2017
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: Berlin: Demo gegen Datenschutz-Ausverkauf am Donnerstag vor dem Bundestag
Digitale Courage <a href="https://digitalcourage.de/blog/2017/das-darf-so-nicht-durch-den-bundestag">demonstrierte</a> gestern vor dem Bundestag und warnte vor der Reform als "Ausverkauf des Datenschutzes". Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">CC-BY-4.0</a> <a href="https://digitalcourage.de/blog/2017/gegen-den-datenschutz-ausverkauf-bilder-einer-protestaktion">Digital Courage</a> : Berlin: Demo gegen Datenschutz-Ausverkauf am Donnerstag vor dem Bundestag Am morgigen Donnerstag werden im Bundestag in einer Marathonsitzung gleich mehrere wichtige Gesetze beraten: In erster Lesung stehen unter anderem das Datenschutzanpassungsgesetz und die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS-Richtlinie), die eng mit der deutschen „Cyberstrategie“ verbunden ist, auf der Tagesordnung.
In der Nacht werden anschließend die Ausweitung der Videoüberwachung sowie Bodycams für die Bundespolizei in zweiter und dritter Lesung durchgepeitscht und wohl endgültig verabschiedet. Die Gesetze werden Betroffenenrechte beschneiden, eine massive Ausweitung der Videoüberwachung möglich machen und die Befugnisse der Datenschutzbehörden bei der Kontrolle öffentlicher Stellen einschränken.
Gegen den „Datenschutz-Ausverkauf“ ruft die Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage zu einer Mittagspausen-Demonstration vor dem Bundestag auf:
Ort und Zeit:
Donnerstag, 9. März 2017, 12–14 Uhr vor dem Bundestag (Nord-West-Seite)
Platz der Republik / Ecke Paul-Löbe-AlleeZuletzt hatte Digitalcourage in Berlin mit einer Aktion darauf hingewiesen, dass Videoüberwachung keine präventive Wirkung hat.
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: EU-Urheberrecht: Berichterstatterin des Parlamentes gegen Leistungsschutzrecht
Therese Comodini : EU-Urheberrecht: Berichterstatterin des Parlamentes gegen Leistungsschutzrecht Nach zweifelhaften Reformvorschlägen der EU-Kommission zum Urheberrecht ist jetzt das Parlament am Zug. Therese Comodini, die konservative Berichterstatterin des Parlaments hat jetzt einen Gegenentwurf vorgelegt, der die größten Probleme des Kommissionspapiers entschärft. Beherzte Schritte in Richtung Harmonisierung und digitaler Binnenmarkt fehlen jedoch.
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: Tweet des Tages: Kim Schmitz bietet Donald Trump seine Unterstützung an
: Tweet des Tages: Kim Schmitz bietet Donald Trump seine Unterstützung an In Folge der Wikileaks-Enthüllungen rund um eine CIA-Hackertruppe hat sich Kim Schmitz per Twitter an Donald Trump gewendet und seine Unterstützung angeboten. Der Tweet sorgte für viel Erheiterung, so dass er ihn schnell wieder löschte.
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: Endlich Klarheit: Adblocker sind schuld an Trump und Brexit
Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/83057948@N07/27628453642/sizes/h/">IoSonoUnaFotoCamera</a> : Endlich Klarheit: Adblocker sind schuld an Trump und Brexit Der Zeitungsverleger Verband Nordrhein-Westfalen hat es herausgefunden: Adblocker sind die Ursache für den Niedergang der Demokratie. Sie müssen verboten werden, dann wird alles wieder gut. Ein Kommentar.
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: Lass Dich überwachen: Die neue „informationelle Sozialpflichtigkeit“
Videoüberwachung künftig hinter jedem Busch? <br /> <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0 1.0</a>, via Unsplash/<a href="https://unsplash.com/photos/4iuYQZUB3Tc/">Kai Oberhäuser</a> : Lass Dich überwachen: Die neue „informationelle Sozialpflichtigkeit“ Als Reaktion auf die Vorfälle in München und Ansbach im Sommer 2016 setzt sich die Bundesregierung für eine flächendeckende Videoüberwachung ein. Doch terroristische Anschläge lassen sich mit der Technik nicht verhindern. Zumindest darüber waren sich die Sachverständigen bei einer Anhörung im Bundestag einig.
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: Daten aus der Assistenzwanze Amazon Echo werden für Ermittlungen genutzt
Assistenzwanzen wie "Amazon Echo" geraten in den Fokus von Strafverfolgungsbehörden. Foto: PR : Daten aus der Assistenzwanze Amazon Echo werden für Ermittlungen genutzt Bei den Ermittlungen in einem Mordfall in den USA werden die Daten aus Amazons Echo jetzt doch genutzt. Amazon hatte die Herausgabe zuerst verweigert und sich auf die Redefreiheit berufen. Nachdem der Prozessbeschuldigte die Daten doch herausgeben wollte, schloss sich das Unternehmen dem an.
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: Vault 7: Wikileaks präsentiert Liste der CIA-Hacker-Werkzeuge
Logo der CIA-Hacking-Abteilung, welche auch in Frankfurt operiert. Quelle: <a href="https://wikileaks.org/ciav7p1/">Wikileaks</a> : Vault 7: Wikileaks präsentiert Liste der CIA-Hacker-Werkzeuge Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte heute geheime Dokumente der CIA über ihr Bestreben, weltweit Computer und Smartphones zu hacken. Aus den Veröffentlichungen, genannt „Vault 7“, geht hervor, dass Angestellte der CIA-Hacker-Einheit auch vom US-Generalkonsulat in Frankfurt aus, operieren.
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: Twitter schreibt mit, wie lange ein Tweet gelesen wird
(Symbolbild) Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY-2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/acidpix/8411527126/">Acid Pix</a> : Twitter schreibt mit, wie lange ein Tweet gelesen wird Per Algorithmus will Twitter mehr Interaktion und Vielfältigkeit in der Timeline fördern. Dazu analysieren sie die Lesezeiten einzelner Tweets und wer mit wem interagiert.
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: Gerichtsurteil: Keine einstweilige Verfügung gegen Facebook im Merkel-Selfie-Fall
Hacker Way Nr. 1, Eingang zur Zentrale von Facebook in Menlo Park. Foto: CC BY-NC-ND 2.0, Flickr/Don Barrett : Gerichtsurteil: Keine einstweilige Verfügung gegen Facebook im Merkel-Selfie-Fall In einem Gerichtsverfahren gegen Facebook wurde heute über Löschpflichten des Werbekonzerns bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen entschieden. Das Gericht sprach jedoch keine einstweilige Verfügung aus, die ein Betroffener verlangt hatte. Unabhängig von der heutigen Entscheidung des Landgerichts wirft der Fall aber grundsätzliche Fragen auf, denen wir uns stellen müssen.
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: Report: Telekommunikationsüberwachung in der Schweiz rückläufig
: Report: Telekommunikationsüberwachung in der Schweiz rückläufig Während die technischen Möglichkeiten und die Befugnisse für Überwachung in der Schweiz ständig erweitert werden, geht die Zahl der statistisch erfassten Überwachung zurück. Das geht aus dem jährlichen Bericht der Digitalen Gesellschaft Schweiz hervor.
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: Studie: Grabenkämpfe in rechten US-Medien und die Rolle Breitbarts
Das Netz aus Retweets linker und rechter Medien kurz vor den Wahlen zeigt die Asymmetrie. Grafik: <a href="www.cjr.org/analysis/breitbart-media-trump-harvard-study.phpf">Columbia Journalism Review</a> : Studie: Grabenkämpfe in rechten US-Medien und die Rolle Breitbarts Breitbart diffamierte einst Fox News, dann einigten sie sich auf den gemeinsamen Feind: liberale Medien. Forscher rund um Yochai Benkler und Ethan Zuckerman analysieren, welche Rolle gezielte Desinformation im US-Präsidentschaftswahlkampf spielten.
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: Correctiv erklärt: Einsteiger-Lehrgang für angehende Datenjournalisten
Screenshot : Correctiv erklärt: Einsteiger-Lehrgang für angehende Datenjournalisten Daten nutzen im Journalismus nur, wenn sowohl der Autor wie auch die Leser sie auch verstehen können. Simon Wörpel, Datenjournalist bei Correctiv, erklärt in 13 kurzen Videos, wie mit Daten umgegangen werden kann.
Die Reihe ist speziell auf Anfänger und „Lokalreporter“ zugeschnitten und stellt die Funktionsweise kostenloser, zum Teil freier und offener Software zur Daten-Analyse dar. Angefangen mit dem Erlangen von Daten und anschließendem befreien und säubern, geht Wörpel unter anderem auch auf die Visualisierung ein.
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: Bundesratsausschüsse stellen sich in Teilen gegen Pläne der Bundesregierung zum Datenschutzabbau
oto: <a href="https://unsplash.com/@gaellemm?photo=FLdK5N-YGf4">Gaelle Marcel</a> unter <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0</a> via <a href="https://unsplash.com/" target="_blank">unsplash</a> : Bundesratsausschüsse stellen sich in Teilen gegen Pläne der Bundesregierung zum Datenschutzabbau Die Ausschüsse des Bundesrats haben sich zur Datenschutzreform der Bundesregierung positioniert. Mit ihrem Vorschlag für eine Stellungnahme der Länderkammer kritisieren sie den Entwurf und machen an einigen entscheidenden Stellen Verbesserungsvorschläge. Beim Ausbau der Videoüberwachung liegen sie aber mit der Bundesregierung auf Kurs.
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: Datenleck: 950.000 Mailadressen von Festivalbesuchern zu verkaufen
Besucher des Coachella-Festivals 2013. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/thomashawk/16010223169/sizes/h/">Thomas Hawk</a> : Datenleck: 950.000 Mailadressen von Festivalbesuchern zu verkaufen Für einen Schnäppchenpreis von 300 Dollar bietet ein Datenhändler 950.000 Nutzeraccounts des kalifornischen Coachella-Festivals an. Die Nutzeraccounts enthalten jeweils Mailadresse, Usernamen und gehashte Passwörter. Das berichtet Motherboard, die auch die Echtheit der abgeflossenen Daten geprüft haben. Die Datensätze stammen laut Motherboard aus dem Ticket-System wie aus dem Forum des Festivals.
Auch hierzulande verlangen viele Festivals das Anlegen von Nutzeraccounts zum Erwerb von Karten. Als Maßnahme gegen solche Datenlecks empfiehlt sich für Nutzer die Erstellung von Mailadressen und Aliasen, die nur für das jeweilige Festival – oder jeden beliebigen anderen Grund, warum man einen Account eröffnen muss – angelegt werden. Die Nutzung einer Haupt-Mailadresse und von selben Passwörtern ist gefährlich, weil Angreifer über die Haupt-Mailadresse die Account-Daten aller anderen Accounts eines Menschen erlangen können. Um zahlreiche Mailadressen und viele unterschiedliche Passwörter verwalten zu können, empfiehlt sich die Nutzung eines Passwortmanagers.
Datenlecks dieser Größe sind leider kein Einzelfall, sondern mittlerweile an der Tagesordnung. Unter anderem in der Wikipedia und der Datenbank von Vigilante.pw werden die Fälle gesammelt. Databreaches.net bloggt über Datenlecks.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 09: #freedeniz
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 09: #freedeniz Die Woche im Überblick: Solidarisierung mit Deniz Yücel und allen in der Türkei inhaftierten Journalisten, Staffel drei der unendlichen Geschichte der Verschlimmbesserung der Störerhaftung startet und Günther Oettingers EU-Urheberrechtsreform steht zurecht in der Kritik.
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: Europäische Justizkommissarin droht, transatlantisches Datenschutzabkommen zu kippen
EU-Kommissarin Věra Jourová (Archivbild) <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a> via <a href="https://www.flickr.com/photos/epp_group_official/15225172687">EPP Group/flickr</a> : Europäische Justizkommissarin droht, transatlantisches Datenschutzabkommen zu kippen Die EU-Justizkommissarin droht, das Privacy-Shield-Abkommen aufzukündigen, wenn die US-Regierung nicht die Vereinbarungen einhält. Seit US-Präsident Trump festgelegt hat, den Datenschutz für Ausländer aufzuheben, ist die Zukunft des Datenschutzabkommens zwischen der EU und der USA ungewiss.
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: EU-Urheberrechtsreform: „Darf dieser Link noch gesetzt werden?“
John Weitzmann von Wikimedia begrüßt Panoramafreiheit auf EU-Ebene. : EU-Urheberrechtsreform: „Darf dieser Link noch gesetzt werden?“ Wohin entwickelt sich das Urheberrecht in Europa? Mozilla und Wikimedia Deutschland haben eingeladen, um über die wichtigsten Punkte der geplanten EU-Urheberrechtsreform zu diskutieren. Wir fassen die Argumente zusammen.
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: Neues aus dem Fernsehrat (5): Freundeskreise wählen Verwaltungsräte
Sendezentrum I des ZDFs in Mainz (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:ZDFSendezentrumIinMZ.JPG">Foto</a>: Tobo777, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">CC BY-SA 3.0</a> : Neues aus dem Fernsehrat (5): Freundeskreise wählen Verwaltungsräte Seit Juli 2016 darf ich den Bereich „Internet“ im ZDF-Fernsehrat vertreten. Was liegt da näher, als im Internet mehr oder weniger regelmäßig Neues aus dem #Fernsehrat zu berichten? Eine Serie.
Wie bereits in der Pilotfolge dieser Serie beschrieben, spielt die Musik im Sinne von inhaltlichen Diskussionen und Aushandlungsprozessen nicht in den öffentlichen Plenumssitzungen des Fernsehrats, sondern in den nicht-öffentlichen Ausschüssen sowie in zwei politischen „Freundeskreisen“. Letztere verfügen über (in teilweise geheimer) Wahl gewählte Vorstände, Vorsitzende nach denen sie benannt sind – Freundeskreis Frank Werneke bzw. Franz Josef Jung – und tagen immer im Vorfeld jeder Plenumssitzung. Es handelt sich bei den „Freundeskreisen“ also letztlich um Fraktionen, egal ob sie auch so bezeichnet werden, in denen sämtliche wichtigen Entscheidungen des Fernsehrats vorher besprochen und so auch weitgehend vorentschieden werden.
Die beiden wichtigsten, formal dem Fernsehrat vorbehaltenen Entscheidungen sind zwei Personalangelegenheiten. Einerseits ist das die Wahl des/der Intendanten/-in, die/der auf fünf Jahre gewählt wird. Der aktuelle Intendant Thomas Bellut wurde noch in der letzten Fernsehratsperiode gewählt, der aktuelle Fernsehrat wird also gar nicht die Chance haben einen Intendanten zu wählen. Andererseits darf der Fernsehrat gem. § 24 Abs. 1 lit. b des ZDF-Staatsvertrags 8 Mitglieder mit 3/5‑Mehrheit in den 12-köpfigen ZDF Verwaltungsrat entsenden.
Der Verwaltungsrat ist viel stärker als der Fernsehrat in operative Entscheidungsprozesse eingebunden und tagt deshalb auch häufiger als der Fernsehrat. Zu den zentralen Aufgaben des Verwaltungsrates zählen unter anderem:
- Aushandlung des Vertrags mit dem vom Fernsehrat gewählten Intendanten.
- Die Staatsvertragsdirektoren werden auf Vorschlag des Intendanten vom Verwaltungsrat mit 3/5‑Mehrheit bestätigt.
- Aufstellung des ZDF-Haushalts inklusive mittelfristiger Finanzplanung auf Basis der Grundlagen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF).
- Wichtige Unternehmensentscheidungen (z.B. Investitionen, Outsourcing, etc.) werden im Verwaltungsrat behandelt.
(Keine) Vorwahlen in „Freundeskreisen“
Dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2014 zum trotz ist es weiterhin so, dass die beiden politischen „Freundeskreise“ sich intern auf KandidatInnen einigen, die dann im Plenum mit breiter Mehrheit gewählt werden (sollen). Es gibt also nicht ein kompetitives Hearing vor dem Plenum des Fernsehrats, sondern – wenn überhaupt – kompetitive Hearings im Rahmen von Freundeskreis-Vorwahlen.
Im „Freundeskreis“ Franz Josef Jungs wurde dabei in informellen Vorgesprächen so lange unter potentiellen BewerberInnen sondiert, bis vier KandidatInnen für den Verwaltungsrat übrig blieben:
- Gabriele Beibst, Rektorin der Hochschule Jena
- Birgitta Wolff, Präsidentin der Universität Frankfurt und ehemalige CDU-Ministerin in Sachsen-Anhalt
- Reinhard Göhner, ehem. Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und ehem. Bundestagsabgeordneter für CDU
- Peter Heesen, ehem. Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes
Im Gegensatz dazu gab es im „Freundeskreis“ Frank Wernekes ein KandidatInnen-Hearing vor geschlechterquotiertem Vorwahlverfahren. Konkret standen drei Frauen und vier Männer für jeweils zwei Plätze zur Wahl (in alphabetischer Reihenfolge, Ergebnis des ersten Wahlgangs in Klammern, wobei von 30 abgegebenen Frauenstimmzetteln 29 gültig waren, bei den Männerstimmzetteln waren alle 30 Stimmen gültig; gewählte KandidatInnen kursiv):
- Nicole Ackermann, Film- und Medienunternehmerin, u.a. der Firma MOUNA (11)
- Bärbel Bergerhoff-Wodopia, u.a. Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung (14)
- Oliver Passek, Referent im Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg (10)
- Michael Schmid-Ospach, ehem. Geschäftsführer der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen (3)
- Michael Sommer, ehem. Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Stv. Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung (23)
- Martin Stadelmaier, ehem. Chef der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz (17)
- Barbara Thomaß, Professorin Mediensysteme an der Uni Bochum (28)
In der für den zweiten „Frauenplatz“ notwendigen Stichwahl zwischen Nicole Ackermann und Bärbel Bergerhoff-Wodopia erzielte keine der beiden Kandidatinnen eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen, in einem dritten Wahlgang wurde schließlich Bergerhoff-Wodopia mit 17 von 29 gültigen Stimmen zur Kandidatin gewählt.
Wahl im #Fernsehrat
In der offiziellen Wahl im Plenum des Fernsehrats selbst standen demnach acht KandidatInnen auf dem Stimmzettel, die jeweils mit 3/5‑Mehrheit aller Fernsehratsmitglieder in den Verwaltungsrat gewählt wurden mussten. Das Ergebnis der Wahl im Fernsehrat lautete bei 55 abgegebenen Stimmen wie folgt:
- Gabriele Beibst (46)
- Bärbel Bergerhoff-Wodopia (41)
- Reinhard Göhner (43)
- Peter Heesen (45)
- Michael Sommer (53)
- Martin Stadelmaier (42)
- Barbara Thomaß (53)
- Birgitta Wolff (49)
Mit diesem Ergebnis wurden alle KandidatInnen mit der erforderlichen Mehrheit in den Verwaltungsrat des ZDF gewählt.
Wohl und Wehe des Freundeskreisregimes?
Paradoxerweise finden die offensten Diskussionen und demokratischsten Verfahren im Kontext des Fernsehrats abseits der gesetzlich vorgesehenen Gremien in durchaus stark formalisierten „Freundeskreis“-Fraktionssitzungen statt. Bis zu einem gewissen Grad ist die formalisierte Informalität der Freundeskreise ein Schutz davor, dass Entscheidungen ausschließlich in völlig undurchsichtigen, informellen Gruppen fallen – ein Schutz vor der „Tyrannei der Strukturlosigkeit“.
Gleichzeitig ist seit dem BVerfG-Urteil die Zahl jener Mitglieder gewachsen, die sich mit einer Zuordnung zu einem der beiden Freundeskreise unwohl fühlen. Im Unterschied zu diversen Rundfunkräten im Bereich der ARD gibt es im ZDF jedoch bislang noch keinen „grauen“ Freundeskreis jenseits der beiden politischen Lager.
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: 58. Netzpolitischer Abend am 7. März in Berlin
Jeden ersten Dienstag im Monat: Der Netzpolitische Abend der DigiGes in Berlin : 58. Netzpolitischer Abend am 7. März in Berlin Wie an jedem ersten Dienstag im Monat findet kommende Woche, am 7. März, der Netzpolitische Abend des Vereins Digitale Gesellschaft in der c‑base Berlin statt.
Auf dem Programm stehen diesmal:
- Beata Hubrig: Endliches freies WLAN? Neuer Vorstoß zur Störerhaftung
- Matthias Kirschner: Limux: Wenn einem Leuchtturm der Strom abgestellt wird
- Arne Semsrott: Prototype Fund – Die 2. Runde
Die c‑base findet sich an der Rungestraße 20, 10179 Berlin. Einlass ist ab 19:15 Uhr, los geht’s gegen 20:00 Uhr. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, gibt es einen Live-Stream auf c‑base.org. Der Eintritt ist frei.
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: Reportage: „Den meistgesuchten Mann der Welt verstecken? Ich würde es wieder tun.“
In einem Slum in der Nähe von Kowloon-City versteckten Geflüchtete Edward Snowden. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/synapticism/20202516139/sizes/h/">Alexander Synaptic</a> : Reportage: „Den meistgesuchten Mann der Welt verstecken? Ich würde es wieder tun.“ In einer Reportage von Motherboard kommen die Flüchtlinge zu Wort, die Edward Snowden nach seiner Flucht aus dem Mira-Hotel in Hongkong für fast zwei Wochen versteckten:
Über Jahre wusste so gut wie niemand, wo sich Snowden in diesen zwei Wochen befand. Zu den wenigen Insidern zählten neben dem kanadischen Anwalt Robert Tibbo vier weitere Menschen. Sie heißen Ajith, Vanessa, Supun und Nadeeka. Ohne sie hätte er in diesen dramatischen Junitagen vielleicht nicht überlebt. Als die Welt noch damit beschäftigt war, Snowden für seinen Mut als Whistleblower zu bewundern, versteckten und versorgten sie ihn selbstverständlich in ihren winzigen Behausungen. Die Menschen, die ihm Obdach gaben, verstanden seine Situation sofort, denn schließlich sind sie alle selbst Flüchtlinge.
Die Reportage zeigt die schwierige Situation von Asylbewerbern in Hongkong auf. Herzerwärmend ist die Selbstverständlichkeit, mit der sie dem meistgesuchten Mann der Welt Unterschlupf gewährten. Und dies jeder Zeit wieder tun würden.
Schon im Dezember hatte der Vortrag „The Untold Story of Edward Snowden’s Escape from Hong Kong“ auf dem Chaos Communication Congress auf das Schicksal dieser Menschen aufmerksam gemacht (wir berichteten).
