Linkschleuder

Napalm-Mädchen: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild

Screenshot des Facebook-Postings der Aftenposten.

Nachdem die norwegische Zeitung Aftenposten das wohl bekannteste Foto der Kriegsfotografie auf Facebook gepostet hatte, dauerte es nicht lange bis das Unternehmen die Zeitung aufforderte, das Bild zu löschen. Die Zeitung reagierte nicht auf die Aufforderung, da löschte Facebook in weniger als 24 Stunden das ikonografische Foto des nackten Mädchens und auch den dazugehörigen Artikel.


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

Hintergrund der Berichterstattung des Aftenspostens war eine ähnliche Löschaktion gegen den norwegischen Autor Tom Egeland. Der hatte auf Facebook Fotos veröffentlicht, welche die Geschichte der Kriegsführung veränderten. Unter ihnen das mit dem Pulitzer-Preis prämierte Foto des fliehenden Napalm-Mädchens Kim Phúc. Nachdem der Autor sich über die Löschung beschwert hatte, wurde er temporär gesperrt. Über diesen Fall berichtete die Zeitung, bebilderte ihn mit besagtem Foto – und versuchte den Artikel über Facebook zu teilen.

Da Aftenposten jetzt selbst Opfer von Facebooks intransparenter Löschkultur geworden ist, schreibt der Chefredakteur Espen Egil Hansen einen lesenswerten und wütenden offenen Brief an Mark Zuckerberg. Dort heißt es unter anderem:

Listen, Mark, this is serious. First you create rules that don’t distinguish between child pornography and famous war photographs. Then you practice these rules without allowing space for good judgement. Finally you even censor criticism against and a discussion about the decision – and you punish the person who dares to voice criticism.

Espen Egil Hansen kritisiert nicht nur die undurchsichtigen Regeln, sondern auch die Unmöglichkeit, jemals einen menschlichen Ansprechpartner bei Facebook zu erreichen. Gleichzeitig wirft der Chefredakteur Mark Zuckerberg Machtmissbrauch vor und weist darauf hin, dass Facebook als das größte Medium der Welt nicht und nicht auf diese autoritäre Weise die Freiheit einschränken dürfe.

Update:
Mittlerweile gibt es verschiedene Reaktionen auf den Fall. So meldete sich der Deutsche Journalisten-Verband zu Wort:

„Man muss von Facebook so viel Medienkompetenz erwarten dürfen, dass eine Unterscheidung zwischen einem zeitgeschichtlichen Dokument und Kinderpornografie vorgenommen wird“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Das gelte vor allem dann, wenn das Bildmaterial auf der Facebook-Seite einer renommierten Tageszeitung stehe. „Welche Inhalte eine Zeitung veröffentlicht, muss die Entscheidung der Redaktion bleiben.“ Alles andere sei ein Eingriff in die Pressefreiheit.

Facebook selbst wird vom österreichischen Standard folgendermaßen zitiert:

Facebook erklärte, es sei schwierig, bei Fotografien mit nackten Kindern einen Unterschied zu machen und die Veröffentlichung in einem Fall zu erlauben und in einem anderen nicht. „Wir versuchen, die richtige Balance zu finden zwischen der Möglichkeit für Menschen, sich auszudrücken, und einer sicheren und respektvollen Umgebung für unsere globale Gemeinschaft. Unsere Lösungen werden nicht immer perfekt sein, aber wir werden versuchen, unsere Regeln und die Art, wie wir sie anwenden, zu verbessern.“

Der Guardian berichtet, dass Facebook das Bild auch vom Facebook-Account der norwegischen Premierministerin Erna Solberg gelöscht habe:

Erna Solberg, the Conservative prime minister, called on Facebook to „review its editing policy“ after it deleted her post voicing support for a Norwegian newspaper that had fallen foul of the social media giant’s guidelines.

Solberg was one of a string of Norwegian politicians who shared the iconic image after Facebook deleted a post from Tom Egeland, a writer who had included the Nick Ut picture as one of seven photographs he said had „changed the history of warfare“.

Und was sagt Kim Phúc, das auf dem Foto gezeigte Mädchen, zu der ganzen Geschichte? Sie ließ über die Kim Phúc Foundation ausrichten (zitiert nach Dagsavisen.no):

„Kim is saddened by those who would focus on the nudity in the historic picture rather than the powerful message it conveys“, writes spokesperson Anne Bayin to Dagsavisen.

Kim Phúc says that it has been painful to see the picture, but that it represents an important moment in history.

„She fully supports the documentary image taken by Nick Ut as a moment of truth that captures the horror of war and its effects on innocent victims“, writes the Kim Phúc Foundation in a statement.

Update 10.9.2016:
Facebook lenkt ein und will das Foto auf seiner Plattform erlauben. Die große Frage von Facebook als größter Filter/Chefredakteur der Welt wird dadurch natürlich nicht gelöst.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
90 Kommentare
        1. Überschriften müssen kurz sein und die Menschen sollen verstehen um was es geht. Bei mir persönlich ist das Bild als „Napalm-Mädchen“ im Kopf abgespeichert und ich denke, dass das bei vielen anderen auch so ist. Klar, klingt das ein bisschen nach Bild-Zeitung, aber das Foto heißt einfach so. Und auf englisch verwenden wollte ich den Begriff nicht, weil dann gleich Leute kommen, die sich über die Verwendung des englischen Begriffes beschweren.

          Ich würde mich sehr freuen, wenn wir nicht über Formalitäten, sondern über Facebook, über Reaktionen, über den offenen Brief, über Zensur, Plattformen und Alternativen diskutieren.

    1. Ich schließe mich an, der Titel gefällt mir auch nicht. Folgende Vorschläge:
      – Napalm-Opfer: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild von verletztem Mädchen
      – Napalm-Angriff: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild von verletztem Mädchen

      1. Die Verwendung des Begriffes „Napalm-Opfer“ kommt dem Hintergrund des Artikels in keiner Weise nahe. Es geht entscheidend um ein Foto, das unter einem entsprechenden Titel bekannt ist. Dies muss in der Überschrift deutlich werden.

  1. „The demand that we remove the picture came in an e-mail from Facebook’s office in Hamburg this Wednesday morning. “
    Das ist offenbar das Ergebnis von den Bemühungen von Bundesjustizminister Maas, der seit Monaten Facebook auffordert, den Rechtsstaat abzuschaffen und eigenmächtig juristische Laien willkürlich zensieren lassen. Hatten wir die Thematik vor ein paar Wochen, dass beim Straftatbestand Volksverhetzung Facebook den Staatsanwalt ausschalten soll und willkürlich Beweismittel auf Wunsch von Maas vernichten soll, macht Facebook es bei Kinderpornografie auf Wunsch von Maas genauso. Beschuldigten wird rechtliches Gehör verweigert, ein ordentlicher Richter spricht kein ordentliches Recht, sondern juristische Laien über bei Facebook Selbstjustiz. Die Abschaffung der Rechtsstaates wird bei der SPD zum Markenkern, wie wir seit Schily und Noske sehen.

    1. Absolut richtig. Facebook ist nur an Gewinn orientiert. Wenn ich schon höre, dass Facebook „for the benefit of the world“ sein soll, kommen mir fast die Tränen. Praktisch der gesamte Mainstream-Journalismus meint wohl, er kann Facebook einfach so kostenlos als Verbreitungsplattform nutzen und muss sich dann an keine Hausregeln halten. Das Problem ist, dass sich der Journalismus quasi Facebook ausgeliefert hat – ist vermutlich der einzige Kanal, über den noch nennenswert Geld über Werbung reinkommt.

      1. So meinte ich das nicht! Seriöse Zeitungen und Zeitschriften etwa haben durchaus ihre eigenen Internetpräsenzen, sodass sie nicht auf die (ich sage immer: sogenannten) sozialen Netzwerke angewiesen sind. Das auch als Antwort auf Tim. Doch diese werden nur von Leuten aufgerufen, die sich auch mit den Hintergründen von Nachrichten beschäftigen. Der Großteil der Internet-Nutzer ist jedoch an schnell konsumier- und verdaubaren Nachrichten interessiert, und an die kommen sie eben über Facebook und Konsorten.

        Doch zurück zur eigentlichen Meldung: Das genannte Beispiel ist ja nun wahrlich kein Einzelfall in der dubiosen (Lösch-)praxis von Facebook, in der offen beleidigende, hetzende u. ä. Kommentare unzensiert stehen bleiben!

      2. Du wirst es nicht glauben, aber bei einem Geschäft ist der Profit Pflicht und nicht obligat.

        Deswegen gibt es keine „neutralen“ Nachrichten, es steckt immer eine Agenda dahinter. Die Agenda findet man dort, wo das Geld herkommt. Wer Facebook liest, ist an Daumen-hoch-Nachrichten interessiert. Bei Netzpolitik will man über böse Geheimdienste lesen, sonst kommt kein Geld rein. Pro-AfD-Beiträge laufen hier sehr schlecht, dafür auf den AfD-Servern sehr gut. Und dort wirst Du rausgeschmissen, wenn Du Pro-Flüchtlinge bist.

        Das gute an NP ist, dass es offen zugegebenen wird, dass sie Aktivisten sind. Die NATO-Presse ist da weniger transparent.

  2. Zwischen Nacktfotos von kleinen Mädchen im Internet und Zensur von zeitgeschichtliche Fotos ist ein himmelweiter Unterschied.

    Demnächst werden dann auch Fotos vom Holocaust mit nackten, abgemagerten toten und vergasten Körpern, die auf einen großen Berg liegen, zensiert und verboten. Dann sind wir beim Leugnen des Holocaust.

    Äußerungen, wie Journalismus gehört nicht auf Facebook, steht dem Recht auf freie Meinungsäußerung und auf der Recht der Pressefreiheit konträr entgegen.

    1. Das zeugt nur vom durchschnittlichen niedrigen Bildungsniveau in den USA (und nicht nur dort). Oder sollte es doch einen politischen Hintergrund haben, etwa dass man das Fiasko Vietnam seitens der USA (oder einiger Kreise in den USA) in der Welt vergessen machen will?

  3. Lieber Zensor, die Ironie deiner Löschaktionen hier ist dir aber schon bewusst?

    [Anm. der Moderation: Wenn jemand wie elle es immer wieder darauf anlegt, ernsthafte und sachliche Diskussionen mit Provokationen zu verhindern oder von Debatten mit unsachlichem Bullshit abzulenken, dann nehmen wir uns als Blog das Recht heraus, diese Kommentare zu löschen. Es hat auch nichts mit Zensur zu tun, sondern damit, wie wir hier miteinander in diesem kleinen Medium diskutieren. Hausrecht quasi. Bestimmen, wie wir an diesem Stammtisch miteinander reden, an dem netzpolitik.org der Gastgeber ist. Es passiert übrigens extrem selten, dass wir löschen. Aber manchmal geht es nicht anders.]

    1. Ernsthaft, ich hätte das bei dem einen oder anderen meiner Kommentare nachvollziehen können. Aber hier? Verstehe ich wirklich nicht. Was stört denn genau, die Wortwahl? Wie können auf den hier geposteten Artikel bezogene, ernsthafte Fragen „Bullshit“ sein? Ihr habt Hausrecht, also werden Realitäten einfach weggelöscht, wenn sie euch nicht passen?

      Ich hätte mehr von euch erwartet.

    2. Ich habe nichts dagegen, wenn Ihr hart durchgreift. Aber Ihr solltet nicht so einen Bullshit von Hausrecht erzählen. Ja, in einem Stammtisch bleibt der Mist in naher räumlichen Enge einer Kneipe, wo Euch der Wirt raus schmeißt, wenn ihr Unsinn redet. Aber bei einem weltweiten Medienangebot, das jedermann ohne Zugangsbeschränkungen lesen kann, auf das Hausrecht abzuheben ist schon schlimm :-)
      „Das Hausrecht umfasst das Grundrecht auf Schutz des Wohnbereiches (Hausfrieden), und die Befugnis, frei darüber zu entscheiden, wem der Zutritt zu einer privaten Örtlichkeit gestattet und wem er verwehrt wird, sowie die Befugnis, ein Zutrittsrecht von der Erfüllung von Bedingungen abhängig zu machen (z. B. von der Bezahlung eines Eintrittspreises). Das Hausrecht schließt das Recht ein, den Zutritt nur zu bestimmten Zwecken zu erlauben und die Einhaltung dieser Zwecke mittels eines Hausverbots durchzusetzen“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Hausrecht
      Im Internet kann man nicht wohnen, es kann kein Hausfrieden herrschen, nach über 30 Jahren schaffen wir nicht mal „Beam me up, Scotty!“. Kein Body-transfer au IP. Get real! :-)
      Bullshit quasi.

      1. Welchen Begriff würdest du denn dann verwenden, der „das ist der von mir bezahlte Server, ich entscheide, wo die Grenzen dessen liegen, was über diesen Server (für dessen fremde Inhalte ich auch schon mal abgemahnt werden kann) an Inhalten ausgeliefert wird“ beschreibt. Hausrecht passt da schon, wenn man ein gewisses Maß and Transferleistung anbringt. Ganz davon abgesehen, dass er sich umgangsprachlich im deutschen Internet hierfür durchgesetzt hat.

      2. Gut, nennen wir es Kommentarrecht. :-)

        Wir machen uns eben etwas Sorgen, dass die Kommentarkultur bei uns nicht mehr funktioniert, was vor allem die Folge davon ist, dass wir das lange einfach haben laufen lassen. Und das hat einfach nicht funktioniert, außer dass die meisten Kommentare schlechte Laune (ohne Mehrwert) für alle geschaffen haben.

        1. Ich weiß ja, dass manche Kommentare schwer zu ertragen sind und gemütsverdunkelnd sein können ;-)

          Aber einerseits haben wir das Strafrecht, das Facebook auf Wunsch von SPD Maas unterwandert. Da sollten wir auch hart (auch gegen die strafvereitelnde SPD sein).
          Auf der anderen Seite sollten wir das zur Verfügung stellen von Kommentarfunktionen im Internet regulieren. Es ist ein Telemedienangebot und eben kein Leserbrief (der ja auch noch durch Briefgeheimnis grundgesetzlich geschützt ist). M.E. gehört das ins Telemediengesetz.

          Ich denke, der Kommentator sollte ein Recht drauf haben, klare Regeln zu haben, was er von dem Telemedienangebot hält und nicht von der Tageslaune des juristisch ungebildeten Zensors abhängig sein, der sich möglicherweise auf das Strafgesetzbuch beim zensieren beruft, aber dem Beschuldigten um das gesetzlich vorgesehen rechtliche Gehör bringt. Laune sollte kein Löschgrund sein. Das richtet sich gegen alles, wofür die meisten hier kämpfen ;-)

          M.E. sollte für solche Fälle eine zentrale Staatsanwaltschaft geschaffen werden, die vorläufige Bescheide mit definiertem Servicelevel elektronische Bescheide erstellt (wie für die einstweiligen Verfügungen beim Bundesverfassungsgericht, das von mo-sa zu erreichen ist.

          Wenn man in Notwehr löscht, sollte man es nicht kommentieren.

          Ansonsten wissen die älteren, dass schon vor über 30 Jahren Usenetnewsgruppen moderiert und unmoderiert (Asbestanzug bei Flamewars) trefflich liefen. Da wird dann entweder ertragen oder öffentlich moderiert. Problematisch sind nur die Zensoren, die Gutmenschen, wie damals nach einem Artikel der Steuerkriminellen Alice Schwarzer von der emma 1991, dass das Internet nur dazu da sein, Professoren kostenlose Onaniervorlagen zu liefern, und sich die Unversität Stuttgart sich befleissigte in vorausschauender Zensur alle Newsgruppen mit *sex* im Titel nicht mehr zu feeden, auch wenn Frauen sich dort nur über die libidösen (dämpfenden) Nebenwirkungen zu hoch mit Östrogen dosierter Antibabypillen austauschen. Google ist so freundlich vieles von dem alten Kram in Google Groups zu archivieren. Es gibt auch andere, die solche Sternstunden der Menschheit und der Steuerkriminellen archivieren:
          http://www.toppoint.de/~stenner/emma.html

          Kurz: mehr Mut zum Bullshit: das läuft sich leer. Empirisch gesichert. ;-)

          1. Zitat:“Aber einerseits haben wir das Strafrecht, das Facebook auf Wunsch von SPD Maas unterwandert. Da sollten wir auch hart (auch gegen die strafvereitelnde SPD sein).“

            Jupp, Beleidigungen löschen, bevor diese strafrechtlich verfolgt werden können, nennt man?
            Strafvereitelung … und wenn es -> https://dejure.org/gesetze/StGB/258a.html macht?

            Zitat:“Auf der anderen Seite sollten wir das zur Verfügung stellen von Kommentarfunktionen im Internet regulieren.“

            Hier schließe ich mich der Meinung von Herrn Beckedahl (9. Sep 2016 @ 12:18) an …

          2. Ansonsten hat Facebook zurück gerudert mit seiner Zensur. Es lohnt sich also, gegen willkürliche Zensur, die am Rechtsstaat vorbei dem Faustrecht fröhnt, den Mund auf zumachen. Und natürlich kommt auch SPD Maas zu Wort, der große Protagonist des Faustrechts bei Facebook:
            http://www.fr-online.de/digital/zensur-von-weltberuehmtem-kriegs-foto-aufgehoben-facebook-rudert-zurueck,1472406,34725268.html
            Nicht ganz verstanden habe ich, was Markus mit „realem Leben“ meint, wo er dem Faustrecht statt dem Rechtsstaat fröhnt? Hält er NP für Surrealismus in einer kafkaesken Wolke?

          3. Beleidigung ja, da habe ich mich etwas Falsch ausgedrückt!
            Hetze bzw. Verhetzung wäre zum Thema „Löschen“ passender gewesen, aber bei diesem Thema Vietnam … knifflich!

            Wie dem auch sei … klar lohnt sich Widerstand!
            Ich wurde allerdings in einem Land geboren, wo das nicht so einfach war, da musste man seinen neuen Freund erstmal Studieren, bevor man wirklich Sachen bespricht, die einem Weh tun könnten!
            Da Tänzelt man erstmal ein wenig …

            Zum Thema „Faustrecht“, schon mal gezählt, wie oft Sie aus „diplomatischen Gründen“ die Unwahrheit bzw. die Wahrheit gebeugt haben?
            … und nicht nur Anderen gegenüber … auch der kleine „Selbstbetrug“ zwischendurch?
            Wenn man ehrlich ist … hui! Das selbige mit Vergehen und „Straftaten“ … wie Linksabbiegen bei Rot, so im Tran, wissen Sie … in ihrem Alter haben sie sicher schon Erlebnisse gehabt (rein Rethorisch), bei denen Sie gedacht haben „Gut das keiner das gesehen hat!“ …

            Jeder normale Mensch kann nicht alle Gesetze kennen und ist stets Straffrei unterwegs!
            Ich habe mal Punkte abgebaut und staunte nicht schlecht, das man Punkte und Fahrverbot bekommen kann, wenn man Nachts mit einem unbeleuchteten Schwein (Reflektoren hätten genügt) unterwegs ist!
            So ist das auch im Internet, man schreibt so seine Meinung nieder, mit dem Kontext den man im Kopf hat, dann drückt man den Knopf und muss feststellen, das ein anderer den Kontext gedreht hat, so das was man geschrieben hat, plötzlich anders aussieht, als man es selbst gemeint hatte … da wünscht man sich selber hin und wieder einen Löschbutton!

            Soviel zum Thema Haus-/Faust-/Moderationsrecht auf Webseiten … etwas Lang, wegen dem Kontext …

        2. Da ich den Inhalt des gelöschten Kommentars nicht kenne (und hier liegt auch schon das Problem), kann ich nur allgemein festhalten: So lange keine Gesetze verletzt werden und somit eine Löschung gesetzlich vorgeschrieben ist, sollten grundsätzlich keine Kommentare gelöscht werden. Sonst stellt ihr euch sehr schnell in ein sehr schiefes und imho auch sehr fragwürdiges Licht. Es gibt nämlich ein Grundrecht, das sich Meinungs- und Redefreiheit nennt; und das schließt auch den größten Bullshit mit ein, so lange keine Gesetze (dazu zählen natürlich auch Beleidigungen) verletzt werden.

          Was für Euch Bullshit ist, ist es für andere noch lange nicht. Oder werden hier nur noch Kommentare zugelassen, die Eurer Meinung entsprechen? Dann macht Ihr genau das gleiche, was Ihr nach dem Artikel zu schließen Facebook negativ ankreidet. Immerhin nehmt Ihr Eure Grundrechte ebenfalls in Anspruch und verteidigt sie gegebenenfalls auch – absolut zurecht.

          Ach ja: Im Internet von Hausrecht zu sprechen ist, mit allem Respekt, mindestens ebenfalls Bullshit. Da muss ich Wolfgang Ksoll völlig recht geben. So etwas gibt es im Internet schlicht nicht. Wer Kommentare ermöglicht, muss auch mit unbequemen oder nach seiner eigenen Meinung nach absolut bescheuerten Kommentaren leben können – oder sollte besser überhaupt keine Kommentare zulassen.

          Meine ganz persönliche bescheidene Meinung zu diesem Thema allgemein.

          1. Im realen Leben akzeptiere ich auch nicht, wenn jemand pöbelnd in Diskussionen reingrätscht und für alle anderen Teilnehmer die Atmosphäre vergiftet, so dass niemand mehr Lust hat, weiter zu diskutieren. Auch wenn dabei nichts strafrechtlich relevantes gesagt wird. Warum sollte das online in unserer Kommentarspalte anders sein?

            Das Feedback, was wir bekommen, ist ganz klar: Viele Menschen, die was zu sagen haben und eine Diskussion bereichern würden, wollen nicht in einem solchen Klima diskutieren. Mit anderen Worten: Rumpöbeln und nichts beisteuern, aber trotzdem viel zu sagen haben, verletzt auch die Meinungsfreiheit von anderen.

          2. Zwei Kommentare von mir haben die Realität in einer Weise dargestellt, die den Betreibern nicht gefiel: es geht um ein Nackfoto eines kleinen Mädchens. Was ja dann auch genau die Begründung Facebooks ist, haha.

            Ich habe keine Ahnung, was deren Problem damit war. Völlige Humorlosigkeit könnte mit ein Grund sein, weil die Formulierung etwas salopp war, und eine generelle Abneigung gegen mich, weil ich so gern widerspreche (hier „pöbeln“)

  4. Jetzt versuche ich es nochmal so, vielleicht passt es dem Wortwächter so besser in den Kram:

    Werte Leser, wollen wir mal nicht Tatsache komplett außer acht lassen, dass besagtes Foto ein nacktes Mädchen abbildet. Unter welchen Voraussetzungen kann man bei einer Löschung eines solchen Bildes von „Zensur“ sprechen? Ist dies ein Einzelfall? Ich erdreiste mich nicht, nach weiteren Beispielen zu fragen, da ich so möglicherweise in Verdacht geraten könnte, gewissen illegalen Motiven zu folgen.

    Mit respektvollen Grüßen verbleibe ich,
    Elle Supreme

    1. Es ist was dran an dem Gedanken. Was heute im Grunde als Pornographi kategorisiert wird, war zu Zeiten eines Rubens noch Kunst. Wenn man böswillig genug ist, kann man dieses Bild durchaus auch als Porno bezeichnen.
      Ich erinnere mich hier an das Photo des ertrunkenen Flüchtlingskindes. Auch hier wurde lang und breit darüber diskutiert, ob eine Veröffentlichung dieses Bildes angemessen sei. Eines der Argumente, die mir in der Erinnerung gebliben sind, war: Man sieht das Gesicht des Kindes nicht, das ist ausreichender Schutz der Persönlichkeit. Nun, bei diesem Bild sieht man sehr wohl das Gesicht.
      Ein mögliches Unterscheidungemerkmal ist sicher die Intention des Photographen. Aber kennen wir die wirklich? Wie viel davon ist der Wunsch nach Beendigung dieses Leids, und wie viel davon ist Sensationslust oder gar Karrieregeilheit? Können wir dies wirklich beurteilen?
      Vielleicht (hoffentlich) hat dieses Bild dazu beigetragen, diesen furchtbaren Krieg zu beenden. Dann war es gut, es damals zu veröffentlichen. Vielleicht kann dieses Bild heute ähnliche Entgleisungen verhindern? Ich hoffe es. Wenn ja, dann _muss_ dieses Bild öffentlich gezeigt werden. Wogegen ich mich allerdings wehre, ist, dass allein die Tatsache, dass die Geschichte dieses Bild als irgendwie wertvoll kategoriseirt hat, dies jede Veröffentlichung rechtfertigt. Dieses Bild zu veröffentlichen, weil es ein „berühmtes Kriegsbild“ ist, das ist falsch. Dieses Bild zu veröffentlichen, um damit Leid abzuwehren oder wenigsten zu mildern, das ist hingegen sehr richtig. Es kommt hier eben sehr auf den Kontext an.
      Dass Facebook absolut kontextfrei wie die Axt im Walde haust, dem will ich nicht widersprechen!

      1. Es gibt von beiden mehrere Fotos. Das Napalmkind wurde auch von der Seite und noch von hinten fotografiert. Auch von dem gestrandeten toten Jungen gibt es mehrere Ansichten. Nicht schön, aber sie existieren.

        Dass Facebook da so hart durchgreift ist unverständlich. Das Foto ist ein Mahnmal und hat nichts mit Pornographie zu tun! Das ist aber wieder so typisch Amerika: alles was nicht in deren Horizont passt wird gelöscht, ganz ohne Wissen. Da saß anscheinend ein ungebelideter Zögling und hat das Bild, ohne Hintergrundwissen, gelöscht.

        Die sind dort anscheinend schon so dumm dumm dumm und ohne Geschichtswissen, dass sie alles, was nackt ist, zensieren.

        1. Ja und nein. Ohne Geschichtswissen dürfte zutreffen. Und dass man im Land der begrenzten Unmöglichkeiten ein äusserst merkwürdiges Verhältnis zu jeder Art von Sexualität hat, dürfte auch offensichtlich sein. Aber ich würde es doch vorziehen, diese beiden Punkte sauber voneinander zu trennen.
          Das Problem entsteht ja anscheinend dadurch, dass ein vordergründig sexueller Aspekt hier dermaßen in den Vordergrund gerät, dass die eigentliche Botschaft dahinter völlig in Vergessenheit gerät. Und hier wäre ein erster Ansatzpunkt, um aufzuklären.
          Aber ich habe an der Diskussion eben einen weiteren Kritikpunkt. Es darf bei diesem Bild nicht darum gehen, dass es einen geschichtlichen oder künstlerischen Hintergrund hat. Genauer: Nicht die Tatsache, dass dieses Bild berühmt ist, rechtfertigt die Veröffentlichung. Das Sichtbarmachen der Schrecken und der Sinnlosigkeit von Krieg, das ist der Zweck dieses Bildes. Und das sollte der Grund sein, warum dieses Bild gezeigt werden muss. Durch die geschichtliche oder künstlerische Überhöhung wird dieses Bild auf die Vergangenheit festgenagelt. Dabei ist die Botschaft heute so aktuell und so wichtig wie damals. Das ist keine Vergangenheit, schon gar keine überwundene Vergangenheit, sondern schreckliche Gegenwart (heute vor Allem Syrien und IS). Diese Bilder, genauso wie die Gräueltaten der Nazis in den KZs oder die Hinrichtungsvideos des IS, gehören der Menschheit ins Bewusstsein hineingeprügelt, bis irgendwann hoffentlich mal irgendjemand kapiert, was hier eigentlich abläuft. Wer davor die Augen verschließt, ist dazu verdammt, diesen Teil der Geschichte immer wieder zu wiederholen.
          Als Nächstes kommt man dann natürlich zu der Frage, was darf ein Unternehmen wie Facebook. Dass es aus politischen, moralischen und geschichtlichen Gründen notwendig ist, dieses Bild zu zeigen, habe ich ja schon betont. Eine weltweit tätige Firma wie Facebook sollte hier eigentlich Verantwortung übernehmen. Aber „sollte“ und juristische Tatsachen (Hausrecht) klaffen hier leider ziemlich weit auseinander. Von daher halte ich die Reaktion der Community für notwendig. Vielleicht hilft es ja.

  5. Wieso wird hier eigentlich ständig von Zensur gesprochen? Facebook ist ein privates Unternehmen und hat auf seinen Seiten Hausrecht. Wenn das Unternehmen entscheidet, dass es bestimmte Inhalte nicht auf seiner Seite haben will, ist es das gute Recht dieser Firma, die Inhalte zu entfernen.

    Wer als Kunde von so etwas betroffen ist, soll halt sein Geld zurückverlangen. Blöd nur, dass die Zensur!!1!-Schreienden gar keine Kunden sind, sondern das Produkt. Wenn du in einer Zeitung einen Arikel schreibst, der dem Chefredakteur inhaltlich nicht ausreicht, kommt er auch nicht in die Zeitung und Aftenposten und all die anderen haben eben Facebook/Arvato zu ihrem Chefredakteur ernannt, dabei die EULA zu schnell weggeklickt und sich jetzt wundern, dass diese Entscheidungen auf den Shareholder-Value von Facebook schauen und nicht auf das hohe Gut des unabhängigen Journalismus.

    Zensur wäre es, wenn jemand Aftenposten auffordern würde, ihren Artikel von aftenposten.no zu entfernen bzw. Provider durch Sperrlisten das in einer Weise automatisiert tun. Das scheint hier aber nicht passiert zu sein.

    1. mehr als 30 millionen menschen sind auf facebook. alleine in d-land. das kannste doch nicht mehr als kleines privatunternehmen hinstellen, wenn facebook für viele der einzige kanal ist, in dem sie posten. und für zeitungen ein unverzichtbarer distributionskanal, wenn sie nicht draufgehen wollen. mit so einer marktmacht kommt eben eine veranwtortung, deswegen ist das wort zensur, obwohl privater player, eben doch angebracht.

      1. > mehr als 30 millionen menschen sind auf facebook. alleine in d-land. das kannste doch nicht mehr als kleines privatunternehmen hinstellen

        Als kleines Unternehmen nicht, aber als großes. Am Status, dass es eine von einem privaten Unternehmen geführte Webseite ist, ändert sich dadurch nichts, ebensowenig, dass es eben die alleinige Entscheidung dieses Unternehmens ist, was darauf zu sehen ist oder entfernt wird.

        Auf die Idee kam auch niemand, als die BILD-Zeitung noch die Auflage hatte, die sie vor ein paar Jahrzehnten hatte, zu fordern, dass dort auch gemäßigtere Stimmen zu Wort kommen sollten.

        > wenn facebook für viele der einzige kanal ist, in dem sie posten. und für zeitungen ein unverzichtbarer distributionskanal, wenn sie nicht draufgehen wollen

        Letzteres bezweifle ich mal ernsthaft, ersteres dürfte sich ändern, wenn die Löschaktionen von Facebook einen Punkt erreichen, der einer größeren Masse weh zu tun beginnt.

        > mit so einer marktmacht kommt eben eine veranwtortung

        Genau die wird gerade von Facebook eingefordert, dass sie „Hasskommentare“ und anderes in ihrer Definition ungenaue Vorgänge freiwillig zu entfernen haben, weil ihnen sonst demnächst ein Gesetz vorgesetzt würde, dass ihnen das vorschreibt. Facebook und andere haben kein Interesse an so einem Gesetz, also wird dieser Forderung nach Verantwortungsübernahme nachgekommen. Dass da ein paar Benutzerbeiträge unschuldig auf der Strecke bleiben, wird eben in Kauf genommen.

        > deswegen ist das wort zensur, obwohl privater player, eben doch angebracht.

        Der Begriff bleibt unpassend, egal wie groß der Anbieter ist. Es ist sein Server, er bestimmt, was darauf zu sehen ist. Wenn sich genug Leute davon gestört fühlen, wird Facebook sein Produkt verlieren, weil die Benutzer woanders hingehen. Wenn der Großteil der Benutzer Katzenbilder bevorzugt, wird es dabei bleiben und Facebook ist dann eben kein Ort für Journalismus (war es IMHO als soziale Plattform auch nie, bei einem Stammtischtreff erwarte ich auch nicht, dass dort qualitativ hochwertig diskutiert wird).

        Der Vorwurf, Facebook würde Zensur betreiben und den Journalismus gefährden ist genauso lächerlich wie die ganze Diskussion über das Leistungsschutzrecht für Presseverleger und geht durchaus auch in eine ähnliche Richtung.

        1. Als kleines Unternehmen nicht, aber als großes. Am Status, dass es eine von einem privaten Unternehmen geführte Webseite ist, ändert sich dadurch nichts, ebensowenig, dass es eben die alleinige Entscheidung dieses Unternehmens ist, was darauf zu sehen ist oder entfernt wird.

          Strom- und Wasserunternehmen dürfen auch nicht einfach machen, was sie wollen. Wir haben uns als Gesellschaft für solche wichtigen Infrastrukturen Regeln gegeben. Warum sollten wir das bei Infrastrukturen, die zur Meinungsbildung und Informationsfreiheit beitragen nicht tun?

          1. Zu AOL-Zeiten, als dein Internetzugang von deinem Inhalteanbieter kam, hätte ich dir beigepflichtet. Ist aber hier nicht der Fall (zumindest hierzulande, Facebook arbeitet ja auch in diese Richtung, so wie Google und andere, Internet in strukturschwache Regionen – Afrika, nicht Eckernförde ;-) – zu bringen, um die Kundenbasis zu erhöhen).

            So wie sich derzeit jeder enrschieden hat, Facebook als Tool für Meinungsäußerung zu benutzen, mag das nächstes Jahr schon wieder jemand anderes sein. Bis vor ein paar Jahren kam mal als Musiker auch nicht um MySpace herum. Kennt das heute noch jemand?

          2. Ja, ist richtig. Aber was für Facebook gilt, das gilt, nur leicht abgeschwächt, auch für Euch. Gut, Facebook randaliert wie der Elephant im Porzellanladen, und Ihr macht Euch wenigstens ein paar Gedanken, bevor Ihr zensiert. Dennoch, was für Facebook gilt, gilt für Euch auch. Auch, wenn das manchmal schwer auszuhalten ist.
            Gibt es einen vernünftigen Maßstab, anhand dem ein Beitrag oder ein Bild beurteilt werden kann? Von wem? Viele Fragen, leider keine Antworten.

          3. FB, dahinter stecken scheinheilige Amerikaner!
            Nackig ist der Teufel, da ist es egal was das Bild repräsentiert!
            Ferner Bohrt dieses Bild in einer noch immer offenen Wunde, Vietnam!
            … und erinnert erneut an alle Grausamkeiten dieses Krieges!

            [VT on]
            Trump will die Armee aufblasen, das Bild passt nicht im mindesten in seinen Wahlkampf!
            Ein kleiner Anruf … und das Ärgernis verschwindet!
            [VT off]

            Das wäre Reale Politik, wenn es keine VT wäre!

          4. Und weil ich den von dir aufgestellten Vergleich – ehrlich gesagt – ziemlich dämlich finde, noch ein paar Punkte dazu:

            1. Facebook mit einem Strom- und Wasseranbieter zu vergleichen ist hanebüchen. Strom- und Wasserleitungen sind Dinge, die in deinem Haus nur einmal vorkommen und daher auch nur von einem bedient werden können. Wenn man das für einen Vergleich verwenden will, dann wäre das dein Internetprovider. Facebook ist (wie gesagt zumindest in Deutschland) kein Internetanbieter.
            2. Strom- und Wasseranbieter bieten dir ihre Leistungen nicht kostenlos an, sondern du hast mit diesen einen für beide Seiten verbindlichen Vertrag, wie die Leistung aussieht und wie sie zu bezahlen ist. Hast du das mit Facebook? Meines Wissens gibt es da nichts, ausser einer EULA, bei der sich Facebook das Recht vorhält, diese jederzeit frei nach Gusto ändern zu dürfen. Die haben Facebook-Nutzer akzeptiert, also brauchen sie sich nicht wundern, wenn das durchgesetzt wird.
            3. Facebook ist nicht Infrastruktur. Internet ist Infrastruktur. Facebook erlaubt euch seine Server für den sozialen Austausch untereinander zu verwenden. Bezahlt wird das ganze von Dritten und es heisst nicht umsonst „wer zahlt, schafft an“. Dass die Nutzer in der irrigen Annahme, sie hätten irgendwelche Rechte über den Verbleib ihrer Inhalte auf den Seiten des Facebook-Servers, Inhalte hochladen, die irgendwen stören und sich dann wundern, das sie nur zuschauen dürfen, wie selbige Inhalte verschwinden, kann man nicht Facebook vorwerfen.

            Und der letzte Punkt ist ja auch kein Novum in der Geschichte des Internet. Geospaces, Yahoo und auch Google haben sich da schon entsprechende Dinge geleistet. Facebook ist einfach ein weiteres Kapitel in dieser Serie.

          5. Stimmt, NP-Beiträge müssen jetzt von Gesetz 50% Pro-CDU-Material beinhalten. Fair and balanced. Das Motto von Fox News.

          6. Wenn es der Aufrechterhaltung deines Weltbildes hilft, Leute in Schubladen zu stecken, wenn sie eine andere Meinung haben als du selbst, sei dir das gegönnt.

            Netzpolitik.de aber mit Fox News zu vergleichen, ist dann aber schon ein bisschen gewagt.

  6. Gibt es denn schon eine Stellungnahme von Facebook zu dem Fall? Ich könnte mir vorstellen das es nicht um das Bild an sich und den damit verbundenen Gräueltaten der USA und ihrer Verbündeten in Vietnam geht, sondern Tatsächlich um die Erkennbarkeit weiblicher Geschlechtsmerkmale. Ob dabei eine sofortige Löschung des Bildes und eine Sanktionierung der Erreichbarkeit des Veröffentlichers die richtige Lösung ist, nein auf keinen Fall. Besser wäre gewesen sich mit dem Veröffentlicher in Verbindung zu setzen und diesen darum zu bitten den Bereich der weiblichen Geschlechtsmerkmale zu Pixeln oder mit einem schwarzen Balken zu kaschieren. Dem Bild und dem was es symbolisiert würde dies nicht schaden, da dem Einsteller die Möglichkeit einer Linksetzung zum Original möglich wäre. Eigentlich ist es doch auch hier die Frage einer Integration, wir bewegen uns hier in einem Gebiet das nicht unseres ist, das hier ist das Territorium von Facebook und wenn wir nicht die Fähigkeit besitzen uns den Gegebenheit von Facebook zu integrieren ist es nur richtig das Maßnahmen dagegen getroffen werden müssen. Also Fragt euch einmal wie es aussieht bei euch und eurer Fähigkeit zu Integration allein nur hier in Facebook. Danke für die Aufmerksamkeit.

    1. Facebook hat Aftenposten zur Löschung oder Verpixelung aufgefordert. Aber auch darauf hätte sich die Zeitung zu Recht nicht eingelassen. Es handelt sich um ein historisches, weltberühmtes, ikonografisches Foto. Da muss man nicht pixeln und Balken rübermachen. Und selbst das betroffene Mädchen regt sich in diesem Fall darüber auf, dass wegen der Nacktheit gelöscht wird.

      Facebook hat sich wohl geäußert, entnehme ich dem Standard:

      „Facebook erklärte, es sei schwierig, bei Fotografien mit nackten Kindern einen Unterschied zu machen und die Veröffentlichung in einem Fall zu erlauben und in einem anderen nicht. „Wir versuchen, die richtige Balance zu finden zwischen der Möglichkeit für Menschen, sich auszudrücken, und einer sicheren und respektvollen Umgebung für unsere globale Gemeinschaft. Unsere Lösungen werden nicht immer perfekt sein, aber wir werden versuchen, unsere Regeln und die Art, wie wir sie anwenden, zu verbessern.“ – derstandard.at/2000044121866/Aftenposten-kritisiert-Facebook-wegen-geloeschtem-Foto-scharf

      1. Demnächst gibt es nur noch Bilder von „glücklichen“ Guerilla Kämpfern, UN Soldaten, US oder Deutsche Soldaten aus den Kriegsgebieten, weil … die echten Bilder wären ja zu Blutig und könnten die Kinder radikalisieren!

        1. Du wirst vielleicht lachen (oder weinen). Aber diese Bestrebungen gibt es tatsächlich. Youtube in den USA zum Beispiel erlaubt das Monetarisieren von Videos durch Einblendung von Werbung.
          Nun hat das Unternehmen dazu klare Regeln aufgestellt:
          Du darfst keine Gewalt zeigen. Du darfst nichts zeigen, das mit Sexualität zu tun hat. Du darfst Dich nicht zum politischen Tagesgeschehen äußern, Du darfst Deine freie Meinung nur eingeschränkt äußern, nämlich dann, wenn es positiv ist. Bei Gamern gibt es dann die Absurdität, dass die Videos aus der Monetarisierung geflogen sind, weil sie zum Beispiel Gewalt zeigen. Als Beispiel: Ein Gameplay-Video aus dem Spiel Call of Duty. Das darf nicht gezeigt werden, da es Gewalt enthält und man Werbekunden nicht verprellen möchte. Gleichzeitig läuft dann Werbung für „Battelfield 1“, einer Kriegssimulation.
          Im Moment fliegen Kanäle, die solche Dinge zeigen, nur aus der Monetarisierung, es ist aber durchaus davon auszugehen, dass dieses Videomaterial in Zukunft komplett verschwindet.
          Es darf nur noch Heile-Welt gezeigt werden, keinerlei Kritik ist erwünscht.

          Wenn man dann eben irgend eine brutale Guerilla Kinderarmee zeigt, dann bitte fröhlich grinsend mit dem Gewehr und den Armen in die Luft gewirbelt beim gemeinsamen Posieren vor dem Lagerfeuer.

          Solche Bestrebungen gibt es auch hier. Ich hatte vor einiger Zeit gelesen, dass zum Beispiel Konzertfotografen auf Konzerten großer Stars die angefertigten Bilder nicht nur unter bestimmten Bedingungen anfertigen dürfen, sondern diese auch der Agentur, die den Künstler vertritt, vorlegen müssen. Die Agentur entscheidet dann, welches Bild davon gezeigt werden darf und welches nicht. Im Übrigen behalten sich dann diese Agenturen auch vor, dieses Bildmaterial für den eigenen Zweck kostenlos zu nutzen. Wer nicht mitmacht, bekommt eben keine Akkreditierung. Es gibt schließlich genug Medien/Fotografen, die sich dafür weiterhin prostituieren, der Markt ist da übersättigt.

          Wieso soll das also nicht gehen? Wir entwickeln uns schon lange dort hin. Meist kann man es unter den Punkten „Wirtschaftliche Verwertbarkeit“ und „Gewinnmaximierung“ zusammenfassen.

          Und da ist ein Foto eines nackten Mädchens (Auweia 1) aus einem Kriegsgebiet (Auweia 2), das noch dazu den Schrecken des Krieges (Auweia 3) zeigt, welchen die Amerikaner mitzuverantworten haben (Auweia 4), natürlich ziemlich ungünstig. Keiner will daneben Werbung sehen: „Always Coca Cola“ oder „Schnapp Dir nen Snickers“. Also zensieren wir das Bild weg, dann passiert das nicht. Was bleibt, ist die Werbung und Schönwetter-Welt, die so nicht existiert.

  7. Na wunderbar, damit ist doch finde ich alles gesagt, und wenn der Veröffentlicher einer Bitte verschließt ist es nur Recht und Billig das sich Facebook des „Hausrecht“ bedient. Wäre schön wenn die Stellungnahme dann noch als Update in dem Artikel erscheint.

  8. Richtig muss es heißen: Na wunderbar, damit ist doch finde ich alles gesagt, und wenn der Veröffentlicher sich einer Bitte verschließt ist es nur Recht und Billig das sich Facebook des „Hausrecht“ bedient. Wäre schön wenn die Stellungnahme dann noch als Update in dem Artikel erscheint.

  9. Und hier ist das ikonografische Foto gepixelt und jedes weitere Foto dieser Reihe das die Geschlechtsmerkmale des nackten Mädchens abbildet ist gepixelt. Und ich kann nicht behaupten das damit die eine verhamlosung der Gräultaten die in Viatnam begangen wurden einher geht.

  10. Ich werde nie die Leute verstehen, die meinen sich über „Facebook“ austauschen zu müssen?! Ein US-Unternehmen das scheibar nur der NSA und CIA auskunftpflichtig ist und von den beiden „Diensten“ zur Ausforschung vieler Menschen benutzt wird.
    Finger weg von „Facebook“!!! Oder schenkt eure Daten gleich der NSA und der CIA!

  11. Was meint Ihr? Ist the Zuck cool genug, ein paar von seinen Milliönchen für soziale Projekte in Vietnam abzugeben? Da gibts immer noch Mutationen wegen Agent Orange. Und Devisen sind überall gerne gesehen. Wär doch ne coole Gegen-PR, nach dem Motto: bedauerlicher Einzelfall, ein Bauernopfer wird gefeuert und die Vietnam-Opfer kriegen ein besseres Leben.

  12. Ist das Mädchen gefragt worden, bevor das Bild so berühmt wurde, ob es der Veröffentlichung zustimmt?

    Ich finde es schon krass. Da erlebt es eine extreme Traumatisierung und jemand hält diesen Moment fest und teilt ihn – sicher auch aus kommerziellen Gründen – mit einer Welt voller schmutziger Phantasien oder zumindest sensationslüsternder Gedanken. Und dann wird sie – stilisiert zur Ikone – gefragt, wie sie das findet, mit dem Bild. Von den Tätern, die plötzlich als einzig wahre Helden dastehen. Traumatisierung Nr. 3!

    1. … schon mal echten Krieg gesehen?
      Verbrennungen bis auf den Knochen?
      Die Ohnmacht erlebt, nicht Helfen zu können?
      Dieses Bild hat den Krieg in die friedlichen Wohnzimmer geholt!
      … zu dieser Zeit sah man noch anders auf die Dinge … es gab da noch nicht sooo viele realistisch gedrehte Filme … in einem echten Kriegsgebiet kommt noch der Geruch hinzu … einem Geruch, den man nicht vergisst … hat man diesen Geruch und eigene Erlebnisse im Hintergrund, dann sieht dieses Bild ganz anders aus!

    2. Verschwörungstheorien ohne Substanz helfen oft nicht. Aus Phan Thị Kim Phúc ist eine tolle Frau geworden, die sich trotz ihrer schwersten Verbrennungen durch Napalm für den Frieden ohne Rache und ohne Hass einsetzt. Unter anderem ist sie übrigens auch in Ludwigshafen operiert worden und wurde als Zeitzeugin mehrfach nach Deutschland eingeladen. Statt Deiner schmutzigen Fantasien solltest Du vielleicht ein bisschen mehr recherchieren vor dem Schwadronieren. Ist doch heute mit Google nicht mehr so schwer.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Phan_Th%E1%BB%8B_Kim_Ph%C3%BAc

      1. Verkehrung ins Gegenteil – eine der vielen Abwehrmechanismen der Psyche. Was nicht sein kann, darf nicht sein. Wir sind doch IMMER die Guten. Und das müssen auch alle anderen so sehen! Da steckt eine Menge Gewalt drin, meine ich.

        Und natürlich ist aus dem Mädchen eine tolle Frau geworden – trotz dem, was sie erlebt hat. Dank dem, was ihr ihre Ahnen an Kraft mitgegeben haben, diesen Wahnsinn zu überleben.

  13. Die Löschung eines solchen Bildes samt Artikel (Kontext: Geschichtliche Dokumentation) sollte in einer moralisch intakten Welt als eines der schwersten Verbrechen gedeutet und entsprechend hart abgestraft werden,da die Löschung und somit Zensur, die korrekte historische Wiedergabe von Tatsachen unmöglich macht und faktisch Geschichtsfälschung ermöglicht.
    (Beispielsweise 100 Jahre in die Zukunft,nachdem sich solche Zensur durchgesetzt hat: Durch Napalm verbrannte Kinder? Ihr glaubt aber wirklich alles,was? Apropos:Deutungshoheit)
    Außerdem sprechen wir hier von den Kriegsverbrechern der US amerikanischen Regierung,welche es als einzige gewagt haben Nuklearwaffen gegen andere Menschen einzusetzen,was praktisch die selbsternennung zum Terrorstaat ist.Da können wir vom gesegneten Glück sprechen,dass jemand den Mut und die Menschlichkeit in seinem Herzen trug um diesen Moment für uns alle festzuhalten.

    Weinende,nackte,durch Napalm verbrannte,im Schockzustand fliehende Kinder kann man sich nicht „ausdenken“ wenn sowas in Bildform geschichtsrelevant dokumentiert wird.Das sind knallharte Beweise für Kriegsverbrechen / Verbrechen an der Menschlichkeit.Und genau diese „Unannehmlichkeit“ scheint hier politisch angegriffen zu werden,sprich; die US Regierung scheint hier diese Beweise mittels des „Cyberkomplizen“ Facebook, geschichts-irrelevant machen zu wollen,indem sie die Beweise an einer relativ wichtigen Schranke im Internet (populärstes Social Network) ins digitale Ether mittels Zensur drücken.Selbst das betroffene Mädchen,welches nun eine 52 Jährige Friedensbotschafterin für die UN ist,spricht wohlwollend über das Bild.
    Damals sei es ihr zwar peinlich und unangenehm gewesen,aber sie hat erkannt,dass sie sich mit dem Bild für Frieden einsetzen kann.Heute bereist sie die Welt und erzählt ihre Geschichte, um Menschen auf die Schrecken von Kriegen aufmerksam zu machen.
    Sie sprach sich zu dem Bild folgendermaßen aus,Zitat:
    „That’s why I’m really thankful that I had that picture taken and I can work with that picture for peace.“
    Zu Deutsch: „Deswegen bin ich wirklich dankbar dass man dieses Bild von mir gemacht hat und ich es dazu nutzen kann um mich für Frieden einzusetzen.“

    Facebook spielt hier echt mit dem Feuer,denn die Löschung dieses Bildes als auch beschreibende Artikel ist wie das Leugnen des Holocaust.Facebook sollte das Behindern der geschichtlichen Dokumentation augenblicklich und ohne Diskussionen unterlassen.
    Wenn Facebook nicht davon ablässt aktiv Geschichte anzugreifen bzw. zu verzerren (man erkenne die Machtposition Facebook’s als meistgenutztes Social Network und das Problem der sogenannten Filterbubbles),sollte Facebook verklagt und abgestraft werden.Geschichtsfälschung als Konsequenz des Vernichtens von geschichtlichen Tatsachen mittels Zensur im Kontext unserer derzeitigen Informationsgesellschaft betrifft uns alle und ist unter keinen Umständen zu dulden.Schon allein aus Respekt den Opfern der Napalm-Angriffe gegenüber.

    Freundliche Grüße,

    FrischeLeckereErdbeeren

    // Großer Dank an Tom 9. Sep 2016 @ 14:24 für den Link //
    // Großer Dank auch an Herrn Reuter für diesen wichtigen Artikel //

    1. Japan war übrigens zu der Zeit auch ein Terrorstaat, frag mal die Chinesen. Ich glaube es waren 9 Mio. tote Chinesen dank den Japanern. Inkl. japanischen Konzentrationslagern. Die einen haben Konzentrationslager gebaut, die anderen Atomwaffen. Das damalige Motto der Zeit war: Wer ist der tollste Terrorstaat und killt am meisten Zivilisten?

      1. Japanische Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg wurden in China, dem pazifischen Raum, Südostasien und dem indonesischen Archipel verübt. Dabei wurden Millionen von Zivilisten und Kriegsgefangenen gezielt ermordet.[2][3][4][5][6] Diese Kriegsverbrechen sind auch bekannt als „Asiatischer Holocaust“[7] und fanden etwa zur gleichen Zeit wie die Verbrechen des Nationalsozialismus in Europa statt.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_Kriegsverbrechen_im_Zweiten_Weltkrieg

        Die Chinesen verloren 3,22 Millionen Soldaten, 9,13 Millionen Zivilisten starben bei Kämpfen und 8,4 Millionen Zivilisten verloren ihr Leben bei nicht-militärischen Zwischenfällen. China erlitt einen finanziellen Schaden von 383 Milliarden US-Dollar; dies war mehr als das 50-fache des Bruttosozialprodukts Japans zu dieser Zeit. Der Krieg verursachte eine Anzahl von 95 Millionen Flüchtlingen. Vor dem Krieg war das Kräfteverhältnis 60:1 für die Kuomintang gegen die Kommunisten, danach nur noch 3:1, was Zweifel an der kommunistischen Propaganda aufkommen lässt, die behauptet, dass die Japaner von den Kommunisten mit allen Mitteln bekämpft wurden.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Japanisch-Chinesischer_Krieg

        Darüber lernt man interessanterweise nichts im Geschichtsunterricht. Vielleicht um die Täterrolle der Deutschen zu stärken.

        1. Hinweis: damit will ich die NS-Verbrechen keinesfalls relativieren, zweimal falsch ergibt kein richtig. Aber das Wissen um WWII ist in Dtld. sehr einfach dargestellt.

          Die Amis hatten eigentlich keine Lust am WWII und wurden reingezogen. Die Idiotie mit den Atombomben auf Zivilisten werfen macht sie jedoch tatsächlich zum Terrorstaat.

          1. Mit Verlaub,Sie denken und schreiben am Thema vorbei,sehr geehrtes Individuum.

            Kern dieses Themas:
            Facebook betreibt mit besagter Zensur mutmaßlich Geschichtsfälschung,ohne zwischen Kinderpornographie und ikonografischen Bildmaterial zu differenzieren,welches Kriegsverbrechen aus dem Vietnamkrieg dokumentiert.
            Ich habe den Kern dieses Themas nur um gewissen Details ergänzt,da nicht jeder Mensch zu jedem gegebenen Zeitpunkt das nötige Wissen in sich trägt, um zu entsprechenden Schlussfolgerungen zu gelangen.
            Die Ergänzungen sollten der Bereicherung dieses Themas dienen, und nicht einer seperaten Debatte darüber ob und welcher Art, andere Länder Kriegsverbrechen begangen haben.

            Freundlicher Gruß

            NochFrischereLeckereErdbeeren

  14. DIeses Foto zu löschen, sagt viel über die Geschichtsignoranz derer aus, die die Öffentlichkeit verdummen wollen. Es dokumentiert ein furchtbares Kapitel Unmenschlichkeit des US-Machtapparates und darf nie in Vergessenheit geraten.w

    1. Die neuen Sittenwächter sitzen im deutschen Justizministerium. Die SPD ist mit ihrem Versuch, deutschen Sex stramm durchzuregulieren, bei Facebook vor die Wand gelaufen. Jetzt löscht halt Facebook alle nackten Kinder, bevor sie sich mit den Sittenwächtern von Maas anlegen, dessen Sexualrechtsverschärfung durch den Bundestag gepeitscht wurden, dass sich selbst die Grüne Künast irritiert fühlt. Die US-Verschwörungstheorie vernebelt die eigentlichen Verursacher. Täter bei Facebook und Gesetzgeber sitzen in Deutschland. Hier gibt es ja auch Sittenwächter, die meinen, weil sie es könnten, müssten sie Diskussionen solange zurecht trimmen durch löschen, bis es zu ihrem Werbeziel.
      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-11/kinderpornografie-missbrauch-gesetz-edathy

  15. Ich denke, das Problem sind die Vorgaben und Strukturen bei Facebook für das Zensieren. Vermutlich sieht es ungefähr so aus: Die Zensoren müssen enorm viele Entscheidungen in kürzester Zeit treffen. Dabei werden sie nicht als kompetente, konstruktiv mitarbeitende, intelligente Spezialisten behandelt, wie man das in Europa erwarten würde, sondern als dumme, mit 100% objektivierten Richtlinien an der Hand geführte, jederzeit austauschbare Befehlsempfänger, wie das in den USA Standard ist. Wer ein Zensurkriterium wie „unverdeckter Schambereich einer Person zu sehen“ ignoriert, nur weil es sich um ein Foto von enormer zeitgeschichtlicher Bedeutung handelt, für das eine Ausnahme ebenso notwendig wie sinnvoll ist, wird für das Mitdenken mindestens gerügt, wenn nicht gar bestraft. Denn das Mitdenken ist in der Regel teuer für den Arbeitgeber, weil es länger dauert als Reflexentscheidungen. In solchen Strukturen beginnen Arbeitnehmer, den Arbeitgeber absichtlich und bewusst zu schädigen, indem sie die Vorgaben tatsächlich in Sonderfällen genau so kleinlich anwenden, wie das von ihnen erwartet wird.

    Ähnliche Strukturen mit ähnlichen Ergebnissen gibt es bei der TSA, bei amerikanischen Polizeien und sogar in manchen amerikanischen Schulen. Leider gibt es für das Problem keine einfache Lösung ohne Kompromisse bei der Effizienz und der objektiven Qualitätskontrolle. Solche Kompromisse sind aus europäischer Sicht natürlich notwendig und sind es wert – aus der Sicht amerikanischer Manager sind sie es aber nicht.

      1. Ich würde hier eher sagen, das unser Justizminister auf den schon rollenden Zug aufgesprungen ist!
        … und FaceBalm ist nicht die einzige US „Aktiengesellschaft“, die sich als Moralapostel aufführt -> https://netzpolitik.org/2012/skydrive-microsoft-durchsucht-nutzer-daten-in-der-cloud-nach-agb-verletzungen-und-sperrt-accounts/ ; http://www.computerbild.de/artikel/cb-Aktuell-Internet-Ohne-Vorwarnung-Microsoft-sperrt-Nutzer-Konten-7650369.html

  16. Die Geschichte zeigt einmal mehr, wie unsinnig es ist, dass Justizminister Maas fordert, das Teile des Rechtsstaates auf juristische Laien bei Facebook zu übertragen. Die dumpfbackigen Laien dort wenden eine Regel an: Nacktes Geschlechtsteil -> Löschen. Es wird von Kinderpornografie gefaselt und die Straftat im Faustrecht bekämpft. Am Rechtsstaat vorbei: man beruft sich auf angebliche Straftaten, verweigert aber dem Beschuldigten rechtliches Gehör und den ordentlichen Richter. Und prompt laufen die Zensoren in die Abseitsfalle und stehen nun als dämlich enttarnte selbst am Pranger.
    Die Lehre von Facebook sollten sich als dem Faustrecht fröhnenden hinter die Ohren schreibem. SIe machen sich gemein mit den Kriminellen von der NSA: man hört ab, weil man kann, nicht weil man es darf. Man löscht in eigenmächtigem Stammtischsud weil man es kann, nicht weil man es darf.
    Das Beispiel zeigt auch, wie dünnhäutig Demokratie und Rechtsstaat sind: man definiert sich seine Rechte selber und macht das kaputt, für das man eigentlich kämpft.
    Zur Erinnerung noch aus unserem Grundgesetz:
    „Art. 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
    (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“
    Eine Zensur findet nicht statt. Schranken in Gesetzen. Nicht Schranken durch Stimmung, Meinung, angebliches Hausrecht, Internet als rechtsfreier Raum oder nur weil man es kann. Man muss sich nicht außerhalb unserer rechtlichen Ordnung stellen.

    1. Naja, was unsere Regierigen so auf die Palme bringt ist, das die Kneipe (Facebook) mit ihren Stammtischen, ziemlich Groß ist!
      Ca. eine Milliarde Menschen sitzen an verschiedenen Stammtischen, allerdings in Sicht und Hörweite … und das ist das Problem unserer Volksvertreter … eine solche Kneipe ist ein gefährlicher Ort!
      Da könnten sich binnen Sekunden hunderte Stammtische zusammenrotten, um ihre gesammelte Meinung Kund zu tun und evtl. auch … um sie Durchzusetzen!
      Da zucken unsere Vertreter schon bei 100000 Gefährdern zusammen, weil daraus mal sehr schnell Millionen werden könnten, die sie dann nicht mehr mit demokratischen Mitteln in Schach halten könnten …
      Ich kann die Angst unserer Volksvertreter mit „Wählerauftrag“ gut verstehen … einer solchen Kneipe die Konzession zu entziehen ist nicht einfach … aber mit dem Kneipenbetreiber zu sprechen um die Hausordnung anzupassen … schon eher!
      Evtl. kann man ja eine Art von „Raucherecken“ einrichten, damit die einzelnen Stammtische separiert werden können … (virtuelle) „Spanische Wände“ könnten da hilfreich sein, da man sie flexibel an die politischen Bedürfnisse anpassen (umstellen) könnte!

  17. Das Bild ist wieder online & FB hat ein weiteres Statement abgegeben:

    „After hearing from our community, we looked again at how our Community Standards were applied in this case. An image of a naked child would normally be presumed to violate our Community Standards, and in some countries might even qualify as child pornography. In this case, we recognize the history and global importance of this image in documenting a particular moment in time. … Because of its status as an iconic image of historical importance, the value of permitting sharing outweighs the value of protecting the community by removal, so we have decided to reinstate the image on Facebook where we are aware it has been removed“

    https://www.theguardian.com/technology/2016/sep/09/facebook-reinstates-napalm-girl-photo

    1. Sittenwächter Maas, SPD, hat neue Kreuzworträtsel in die Welt gesetzt: „Strafbare Inhalte sollten aus dem Netz verschwinden, nicht Fotos, die die ganze Welt bewegen“.
      http://www.zeit.de/digital/internet/2016-09/zensur-facebook-foto-napalm-vietnam-aftenposten

      Maas ist als Sittenwächter und Sexualexperte in Sexfragen sowieso Hand Damp in allen Gassen. „Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) und ihr Parteikollege und Justizminister Heiko Maas forderten im Zusammenhang mit der Geschichte, das Nein einer Frau müsse endlich zur Verurteilung von Sexualstraftaten ausreichen. “ Egal ob das Nein dem Filmen galt oder dem Vögeln. Solche Details sind nur hinderlich für ihn. Wenn aber wie bei Facebook, die sich an seine Vorgaben halten zu Fotos von nackten Kindern, der Souverän anderer Meinung ist als der Sittenwächter, dann schwenkt er um von Sittenwächter auf Populist.
      http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/gina-lisa-lohfink-prozess-mann-bestreitet-vergewaltigung-14311392.html
      Man kann ahnen, wie schwer es die Menschen im Iran haben.

  18. Ein Punkt ist angesichts des Inhaltes der gezeigten Aufnahme dabei komplett in den Hintergrund gerückt: Die Aussage Facebooks, wie man es denn nun gerne hätte. Ist eine Aufnahme eines nackten Kindes nun Pornografie? Oder ist es das nicht? Wann ist denn das nackte Kind eine gute Nacktheit? Wann ist es eine schlechte Nacktheit?
    Darf das Kind im Garten oder in der Badewanne denn nun gezeigt werden oder nicht? Kann eine solche publizierte Aufnahme für die Person, die es publiziert/aufgenommen hat, juristische Folgen haben oder nicht?
    Das kommt davon, wenn wir in einer Welt leben, in der wir Nacktheit von Kindern per se erst einmal verdammen, kriminalisieren und pervertieren, indem wir grundlegend sexuelles Gedankengut in ähnliche Aufnahmen verlagern und dann zu dem Schluss kommen, dass so etwas nicht gezeigt werden darf.
    Was habe ich im Forum auf der tagesschau-Webseite gelesen? „Daran könnten sich Sado-Pädophile aufgeilen.“ Wie bitte? Sado-Was? Bitte sofort in Therapie gegeben, wer solch kranke Phantasien aufbringt. Solche Phantasien unterstelle ich nicht einmal Menschen mit entsprechender Veranlagung.

    Ab wann darf man denn jetzt eine solche Aufnahme zeigen? Unter welchen Umständen? Muss die Aufnahme eine technisch-qualitative Hochwertigkeit besitzen? Oder eine künstlerisch-wertvolle Wertigkeit? Oder muss das Bild aus einem sensiblen Kontext heraus stammen? Muss es jounalistisch höchsten Maßnahmen genügen, oder reicht es zur Dokumentation? Wann kommt man dafür ins Gefängnis und wann ist es Kunst bzw. journalistisch notwendiges Stilmittel? Oder muss es technisch schlecht aus einem Handy umgesetzt sein, um die Unterstellung von „Posieren“ zu vermeiden? Darf man auf dem Bild etwas erkennen oder nicht?
    Wird das Kind nicht eher der Würde beraubt, wenn man es verpixelt? Was mag ein Kind dabei denken? „Bin ich so eklig, dass man mein Geschlecht auspixeln muss?“

    Wir haben uns in den letzten paar Jahren so sehr verzettelt, dass es absurd geworden ist. Begründet wird es stets mit dem „Schutzbedarf“ und der „Würde“ des Kindes. Wahlweise auch mit dem „Recht am Bild“. Man sagt nur, was Kinder nicht wollen, man fragt aber niemals, was Kinder wollen. Man zeigt ihnen Fotos verstümmelter und verfaulter Menschen, weil Rauchen schlecht ist. Das ist widerum nicht verkehrt. Im Sommer fröhlich schreiend nackt in den Planschepool springend darf man aber wiederum nicht zeigen.

    Wir diskutieren darum, ob kindliche Nacktheit etwas Entwürdigendes wäre oder gar ein Schutzbedarf gegeben sei, auf der anderen Seite kann man sich vor Frauenärschen und Plastiktitten selbst im Nachmittagsprogramm nicht mehr retten.
    Im Einzelfall mag solch ein Bild eines Kindes vielleicht negative Auswirkungen haben, in nahezu allen anderen Fällen jedoch nicht. Warum sollte es das auch? Herabgewürdigt wird solche Aufnahme erst zu dem Zeitpunkt, wann Fanatiker mit dem Finger drauf zeigen und im Chor „Porno“ brüllen. Dafür war es einfach nur ein harmloser Schnappschuss, wir er bis vor Kurzem im Sommer täglich wohl hunderttausendfach entstand.

    Würde das Bild, um das wir alle diskutieren und Tagesschau bildfüllend im Fernsehen zeigt, morgen in Deutschland entstehen, könnte der Fotograf dafür ins Gefängnis kommen. So steht es im Gesetz, das Heiko Maas 2015 auf den Weg gebracht hat. Bisher scheint es noch keine große juristische Außenwirkung gegeben zu haben, wohl auch deswegen, weil Fernsehsender und andere Medien inzwischen vermeiden, Kinder überhaupt noch zu zeigen.

    Die Zensur oder Löschung dieses Bildes hatte mehrere Gründe. Auch natürlich weil potentielle Werbepartner von einer solchen Aufnahme abgeschreckt werden könnten. Niemand würde neben diesem Bild seine Werbung lesen wollen. Das ist auch klar. Vielleicht auch deswegen, weil man eine heile Welt simulieren möchte, die nicht existiert, während gleichzeitig Nazis in Deutschland auf Facebook allerhand Gewalttaten gegen Flüchtlinge verherrlichen.

    Ich stelle einfach mal die Frage:
    Was zur Hölle stimmt nicht (mehr) mit uns? Wo kommt dieser Wahnsinn her?

    So, und jetzt bitte hauen.

    1. Na dann, auf Geheiß von Herrn Maas … zurück ins 18. Jahrhundert -> https://de.m.wikipedia.org/wiki/Badebekleidung
      Schön wäre es auch, würde man das Internet für vernünftige Zwecke verwenden, wie damals das BTX ( https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bildschirmtext ), also zu elektronischem Zeitung lesen im Abo und Banking!
      Kommunikation darüber hinaus? Welcher arbeitende Bürger braucht das?
      Schließlich gibt es ja für die Zerstreuung den Schrebergarten und das Fernsehen!
      … nicht nur das öffentlich rechtliche!
      Die Zeiten, als es noch keine beliebig verfügbaren Informationsquellen gab, waren friedlicher und von weniger Gewalt geprägt!
      Wir müssen auf dieses Informationsniveau zurück kehren, dann wird alles wieder gut!
      So kann auch der internationale Terror keine Rekruten anwerben und die stets verfügbare Pornographie wäre auch Geschichte!
      Die Welt wäre wieder in Ordnung … am Stammtisch würden wieder lokale statt globale Themen erörtert!
      … und somit wäre es der Politik auch wieder möglich, die lokalen Probleme mit der Bürgern zu lösen, ohne das es gleich in ganz Deutschland auffällt, wie z.B. die Sache mit Stuttgart 21!
      Ohne die sozialen Medien, wäre nur eine Handvoll Demonstranten erschienen, die Wasserwerfer wären nicht nötig gewesen!

      [Wer jetzt einen Hauch Ironie und Zynismus vermutet, der hat Recht!]

    2. Das ist ein heikles Thema. Militärisch gesehen kann der frühe erotische Kontakt zum gleichen Geschlecht ja durchaus hilfreich sein. Schließlich droht die größte Zersetzungsgefahr von erwachsenen Frauen und ihrem Wunsch nach Familie. Das hält die Männer vom Kämpfen ab.

      Ansonsten gilt für das Militär das Gleiche wie für die Werbebranche: Sex sells – und das Kindchenschema. Beides zusammen wird dann schnell „pervers“, doch höchst erfolgreich im Hinblick auf den Wunsch nach maximaler Aufmerksamkeit (Werbung) oder maximalem Terror (Militär).

      Der Wahnsinn kann also, wie so oft, durchaus Methode haben.

      Ob diese Methoden uns geradewegs in die Hölle führen, kann nur der Teufel beantworten. Und der spricht bekanntlich nur britisch ;-)

  19. Ich finde, facebook folgt hier einer klaren agenda, die jedem bekannt sein dürfte:
    Keine nackten Kinder, keine entblößten äußeren Geschlechtsmerkmale.
    Das ist bekannt und klar kommuniziert. Es handelt sich bei facebook um ein Privatunternehmen, da sehr groß und sehr stark im öffentlichen Fokus steht, das aber ebenso wie jedes andere unternehmen eine „Hausordnung“ in Form von AGB hat und von seinem „Hausrecht“ bei Verstößen Gebrauch macht.

    Wenn man jetzt sagt, dieses Foto sei Kunst und steht deshalb außerhalb der „Hausordnung“, wo ist dann die Grenze? Ab wann ist es zu tolerieren oder bis wohin ist es eine Störung des Geschäftsbetriebes, wenn jemand die Hausregeln verletzt. Oder um mal einen plakativen Vergleich zu bringen: darf ein Ladenbesitzer „grafitti-kunst“, die an seiner Fassade oder schaufenstern angebracht wurde entfernen lassen?
    Von Geschichtsschreibung oder Unterdrückung anderer Meinungen sehe ich hier auch nichts. Zum einen, weil facebook für sich gar keinen Bildungsauftrag definiert hat. Es handelt sich auch nicht um einen Verein oder sowas, der hier einen besonderen öffentlichen Auftrag hat. Des weiteren steht dieses foto nicht allein, wenn es darum geht, eine bestimmte Situation von globaler politischer Bedeutung zu illustrieren. Und eben jene Medien, die jetzt Zensur rufen, haben sich bei ähnlichen Fotos individuell und auch immer wieder gegen die Veröffentlichung entschieden und dabei ähnlich argumentiert. Als Beispiel sei der tote Junge am Strand genannt, der komplett bekleidet war und dessen Foto „ikonografisch“ für die komplette Flüchtlingskatastrophe steht.
    Und letztlich sollte ich mir selbst wegen der bekannten „Hausregeln“ auch bewusst machen, welche Medien ich konsumiere und wie diese ihre Umwelt darstellen bzw. ihre Nachricht aufbereiten. Bei „Campact“ ruft auch niemand Zensur, nur weil diese Zeitung eine einseitige redaktionelle Ausrichtung hat. Und es käme auch niemand auf die Idee(hoffentlich nicht), seine Geschichtsbildung dieser zeitung zu entnehmen. Aber beginnt die Zensur bereits, wenn bestimmte Inhalte den weg ins Heft nicht finden? Oder ist es nicht vielmehr an mir als konsument, aus der Vielzahl der Medienangebot das richtige auszuwählen und die Zensur beginnt erst dort, wo genau dieses Angebot eingeschränkt wird…

  20. inwieweit kann fratzenbuch via algorithmen einfluss nehmen ohne das es erstmal nachweisbar wäre… war mein erster gedanke. ich frage mich in wieweit tatsächlich vorsätzlich informationen zensiert werden. aus welchen gründen auch immer. und fratzenbuch hat es nicht mal nötig solche sorgen oder bedenken auszuräumen. sparsame informationspolitik und gut ist es. so ein verhalten ist,gelinde formuliert brandgefährlich. marc zuckerberg soll schließlich nicht die weltgeschichte neu schreiben. her mit den quellcodes und schon wird die „geschichte“ im warsten sinne des wortes transparent. das nicht nur ich gedankenspiele habe zeigt dieser bericht anschaulich. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/algorithmen-beeinflussen-politische-willensbildung-13735791.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.