Israelische Firmen wissen nicht, was mit ihrer Spionagesoftware passiert

Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com James Bloedel

Laut einer Recherche der israelischen Tageszeitung Haaretz sind israelische Firmen führende Exporteure von Überwachungssoftware. Autokraten nutzen die Software weltweit um Menschenrechtsaktivisten zu überwachen, sich in Apps und Handys zu hacken oder Unterhaltungen aufzunehmen. Die Recherche basiert auf über 100 Quellen aus 15 Ländern und soll dazu dienen, den Schleier der Geheimhaltung über dem kommerziellen Handel mit Spionagesoftware zu lüften. Die Ergebnisse zeigen, dass israelische Firmen offensiv Software an Staaten verkauften, die man nicht als demokratisch bezeichnen kann.


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Sie taten dies ohne große Bedenken, obwohl sie nicht kontrollieren konnten, gegen wen die Spionagesoftware eingesetzt werden würde. Die Aussagen der verschiedenen Quellen offenbaren, dass die israelischen Produkte genutzt wurden, um Menschenrechtsaktivisten zu lokalisieren oder andere regierungskritische Personen ruhig zu stellen. Außerdem verkauften die Firmen weiter Software, nachdem sie wussten, dass Kunden diese nicht gegen Kriminelle, sondern gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hatten.

Aussage einer Quelle Namens Roy (Name wurde abgeändert):

Du kannst niemandem einen Mercedes verkaufen und sagen: Fahr nicht schneller als 100 Kilometer pro Stunde. Die Wahrheit ist, die israelischen Firmen wissen nicht, welcher Nutzen aus den Systemen gezogen wird, die sie verkaufen.

3 Kommentare
  1. Man hätte meinen können, dass Israelis in Bezug auf die Erfahrungen im dritten Reich (Judenverfolgung) eine Ahnung haben, was in autokratischen und diktatorischen Systemen passiert, wenn ein Minderheit dem Diktator oder Autokrat nicht ins Bilde passt.

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