In acht Fragen kann der zukünftige Wähler für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai herausfinden, mit welcher Partei er oder sie netzpolitisch übereinstimmt. Dazu bedarf es einer positiven, neutralen oder negativen Antwort auf Fragen wie: Sollen Erkenntnisse aus Wissenschaft, die vom Land bezahlt wurde, frei zugänglich sein? Oder soll das Land vorwiegend freie und quelloffene Software verwenden?
Verschiedene Organisationen entwickelten das Werkzeug und stellten acht netzpolitische Fragen zuvor den Parteien, „die bereits im NRW-Landtag [vertreten] sind oder realistische Chancen haben, dieses Jahr hineingewählt zu werden“. Dies traf demnach auf die Linke, die Piraten, die Grünen, FDP, CDU, SPD und AfD zu. Die Parteien sollten ihre Antworten anhand von öffentlichen Aussagen wie Parteiprogrammen belegen.
Auf die Frage, ob öffentlich erhobene Daten frei zugänglich sein sollen, verneint die Landes-CDU als einzig befragte Partei. Alle restlichen befragten Parteien unterstützen eine Weitergabe der Daten, nachdem personenbezogene Informationen gestrichen worden sind. Diese Antwort der CDU geht einher mit Entscheidungen der Partei auf Bundesebene.
Ebenfalls auffällig ist, dass nur der Landesverband der AfD Ermittlungsbehörden ermächtigen möchte, per Social-Media-Überwachung Straftaten vor der eigentlichen Straftat aufzudecken. So genanntes Predictive Policing wird immer wieder gefordert, die Effektivität ist aber nicht bewiesen.
Große Koalition der NGOs
Die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Bündnis freie Bildung, Chaos Computer Club, Digitale Gesellschaft, Freifunk, Free Software Foundation Europe, Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland haben das Tool gemeinsam entwickelt. Es ist angelehnt an den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, welche jedoch noch keine Umfrage für die kommende Landtagswahl in NRW bereitstellt.
