2013
-
: Jahresbericht: Datenschutz-Beauftragter kritisiert, dass Funkzellenabfragen „von der Ausnahme zur Regel“ werden
: Jahresbericht: Datenschutz-Beauftragter kritisiert, dass Funkzellenabfragen „von der Ausnahme zur Regel“ werden Die massenhafte Handy-Überwachung per Funkzellenabfrage ist „entgegen der gesetzlichen Vorgabe zum alltäglichen Ermittlungsinstrument geworden“. Das stellt der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in seinem heute veröffentlichten Jahresbericht fest. Weil dabei jedoch sensible Daten von großen Menschenmengen erfasst werden, fordert er eine wirksame Begrenzung der Maßnahme.
-
: Neues aus der Anstalt erklärt Netzpolitik
: Neues aus der Anstalt erklärt Netzpolitik Die ZDF-Satire-Sendung „Neues aus der Anstalt“ hat gestern auch mal den Zuschauern Netzpolitik erklärt und einen aktuellen Überblick über verschiedene Themen gegeben. Das gibts in der Mediathek, der Auftritt des Kabarettisten Tobias Mann zu Netzpolitik ist auch einzeln bei Youtube zu finden. Wir haben gelacht:
Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.
Paar Sprüche:
Zu den Vorratsdaten: „Wenn Sie Glück haben, liegen sie beim Verfassungsschutz und werden geschreddert.“
Staatstrojaner vs V‑Mann: „So ein V‑Mann ist das analoge Pendant zum Bundestrojaner. Scheiße programmiert und nicht zu kontrollieren.“
Welche Sprüche haben Euch am Besten gefallen?
-
: Umfangreiches BpB-Dossier zu Wikipedia
: Umfangreiches BpB-Dossier zu Wikipedia Auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung findet sich ab sofort ein umfangreiches Dossier zum Thema Wikipedia. Die Bandbreite an darin behandelten Themen rund um die freie Enzyklopädie ist beeindruckend.
Im Bereich Geschichte beschäftigen sich die Beiträge nicht nur mit der Geschichte der Wikipedia selbst sondern auch deren historischen Vorläufern, der Temporalisierung von Wissen und der Frage, ob die Mediengattung „Enzyklopädie“ unter den Voraussetzungen der digitalen Wissensgesellschaft weiterleben kann:
Schon der Name Wikipedia verweist auf die Verschmelzung des Alten und Bewährten (Enzyklopädie) mit dem Neuen und Innovativen (Wiki-Technologie). Dabei darf freilich nicht übersehen werden, dass Innovation in gewisser Weise immer auch die Veränderung des bislang Gültigen bedeutet. Im Falle der Wikipedia scheint der Grat zwischen Kontinuität und Umbruch besonders schmal, denn hier treffen die strengen Qualitätsansprüche der Buchkultur auf die Offenheit, Dynamik und Flexibilität der digitalen Wissensgesellschaft.
Gleich fünf Beiträge beschäftigen sich mit Machtstrukturen, zum Beispiel mit der Frage „Wer (oder was) beherrscht Wikipedia?“ und ob es sich bei der Wikipedia um eine geschlossene Gesellschaft handelt.
-
: Einzigartig in der Masse: Aus Mobilfunk-Bewegungsdaten können ganz einfach Einzelpersonen identifiziert werden
: Einzigartig in der Masse: Aus Mobilfunk-Bewegungsdaten können ganz einfach Einzelpersonen identifiziert werden Die Art und Weise, wie sich Menschen bewegen, ist sehr einzigartig. Einem Forscherteam ist es gelungen, Einzelpersonen in großen Datensätzen von Bewegungsdaten zu identifizieren, wie diese von Mobilfunk-Anbietern gespeichert werden. Statt immer weitere Datenberge anzuhäufen, plädieren sie für weitere Forschung, da Bewegungsdaten nur noch wichtiger und aussagekräftiger werden.
Gestern wurde im Open Access Journal Scientific Reports die Studie Unique in the Crowd: The privacy bounds of human mobility (PDF) veröffentlicht. Vier Forscher vom MIT Media Lab und der Katholischen Universität Löwen untersuchen darin einen großen Datensatz an Bewegungsdaten und de-anonymisieren Einzelpersonen aus dem Datenhaufen.
Bewegungsdaten fallen beispielsweise für jedes einzelne Mobilfunk-Gerät bei den Mobilfunk-Betreibern an. Smartphones übertragen ihren Standort aber auch an Internet-Dienste, so verarbeitet allein der Anbieter Skyhook mehr als 400 Millionen Anfragen nach Ortsdaten pro Tag und Werbe-Netzwerke bekommen Ortsdaten von der Hälfte aller Smartphones. Mal ganz abgesehen von Diensten, denen man den eigenen Standort ganz freiwillig mitteilt, wie Foursquare oder Ingress.
Die Forscher haben jetzt einen Datensatz erhalten, der die Bewegungsdaten von 1,5 Millionen Menschen über 15 Monate enthielt. Das ist ein „bedeutender und repräsentativer Teile der Bevölkerung eines kleinen europäischen Landes“. Diese Daten kamen von einem Mobilfunk-Anbieter, der Zeitraum umfasste April 2006 bis Juni 2007. Mit diesem „Big Data“ Datensatz konnten sie zeigen, dass die räumliche Bewegung einzelner Menschen „sehr einzigartig“ ist.
-
: Stiftung bridge vergibt Kampagnenförderung für digitale Bürgerrechte
: Stiftung bridge vergibt Kampagnenförderung für digitale Bürgerrechte Netzaktivismus hat in Deutschland fast keine Finanzierungsmöglichkeiten. Und das ist ein Problem. Eine kleine Ausnahme bietet die Stiftung bridge. Das „bridge“ steht dabei für „Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft“ und ist Programm. Die Unterstiftung der Attac-nahen Bewegungsstiftung bietet seit zehn Jahren mindestens einmal im Jahr die Möglichkeit, für eine Kampagne bis zu 15.000 Euro zu beantragen.
Von dieser Förderung profitierte bereits der Foebud mit seiner RFID-Kampagne und auch die EchtesNetz-Kampagne für Netzneutralität von der Digiges hätte ohne eine Unterstützung durch die Stiftung bridge keine finanziellen Ressourcen gehabt.
Der nächste Einsendeschluß für eine Kampagnenförderung ist der 2. April. Das ist kommende Woche Dienstag. Es gibt aber ein paar formale Dinge zu beachten. Einzelpersonen und lose Zusammenhänge können sich leider nicht bewerben. Man braucht schon eine Institution in Form eines Vereins. Dass dies nicht immer mit der Realität von Netzaktivisten in Deutschland zusammenpasst, ist der Stiftung bewusst und wir stehen in einem Dialog, dass man die Fördermaßnahmen vielleicht auch mal an hiesige (Un-)Strukuren anpasst.
-
: Gesucht: Deutsche Telekom Unterlagen für Abschaffung der Flatrates
: Gesucht: Deutsche Telekom Unterlagen für Abschaffung der Flatrates Vergangene Woche haben wir über Gerüchte gebloggt, dass die Deutsche Telekom eine Vertragsumstellung ihrer DSL-Tarife plant, um Flatrates abzuschaffen, wie wir sie kennen. Die Deutsche Telekom hat das so halbherzig dementiert, dass wir glauben, dass da was dran ist und es tatsächlich Dokumente gibt, die im Umlauf sind und das belegen. Daher unsere Bitte: Wir würden gerne dazu mehr recherchieren. Falls jemand diese oder ähnliche Unterlagen hat, freuen wir uns über eine Mail (gerne auch mit PGP) oder Post.
-
: Ägyptischer Blogger Alaa Abd El Fattah erhält Haftbefehl für eine Twitter Mention
: Ägyptischer Blogger Alaa Abd El Fattah erhält Haftbefehl für eine Twitter Mention Wie Amira Al Hussaini bei Global Voices berichtet, hat der ägyptischer Blogger Alaa Abd El Fattah heute einen Haftbefehl erhalten. Es geht darum, dass „Princess Joumana“ ihn in einem ihrer Tweets erwähnt hatte. Die Staatsanwaltschaft wusste wohl nicht, was sie tun sollte, als Alaa Abd El Fattah dort auftauchte. Er twitterte später, die Vorwürfe seien lächerlich und er schäme sich für die Staatsanwaltschaft. Er wurde zu seinem Verhältnis zu „Princess Joumana“ befragt und wieso sie ihn in einem Tweet erwähnt hätte. Alaa Abd El Fattah verweigerte eine Antwort und schrieb, die Staatsanwaltschaft hätte nichts gegen ihn in der Hand und es wäre eine Farce, falls er verhaftet würde. Auch die Aktivisten Ahmed Douma, Karim Al Shaer, Hazem Abdel Azeem and Ahmed Al Sahafi erhielten Haftbefehle. Leider konnten wir bisher nicht herausfinden, wer „Princess Joumana“ ist und was den anderen Aktivisten vorgeworfen wird.
-
: Morgen ist Document Freedom Day: Offene Standards feiern und fördern
: Morgen ist Document Freedom Day: Offene Standards feiern und fördern
Der Document Freedom Day DFD wird jährlich am letzten Mittwoch im März gefeiert. Dabei werden u.a. Internetauftritte ausgezeichnet, die offene Standards anbieten oder unterstützen. Letztes Jahr erhielt beispielsweise die Stadt Wien eine Document Freedom Day Torte für ihr Open Government Data Portal, welches umfangreiche Daten aus allen Verwaltungsbereichen enthält und unter Creative Commons-Lizenz steht. Das DFD Team stellt einige Vorschläge vor, wie man aktiv werden könnte, unter anderem durch Street Art, DFD Cupcakes und eine neue Mail-Signatur. Viele weitere Infos und Vorschläge gibt es hier, in Berlin gibt es Veranstaltungen von FSFE und der Linux User Group, außerdem noch je eine Veranstaltung in München und Düsseldorf. -
: #OpRohingya: Anonymous beleuchtet Lage der Rohingya in Myanmar
CC BY-SA by <a href="http://www.flickr.com/photos/akrockefeller/7323628618/" >AK Rockefeller</a> : #OpRohingya: Anonymous beleuchtet Lage der Rohingya in Myanmar Die Rohingya sind eine muslimische Volksgruppe in Myanmar. Von den etwa drei Millionen Rohingya leben aufgrund von Repressionen und Verfolgungen etwa die Hälfte außerhalb des Landes, in Bangladesch und weiteren Ländern Asiens, aber auch in Europa und Australien. Offiziell gelten die Rohingya nicht als eine der 135 einheimischen Bevölkerungsgruppen und haben damit keinen Anspruch auf die myanmarische Staatsbürgerschaft. Sie werden ausgegrenzt, angefeindet, vertrieben und getötet, und sind laut UNO eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt.
Das lose Kollektiv Anonymous startete am Sonntag eine Operation Rohingya, um auf die Lage der verfolgten Minderheit hinzuweisen.
While politicians occasionally pay lip service to the horrific conditions in Myanmar no action is ever taken. The only people neglecting the situation in Myanmar worse than the U.S. are the press who consistently ignored these atrocities or reported them as ‘ethnic clashes’. We consider the media to be complicit in concealing them from the rest of the world. The Rohingya have been told to expect a third massacre starting the last week in March.
-
: Berlins Medienkunst-Community: Eine Feministische Perspektive
: Berlins Medienkunst-Community: Eine Feministische Perspektive
Am 9. April findet im Supermarkt in Berlin eine Abendveranstaltung zum Thema Berlin’s Media Art Community: A Female Perspective statt. Dieser Abend bietet eine spannende Gelegenheit, Frauen aus den verschiedensten Medien-Szenen Berlins kennenzulernen, Inspirationen und Themen auszutauschen und Möglichkeiten für künftige Kooperationen zu finden – das Ganze in einem informellen und kommunikativen Setting. Auch wenn der Fokus des Abends eindeutig auf den Frauen liegt, ist jede® willkommen, den/die das Thema interessiert.
Mit Beiträgen von Tatiana Bazzichelli, Valie Djordjevic, Andrea Goetzke, Kathy Rae Huffman, Claudia Kefer, Julia Kloiber, Lisa Lang, Tina Mariane Krogh Madsen, Diana McCarty & Michelle Thorne.
Mit Andrea Goetzke und Julia Kloiber ist auch das Netzpolitik-Redaktionsteam vertreten. Der Eintritt ist frei, Beginn ist um 19 Uhr und der SUPERMARKT ist in der Brunnenstr 64 (U8 Voltastr or U8 Bernauerstr).
-
: NPP120: Ron Deibert über die Arbeit des Citizenlab
: NPP120: Ron Deibert über die Arbeit des Citizenlab Vergangene Woche war ich auf Einladung des Citizenlab in Toronto in Kanada, um an ihrem Cyberdialogue zum Thema „Governance without Government in Cyberspace?“ teilzunehmen. Über Aktivitäten des Citizenlab haben wir hier bereits oft berichtet. Sehr interessant sind die vielen Reports über Zensur- und Überwachungsinfrastrukturen in repressiven Regimen und in letzter Zeit vermehrt die investigativen Recherchen zur Nutzung von (Staats-)Trojanern in verschiedenen Kontexten. Das spannende am Citizenlab ist, dass dort nicht wie in vielen anderen Netzpolitik-Forschungszentren überwiegend Juristen beschäftigt sind, sondern Politikwissenschaftler und Hacker. Ich hätte übrigens auch gerne was vergleichbares wie das Citizenlab in Deutschland. Gibts leider nicht.
Im Anschluss der Konferenz hab ich mit Ron Deibert einen rund 30 Minuten langen Netzpolitik-Podcast aufgezeichnet. Ron ist Professor für Politikwissenschaften und Direktor des Canada Centre for Global Security Studies und des Citizen Lab at the Munk School of Global Affairs an der Universität Toronto. Hier ist die MP3. Das Interview ist auf englisch.
Zur groben Orientierung sind hier die Themen aufgelistet:
-
: “Out of Sight, out of Mind”: Visualisierung der Drohnenangriffe des US-Militärs auf Pakistan
: “Out of Sight, out of Mind”: Visualisierung der Drohnenangriffe des US-Militärs auf Pakistan Über Drohnen wird derzeit viel diskutiert: Seien es Fragen der Ethik, der Chancen und Gefahren oder der Privatsphäre. Seit Verteidigungsminister de Maizière letztes Jahr sagte, Drohnen seien ethisch neutral, gibt es immer mal wieder Fragen nach der ethischen Einordnung von Drohnensystemen. Vor allem, seitdem bekannt ist dass die Bundesregierung die Anschaffung bewaffneter Drohnen erwägt: „Unbemannte, bewaffnete Luftfahrzeuge unterscheiden sich in der Wirkung nicht von bemannten. Immer entscheidet ein Mensch, eine Rakete abzuschießen“.
Der Einsatz von Drohnen im Rahmen völkerrechtlich zulässiger internationaler oder nicht-internationaler bewaffneter Konflikte ist völkerrechtlich nicht zu beanstanden. Doch, wie Politikwissenschaftler Niklas Schörnig schreibt:
Anders sieht es vermutlich bei den Einsätzen der USA in Pakistan, dem Jemen oder in Somalia aus. Hier herrscht zumindest unter europäischen Völkerrechtlern weitgehend Einigkeit, dass diese „gezielten Tötungen“ mutmaßlicher Terroristen gegen das Völkerrecht verstoßen.
Das Datenvisualisierungstudio Pitch Interactive aus San Francisco visualisierte nun jeden bekannten Drohnenangriff auf Pakistan seit 2004. Ihr Ziel sei es, Menschen dazu zu bewegen, einen Moment lang über die Problematik von Drohnenangriffen nachzudenken.
-
: Bundesnetzagentur bittet zum Netzqualitäts- und Netzneutralitäts-Test
: Bundesnetzagentur bittet zum Netzqualitäts- und Netzneutralitäts-Test Bereits seit einiger Zeit bietet die Bundesnetzagentur mit der Initiative Netzqualität die Möglichkeit, den eigenen Breitbandanschluß zu testen. Ziel ist es, in der Fläche konkrete Zahlen zur Netzqualität zu erheben. Um das mal zu verdeutlichen: Ich habe zuhause einen „bis zu 16 MBit/s“ DSL-Anschluß und freue mich in guten Tagen über konkrete 11 MBit/s. Gefühlt werde ich also um gut 30% meiner eingekauften Leistung gebracht.
Neue ist jetzt bei der Initiative Netznqualität ein zusätzlicher Netzneutralitäts-Test. Dort kann getestet werden, ob der eigene Provider bereits p2p-Protokolle diskriminiert.
Einziges Manko: Beim Test werden Flash und Java vorausgesetzt.
-
: Hamburger Polizei und Geheimdienst nutzen bei Ermittlungen immer öfter Soziale Netzwerke – vielleicht bald mit spezieller Software
: Hamburger Polizei und Geheimdienst nutzen bei Ermittlungen immer öfter Soziale Netzwerke – vielleicht bald mit spezieller Software Die Hamburger Polizei und der Verfassungschutz nutzen für ihre Ermittlungen zunehmend Soziale Netzwerke. Dies teilte der Senat jetzt auf eine Anfrage der Linksfraktion mit. Die Fragestellerin hatte sich nach behördlichen Streifengängen bei Facebook, LinkedIn, MySpace, Twitter oder StudiVZ erkundigt.
Die Initiative ist der Versuch, eine ähnliche Anfrage im Bundestag nun auch auf Landesebene nachvollziehbar zu machen. Ausgangspunkt war ein Aufsatz in der Zeitschrift „Kriminalistik“ von 2010, nachgedruckt in der Zeitschrift der „Gewerkschaft“ der Polizei (GdP). Zwei Polizeidozenten illustrieren dort, dass soziale Netzwerke „wahre Fundgruben“ für Ermittlungs- und Fahndungszwecke sind. Die Autoren analysieren, dass eine ganze Reihe realer polizeilicher „Lagen“ auch im Internet abgebildet werden bzw. dort recherchiert werden können. Nützlich seien sie überdies für „präventionspolizeiliche Maßnahmen“, also die vorausschauende „Gefahrenabwehr“.
Der Hamburger Senat bestätigt das. Adressiert wird demnach ein weites Feld von „extremistische[n] und terroristische[n] Gruppen im In- und Ausland“. Eine entsprechende Abfrage Sozialer Netzwerke scheint für den Verfassungsschutz mittlerweile die Regel zu sein. Der Geheimdienst wird offensichtlich nicht nur bei konkreten Ermittlungen aktiv:
Ganz allgemein [sic!] werden im Rahmen der Informationsgewinnung zu Ermittlungszwecken Recherchen im Internet zu Personen, Personengruppen oder Organisationen auch in sozialen Netzwerken durchgeführt. […] Es handelt sich um offene und (auch technisch) verdeckte Informationserhebungen zum Zweck themenspezifischer Aufklärung von Bestrebungen im Sinne des § 4 HmbVerfSchG sowie anlässlich entsprechender Identitätsermittlungen.
-
: Mobilize-Konferenz: Wenn die namibische Feministin auf den französischen Hacker trifft
Grafik: CC-BY-SA Matthias Spielkamp : Mobilize-Konferenz: Wenn die namibische Feministin auf den französischen Hacker trifft „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass unsere politischen Kämpfe nichts miteinander zu tun haben. Sie sind miteinander verknüpft“ sagte ein palästinensischer Medienaktivist bei der Abschlussdiskussion der Mobilize-Konferenz. Er traf damit den Kern der Veranstaltung.
Auf der Konferenz in der Berliner Heinrich-Böll-Stiftung waren vom 21.–24. März (Fotos) etwa 40 Aktivistinnen und Aktivisten aus mehr als 25 Ländern und den Bereichen Netzpolitik, Kultur und Genderdemokratie zusammengekommen, um sich über Strategien und Taktiken auszutauschen und die Vernetzung zu fördern. Jillian C. York von der Electronic Frontier Foundation, die die Veranstaltung mit einer Keynote (Video) eröffnete, beschrieb den Sinn einer solchen Konferenz treffend: „Selbst wenn am Ende jeder Teilnehmer nur einen festen Kontakt zu einem Teilnehmer aus einem anderen Land geknüpft hat, ist dies ein Erfolg, der den Aktivismus insgesamt stärkt.“
Damit dieser Austausch auch intensiv stattfinden konnte, war die Konferenz so aufgebaut, dass nur ein Tag der Öffentlichkeit zugänglich war und sonst in einer eher familiären und geschützten Atmosphäre Workshops und Diskussionen abgehalten wurden.
Am offenen Konferenztag, wurde zum Beispiel darüber diskutiert, wie man Protest und Aktivismus in echte politische Ergebnisse umwandeln könne (Audio / Video). Hierbei stieß die Haltung des klassischen, auf Repräsentanz ausgerichteten Politikbetriebs – der Protest nicht als echte Politik sieht – im Publikum auf Kritik. Katarzyna Szymielewicz von der polnischen Panoptykon Foundation warnte zudem vor einem „Klicktivism“ á la avaaz.org, der Aktivismus und Protest auf der Straße nicht ersetzen könne.
-
: Mitmachen: EU-Konsultation über IPRED-Richtlinie zur Durchsetzung von geistigem Eigentum
: Mitmachen: EU-Konsultation über IPRED-Richtlinie zur Durchsetzung von geistigem Eigentum Es bleibt nicht mehr viel Zeit: Ihr habt noch bis zum 30. März die Möglichkeit bei der öffentlichen Konsultation zur Richtlinie über die Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums (IPRED) teil zu nehmen. Die Richtlinie ist seit 2004 in Kraft und verpflichtet alle Mitgliedsländer, mit Rechtsmitteln und Strafen gegen all jene vorzugehen, die in „gewerblichem“ Ausmaß gegen „geistige Eigentumsrechte“ verstoßen. Diese Richtlinie hat unsere Abmahnindustrie geschaffen.
Die Europäische Kommission hat diese Konsultation gestartet, um die Wirksamkeit des geltenden Rechtsrahmens zu evaluieren und heraus zu finden, ob eine Überarbeitung nötig ist. Manche Teile des Fragebogens könnten die Leser allerdings gefährlicherweise glauben machen, dass Internetunternehmen für die Ahndung mutmaßlicher Verstöße zuständig sein sollen. Dies würde aber die Meinungsfreiheit im Internet, das Recht auf ein faires Verfahren und das Recht auf Schutz der Privatsphäre ernsthaft untergraben.
Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Europäische Kommission auch ausreichend Input von Seiten der Bürger und von Organisationen erhält. Das ist die perfekte Gelegenheit, der Kommission mitzuteilen, dass eine umfassende Reform des Urheberrechts erforderlich ist – anstatt weiterer Maßnahmen im Geiste des ACTA-Abkommens.
Da die Komission den Bürgern die Teilnahme aber nicht gerade einfach gemacht hat, hat EDRi diesen Leitfaden erstellt. So könnt ihr an der Konsultation teilzunehmen:
-
: Myanmar: Noch ein langer Weg zum freien Internet
: Myanmar: Noch ein langer Weg zum freien Internet Im Februar berichteten wir über Versuche „staatlich unterstützter Angreifer“, die Mail-Accounts myanmarischer Journalistinnen und Journalisten zu hacken sowie Angriffe auf die Webseiten der zwei führenden privaten Nachrichtenportale.
Vor einem Monat erschien ein Report des Open Technology Fund OTF, über „Access and Openness“ in Myanmar 2012. Eine ‚technische Delegation’ besuchte im Dezember letzen Jahres Yangon und die Hauptstadt Naypyidaw und untersuchte die Telekommunikationslandschaft der Republik. Denn trotz Reformen der zuvor sehr strikten Medienbeschränkungen und Zensurmaßnahmen in Myanmar war es, wie bei den beiden Nachrichtenportalen, zu Angriffen auf unabhängige Medien gekommen. Die meisten Menschen in Myanmar haben durch internetfähige mobile Geräte Zugang zum Netz, insgesamt sollen es circa 350.000 Bürgerinnen und Bürger sein (bei einer Einwohnerzahl von circa 54 Millionen).
-
: ARD-Themenabend über Internet aka Datenklau (Update)
: ARD-Themenabend über Internet aka Datenklau (Update) Am kommenden Mittwoch, den 27.3., veranstaltet die ARD einen Themenabend zum Thema „Im Netz“, also um das, was man sich bei der ARD wohl darunter vorstellt: Identitätsdiebstahl, Datenklau und gehackte Webcams. Außergewöhnlich ist, dass der Themenabend jetzt bereits im Netz stattfindet. Den Spielfilm „Im Netz“ kann man bereits anschauen:
Mitten in der Nacht stürmt ein Sondereinsatzkommando der Polizei das Schlafzimmer der Unternehmensberaterin Juliane Schubert (Caroline Peters). Gerade erst von einer Geschäftsreise in den Mittleren Osten zurückgekehrt, wird Juliane nach ihrer Festnahme von den Kommissaren Theissen (Ulrike Krumbiegel) und Hindrichs (Stefan Ruppe) verhört: Sie soll Wohnungen und Autos angemietet haben, die zur Vorbereitung eines terroristischen Anschlags dienen sollten. Die Beweise sind erdrückend. Hat sich Jemand Zugang zum Computer der Geschäftsfrau verschafft, ihre virtuelle Identität gestohlen und für kriminelle Zwecke missbraucht? Wie konnte es gelingen, dass jemand ihre gesamten Konten leerräumt, ohne dass die Bank misstrauisch wird?
Und auch die Dokumentation im Anschluß ist online: Im Netz: Die Spur der Datendiebe.
Pro Sekunde werden irgendwo auf der Welt zwei neue Schadprogramme entwickelt und pro Minute in Deutschland zwei Identitäten gestohlen. 2011 gab es allein in Deutschland fast 60.000 bekanntgewordene Fälle von Internetkriminalität. Jeder achte Deutsche wurde beim Online-Shopping bereits betrogen. Die Maschen der Internet-Mafia werden immer raffinierter und die Liste ihrer Opfer immer länger.
Ich hab beides noch nicht gesehen. So wichtig Aufklärung und Bewusstseinsschaffung rund um die Themen Datensicherheit & Co auch sind: Etwas schade ist, dass das Thema Internet nur unter diesen Risikoaspekten zu zentralen Sendezeiten im deutschen Fernsehen behandelt wird. Das ist ja nicht der erste Themenabend dazu. Wer sich hauptsächlich über ARD und ZDF informiert (und das tun viele ältere Menschen), dem wird überwiegend der Eindruck vermittelt, das Internet wäre voller Kriminalität und Gefahren. Und was man jetzt schon absehen kann: Die nächsten Tage werden auch wieder viele Befürworter von mehr Überwachung die mediale Aufmerksamkeit nutzen, um für Vorratsdatenspeicherung & Co zu trommeln.
Wo bleibt der Themenabend, wo mal die positiven Aspekte zur besten Sendezeit behandelt und diskutiert werden?
Update: Der Film ist recht spannend un eher Verfassungsschutz-kritisch. Beschrieben wird, wie eine Frau unschuldig verdächtigt wird und dann in das Raster einer Überwachung gerät und da nicht mehr rauskommt. Um Internet geht es da eher am Rande. Die Dokumentation ist reisserisch und verbreitet Angst.
-
: Gelöschte Tweets von Politikern: Kanzlerkandidaten interessieren sich nicht für Netzpolitik
: Gelöschte Tweets von Politikern: Kanzlerkandidaten interessieren sich nicht für Netzpolitik Im Jahr 2013 müssen Politiker anscheinend auf Twitter sein – mit allen Vor- und Nachteilen. Die Plattform Politwoops.de dokumentiert automatisch Tweets von Bundestagsabgeordneten, die diese wieder gelöscht haben. Dass das im anstehenden Wahlkampf ganz lustig werden kann, bewies jetzt der Account des SPD-Kanzlerkandidaten.
Die Plattform Politwoops archiviert gelöschte Tweets von Politikern, automatisch per API:
Politwoops is a way for us to get transparency from politicians and hold them accountable. With the free flow of information online the playing field is more equal. Politwoops is a way of making politicians feel that equality.
Jetzt gibt es diesen Service auch für Deutschland. Auf Politwoops.de finden sich gelöschte Tweets von Deutschen Bundestagsabgeordneten.
In Zusammenarbeit mit Netwerk Democratie und Hack de Overheid hat netzpolitik.org schon seit einiger Zeit an der deutschen Version gearbeitet, wir wollten demnächst™ launchen.
Vor ein paar Minuten gab es jedoch einen Tweet vom offiziellen Twitter-Account des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, der zu gut ist, um ihn zu ignorieren:
Peer Steinbrück (@peersteinbrueck): Wann hat sich ein Kanzlerkandidat irgeneiner Partei schon mal für Netzpolitik interessiert! Wann? cc @pottblog

