Der Aufenthaltsort und die Wege aller Geräte, die das W‑LAN auf der re:publica 2013 verwendet haben, sind jetzt auf einer interaktiven Karte nachvollziehbar. Eine Web-Anwendung visualisiert die Besucherströme der Konferenz, die anonymen Rohdaten gibt es zum Download. Die Visualisierung zeigt, dass Mobilfunkgeräte mobile Tracking-Devices sind – und was die beliebtesten Veranstaltungen waren.
Da das W‑LAN und das Internet auf der diesjährigen re:publica funktionierte, wurde es auch fleißig genutzt. Mehr als 6.700 Geräte haben sich eingebucht. Der Datensatz, wann welches Gerät (identifiziert anhand der Hardware-Adresse des jeweiligen WLAN-Adapters) welchen Wireless Access Point verwendet hat, ist jetzt anonymisiert (also ohne die MAC-Adressen) zum Download erhältlich: republica13-wlan-data.csv.zip (1,5 MB) Dank dafür geht an die Netzwerk-Techniker von picocell und newthinking. Die Daten sehen so aus:
| Zeit | Accesspoint | Raum | x (ungefähr) | y (ungefähr) | fortlaufende Gerätenummer |
|---|---|---|---|---|---|
| 2013-05-05 T11:46:00.000Z | ap-r1-m2-001 | lounge | 1.48162 | 0.19452 | 0 |
| 2013-05-05 T11:46:00.000Z | ap-r1-m2-001 | lounge | 1.48162 | 0.19452 | 1 |
| 2013-05-05 T11:46:00.000Z | ap-r1-m2-002 | garderobe | 1.27946 | 0.11638 | 2 |
Die Daten-Spezialexperten von OpenDataCity haben daraus einen interaktiven Plan erstellt. Hier ein kurzes Interview mit den Machern:
netzpolitik.org: Coole Visualisierung! Wie lange habt ihr dafür gebraucht?
OpenDataCity: Vor knapp 10 Tagen haben wir die Daten bekommen. Seitdem hat bei uns vor allem Michael Kreil viel Zeit damit verbracht, die App zum Laufen zu bringen.
netzpolitik.org: Was war die interessanteste Erkenntnis?
OpenDataCity: Das es geht. Theoretisch war uns das klar. Es auszuprobieren, zu sehen und dann noch für alle sichtbar zu machen, ist was ganz anderes.
netzpolitik.org: Was können wir aus der Visualisierung lernen?
OpenDataCity: Einerseits zeigt re:log, wie viele Datenspuren wir oft hinterlassen. Insofern wäre gut, wenn die Anwendung dazu beiträgt, dass Leute erst einmal kurz nachdenken, warum jemand ein „Free Wifi“ anbietet. Anderseits ist re:log aber auch ein interessantes Tool, zu Dokumentation und Analyse von solchen Großveranstaltungen.
Weitere Hintergründe gibt’s auch im Blog von Lorenz Matzat auf datenjournalist.de:
Da die Macher einen detailliertes Mitschneiden des W‑LAN nicht angekündigt hatten – etwa die Aufzeichnung der gesamten Hardware/MAC-Adressen oder des Traffics auf einem Gerät – kann aus Datenschutzgründen nur der Aspekt Verbindungsdauer und ‑ort ausgewertet werden.
Fürs kommende Jahr, so wird angekündigt, wolle man aber “gerne vom ‘Aluhut-’ in den ‘Spackeria-Modus’ wechseln” und eine tiefergehende Analyse ermöglichen.
