Twitter versucht die klassische, chronologische Anzeige von Tweets innerhalb der persönlichen Timeline aufzulösen. Nach der Ankündigung einer algorithmischen Timeline kam es im letzten Jahr zu großen Protesten unter dem Hashtag #RIPTwitter. Laut Twitter stellten jedoch nur zwei Prozent aller Nutzer die neu eingeführte, algorithmische Timeline in ihrem Profil wieder aus. Dies ist in den Einstellungen durch das Entfernen des Hakens bei „Zeige mir die besten Tweets zuerst“ möglich.
Slate berichtet in einem längeren Beitrag nun über die Funktionsweise des Algorithmus. Der Social Media-Dienst protokolliert zum Beispiel, wie lange und von wem ein Tweet gelesen wird.
Algorithmische Timeline soll Interaktion erhöhen
Von der algorithmischen Timeline erhofft sich Twitter eine höhere Interaktion, sieht sich nach eigener Auskunft aber auch in der Pflicht Filterblasen aufzulösen. Laut Deepak Rao, dem Produktmanager für die Timeline, versuche Twitter mehr vielfältige Inhalte dem Nutzer zu präsentieren, um Einseitigkeit vorzubeugen. Das widerspricht allerdings der Idee, dass der Nutzer durch das Folgen von Accounts selbst bestimmt, wessen Nachrichten er erhalten möchte.
Obwohl Twitter keine genauen Angaben zu seinem Algorithmus macht, gibt das Unternehmen ein paar Anhaltspunkte für seine Funktionsweise. Einberechnet werden: insgesamte Interaktion (Retweets, Likes, Lesezeit), Interaktion mit anderen Tweets vom gleichen Autoren, Zeit der Veröffentlichung des Tweets, Interaktions-Häufigkeit mit dem Autor, Lesezeit der Tweets (selbst ohne Interaktion) und ob Bilder, Videos oder anderes anhängt sind, beziehungsweise mit welcher Art von Anhängen der Nutzer häufig interagiert.
Die Zeit, welche ein Nutzer mit dem Anschauen von gesponserten Inhalten verbringt, ist für Werbepartner interessant. Wegen ihres Geschäftsmodells Daten von Nutzern zu verkaufen, steht Twitter seit längerem in Kritik.
