Das russische Unterhaus hat am Freitag ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, mit dem Technologien zur Umgehung von Internetzensur weiter beschränkt werden sollen. Das berichtet Spiegel Online auf Basis einer Meldung der dpa. Nach dem Willen der Duma sollen beispielsweise VPN-Anbieter eine seit 2012 von der russischen Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor geführte Liste mit gebannten Webseiten implementieren – oder nicht weiter operieren dürfen. Auch die Nutzung des Tor-Netzwerks und von Proxy-Servern soll demzufolge verboten werden.
Das Gesetz soll im Herbst in Kraft treten, so SPON:
Damit das Gesetz tatsächlich in Kraft tritt, muss noch der russische Föderationsrat zustimmen, was als wahrscheinlich gilt. Anschließend muss Präsident Wladimir Putin den Rechtsakt unterschreiben. Einem Bericht der Mediengruppe „RT“ zufolge ist geplant, dass das Gesetz zum 1. November in Kraft tritt.
Die Deutsche Welle berichtet über eine Demonstration gegen das Gesetz in Moskau mit etwa 1.000 Teilnehmenden.
