Markus Reuter

Markus Reuter

Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

Kontakt: E-Mail (OpenPGP)

  • : Mehr Angebot, längere Abrufzeiten: Online-Chef des ZDF möchte Mediathek verbessern
    Screenshot: mediathek.ard.de
    Mehr Angebot, längere Abrufzeiten: Online-Chef des ZDF möchte Mediathek verbessern

    Manche Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender erscheinen gar nicht in den Mediatheken, andere nur für sieben Tage. Während die Zuschauer mit der Nutzung von Streamingdiensten wie Netflix und Videoportalen wie Youtube schon seit einiger Zeit Abschied vom linearen Fernsehen nehmen, bleiben die öffentlich-rechtlichen Sender auch aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen stark eingeschränkt im Ausbau von On-Demand-Inhalten.

    Mit dieser Situation, die beim Zuschauer für Unverständnis sorgt, ist man auch bei ARD und ZDF nicht zufrieden. Das berichtet der Deutschlandfunk.

    Eckart Gaddum, Online-Chef des ZDF, sagt gegenüber dem Radiosender:

    Ich glaube, dass es schon unter allen Beteiligten ein konstruktives und gutes Nachdenken gibt. Da sind ja viele dran beteiligt. Darüber, ob man da nicht etwas ändert. Sie sehen ja beispielsweise beim jungen Angebot von ARD und ZDF verschiebt sich auch schon was. Da haben wir die Möglichkeit, auch Ankaufproduktionen online anzubieten im jungen Angebot. Also, warum soll es nicht möglich sein, insgesamt die Regeln nach und nach den veränderten Wirklichkeiten anzupassen? Ich glaube, auf Dauer werden die Verweildauern, wie sie heute sind, keinen Bestand haben.

    Spannend wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, warum die öffentlich-rechtlichen Sender nicht viel häufiger Creative Commons Lizenzen nutzen, um die Inhalte freier zugänglich zu machen.

    12. September 2016 23
  • : Zurückgeroamt: EU-Kommission zieht 90-Tage-Regelung zurück
    Im Ausland ohne Roaming-Gebühren zu telefonieren ist beliebt. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/92799712@N04/15844181886/sizes/o/">Oiluj Samall Zeid</a>
    Zurückgeroamt: EU-Kommission zieht 90-Tage-Regelung zurück

    Die EU-Kommission zieht auf Anordnung von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ihren umstrittenen Roaming-Vorschlag wieder zurück. Dieser wurde erst vor vier Tagen vorgestellt. Nun kündigt die Kommission an, eine überarbeitete Version vorzulegen.

    In den vergangenen Jahren hatten die Digitalkommissare Neelie Kroes und ihr Nachfolger Günther Oettinger immer wieder versprochen, dass Roaming-Gebühren in Europa aufgehoben würden. Eine Idee, die bei den Menschen sehr gut ankommt.

    Der präsentierte Vorschlag der Kommission hätte die Roaming-Gebühren allerdings nur für 90 Tage im Jahr aufgehoben und auch nur dann, wenn man sich nach spätestens 30 Tagen wieder im heimischen Mobilfunknetz einwählt; eine reine Urlauberregelung also. Mit dem europaweiten freien digitalen Binnenmarkt, der sonst so gerne angepriesen wird, hat dies wenig zu tun. Denn die großen Telekommunikationsprovider wie die Deutsche Telekom haben Angst, dass mit einem kompletten Wegfall der Roaming-Gebühren die Kunden dann freie Wahl hätten und sich in jedem Land der EU einen Provider ihrer Wahl aussuchen können.

    Die grundsätzliche Verordnung, dass Roaming-Gebühren wegfallen sollen, wurde bereits letztes Jahr beschlossen. Wie bei der Netzneutralität geschehen, müssen die genauen Regeln aber erst noch erarbeitet werden. Die konservative EVP-Fraktion im Europaparlament kämpft laut zeit.de zumindest für eine Lösung ohne „viele Hintertüren“. Ein paar dürfen es dann schon sein?

    9. September 2016 7
  • : Napalm-Mädchen: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild
    Screenshot des Facebook-Postings der Aftenposten.
    Napalm-Mädchen: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild

    Nachdem die norwegische Zeitung Aftenposten das wohl bekannteste Foto der Kriegsfotografie auf Facebook gepostet hatte, dauerte es nicht lange bis das Unternehmen die Zeitung aufforderte, das Bild zu löschen. Die Zeitung reagierte nicht auf die Aufforderung, da löschte Facebook in weniger als 24 Stunden das ikonografische Foto des nackten Mädchens und auch den dazugehörigen Artikel.

    Hintergrund der Berichterstattung des Aftenspostens war eine ähnliche Löschaktion gegen den norwegischen Autor Tom Egeland. Der hatte auf Facebook Fotos veröffentlicht, welche die Geschichte der Kriegsführung veränderten. Unter ihnen das mit dem Pulitzer-Preis prämierte Foto des fliehenden Napalm-Mädchens Kim Phúc. Nachdem der Autor sich über die Löschung beschwert hatte, wurde er temporär gesperrt. Über diesen Fall berichtete die Zeitung, bebilderte ihn mit besagtem Foto – und versuchte den Artikel über Facebook zu teilen.

    Da Aftenposten jetzt selbst Opfer von Facebooks intransparenter Löschkultur geworden ist, schreibt der Chefredakteur Espen Egil Hansen einen lesenswerten und wütenden offenen Brief an Mark Zuckerberg. Dort heißt es unter anderem:

    Listen, Mark, this is serious. First you create rules that don’t distinguish between child pornography and famous war photographs. Then you practice these rules without allowing space for good judgement. Finally you even censor criticism against and a discussion about the decision – and you punish the person who dares to voice criticism.

    Espen Egil Hansen kritisiert nicht nur die undurchsichtigen Regeln, sondern auch die Unmöglichkeit, jemals einen menschlichen Ansprechpartner bei Facebook zu erreichen. Gleichzeitig wirft der Chefredakteur Mark Zuckerberg Machtmissbrauch vor und weist darauf hin, dass Facebook als das größte Medium der Welt nicht und nicht auf diese autoritäre Weise die Freiheit einschränken dürfe.

    Update:
    Mittlerweile gibt es verschiedene Reaktionen auf den Fall. So meldete sich der Deutsche Journalisten-Verband zu Wort:

    „Man muss von Facebook so viel Medienkompetenz erwarten dürfen, dass eine Unterscheidung zwischen einem zeitgeschichtlichen Dokument und Kinderpornografie vorgenommen wird“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Das gelte vor allem dann, wenn das Bildmaterial auf der Facebook-Seite einer renommierten Tageszeitung stehe. „Welche Inhalte eine Zeitung veröffentlicht, muss die Entscheidung der Redaktion bleiben.“ Alles andere sei ein Eingriff in die Pressefreiheit.

    Facebook selbst wird vom österreichischen Standard folgendermaßen zitiert:

    Facebook erklärte, es sei schwierig, bei Fotografien mit nackten Kindern einen Unterschied zu machen und die Veröffentlichung in einem Fall zu erlauben und in einem anderen nicht. „Wir versuchen, die richtige Balance zu finden zwischen der Möglichkeit für Menschen, sich auszudrücken, und einer sicheren und respektvollen Umgebung für unsere globale Gemeinschaft. Unsere Lösungen werden nicht immer perfekt sein, aber wir werden versuchen, unsere Regeln und die Art, wie wir sie anwenden, zu verbessern.“

    Der Guardian berichtet, dass Facebook das Bild auch vom Facebook-Account der norwegischen Premierministerin Erna Solberg gelöscht habe:

    Erna Solberg, the Conservative prime minister, called on Facebook to „review its editing policy“ after it deleted her post voicing support for a Norwegian newspaper that had fallen foul of the social media giant’s guidelines.

    Solberg was one of a string of Norwegian politicians who shared the iconic image after Facebook deleted a post from Tom Egeland, a writer who had included the Nick Ut picture as one of seven photographs he said had „changed the history of warfare“.

    Und was sagt Kim Phúc, das auf dem Foto gezeigte Mädchen, zu der ganzen Geschichte? Sie ließ über die Kim Phúc Foundation ausrichten (zitiert nach Dagsavisen.no):

    „Kim is saddened by those who would focus on the nudity in the historic picture rather than the powerful message it conveys“, writes spokesperson Anne Bayin to Dagsavisen.

    Kim Phúc says that it has been painful to see the picture, but that it represents an important moment in history.

    „She fully supports the documentary image taken by Nick Ut as a moment of truth that captures the horror of war and its effects on innocent victims“, writes the Kim Phúc Foundation in a statement.

    Update 10.9.2016:
    Facebook lenkt ein und will das Foto auf seiner Plattform erlauben. Die große Frage von Facebook als größter Filter/Chefredakteur der Welt wird dadurch natürlich nicht gelöst.

    9. September 2016 90
  • : Politische Beeinflussung: Mit zielgerichteter Werbung gegen den Islamischen Staat
    Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/emiliokuffer/6384294717/sizes/l">emiliokuffer</a>
    Politische Beeinflussung: Mit zielgerichteter Werbung gegen den Islamischen Staat

    Eine Kampagne unter Beteiligung der Google-Tochter Jigsaw hat das Such- und Browserverhalten von Menschen genutzt, um gegen die Propaganda des Islamischen Staates vorzugehen. Jetzt soll das Programm auf rechtsradikale Gewalttäter in den USA ausgeweitet werden.

    8. September 2016 19
  • : Ex-Datenschutzbeauftragter kritisiert Gesetzentwurf zum Datenschutz: „Das Gegenteil von Kontrolle“
    Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. (Archivbild). Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/re-publica/5619160280/sizes/l">re:publica 2016</a>
    Ex-Datenschutzbeauftragter kritisiert Gesetzentwurf zum Datenschutz: „Das Gegenteil von Kontrolle“

    Peter Schaar hat den Gesetzentwurf des Innenministeriums zum neuen „Allgemeinen Bundesdatenschutzgesetz“ als „Ausweitung der Datenverarbeitungs- und auch Überwachungsmöglichkeiten“ kritisiert. Das Verhalten des Innenministeriums sei „grenzwertig“ und der Gesetzentwurf führe zum „Gegenteil einer effektiven Kontrolle der Nachrichtendienste“.

    8. September 2016 11
  • : Alternativer Mailprovider Riseup.net braucht Spenden
    Das RiseUp-Kollektiv entstand 1999 nach den Anti-WTO-Protesten in Seattle. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/jimculp/8045315936/sizes/o/">jimculp@live.com / ProRallyPix</a>
    Alternativer Mailprovider Riseup.net braucht Spenden

    Der alternative Provider Riseup.net hostet mehr als 150.000 Mailadressen und 18.000 Mailinglisten, dazu kommen andere Services wie Etherpads und Tor-Relays. In einer Mail vom vergangenen Dienstag rief der Dienst seine User zu Spenden auf, man müsse sonst den Dienst zum Ende des Monats einstellen:

    Wir wollen keine Überbringer schlechter Nachrichten sein, aber unser Geld ist bald alle. Es gab einige unvorhergesehene Ausgaben für Hardware und die regelmäßigen Spenden fielen niedriger aus, als erwartet. Gleichzeitig feiern wir ein Rekordjahr an neuen Nutzer_innen, was uns stärker unter Kostendruck setzt, als jemals zuvor. Wir brauchen eure Hilfe, um Riseup dieses Jahr weiter zu betreiben. Daher starten wir diese Kampagne, um alle Riseup-Nutzer*innen freundlich nach genau einem Dollar zu fragen.

    Das in Seattle sitzende Riseup-Kollektiv existiert schon seit 1999 und ist zu einer Art informationstechnischer Traditionsdienstleister sozialer Bewegungen geworden.

    8. September 2016 13
  • : Mehr Geld für Überwachung: Deutlich höhere Budgets für BND und Verfassungsschutz geplant
    Der Sicherheitsapparat rüstet auf: 73 Millionen mehr für den BND, 45 Millionen mehr für den Verfassungsschutz und 500 Millionen mehr für das BMI. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/ildebrand/4132600585/sizes/o/2">Araña1404 </a>
    Mehr Geld für Überwachung: Deutlich höhere Budgets für BND und Verfassungsschutz geplant

    Aufrüstung bei den Geheimdiensten: Laut geheimen Haushaltsunterlagen soll der BND im kommenden Jahr zwölf Prozent, das Bundesamt für Verfassungsschutz 18 Prozent mehr Geld bekommen.

    7. September 2016 5
  • : Kommentar: Endlich! Das Innenministerium belohnt Geheimdienste für guten Datenschutz
    Daten-Öl wird in Zukunft noch sicherer gelagert. Das Innenministerium zeigt, wie es geht. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/carsten_tb/3597145167/sizes/l">10b travelling</a>
    Kommentar: Endlich! Das Innenministerium belohnt Geheimdienste für guten Datenschutz

    Noch nie hat ein Entwurf zum Datenschutz die beteiligten Behörden und Ministerien so begeistert. Wir möchten da mit Lob für den Innenminister nicht hintenanstehen!

    7. September 2016 6
  • : Das Oktoberfest rüstet auf: Überwacht is!
    Gäste in einem Festzelt auf dem Oktoberfest. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/17548547@N00/10133596785/sizes/h/">xsnowdog</a>
    Das Oktoberfest rüstet auf: Überwacht is!

    Nach dem Amoklauf von München wird jetzt das Oktoberfest mit Sicherheitstechnologie aufgerüstet. Nicht nur Zäune und ein Rucksackverbot erwarten die Gäste, sondern auch eine Videoüberwachung in den Festzelten.

    6. September 2016 29
  • : TV-Dokumentation: „Geheimnisvolle Orte: Pullach“
    Foto: Still aus der Reportage "Geheimnisvolle Orte: Pullach"
    TV-Dokumentation: „Geheimnisvolle Orte: Pullach“

    In der Reihe „Geheimnisvolle Orte“ hat die ARD gestern eine Dokumentation über den Ort Pullach ausgestrahlt. Der Film zeichnet das Bild von der nationalsozialistischen Mustersiedlung „Sonnenwinkel“ über den US-Stützpunkt, die Nutzung durch die Organisation Gehlen bis hin zum Hauptquartier des Bundesnachrichtendienstes. Auch wenn letzterer jetzt seine Zentrale nach Berlin verlegt, werden noch um die 1.000 Mitarbeiter des Geheimdienstes in Pullach bleiben – und das Gelände bleibt weiter versperrt und geheimnisvoll.

    Der Film setzt aufgrund des wenig vorhandenen Filmmaterials auf Zeitzeugen – und ist noch bis zum 12. September in der Mediathek zu sehen.

    6. September 2016
  • : „Offenes Geheimnis“ – eine Publikation zur digitalen Selbstverteidigung
    „Offenes Geheimnis“ – eine Publikation zur digitalen Selbstverteidigung

    digitale-selbstverteidigung

    Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat einen Reader zum Thema Überwachung und digitale Selbstverteidigung (PDF) veröffentlicht. Die 40-seitige Publikation der Autorin Susanne Lang zerlegt in elf Kapiteln Mythen zur Überwachung, liefert Fakten für Diskussionen und gibt praktische Tipps, wie man sich selbst schützen kann.

    Das funktioniert in weiten Teilen gut: In den Beiträgen werden viele Grundbegriffe und aktuelle Problemstellungen der Überwachung erklärt. Dass die Publikation dies immer auch mit sozialen Aspekten verbindet, sticht positiv hervor. Der Reader richtet sich auch gegen das Ohnmachtsgefühl, das sich angesichts der schon existenten Überwachung und der geplanten Verschärfungen breitmacht. Das ist in diesen Zeiten wichtiger denn je.

    Wirklich schade ist, dass sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung nicht einmal bei diesem Thema zu einer Creative-Commons-Lizenz durchringen konnte. Was bringt es, wenn man solche sinnvollen Hefte und die einzelnen Texte mit dem klassischen Urheberrecht vor der Verbreitung und Weiterveröffentlichung schützt?

    Inhaltverzeichnis des Readers

    • Ich hab nichts zu verbergen, denn ich tue nichts Verbotenes.
    • Google, Facebook und Co sind noch viel schlimmer!
    • Die Geheimdienste sammeln nur Metadaten.
    • Dass Geheimdienste überwachen, ist doch nichts Neues!
    • Privatsphäre interessiert doch die Leute von heute nicht mehr. Sind doch alle bei Facebook!
    • Computersicherheit ist viel zu kompliziert und nur was für ExpertInnen – ich hab gar keine Zeit, mich um Verschlüsselung zu kümmern.
    • Wir müssen uns vor Cyberterroristen schützen.
    • Die deutsche Regierung sollte dem Treiben der Amerikaner einen Riegel vorschieben.
    • Wir brauchen politische Lösungen, keine technischen.
    • Man kann sowieso nichts dagegen tun.
    • Was tun?

    Die Printversion des Readers ist unter bestellung@rosalux.de kostenlos erhältlich.

    6. September 2016 15
  • : UN-Berichterstatter kritisieren geplante BND-Reform deutlich
    Eingangstor an der alten BND-Zentrale in Pullach. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC-BY-SA 4.0</a> <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BND-Pullach-bjs150628-05.jpg">Bjs / Wikimedia Commons</a>
    UN-Berichterstatter kritisieren geplante BND-Reform deutlich

    Die geplante Reform des BND-Gesetzes verstößt gegen internationale Menschenrechtsstandards. Drei Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen formulieren in einer Stellungnahme an die Bundesregierung jetzt „ernste Bedenken“.

    2. September 2016 14
  • : Call for Participation für den 33C3 hat begonnen
    Call for Participation für den 33C3 hat begonnen

    Der Call for Participation für die 33ste Ausgabe des Chaos Communication Congresses hat begonnen. Bis zum 30. September können Beiträge für die jährliche Fachkonferenz und Hackerparty des Chaos Computer Clubs (CCC) online eingereicht werden. Das Themenspektrum reicht von Computersicherheit über Wissenschaft, Ethik, Gesellschaft bis zu Kunst und Kultur. Eingereicht werden können Beiträge in deutscher und englischer Sprache. Was Einreichende beachten müssen, steht im CCC Event Weblog.

    Der Kongress findet vom 27.–30.12.2016 in Hamburg statt. Im letzten Jahr nahmen etwa 12.000 Menschen an der Konferenz teil. Der Chaos Communication Congress ist unkommerziell und baut auf der Partizipation und freiwilligen Hilfe von mehr als tausend Menschen auf. Die Videomitschnitte der Vorträge vom letzten Jahr gibt es hier zu sehen.

    1. September 2016
  • : Bericht: Beschleunigter Verfall der Pressefreiheit in Hongkong
    Hongkong hat noch demokratische Freiheiten, die immer weiter zurückgedrängt werden. Hier zu sehen eine Demonstration im Jahr 2014. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/studiokanu/15292823874/sizes/h/">Studio Incendo</a>
    Bericht: Beschleunigter Verfall der Pressefreiheit in Hongkong

    Reporter ohne Grenzen warnt: Hongkongs einstmals vorbildliche Pressefreiheit befindet sich in freiem Fall. Hauptverantwortlich für die Repressalien ist die Regierung in Peking, die immer stärker in die Hongkonger Redaktionen hineinregiert.

    1. September 2016 5
  • : Bild- und Tonübertragungen aus Gerichtssälen werden ein bisschen erlaubt
    Kameras werden in einem gewissen Umfang vor Gericht zugelassen werden. (Symbolbild). Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/unfccc/5600066127/sizes/l">UNclimatechange</a>
    Bild- und Tonübertragungen aus Gerichtssälen werden ein bisschen erlaubt

    In den USA sind Übertragungen von Gerichtsverhandlungen ganz normal, hierzulande sind sie bislang unzulässig. In engem Rahmen sollen Bild- und Tonaufnahmen jetzt erlaubt werden.

    31. August 2016 6
  • : Dropbox gehackt: Über 60 Millionen Accounts betroffen
    Der Cloud-Dienst Dropbox lässt sich über Geräte hinweg synchronisieren. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/ilamont/7463062672/sizes/h/">IN 30 MINUTES Guides</a>
    Dropbox gehackt: Über 60 Millionen Accounts betroffen

    Wer sich zuletzt über eine Mail von Dropbox gewundert hat, in der zum Passwortwechsel aufgerufen wurde, dem sei gesagt: Es war kein Phishing, sondern die Reaktion des Cloud-Unternehmens auf einen Hack aus dem Jahre 2012. In der Mail an die Nutzer hieß es allerdings nur:

    […] falls Sie Ihr Dropbox-Kennwort seit Mitte 2012 nicht geändert haben, werden Sie bei Ihrer nächsten Anmeldung dazu aufgefordert. Dies ist eine rein präventive Maßnahme – wir danken Ihnen für Ihre Mithilfe.

    Im Blog des Unternehmens wird etwas genauer erklärt, warum die User die Passwörter ändern sollen. Und so ganz präventiv scheint der Grund doch nicht zu sein: Motherboard hat eine Auswahl der Daten zugespielt bekommen, die Mailadressen und gehashte Passwörter enthielten. Gegenüber Motherboard versicherte ein Dropbox-Mitarbeiter inoffiziell die Echtheit der Daten. Gefährdet sind vor allem Accounts, deren Passwörter noch mit einem veralteten Hash-Verfahren verschlüsselt wurden. Aus den Hashes dieser Passwörter kann das Klartext-Passwort im Zweifelsfall in vergleichbar kurzer Zeit ermittelt werden.

    Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also sein Passwort bei Dropbox ändern und die 2‑Faktor-Authentifizierung aktivieren. Und natürlich die Daten auf der Dropbox selbst nur verschlüsselt ablegen.

    Update 01.09.2016:
    Dropbox hat uns gegenüber nun den Hack auch offiziell bestätigt, und auch der Blogpost des Unternehmens wurde aktualisiert.

    31. August 2016 11
  • : „Gravierende Mängel“ – Berliner Datenschutzbeauftragte kritisiert Stille SMS
    Durch das Versenden von stillen SMS können Personen geortet werden. (Symbolbild) Foto: CC-BY-SA 3.0 OSM
    „Gravierende Mängel“ – Berliner Datenschutzbeauftragte kritisiert Stille SMS

    Ihr Einsatz ist oft nicht erforderlich, in den Ermittlungsakten nicht ersichtlich und Betroffene werden kaum benachrichtigt. Die Liste der Mängel bei der Überwachung mit der Stillen SMS ist lang.

    30. August 2016 5
  • : De Maizière: Facebook soll Meinungsfreiheit regulieren
    Was bleibt eigentlich hängen im Uploadfilter? (Symbolbild) Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/81381408@N07/8332972127/sizes/h/">lochblende</a>
    De Maizière: Facebook soll Meinungsfreiheit regulieren

    Thomas de Maizière hat heute Facebook besucht. Danach wiederholte der Bundesinnenminister seine Forderung nach Inhaltsfiltern, mit denen Facebook und andere Unternehmen Inhalte schon vor dem Upload prüfen und im Zweifelsfall löschen sollen. Diese Filter stellen ein großes Problem für die Meinungsfreiheit dar.

    29. August 2016 59
  • : WhatsApp bietet nur Pseudo-Widerspruch zur Datenweitergabe an Facebook an
    Wer WhatsApp aus Datenschutzgründen den Rücken kehren will, muss nicht zur Schreibmaschine greifen. Es gibt Alternativen. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/metrix_feet/14985501008/sizes/o/">Metrix X</a>
    WhatsApp bietet nur Pseudo-Widerspruch zur Datenweitergabe an Facebook an

    WhatsApp hat angekündigt, die Telefonnummern seiner Nutzer an Facebook weiterzugeben. Dagegen hilft auch der Widerspruch nicht, den User einlegen können. Doch es gibt alternative Messenger, die höhere Datenschutzstandards versprechen.

    26. August 2016 101
  • : Signal zum Wechsel: WhatsApp gibt jetzt Daten an Facebook weiter
    Etwa eine Milliarde Menschen nutzen WhatsApp. Es gibt datenschutzfreundliche Alternativen. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/santaolalla/15503148251/sizes/l">Cebolledo</a>
    Signal zum Wechsel: WhatsApp gibt jetzt Daten an Facebook weiter

    Der Messenger WhatsApp hat verkündet, dass er von nun an Daten an Facebook weitergibt. Zu diesen gehören die Telefonnummer und Daten, wann und wie oft ein Nutzer den Messenger nutzt. Mit diesen Daten kann Facebook seine Nutzer noch detailfreudiger analysieren.

    Im PR-Sprech des Unternehmens liest sich die Änderung so:

    Durch die Zusammenarbeit mit Facebook haben wir mehr Möglichkeiten, z. B. können wir grundlegende Kennzahlen über die Häufigkeit, mit der Benutzer unsere Dienste verwenden, verfolgen, und besser gegen Spam auf WhatsApp vorgehen. Indem deine Telefonnummer mit den Facebook-Systemen verbunden wird, kann Facebook dir besser Freunde vorschlagen und dir passendere Werbung anzeigen, falls du einen Account dort haben solltest. Du könntest z. B. Werbung von einem Unternehmen sehen, mit dem du bereits in Kontakt standst, anstatt eines vorgeschlagen zu bekommen, von dem du noch nie gehört hast.

    WhatsApp war 2014 von Facebook gekauft worden und hat etwa eine Milliarde Nutzer. Das Unternehmen hatte zuletzt geräteübergreifend eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgerollt. Mit dem angekündigten Datenaustausch mit Facebook entfernt sich WhatsApp nun wieder von der datenschutzfreundlichen Linie, auch wenn die Verschlüsselung unangetastet bleibt. Bisherige Nutzer des Dienstes können allerdings teilweise dem Datenaustausch widersprechen.

    Zeit für den Wechsel? Es gibt Alternativen

    WhatsApp ist zwar der Messengerdienst mit den meisten Nutzern, beileibe aber nicht der einzige. Wir möchten hier zwei von vielen Alternativen zu WhatsApp vorstellen: Der kostenpflichtige schweizerische Messenger Threema bietet ähnliche Funktionen. Der Dienst ist jedoch nicht Open Source, dafür muss man ihn jedoch nicht mit einer Telefonnummer verknüpfen. Eine weitere Alternative zu WhatsApp ist Signal. Dieser Messenger ist Open Source, wird von einem Team rund um den Erfinder der WhatsApp-Verschlüsselung entwickelt und nutzt das gleiche Verschlüsselungsverfahren wie WhatsApp. Mit dem kostenlosen Messenger Signal kann man auch verschlüsselt telefonieren. Einziges Manko: Signal muss mit der Telefonnummer verknüpft werden.

    Update 26.08.2016:

    Das Blog Beimnollar hat nochmal einen anderen interessanten Aspekt der Datenschutzänderung bei WhatsApp beschrieben, die deutlich macht, dass es sich hier nicht um eine kleine Änderung der Datenschutzbestimmungen handelt:

    Tatsächlich gibt es bei Facebook schon seit längerem für Werbekunden die Möglichkeit, Ihre Kundendatenbanken hochzuladen und mit der Facebook-Kundendatenbank zu matchen, z.B. anhand von emails, oder eben auch anhand von Telefon-Nummern. Nur war es bisher so, dass in vielen Fällen dieser match nicht klappte, z.B. weil Leute auf Facebook mit anderen emails arbeiten oder weil sie ihre Telefon-Nummer dort nicht ablegen…

    Der ganze Whatsapp Deal macht jetzt schlagartig nochmal neuen Sinn, und diese Änderung der Datenschutzbestimmungen ist deutlich mehr als nur eine kosmetische Korrektur. In Zukunft werden also Firmen, die irgendwo mal an Eure Telefon-Nummer gekommen sind mit einfachsten Möglichkeiten Euch Werbebotschaften zustellen können, und zwar personalisierte. Also wirklich im Sinne von “Mayer, warum sind sie gestern so schnell aus dem Laden gestürmt?” Und das nicht nur auf Facebook, sondern zunehmend auch ausserhalb, denn FB baut die Möglichkeiten die eigenen Daten auf Fremdwebsites fürs Targeting zu nutzen permanent aus (wie Google übrigens auch).

    Schön ins Bild dazu passt natürlich, dass Mobilfunk-Anbieter zunehmend am Datenbusiness teilnehmen wollen, und Anbietern ebenfalls ermöglichen zusätzliche soziodemographische Daten zur Mobilfunknummer anzureichern.

    Damit wird die Mobilfunknummer langsam zu einer Art universal identifier, mit dem Tracking und Targeting über alle Grenzen hinweg möglich ist – im Vergleich dazu erscheinen die bisherigen Cookies wie eine Werbetechnologie aus einer Folge der Waltons.

    25. August 2016 79