Linkschleuder

Neue Firmware: HP enteignet seine Drucker-Kunden

Bei Druckern wird das große Geschäft mit teuren Patronen gemacht. Den Herstellern sind kostengünstige Patronen von anderen Herstellern deswegen ein Dorn im Auge. Foto: CC-BY 2.0 frankieleon

Wer einen Drucker von HP hat und diesen mit selbstgewählten Druckerpatronen bestücken will, kann dies seit dem 13. September nicht mehr tun. Es funktionieren nur noch die teuren Originalpatronen von HP selbst. Um das zu erreichen, hat das Unternehmen seit März dieses Jahres den Druckern eine neue Firmware aufgespielt, die erst jetzt mit Verspätung mittels Digital Rights Management (DRM) ihre enteignende Wirkung entfaltet. Teilweise sei die Funktion schon auf den Druckern vorinstalliert gewesen, bei anderen Druckern wurde das entmündigende Feature erst jetzt hinzugefügt. Als User die Veränderung an ihren Druckern bemerkten, stritt HP jedoch zunächst ab.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Zeit online berichtet jetzt zum Fall:

Als nun Golem.de und die britische BBC nachhakten, war von „unbeabsichtigten Folgen“ keine Rede mehr. Stattdessen erklärte HP, seit Ende 2015 seien die HP-Druckermodelle Office Jet, Office Jet Pro und Office Jet Pro X so umgestellt worden, dass sie nur noch mit Patronen kommunizieren, die einen „Original-HP-Sicherheitschip“ haben. Das können neue oder wiederaufgefüllte Patronen sein – wichtig ist nur der Chip.

Im Statement des Unternehmens hieß es: „Andere Tintenpatronen funktionieren möglicherweise nicht. In vielen Fällen war diese Funktion bereits auf dem Drucker installiert, in manchen Fällen wurde sie im Rahmen eines Firmware-Updates installiert.“ HP wolle so sein „innovatives Produktangebot sowie geistiges Eigentum schützen“. Oder vielleicht auch nur sein einträgliches Geschäft mit Tintenpatronen.

Cory Doctorow von BoingBoing kritisiert:

Wenn jedes Software-gesteuerte Ding gegen deinen Wunsch und deine Interessen ferngesteuert werden kann, dann haben wir das Privateigentum abgeschafft und gegen ein neu-feudales System privatwirtschaftlicher Eigentümerschaft eingetauscht.

Matthias Kirschner von der Free Software Foundation Europe (FSFE) sagt gegenüber Zeit Online:

Mit solcher Digitaler Rechteminderung werden Menschen digital enteignet. Sie sind nicht mehr Eigentümer ihrer eigenen Geräte und Daten.

Die FSFE fordert, dass solche Enteignungen verboten werden und stattdessen ein „Recht auf Tüfteln“ eingeführt werde.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
45 Kommentare
  1. Danke, HP, dass Ihr uns dem papierlosen Büro wieder einen Schritt näher gebracht habt!

    Es hat mich schon lange genervt, zu jeder Projektbesprechung irgendwelche bunten Handouts in Papierform mitbringen zu müssen, die hinterher eh bestenfalls auf Nimmerwiedersehen eckig, meist aber gleich rund abgelegt werden.

    Mit der Upgrademimik als Argument krieg ich jenen papiernen Anachronismus endlich aus dem Workflow.

    Danke, HP!
    Auf Nimmerwiederdrucken!

  2. Toll, ein günstiger Tintenstrahl drucker ist für ~60€ erhältlich, da sind die Patronen schon dabei.
    Ein neuer Satz Patronen für diesen Drucker (schwarz & Farbe) kosten zusammen auch fast 60€
    Und dann wundert man sich, dass wir so viel Elektroscrott produzieren.
    Es wäre also eigentlich am sinnvollsten sich jedesmal einen neuen Drucker zu kaufen, man hat dann nicht nur einen neuen Drucker, nein man kann den alten auch noch verkaufen und hat etwas gespart.

    Das ist einfach nur falsch.

    1. Absichtliche sowie fahrlässige Elektroschrottproduktion unter Strafe stellen! Dagegen wäre die Aktion gegen Wegwerf-Einkaufstüten ein Klecks auf den heißen Stein. Und es könnte weniger von uns behauptet werden, dass wir (als Bürger!) die Afrikaner ausbeuten, für Wegwerfrohstoffe und Elektroschrottexport.

    2. Die Druckerpatronen des neuen Druckers sind aber auch nur halb gefüllt. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass die Drucker extrem billig verkauft werden und dann durch die Patronen Geld verdient werden soll. Die Rechnung geht natürlich mit NoName-Patronen nicht mehr auf.
      Ich kann HP verstehen, finde es aber auch unangebracht.

  3. Hat mal jemand nachgesehen, was die zugesagten Produkteigenschaften sind?

    Letztlich entscheidet der Kunde, was er kauft. Sobald eine Firma markbeherrschend ist, kaeme eine Regulierung in Betracht.

    1. Solange nicht nicht GROß und ROT draufsteht „Geht nur mit SÜNDTEURER ‚Original’tinte (die physikalisch identisch mit nicht-originaler ist)“ ist das schlichtweg eins: Betrug.
      In einem entsprechenden Strafprozess wird man sich gütlich auf ein paar hundert Millionen einigen, so dass wenigstens der Steuerzahler was davon hat.

      1. Das ist eben eine Frage der zugesichterten Eigenschaften des Produkts zum Zeitpunkt des Kaufs und der FW Upgrades zum Zeitpunkt der Kundenentscheidung zum Einspielen.

        Wenn da ausreichend deutlich drin steht „wir garantieren das Funktionieren mit HP-Patronen, alles andere kann sich aendern“: works as designed and specified. Wobei „ausreichend deutlich“ idR zwischen Endverbraucher und gewerblichen Kunden unterscheidet. Die Huerde zu „Betrug“ ist da relativ hoch.

        Verbraucherschutzverbaende werden sich das sicherlich angucken. Aber letztlich duerfte Medienaufmerksamkeit und Kundenverhalten wesentlich direkter wirken, wenn es das signifikant geben sollte.

  4. Das letzte Innovative Produkt von HP war der Deskjet 500C. Oder der Laserjet 4MP+ (Ethernet, Postscript, 600dpi). Danach wurde es immer hässlicher ;)

  5. HP? Muß man den kennen? Drucke schon seit Jahren mit dem günstigsten Laserdrucker, den es je gab:Kyocera FS-1030. Natürlich mit 3rd party Toner und einwandfreiem Ergebnis. Nur die Entwicklereinheit kaufe ich bei Kyocera. Wer sich solche Drucker andrehen läßt, ist total bescheuert. anders sieht das natürlich aus, wenn HP das als Update tarnt und heimlich aktiviert. Aber da hilft sicher ein Firmwaredowngrade, ggf. juristisch erstritten. Wo kämen wir z. B. hin, wenn mein KFz den Dienst verweigert, weil ich die Reifen nicht beim Originalhersteller erworben habe. Kommt aber sicher als nächstes, wenn HP damit durchkommt.

    HP ist auf meiner schwarzen Liste. Damals als es noch Hewlett & Packard war, hatten die Klasse Produkte. Seitdem geht es nur noch abwärts. Dachte nach Apotheker und der Tante Dingsbums könnte es nicht mehr schlimmer gehn. Aber: Schlimmer geht immer.

  6. Danke für den Hinweis, welches Produkt und von welcher Firma man nicht mehr kaufen braucht.
    Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit für „Freidenker“, ein entsprechenes Produkt auf den Markt zu bringen, welches solche Einschränkungen nicht hat. Die entsprechende Bewerbung wäre ja schon geklärt. :-)

    Wie sieht es denn bei den anderen Herstellern aus? (Brother, etc.)

  7. Das Problem gibt es auch woanders – oder wird es in Zukunft häufiger geben:

    – Kaffemaschinen akzeptieren Tabs ja auch nur in bestimmten Kapselformen und mit einer speziellen Foliendichte.

    In Zukunft:

    – Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen verlangen Tabs, Pulver und Gels, deren chemische Signaturen für das Gerät dieses Herstellers lizensiert wurden.

    – Kleidung läßt sich nicht mit 40 Grad waschen, weil RFID chip der Unterhose der Waschmaschine sagt, dass diese mit max. 60 Grad zu waschen sei. Waschmaschine blockier darauf den Start-Knopf, bis der genervte Junggeselle die Unterhose entfernt oder den RFID Chip herausgeschnitten hat.

    – Digitalkamer oder Handy lösen bei Foto- und Videoaufnahmen nur aus, wenn GPS aktiviert ist und sich im Radius von 30M keine Person befindet, die derzeit über ein aktives GPS Signal verfügt und sich nicht in eine Robinson Liste für öffentliche Aufnahmen hat eintragen lassen. Der Fotograf kann im Zweifel einen anderen Ort wählen oder versuchen den Ausschnitt zu verändern. Zeitzeugen Aufnahmen werden nicht mehr möglich. Das fotografische Festhalten von Gewalt, Sachbeschädigung oder Freiheitsberaubung wird stark behindert und kann von Tätern gezielt missbraucht werden.

    – Auto verweigert Start, da das Gewicht der Zuladung über der Maximalangabe der Versicherung ist. Fahrzeughalter kann sofort per APP eine kostenpflichtige Zusatzversicherung für 24Monate abschliessen, um das Auto zu entsperren.

    … Merke – wo ein Chip drin ist, ist immer auch ein Schlitz dabei, worin der Groschen/Euro verschwindet, der bei einigen Zeitgenossen bisher noch nicht gefallen ist ( ;

  8. Das ist eine nachträgliche Änderung des Kaufvertrages und berechtigt meiner Meinung nach zur Klage auf Wiederherstellung des Zustandes zum Kaufzeitpunkt und zu Schadenersatz für Ersatzbeschaffungen (teuere Patronen, anderer Drucker u.ä.) bis zur Wiederherstellung des im Kaufvertrag zugesicherten Zustandes in eventu Rücktritt vom Kaufvertrag mit Ersatz der Kosten für Ersatz. Natürlich sind die Kosten des Anwalts ebenfalls zu ersetzen, weshalb ich dazu rate, daß viele Einzelverfahren angestrengt werden mögen, um solchen Geschäftsgebaren wirksam den Garaus zu machen.

    1. Wieso bitte sollte die Verwendbarkeit von Druckerpatronen-Nachbauten eine zugesicherte oder anzunehmende Eigenschaft der Geräte sein?

      Ich habe in den Dokus zu meinen HP-Druckern noch nie eine solche Zusicherung gesehen; vielmehr steht da immer explizit die HP-Typbezeichnung der zu verwendenden Patrone.

  9. Wenn HP auf diese Weise eine Firma lahmlegt, macht sie sich Schadenersatzpflichtig. Ein Druckerhersteller darf seinen Kunden nicht die Wahl der Betriebsmittel (Papier, Tinte, Toner) vorschreiben. Erst recht nicht durch ein nachträgliches Update der Firmware bereits verkaufter und installierter Drucker. Dann kann unter Fristsetzung für jeden ausgefallenen Tag eine Strafzahlung angekündigt und verlangt werden, bis die Drucker wieder in einen ordungsgemäßen und funktionsfähigen Zustand vor dem Update gebracht wurden.

  10. Wenn wir dann CETA und TTIP haben konnen wir dan im Rahmen einer Sammelklage HP auf Investitionsschutz verklagen? Das Prinzip der Gegenseitigkeit sollte ja gewahrt sein, oder, Herr Gabriel?

  11. Das war’s dann. Solange HP-Geräte diese Firmware-verdongelung benutzen, werde ich sicher keinen HP Drucker mehr kaufen. [Groll!] Man muss sich so was nicht gefallen lassen. Da hilft nur die Abstimmung mit den Füßen und da wo es HP weh tut. Kein neuer Drucker= Kein Tintenverkauf zu diesem Drucker. Wenn das alle machen – dann müssen sie m.E. reagieren! Oder sollen halt pleite gehen…

    1. Ich frag mich vor allem, wie ich als Kunde nach diesem Issue noch annehmen können soll, dass sich nicht auch in HP-Komplettsystemen ähnliche Restriktions-„Features“ in der Firmware verbergen.

      Wenn ich z.B. irgendwann beim morgendlichen Zeitungslesen erfahren würde, dass ich einen, in der Anschaffung nicht gerade billigen, HP-Rechner trotz standardisierter Busarchitekturen ab dann nur noch mit von HP angebotenen Bauteilen auf- oder umrüsten könnte, würde mich das doch ziemlich irritieren. Um es mal gelinde auszudrücken.

      Sichert HP eigentlich irgendwo explizit zu, dass man beim Aufrüsten niemals einer Herstellerbindung unterliegen wird?

      1. Da wuerde ich annehmen, dass die explizite Standardnenung das ausschliesst, wenn es nicht explizit anders festgelegt wird.

        Wenn da also nur steht „3xPCI“ dann muss eine PCI-kompatible Karte erstmal als solche im Ramen der Standards funktionieren. Wie weit diese Karte dann oberhalb des PCI-Standards unterstuetzt wird, ist eine andere Frage.

        1. Theoretisch annehmen würde ich das auch, nur muss ich auf die Annahme noch reichlich praktisch vor Jahresultimo in eine Beschaffungsentscheidung einbeziehen.

          Das heißt in dem Fall ganz praktisch HP, PB oder (mittelbarer) Selbstbau. Und eigentlich fühlt sich ob der causa z.Zt. nur Selbstbau halbwegs gut an.

          1. Naja, bei Selbstbau gibt es letztlich gar keine Zusage auf irgendeinem level oberhalb der HW-Standards 8)

            Die HW-Standards sind mEn bei grossen Herstellern recht hoch aufgehaengt: man arbeitet massiv mit grossen OEMs, und selbst kleine Abweichungen von Standards haben schnell Nebeneffekte, die fuer alle Beteiligten sehr teuer werden koennen.

          2. @h s wg 21. Sep 2016 12:21

            Um „Levels oberhalb von Hardware-Standards“ geht es mir auch gar nicht, ich weiß auch nicht genau, was Du damit meinst.

            Ich will einfach nur sicher sein, dass wir in PCIe 3 Slots auch tatsächlich die PCIe 3 Karte einbauen „dürfen“, die uns gerade als die richtige erscheint, und nicht irgendwann per MB-Firmware-„Feature“ auf irgendwelche HP-OEM Komponenten festgelegt werden.

  12. Zum Drucken verwende ich hauptsächlich einen HP OfficeJet 8500, doch um auch im Urlaub arbeitsfähig zu bleiben, musste etwas Kleineres her. Da kam der Schnäppchenpreis für den HP 4632 von unter 90 Euro gerade recht. Auspacken, Aufbauen, Anschließen – alles kein Problem. Der Papiereinzug funktioniert, die Farbwiedergabe ist okay.

    Der Schock kam dann beim Wechsel der ersten (schwarzen) Tintenpatrone nach gerade mal 185 Seiten. Vielleicht bin ich vom HP 8500 etwas verwöhnt, der mit einer Tintenladung 2.200 Seiten zu einem Preis von unter 3 Cent pro Seite druckt. Doch nach weniger als einer Packung Papier (250 Blatt) bereits die Patrone wechseln zu müssen, ist der Hammer. Und wenn der Druckpreis pro Seite fast die 10 Cent Marke erreicht, hört der Spaß auf.

    Alternativen, wie z. B. die Verwendung von Refill-Patronen hat HP bei diesem Gerät offenbar erfolgreich unterdrückt: Sie werden mit der Fehleranzeige „bereits benutzt“ abgewiesen. Soll ich wirklich nach nur 180 Seiten einen kompletten Druckkopf wegen VIEL ZU WENIG Tinte wegschmeißen? Man sollte HP untersagen, das Label „Enviroment friendly“ verwenden zu dürfen und – ähnlich wie beim Browser von Microsoft – zwingen, dass auch (günstigere) Patronen anderer Hersteller in den Geräten verwendet werden können. Die Einbußen bei der Druckqualität nehme ich dafür gerne in Kauf.

  13. Diese Chips gibt es doch bei anderen Herstellern schon länger. Brother und Epson haben diese Erkennung auf jeden Fall. Hier wurde Kyocera genannt , aber die bauen meines wissens keine Tintenstrahler. Allerdings hat HP schon immer , bei wertigeren Produkten, die Altersbestimmung der Patronen durchgeführt. Einfach einen euen Chip besorgen und ersetzen (lassen). Das macht ein Nachfüllbetrieb auch.

    1. Kommt immer aufs Modell an: Mein Expression Home XP-422 von Epson z.B. nimmt Patronen von 3.Anbietern ohne Probleme an. Bei anderen Modellen siehts anders aus -.-

    2. Ich will nicht an irgendwelchen Chips rumbasteln, sondern einen fairen Wettbewerb. Wer als Verbraucher kein Risiko eingehen will, kann ja immer noch die völlig überteuerten Originalpatronen kaufen. Doch alle etwaigen Alternativen technisch zu unterdrücken, ist Missbrauch der Marktstellung. Zumal der Kunde bei Kauf des Druckers herstellerseitig nicht darüber aufgeklärt wird.

  14. Druckertinte ist kostspieliger als Liquid Ecstasy. Wertmäßig ist das wie dealen mit Koks. Wie kann ein Druckerhersteller nur auf die wahnwitzige Idee kommen, durch solche Wucherpreise für Verbrauchsmaterialien Kunden halten zu können. Damit provoziert man doch geradezu Gegenmaßnahmen und zerschießt sich sein eigenes Geschäftsmodell.

  15. Also ich sehe das so. Wenn ich mir etwas kaufe dann ist das zunächst mal meins. und ich darf im Rahmen der geltenden Gesetze (und möglicherweise Lizenzen) alles damit machen.
    Ob ich nun mit meinem Drucker tatsächlich Drucke, oder ihn umbaue zu einer komplizierten Mausefalle ist doch wohl meine Entscheidung.

    Wenn jetzt allerdings nachträglich und ungefragt der Hersteller meine Mausefalle verändert, dann finde ich dass das einem Vertragsbruch gleichkommt. Ich habe den Drucker ja praktisch „gekauft wie gesehen“. Vielleicht weil ich in den Patronenschlitz eine befestigung für meine Falle einbauen konnte. Wenn dich jetzt aber der Schlitten nicht mehr bewegt weil mein Stück Holz keinen original HP-Chip hat ist das doch allerhand.
    Warum darf mir denn der Hersteller vorschreiben was ich mit einem Produkt zu tun habe?

  16. Die Lösung ist einfach: Ein konsequentes Verbot geschlossener Software. Das würde mit einem Schlag sehr, sehr viele Probleme lösen. Richter könnten sicher sein, dass sie nicht mit der Software von Privatermittlern betrogen werden, wie das im Red-Tube-Fall geschehen ist. VW hätte die Abgasmanipulationssoftware nie entwickelt, weil bei offener Software jederzeit die Möglichkeit besteht, dass man beim betrügen erwischt wird. Vorrichtungen um Konkurrenten vom Markt zu drängen, wie jetzt bei HP wären nicht möglich. Waste-Counter wie einst bei Epson- und Canon-Druckern müssten nicht mehr von russischen Hackern abgeschaltet werden. Das Eichamt könnte die neuen smarten Stromzähler tatsächlich auf korrektes Zählen prüfen. Die Produkte wären kompatibler, von besserer Qualität, es gäbe mehr Wettbewerb und viel weniger Lug und Betrug. Wir haben Transparenz längst bei anderen Produkten wie Lebensmittel, Kosmetika und Medikamente falls man nicht sowieso aufschrauben, reingucken oder analysieren kann was drin ist. Damit haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. Warum also nicht auch bei Software?

    1. Die Lösung ist einfach: Ein konsequentes Verbot geschlossener Software.

      Abgesehen davon, dass die Legislative die Idee von Backdoors in Firmware liebt, würde ein solches Verbot würde auf erhebliche EU- resp. verfassungsrechtliche Hürden stoßen; das wäre also der Weg des größten Widerstandes.

      Stattdessen wäre es für einen Hersteller ein mehrwertes Feature, wenn er Geräte mit Quellcode-offener Firmware und Flash-Schnittstelle anbieten, und damit eine Alternative zu closed source Geräten schaffen würde.

      Gerade bei WLAN-fähigen Geräten, die ein secret des Netzes kennen dürfen müssen, wäre das auch abseits der Thematik von Verbrauchsmaterialien sowieso indiziert.

    2. Jein, ich sehe da den Bedarf einer Differenzierung.
      Es gibt Software, bei der es gute Gründe gibt, warum diese nicht Quelloffen ist, aber eine offene Schnittstelle zur Modifizierung wünschenswert ist.
      Und es gibt Software, die Quelloffen sein sollte, aber keine Möglichkeit bieten sollte diese zu modifizieren.

      Zwei Beispiele:
      #1 Die Bremsen in modernen autos werden von Software kontroliert.
      Es ist wünschenswert, dass diese Quelloffen ist, aber aus Sicherheitsgründen sollte man die nicht modifizieren können.

      #2 Eine Firma hat sehr viel Geld in die Entwicklung eines Algorithmus gesteckt, der ein Problem besser löst als die Tools der Konkurenz. Damit diese Firma die Entwicklungskosten wieder herein bekommt, ist es entscheidend, dass der Algorithmus nicht einfach kopiert werden kann.(nicht quelloffen) Aber es ist wünschwenswert, dass man das Programm in dem der Algorithmus implementiert ist an seine Bedürfnisse anpassen kann, z.B. durch eine offene Schnittstelle.

      Abgesehen davon, bin ich der Meinung, dass es eine unabhängige Kontrollinstanz geben sollte, die unter kontrollierten Bedingungen auch in geschlossene Software Einsicht nehmen kann, um diese auf Schwachstellen/ Fehler zu untersuchen.

  17. Wenn es so sein sollte ,ist für mich HP erledigt! Das ist mein 3ter Drucker von HP und damit der letzte. wennsie die Firma kaputtmachen wollen, so ist das der beste Weg!

  18. Das ist das sogenannte Polaroid-System: Könnt ihr euch erinnern ??
    Fotoapparate kosteten fast nix, aber die Sofort-bild Filme…….
    So wird der Kunde zum Narren gehalten……..

  19. Austausch Elektronik mit Open Source FW ist vermtl. billiger wie neue Patronen ;)
    Leider sind die sonst verbauten Komponenten von so geringer Qualität, dass man sie kaum wiederverwenden kann.

  20. Dass Notebookhersteller über Whitelisting im BIOS dem Käufer beliebig vorschreiben, welche externeHardware, z.b. WLAN-Stick, er anschließen darf ……..das ist mindestens genauso abartig.

  21. Ungefähr Mitte September erzeugte mein 4 Jahre alter HP OfficeJet Pro 8600 plötzlich hässliche Streifen in Bildern. Bisher war ich recht zufrieden mit dem Gerät und ich drucke auch nicht allzu viel – Es war der 2. Satz Patronen seit dem Neukauf (Aber: keine Originalpatronen !). Nachdem ich eine Druckkopfreinigung durchgeführt hatte, zeigt er mir eine defekte Schwarze Patrone an. Ich habe mich nach einigem hin und her entschlossen, mit statt einem Satz neuer Patronen direkt einen neuen Drucker zu kaufen, da ein defekter Druckkopf ja ebenfalls nicht auszuschließen war.

    Nun erfahre ich, das die Ursache für den „Defekt“ ein stilles Update war! Interessanterweise habe ich eben den Anruf eines Bekannten erhalten, der sich auf mein Anraten zur selben Zeit den selben Drucker zugelegt hat (aber immer Originaltinte verwendet). Er berichtet plötzlich aufgetretenen Streifen im Druckbild!

    Jetzt stellen sich mir folgende Fragen:

    1. Wieso spielt der Drucker Updates ein, ohne meine Einwilligung einzuholen? Auto-Updates waren ausgeschaltet und auch sämtliche Cloud Funktionen hatte ich deaktiviert.
    2. Wieso wird seitens HP eine falsche Fehlermeldung gemeldet, die einen Defekt sugeriert ?
    3. Ist das stille Update auch schuld an dem plötzlich auftretenden schlechten Druckbild ?

  22. Für mich ist HP genauso Tod wie Nokia. Diese Marken kommen mir nicht wieder ins Haus.
    Da der Mensch vergisst : Als Mannesmann`s Handysparte verkauft wurde, bekam
    der Herr Esser (glaub so hieß er ) 33 Millionen Abfindung. Bisher konnte ich Vodafon
    aus meinem Haushalt auch raus halten.Ich wollte die Abfindung nicht mitfinanzieren.
    Aber mit der Übernahme von unitymedia ist es mir leider nicht mehr möglich. Es sei Schade.denn ich wechsele zur Telekom. Die ist aber deutlich teurer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.