiteren Pilotprojekt die p2p-Technologie zunutze und stellt sich damit der hinlänglich bekannten Verdammungs-Argumentation von Film- und Musikindustrie entgegen. Der Interactive Media Player (iMP) zeigt welche ungemeine Bereicherung ein solches Angebot für das herkömmliche Rundfunkangebot sein kann. Das Projekt befindet sich derzeit in der Testphase. 5000 Briten können rund 190 h TV- und 310h Radio-Programm auf ihren Rechner herunterziehen, um diese zu einem späteren Zeitpunkt anzuschauen. Die Angebote stehen jeweils sieben Tage nach der Erstaustrahlung auf dem Server zu Download bereit. Ein Digital Rights Management System soll das Kopieren und die Weitergabe der Inhalte verhindern. Trotz dieses Wehmutstropfens kann das iMP-Projekt getrost als Meilenstein bezeichnet werden.

    Am 12. Juli 2005 stellte die BBC zudem ihre eigenen Open Source-Projekte auf einer eigenen Website online. Dort finden sich derzeit neun OSS-Projekte an denen die BBC federführend mitwirkte. Es handelt sich dabei unter anderem um Apache- oder Perl-Module, aber auch der von der BBC entwickelte, freie Video-Codec Dirac ist vertreten. Die Softwareentwicklung bei der BBC wird überwiegenden Teil durch öffentliche Gelder finanziert. Durch die Bereitsstellung der Software unter Open Source Lizenzen, wolle man das Publikum an den Resultaten angemessen beteiligen, begründet die BBC den Schritt.

    19. Juli 2005
  • : Comic: Wie Millionäre zu Piraten werden
    Comic: Wie Millionäre zu Piraten werden

    Der „Comic How Bob the Millionaire became a pirate“ handelt davon, dass die Filmindustrie das Internet verschlafen hat und immer noch nicht in der Lage ist, die Bedürfnisse der Konsumenten zu stillen. Die wollen u.a. Filme und Serien schauen, wann sie wollen und nicht erst darauf warten, dass neue Serien oder Filme erst nach einem halben Jahr auf der anderen Seite des Globus veröffentlicht werden. Der Comic handelt von einem Millionär als Protagonisten, der trotz viel Geld nicht in der Lage ist, auf legalem Weg seine Lieblingsserien zu schauen. Und deswegen Filesharing-Börsen nutzt und zufrieden ist.

    19. Juli 2005
  • : H20 Playlists – Kollaborative Linklisten
    H20 Playlists – Kollaborative Linklisten

    H20 Playlists ist ein neues Projekt des Berkman Center for Internet and Society. Die Idee dahinter ist durch Dienste wie IMDB, Amazon oder iTunes bekannt: Nutzer erstellen Playlisten, bzw. Zusammenstellungen ihrer „Greatest Hits“, und das in einem kollaborativen Prozess. In diesem Fall sind dies keine Lieder oder Videos, sondern Ressourcen im Netz rund um die Themen „Internet & Gesellschaft“, seien es Webseiten, Artikel, Bücher, Interviews, etc. Jeder kann eine eigene Playlist gestalten und die eigenen Einträge ranken. Dazu kommt ein System, was ähnlich wie Del.icio.us die Playlisten mit Tags versieht. Mit Hilfe dieser Tags kann man ähnliche Playlisten suchen. Einträge können von anderen Listen in die eigene übernommen werden. Das System dahinter gefällt mir ziemlich gut. Werde mal die Tage meine eigene Playlist zusammenstellen. Schauts Euch mal an.

    Hier sind mal zwei Beispiele für thematische Linklisten:

    ICT resources for philanthropic, nonprofit , and other community-based organizations
    Chilling Effects and Warming Effects

    19. Juli 2005
  • : Bild.de erklärt die Wikipedia
    Bild.de erklärt die Wikipedia

    Ist jetzt die Wikipedia Mainstream? Bild.de „verrät“ die sieben Geheimnisse der Wikipedia.

    Abgesehen vom Wikipedia-Artikel gibt es noch den Artikel „Ganz legal! – So knacken Sie den CD-Kopierschutz“:

    Da Windows-Benutzer über Abspielprobleme der Sony-CDs klagten, stellte Sony eine Schritt-für-Schritt-Anleitung ins Netz, wie jeder den Kopierschutz umgehen kann. Inzwischen ist sie zwar nicht mehr online. Dafür gibt’s die Anleitung jetzt auf Anfrage per E‑Mail über die Homepage www.sonybmg.com.

    Wie beschränkt ist denn SonyBMG? Wieso verzichten die nicht gleich auf den Kopierschutz, sparen damit ca. einen Euro, und verbilligen so ihre CDs um den Betrag? Dann brauchen Windows-Nutzer auch nicht umständlich auf deren Homepage nach einer Anleitung nachfragen und fühlen sich entspannter.

    Der von Sony benutzte Kopierschutz funktioniert ausschließlich unter Windows. Auf Systemen mit MacOS oder Linux können die CDs abgespielt und auch beliebig kopiert werden.

    15. Juli 2005
  • : Schon wieder Innovationen verschlafen?
    Schon wieder Innovationen verschlafen?

    Verschläft die Musikbranche den nächsten Trend? Podcasts kommen immer mehr in Mode und könnten das herkömmliche Broadcasting-Modell revolutionieren. Jeder kann Radioshows anbieten und über RSS und MP3 vertreiben. Ja, wenn es da nicht die „Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL)“ geben würde. Die ist nämlich nicht darauf vorbereitet, dass Bürger eigene Radioshows machen wollen und dafür auf „normale“ Musik zurückgreifen und Künstler kompensieren wollen. Johnny von Spreeblick hatte mal angefragt, wie teuer es denn sei. Und die Netzeitung berichtet darüber:

    Johnny Häusler von der Blogger-Site «Spreeblick» wollte ein solches Musik-Podcast anbieten und bekam prompt eine Abfuhr von der GVL. Man habe ihm mitgeteilt, so Häusler, dass er keine entsprechenden Abgaben für sein MP3-Radio abführen könne. «Gleichzeitig wies man mich daraufhin, dass ich illegal handeln würde, wenn ich nicht jedem Einzelnen die Verwertung vergüte», so Häusler. Wollte «Spreeblick» also ein Musik-Podcast anbieten, müsste sich Häusler zuvor mit einem einzelnen Musikverlag einigen.

    Aber das verschlafen neuer Trends ist auch eine Chance für andere: Lieder, die unter den Creative Commons lizenziert sind, können für Podcasts und Internetradios genutzt werden, ohne Bürokratie und Verbote.

    15. Juli 2005
  • : Die Netzeitung über Creative Commons
    Die Netzeitung über Creative Commons

    Peter Schink von der Netzeitung hat mich unabhängig von Spiegel-Online über die Creative Commons Lizenzen und die Creative Commons Usergroup befragt und darüber den Artikel „Die leise Urheber-Revolution im Netz“ geschrieben.

    Das Urheberrecht soll Künstler und Kreative schützen. Eine Gruppe um den amerikanischen Jura-Professor Lessig findet, genau das Gegenteil sei der Fall. Die Netzeitung sprach mit einem ihrer Aktivisten.

    Das Besondere an dem Artikel ist, dass er unter einer sehr freien „Creative Commons Attribution Non-Commercial Sharealike Lizenz“ (Auf Deutsch: Namensnennung, Nicht-kommerziell und Änderungen erlaubt, sofern unter derselben Lizenz weitergegeben) auf den Seiten der Netzeitung online gestellt wurde. Und da N24 den Content der Netzeitung im Bereich Internet übernimmt, hat jetzt auch N24 den ersten Artikel unter einer CC-Lizenz veröffentlicht. Ich vermute mal, die wissen noch nichts von ihrem Glück dort.

    14. Juli 2005 1
  • : Spiegel Online erklärt die Creative Commons
    Spiegel Online erklärt die Creative Commons

    Verena Dauerer hat für Spiegel-Online einen Artikel über die Creative Commons Lizenzen geschrieben und mich dazu befragt: Der Traum von frei zirkulierenden MP3s.

    An das Internet als Musik-Plattform haben wir uns gewöhnt. Doch das Urheberrecht ist nicht immer geschmeidig auf die digitale Entwicklung zugeschnitten. Während Plattenmajors auf ihren Rechten bestehen, fühlen sich manche Künstler eingeengt. Das Gezerre könnte mit den Creative-Commons-Lizenzen ein Ende haben.

    Momentan läuft auf dieser Domain übrigens das Creative Commons Wiki. Wir arbeiten gerade an einem Relaunch der deutschen Creative Commons Seite, der hoffentlich Anfang nächsten Monats fertig ist.

    13. Juli 2005
  • : Die Kriminalisierung von Filesharing geht voran
    Die Kriminalisierung von Filesharing geht voran

    Die EU-Kommission geht einen Schritt weiter bei der Kriminalisierung von Filesharing. Gestern wurde ein Brüssel der Entwurf einer „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über strafrechtliche Maßnahmen zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums“ und ein „Rahmenbeschluss des Rates zur Verstärkung des strafrechtlichen Rahmens zur Ahndung der Verletzung geistigen Eigentums“ vorgelegt.

    Monika Ermert berichtet in Heise darüber: EU-Kommission legt Strafvorschriften gegen Produktfälscher und Raubkopierer vor

    Privates Filesharing solle von den neuen Regelungen nicht erfasst sein, so ein Kommissionsmitarbeiter gegenüber heise online. Allerdings wird die Frage, ab wann die Schwelle zum „gewerblichen Umfang“ überschritten ist, von verschiedenen Seiten durchaus unterschiedlich beurteilt. Andreas Dietl, ehemaliger Europadirektor bei der European Digital Right Initiative (EDRI), warnt im Übrigen vor der gefürchteten Brüsseler „Salamitaktik“.

    Der vorgestellt Entwurf geht weiter als es internationale Verträge bisher handhaben:

    Article 61 des Trips-Abkommen TRIPS kriminalisiert schon „intentional infringement on a commercial scale“, aber dieser EU-Richtlinienentwurf würde „attempting, aiding and abetting, and inciting such infringements“ noch hinzufügen.

    Mitgliedsstaaten sollen laut der neuen Richtlinie dafür sorgen, „dass jede vorsätzliche, in gewerblichem Umfang begangene Verletzung eines Rechts des geistigen Eigentums, der Versuch einer solchen Rechtsverletzung sowie die Beihilfe und Anstiftung dazu als Straftat gilt.“

    Ob Steve Jobs dann wohl in den Knast muss für den Apple-Slogan „Rip Mix Burn“?

    Dazu muss man sagen, dass „gewerblich“ in der juristischen Sprache nicht automatisch gleich Geld verdienen bedeutet. Meiner Meinung nach kann der derzeitige Entwurf Tauschbörsennutzer und Betreiber von Tauschbörsen ins Gefängnis bringen.

    Udn wie schaut es überhaupt mit der letzten „Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums“ aus, die immer noch nicht in deutsches Recht umgesetzt wurde? Sogleich noch eine noch verschärftere Version nachschieben? Schon diese Richtlinie hat unabhängig von Tauschbörsen Formulierungen drin, die gefährlich für den Mittelstand werden könnte. Die neue Version könnte zudem gefährlich für Freie Software und eine freie Digitalkultur sein, vielleicht sogar noch gefährlicher als Softwarepatente.

    Also Augen auf und es wird wohl wieder Zeit, die alte europäische Koalition gegen die Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums wieder aufleben zu lassen.

    13. Juli 2005
  • : Musikindustrie schreibt iRights
    Musikindustrie schreibt iRights

    Im Zuge der „AllofMP3“ (Werbe)-Kampagne der IFPI hat jetzt auch das Verbraucherportal iRights eine einen Brief für einen Link bekommen, der längst entfernt wurde:

    Nichtsdestotrotz nehmen sechs führende Plattenfirmen (unter anderem Warner, Sony, Universal, EMI und edel) den Beschluss zum Anlass, Nachrichtendienste wie iRights.info und Heise Online aufzufordern, umgehend jegliche Links auf „All of MP3“ zu entfernen. Die Redaktion von iRights.info war über das Schreiben überrascht, da der beanstandete Link von uns aufgrund der momentan ungeklärten Rechtslage schon entfernt worden war, nachdem die Deutschen Phonoverbände die Entscheidung in einer Pressemitteilung am 6. Juli veröffentlicht hatten.

    Ich fand „AllofMP3“ noch nie ganz koscher und unterstützenswert. Einen guten Kommentar dazu gibts es aus Künstlersicht bei Antifreeze. Die Abmahnwelle finde ich aber politisch bedenklicher. Mal schauen, wann sie die Domain filtern lassen wollen…

    Update:

    War natürlich keine Abmahnung.

    13. Juli 2005 1