TV-Landschaft der USAVon Trumps Gnaden

Der US-Satiriker Stephen Colbert darf ein Interview nicht ausstrahlen, während die CBS-News-Redaktion kaum noch frei von politischem Druck arbeiten kann. Was ist da los in der US-Fernsehlandschaft?

Der US-Satiriker Stephen Colbert durfte ein Interview nicht ausstrahlen, Hintergrund war politischer Druck der Trump-Administration. – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / Newscom / AdMedia

Über 7 Millionen Mal wurde inzwischen ein Interview angesehen, das nicht ausgestrahlt werden durfte. Statt wie geplant am Montag im US-Fernsehen zu laufen, ist es nun auf dem YouTube-Kanal des Satirikers Stephen Colbert zu finden. Einmal mehr hat der Streisand-Effekt zugeschlagen: Schuld an den ungewöhnlich hohen Zugriffszahlen, auch abseits von YouTube, ist weniger das Interview mit einem texanischen Politiker, sondern das politisch motivierte Sendeverbot.

Vor der Sendung hatte die Rechtsabteilung des Senders, CBS, laut Colbert „unmissverständlich“ klar gemacht, dass das Interview nicht ausgestrahlt werden könne. Es bestehe die Gefahr, gegen eine Regel der Federal Communications Commission (FCC) zu verstoßen („equal time rules“). Demnach muss in Wahlkämpfen anderen Kandidat:innen die gleiche Sendezeit eingeräumt werden. Neben James Talarico, der sich derzeit um die demokratische Kandidatur für den US-Senat bewirbt, hätte die Talkshow also auch seine Mitbewerberin, die Abgeordnete Jasmine Crockett, und vermutlich auch Ahmad Hassan einladen müssen.

Allein: Besagte FCC-Regeln, die für terrestrisches Fernsehen, aber nicht für Kabel-TV oder das Internet gelten, enthalten Ausnahmen für Interviews in Nachrichten- oder Unterhaltungssendungen. US-Medien zufolge ist es das erste Mal, dass eine Talkshow derart zensiert wurde. Schlimmer noch, offenkundig war vorauseilender Gehorsam im Spiel. CBS wollte vermeiden, noch stärker ins Visier des ultrakonservativen FCC-Chefs Brendan Carr zu gelangen.

Trump-kritische Sendungen unter der Lupe

Carr hatte im Januar neue FCC-Leitlinien vorgestellt, um ebenjene Ausnahmen abzuschaffen. Wen er dabei besonders im Blick hat, ist kein Geheimnis. Populäre Talkshow-Hosts wie Stephen Colbert (CBS), Seth Meyers (NBC) und Jimmy Kimmel (ABC) lassen kaum eine Gelegenheit aus, sich über den orangenen Man im Weißen Haus lustig zu machen.

Das treibt nicht nur Trump, der Colbert als „erbärmlichen Versager“ bezeichnete und ihn am liebsten „einschläfern“ würde, auf die Palme. Selbst wenn Republikaner alle wichtigen US-Institutionen im Griff haben, fühlen sie sich benachteiligt. Im Sommer klagte etwa das konservative Media Research Center darüber, wie linkslastig die Talkshow-Landschaft doch wäre.

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Regelmäßig droht Trump TV-Sendern damit, ihre Sendelizenz zu entziehen, wenn sie sich kritisch über ihn oder seine Mitstreiter:innen äußern. Immer wieder zeigt dies Wirkung, ganz ohne offizielle Anweisung. Jimmy Kimmel verschwand etwa im Herbst für eine Woche von der TV-Bildfläche, nachdem er die Ermordung des Rechtsaußen-Aktivisten Charlie Kirk und die folgende gesellschaftliche Debatte thematisierte. Wer nicht spurt, muss Konsequenzen fürchten. Die Talkshow „The View“, die ebenfalls auf ABC läuft, muss sich nun einer FCC-Untersuchung zu den „equal time rules“ stellen, wie Carr am Mittwoch auf Fox News bestätigte.

Journalismus im Visier

Der steigende politische Druck auf TV-Sender macht bei Talkshows nicht Halt. Den bekommen auch renommierte Nachrichtensendungen wie „60 Minutes“ von CBS News zu spüren. Als Folge der Übernahme des CBS-Eigners Paramount im Vorjahr begann David Ellison, Sohn des Tech-Oligarchen Larry Ellison, umgehend mit dem Umbau zu einem Trump-freundlichen Medienunternehmen. Für rund 150 Millionen US-Dollar kaufte er das Start-up „The Free Press“ auf und installierte die Gründerin und umstrittene Kommentatorin Bari Weiss als Chefredakteurin von CBS News.

Weiss, die sich zuvor einen Namen als vermeintliche Hüterin der Meinungsfreiheit gemacht hatte, ließ gleich ihre Muskeln spielen. Rund 100 Mitarbeiter:innen verloren ihren Job, betroffen waren laut Medienberichten vor allem Minderheiten und Frauen. Im Dezember verhinderte Weiss die Austrahlung des Nachrichtensegments „Inside CECOT“, das über die unmenschlichen Bedingungen des Hochsicherheitsgefängnisses in El Salvador berichtete. Dort leiden aus den USA abgeschobene Migrant:innen unter Folter und Misshandlungen.

Weiss zufolge hatte der Bericht die Perspektive der Trump-Regierung nicht ausreichend berücksichtigt. Der Bericht wurde zwar später mit nur minimalen Änderungen offiziell ausgestrahlt – zuvor drehte die ungeschnittene Fassung eines kanadischen Senders eine virale Runde durchs Internet -, aber der Schaden war bereits angerichtet. Es kam zu tumultartigen Szenen in der CBS-News-Redaktion, die weitgehend geschlossen hinter der verantwortlichen Investigativjournalistin Sharyn Alfonsi stand. In einem internen Memo sprach Alfonsi von einer politischen, nicht journalistischen Entscheidung, die Weiss getroffen habe.

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Zerfallende Redaktion

Das Nachbeben ist immer noch zu spüren, zuletzt verließ der prominente Moderator Anderson Cooper das Unternehmen. Und es erfasste auch weitere CBS-Abteilungen. Letzte Woche nahmen elf Mitarbeiter:innen von CBS Evening News ihren Hut. Dort firmiert inzwischen der Moderator Tony Dokoupil als neues Gesicht der Nachrichtensendung. Aufgefallen ist er bislang vor allem durch seine Trump-freundliche Perspektive statt kritischer Berichterstattung, was sich in sinkenden Einschaltquoten widerspiegelt.

Unabhängiges journalistisches Arbeiten sei bei CBS kaum noch möglich, kritisierte die Produzentin Alicia Hastey in einem Abschiedsschreiben: „Geschichten werden nicht nach ihrem journalistischen Wert, sondern danach beurteilt, ob sie bestimmten ideologischen Erwartungen entsprechen – eine Dynamik, die Produzenten und Reporter unter Druck setzt, sich selbst zu zensieren oder herausfordernde Narrative zu vermeiden, die Gegenreaktionen oder unangenehme Schlagzeilen auslösen könnten.“

Politische Abhängigkeiten

Dabei spielt auch die geplante Expansion des Medienimperiums von Ellison eine Rolle. Paramount will sich den Hollywood-Riesen Warner Bros. einverleiben, zu dem traditionelle Filmstudios, aber auch der Nachrichtensender CNN gehören. Absegnen müssten einen potenziellen Deal jedoch Regulierungsbehörden, die allesamt in republikanischer Hand sind.

Um den Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen, braucht es keinen Trump-Vertrauten wie Ellison an der Unternehmensspitze. Unmittelbar vor der Übernahme von Paramount einigte sich das Unternehmen auf einen Vergleich mit Trump. Dieser hatte 60 Minutes vorgeworfen, ein Interview mit der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris unzulässig editiert zu haben und verlangte Schadensersatz in der Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Medienexpert:innen räumten der Klage zwar keine realistischen Chancen ein, am Ende knickte das Unternehmen jedoch ein und zahlte 16 Millionen US-Dollar an Trump. Kurz danach winkte die FCC die Fusion von Paramount mit Skydance Media von Ellison durch.

Ein weiteres Opfer der Übernahme wurde ausgerechnet Stephen Colbert. Seine Talkshow, die er im Jahr 2015 von David Letterman übernommen hatte, läuft nur mehr bis zum Mai. Danach ist Schluss. Es habe sich um eine „rein finanzielle Entscheidung“ gehandelt, beteuerte CBS im Sommer. Sie stehe „in keinerlei Zusammenhang mit der Leistung, dem Inhalt oder anderen Angelegenheiten der Sendung“ – etwa der Kritik, die Colbert an dem millionenschweren Vergleich geübt hatte.

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23 Ergänzungen

  1. Immerhin gibt es diese kritischen Talkshows noch, während bei uns im ÖRR die Talkshows und ihre Moderatoren und Moderatorinnen längst mit der herrschenden politischen Linie gleichgeschaltet sind. Insofern ist Trumps Aussage bezüglich der Meinungsfreiheit in D nicht ganz unberechtigt. Wenn man dann noch die Forderung nach Klarnamen bei Meinungsäußerungen im Internet hinzurechnet, und auch die Sanktionen gegen Personen durch das EU Regime berücksichtigt, ist es mit Meinungsfreiheit in D und der EU nicht mehr weit her.

    1. > die Talkshows und ihre Moderatoren und Moderatorinnen längst mit der herrschenden politischen Linie gleichgeschaltet sind.

      Das ist original AfD-Sprech.

    2. Mein Empfingen ist genau umgekehrt: Die Talkshows hierzulande laden sich extra kontroverse Gäste ein, um Krawall-Sendungen zu produzieren. Also das Gegenteil von Gleichschaltung. Aber so nimmt es wohl jeder unterschiedlich wahr.

    3. @mw Kannst du für deinen wie ein Horoskop formulierten Vorwurf der „Gleichschaltung“ auch irgendwelche Belege oder Beispiele liefern? Ich denke zwar hin und wieder in Interviews und Talk-Sendungen auch gelegentlich, dass da doch die politische Einstellung der Moderatorin oder des Moderators durchscheint und dass diese oft eher konservativ wirken, aber völlig unkonkret von einer „politischen Linie“ zu schreiben, ist mir zu nichtssagend und der Begriff Gleichschaltung dafür deutlich zu hoch angesiedelt. Mir kommt es eher so vor, dass hier (leider) die politisch derzeit eher rechtslastige Einstellung innerhalb der Gesamtbevölkerung widergespiegelt ist. Gleichschaltung ist etwas anderes und mit Propaganda zu vergleichen und so ist es hierzulande nun wirklich nicht.

    4. Gleichgeschaltet? Nö. Es gibt zu viel politischen Einfluss, eine zu unklaren Bildungsauftrag, zu wenig Einordnung bei Nachrichten, allerlei naiv-sorglosen Ton und
      Umgang am Rande, aber eine Gleichschaltung sehe ich nicht. Eventuell, ob durch politischen Einfluss oder nicht, werden zu viele „kontroverse Sachen“ geblockt, bzw. bestimmte bevorzugt. Man darf aber nicht denken, Humor sei Links, oder zu viel Links. Von Rechts gibt es einfach nicht viel, was befriedigen kann, je weiter nach Rechts man guckt. Es ist selten etwas genießbar, und ich mutmaße, dass die Zuordnung der Menschen oder Themen bzgl. Links und Rechts einfach falsch ist. Greift man die Fähigkeit der Menschen an, zu unterscheiden, nach Wahrheit zu suchen, dann ist man ein Angreifer. Das haben noch nicht alle im gemäßtigteren konservativen Spektrum verstanden.

    5. „Insofern ist Trumps Aussage bezüglich der Meinungsfreiheit in D nicht ganz unberechtigt.“

      Nein. Trump ist in keiner Weise berechtigt, über Meinungsfreiheit zu urteilen. Siehe Zeitgeschichte, derzeit. Wer meint, da wäre irgendwas mit Berechtigung, irrt sich offensichtlichst.

      Eine Gleichschaltung der Shows findet nicht wirklich statt. Es gibt im Rest des Spektrums derzeit einfach wenig Seriöses Breitbandfähiges. Das muss man einfach mal anerkennen. Kann (weiter) Rechts Humor? Mir nicht klar. Gerade in der US-Landschaft sieht es da ziemlich mau aus. Ich habe den einen oder anderen Zuguckversuch gemacht, es waren Spuren von Humor zu finden, aber im Wesentlichen sieht man da irgendwelche Wahrheitsvorbetshows, bis hin zu „Lachen mit denselben widerlegten Propagandapunkten“. Wer die Alten Granden vermisst, die verwirrt genug gewesen waren, um wirklich alles und jeden gekonnt durch den Kakao zu ziehen, sollte zuerst auf das mit dem Können achten, nicht auf Parteibuchthemen bzw. „Art der Behandlung“, bzw. „Geistige Einstellung“. Blablabla, man sieht wohin man geistig unterwegs ist, wenn man sich mit der Sorte Kritik überhaupt erst beschäftigt.

      Die Qualität ist nicht so häufig, vor allem zusammen mit der Fähigkeit, über länger Zeit ein großes Publikum zu bespielen. Sicherlich ist politischer Einfluss im ÖRR/F zu viel und allerlei Balance sollte überlegt werden, doch ist das alles eine andere Liga als irgendwas mit Trump oder USA. Trump ist eine Art von Monarchist, der Natur nach, und er würde seine Alleinherrschaft ohne mit der Wimper zu zucken umsetzen, wenn er könnte.

      1. „Eine Gleichschaltung der Shows findet nicht wirklich statt.“

        Das ist richtig. Da es sich aber durchgehend um Unterhaltungsprodukte von gewinnorientierten Unternehmen(1)
        handelt, die sich an der gleichen Zielgruppe im gleichen Markt orientieren, kommt es automatisch zu einer gewissen Gleichförmigkeit.

        (1) Das wird zwar im Auftrag und mit dem Geld des ÖR produziert und dort versendet, es sind aber eben Auftragsproduktionen mit zumindest implizitem Quotenziel. Letztlich eine Pervertierung des ÖR-Gedanken, und ein Sargnagel.

        1. „(1) Das wird zwar im Auftrag und mit dem Geld des ÖR produziert und dort versendet, es sind aber eben Auftragsproduktionen mit zumindest implizitem Quotenziel.“

          Ja, aber das „es“ ist wie immer nicht 100%. Es gibt immer noch eine Menge sehr guter und sinnvoller Produktionen, nicht nur im Naturbereich, und im Naturbereich ist auch nicht alles immer perfekt und so weiter. Wie weit Rechtskonstruktionen für „eigene“ Produktionen gehen sollen, bei welchen Sorten Inhalten usw., kann man natürlich sehr gut diskutieren. Ich würde auch den Bildungsauftrag noch fraktaler auffassen.

          Bei „es“ kommt man um Benennung und Quantifizierung wohl nicht herum. Mir läge allerdings auch fern, zu behaupten, es gäbe keine Probleme. Das ist nicht Sinn meiner Replik/en.

          1. Es(sic!) ist immer hilfreich, die kommentierten Artikel auch zu lesen, probieren Sie es mal: hier geht es um „Talkshows im OeR“.

          2. > Es(sic!) ist immer hilfreich, die kommentierten Artikel auch zu lesen, probieren Sie es mal: hier geht es um „Talkshows im OeR“.

            Auch das ist offensichtlich Quatsch. Sie wollen also Talkshowgleichschaltung diskutieren? Meine Argumente bleiben 1:1 stehen. Ganz vielleicht sind wir bei etwas niedrigerer Qualität mit der Einschränkung. Es gibt ohne Frage aber einzelne „gute Sendungen“, im Sinne von Information, aber auch durchaus brauchbare Formate. Es ändert nichts.

          3. > Es(sic!) ist immer hilfreich, die kommentierten Artikel auch zu lesen, probieren Sie es mal: hier geht es um „Talkshows im OeR“.

            Ja, und? Ach nee, also: Talkshows? Mit oder ohne Satire? Latenight oder allgemein so irgendwie? Artikel oder OP? Thema oder mein Thema, und wenn so, dann wann? Entscheiden Sie sich rechtzeitig!

          4. > Es(sic!) ist immer hilfreich, die kommentierten Artikel auch zu lesen, probieren Sie es mal: hier geht es um „Talkshows im OeR“.

            Sie springen aber auch das erste Korn an. Erzählen Sie mir mehr über Prozente und Methodik!

  2. „Paramount will sich den Hollywood-Riesen Warner Bros. einverleiben, zu dem neben traditionellen Filmstudios unter anderem Netflix […]“
    Davon höre ich gerade zum ersten mal. Ist es nicht eher so, das Netflix Warner Bros. ebenfalls kaufen will? Der Bieterkampf zieht sich schon einige Monate hin und war auch sehr öffentlich.

  3. „Paramount will sich den Hollywood-Riesen Warner Bros. einverleiben, zu dem neben traditionellen Filmstudios unter anderem Netflix sowie der Nachrichtensender CNN gehören.“

    Ich denke, da ist etwas durcheinander geraten. Zu Warner Bros gehört nicht Netflix, Netflix will wie Paramount Warner Bros. kaufen.

  4. In Deutschland ist es doch nicht anders, vor wenigen Tagen erklärte offen ein Regierungssprecher der BPK, dafür kämpfen zu wollen, einen mißliebigen Journalisten, von diesen Veranstaltungen, ausschliessen zu wollen, dessen Möglichkeit kritische Fragen zu stellen und die Regierungsarbeit zu hinterfragen, somit unverhältnismäßig erschweren und an der Journalistischen Tätigkeit, hindern zu wollen.
    Was ist da los mit der Pressefreiheit in Deutschland? Wäre die richtige Frage darauf!
    Bei all den Vorkommnissen, bräuchte es ein viel viel schnelleres Bundesverfassungsgericht, was direkt auf Vorkommnisse antworten kann und auch: „Einstweilige Verfügungen“ aussprechen kann, gegen klare Handlungen und Angekündigte Vorhaben, welche eindeutig zu dem im Gegensatz zu im GG und in den Verfassungen stehenden besonders geschützten Demokratischen Freiheiten stehen. Die Ausformulierten Vorhaben und Ausgesprochenen Ankündigungen, solche Grundrechtlich besonders geschützten Freiheiten, einschränken zu wollen, sollten nicht erst im Nachhinein, wenn schon in Unverhältnismäßigen Maß, Grundrechtsverletzungen und Einschränkungen der Grundrechte, Systematisch angewandt werden oder wurden. Das lässt Grundrechtsschutz, zu Schadensersatz ähnlicher Rechtssprechung werden, durch Nichtigerklärung, nach zuvor Unverhältnismäßig erfolgten Grundrechtsverletzungen! Geschützt sind damit die Personen und Gruppen nicht, vor den Grundrechtsverletzungen und Eingriffen in diese im GG besonders geschützten, Demokratischen Freiheitsrechte.

    1. „Was ist da los mit der Pressefreiheit in Deutschland?“
      Naja, wieviele passen denn in den Saal, und wieviele Bewerber gibt es?

      Menschen kommen dauernd auf Ideen, wie man andere ausschließen kann. Das ist eine Form generischer Dummheit, die Intelligenzen zueigen ist. Das SYSTEM muss das auffangen.

    2. Das BVerfG ist ein Gericht, dass die Rechtmäßigkeit von Gesetzen und Handlungen überprüfen kann. Also klar definierte oder nachvollziehbare Dinge.

      Irgendwelche Absichtserklärungen kann das BVerfG unterhalb eines Parteiverbotes nicht überprüfen, weil das schlicht nichts substanzielles ist. Dazu jeweils Stellung zu nehmen wäre zum einen eine enorme Belastung, nur um dann trotzdem ein Gesetz wieder überprüfen zu müssen, und zum anderen würde sich die Rolle von Prüfinstanz zu Gestaltungsinstanz wandeln. Das bricht die Gewaltenteilung von Exekutive, Judikative und Legislative.

      Staatliche Exekutive ist bereits unmittelbar an das GG gebunden, leider setzen die leider demokratisch gewählten Dienstherrschaften das nicht unbedingt um. Aber da sind wir dann wieder bei dem Punkt, dass Gerichte die demokratisch handelnden Bürger in einer Demokratie nicht ersetzen können.

    3. Also, „in D ist es doch nicht anders, vor wenigen Tagen erklärte offen ein Regierungssprecher der BPK, […]“.
      Also abgesehen davon, dass ich von diesem Vorfall noch nirgends etwas mitbekommen habe (Suchstichwörter und/oder Links nehme ich gerne an), finde ich es doch etwas unsauber argumentiert, von einem -wenn auch drastisch klingendem Einzelfall- auf einen flächendeckenden Bruch des Grundgesetzes zu schliessen.
      Was ich für ein viel größeres Problem für die Pressefreiheit halte, sind Stellenabbau und Sparmaßnahmen in den Redaktionen, die die journalistische Kompetenz, Recherchefähigkeiten und Themenbreite doch schwer bis grundlegend erschüttern…

      Wer mag, hat hier noch ein paar Kommas zum Nachwürzen: ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

      1. „Was ich für ein viel größeres Problem für die Pressefreiheit halte, sind Stellenabbau und Sparmaßnahmen in den Redaktionen, die die journalistische Kompetenz, Recherchefähigkeiten und Themenbreite doch schwer bis grundlegend erschüttern…“

        Dafür gibt es jetzt doch die LLMs und Chatbots. Den Begriff „KI“ versuche ich für diese statistischen Wahrscheinlichkeitsprogramme zu vermeiden.
        Die Washington Post und der Spiegel sind schon durch Slop aufgefallen (Peinlich, wenn „Ich kann es auch gerne umformulieren, wenn du das wünschst“ am Ende übersieht) und auch die ÖRRs lassen sich mittlerweile Zeugs generieren.
        Ich hoffe ja, dass der Slop Menschen zunehmend dazu bewegen wird, sich wieder mehr mit der realen Welt zu befassen, aber so bildschirmgläubig, wie die meisten Menschen sind, zweifle ich daran.

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