2013
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: Heute: ARTE-Themenabend Google / Piratebay
: Heute: ARTE-Themenabend Google / Piratebay Heute Abend sendet ARTE einen kleinen Themenabend zum Internet. Um 20:15 Uhr gibt es erstmal die 89 Minuten lange Dokumentation „Google und die Macht des Wissens“:
H.G. Wells Utopie des Weltgehirns soll nach dem Willen von Google keine Fiktion bleiben. Es will alle Bücher digitalisieren, Wissen zentral vereinen. Was steckt dahinter? Welche Motive bewegen Befürworter und Gegner? Ben Lewis sucht Antworten und gibt überraschende Einblicke in ein komplexes Thema.
Im Anschluss läuft die deutsche Übersetzung von „TPB AFK: The Pirate Bay Away From Keyboard“, der Dokumentation, die zur diesjähigen Berlinale gezeigt wurde.
Der Film zeigt das Gerichtsverfahren gegen die Gründer von The Pirate Bay, einer der größten Torrent-Seiten der Welt. Ein spannender Beitrag zur Debatte um illegale Downloads!
Passend zu dem Film bietet ARTE auch eine Sonderseite für den „SecondScreen“ formally known as Tablet oder Smartphone. Dort finden sich einige Erklärartikel und Interviews, darunter eines mit John Weitzmann über „Creative Commons können Urheberrecht nicht ersetzen“ und mir zu „Freiheit im Netz zwischen Recht und Gerechtigkeit“.
Ich schau mir beides später in der Mediathek an, denn parallel ist auch der netzpolitische Abend der Digiges zu den Themen Bestandsdatenauskunft, Drohnen und WikiGrundversorgung in der c‑base in Berlin und im Stream.
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: Isländische Crowdsourcing-Verfassung am Parlament vorerst gescheitert
: Isländische Crowdsourcing-Verfassung am Parlament vorerst gescheitert Im Oktober noch stimmten 67% der Isländerinnen und Isländer in einem Referendum für die neue Crowdsourcing-Verfassung, die Wahlbeteiligung lag bei 50%. Das Referendum war zwar nicht bindend, jedoch war zu erwarten, dass das Parlament den Entwurf bei dieser deutlichen Zustimmung annehmen wird. Die Verfassung sollte nach der Finanzkrise 2008 einen neuen Anfang für Island markieren und war unter starker Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entstanden.
Eine Mehrheit im Parlament entschied jedoch nun, dass vor der Parlamentswahl Ende am 27. April nicht mehr über den Verfassungstext abgestimmt wird. Im aktuellen Parlament haben die Unterstützer des Textes noch eine Mehrheit, im nächsten könnten laut Umfragen konservative Parteien dominieren, die die neue Verfassung ablehnen. Zusätzlich wurde das Verfahren zur Verfassungsänderung geändert: zukünftig ist eine Zweidrittelmehrheit im Parlament nötig und das Volk muss bei mindestens 50 Prozent Wahlbeteiligung mit 40 Prozent zustimmen. Einen „abscheulichen Verrat“ nennt es Thorvaldur Gylfason, Professor für Ökonomie und Mitglied des Verfassungsrates.
In practice, this means that we are back to square one as intended by the enemies of the new constitution. There is faint hope that the new parliament will respect the will of the people if the outgoing one failed to do so despite its promises.
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: WDR5 über die Urheberrechtsdebatte: Die Gratis-Generation
: WDR5 über die Urheberrechtsdebatte: Die Gratis-Generation Die Sendung Tiefenblick auf WDR5 entdeckt in mehreren Teilen „Die Medien-Prosumenten“. In der dritten Folge der vierteiligen Serie geht es eine halbe Stunde lang um die Urheberrechtsdebatte. Das Feature selbst ist besser als Titel und Teaser es andeuten: Die Gratis-Generation.
Das Wissen der Welt im Netz ist für alle da – und das am liebsten kostenlos: schnell etwas im Online-Lexikon nachschlagen, einen Musiktitel herunterladen oder ein Zitat im Klassiker prüfen. Der aktuelle Kinofilm ist ebenso zugänglich wie der neueste Bestseller. Alles, was sich digital verbreiten lässt, ist zu haben – doch zu welchem Preis? Autoren und Künstler wollen ihr geistiges Eigentum geschützt sehen, sie verbünden sich mit Plattenfirmen und Verlagen gegen die so genannte Gratiskultur. Dagegen steht eine Netzgemeinde, die alles frei im Netz und für jeden zugänglich haben will. Die Debatte um ein neues Urheberrecht läuft.
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: Gerichtsurteil: Verfassungsschutz im Saarland soll für Handy-Überwachung zahlen
: Gerichtsurteil: Verfassungsschutz im Saarland soll für Handy-Überwachung zahlen Nach einem noch nicht rechtskräftigen Urteil aus Saarlouis muss der saarländische Verfassungsschutz für die Überwachung von Handys an das Mobilfunkunternehmen E‑plus bezahlen. Zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 hatte E‑plus auf Anordnung des Innenministeriums mehrere Telefonanschlüsse überwacht und forderte dafür eine Entschädigung von 1290 Euro. Nachdem der Verfassungsschutz dies mit der Begründung abgelehnt hatte, es gebe keine gesetzliche Regelung, klagte E‑plus. Die Gesetzeslücke entstand mit einer Änderung des Telekommunikationsgesetztes 2009, als es den Ländern überlassen wurde, eine Regelung für ihre Verfassungsämter zu finden. In Bayern, Niederachsen und Rheinland-Pfalz gibt es beispielsweise neue Gesetze, wonach Mobilfunkunternehmen dem Landesverfassungsschutz kostenlos Daten überlassen müssen.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 13
<a href="http://magicalnaturetour.tumblr.com/post/46433297245" >magicalnaturetour</a> : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 13 Was ist diese Woche passiert? Unser Netzpolitischer Wochenrückblick gibt einen kompakten Überblick:
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I accidentally the Peer Steinbrück – Twitter-Account
Es ist Onlinewahlkampf und dort erwarten uns die kommenden sechs Monate wieder zahlreiche lustige Erlebnisse. Am Freitag twitterte der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück überraschend: “Wann hat sich ein Kanzlerkandidat irgeneiner Partei schon mal für Netzpolitik interessiert! Wann? cc @pottblog”. Die Tonalität verwunderte, die Arroganz jetzt nicht unbedingt.[Zum Artikel]
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: Vice-Doku über Waffen aus dem 3D-Drucker
: Vice-Doku über Waffen aus dem 3D-Drucker Das Vice-Magazin hat eine rund 24 Minuten lange Dokumentation zum Thema Waffen drucken mit 3D-Druckern auf Youtube:
Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.
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: Studie der EU-Kommission: Unerlaubte Musik-Downloads haben positive Auswirkung auf Kaufverhalten
: Studie der EU-Kommission: Unerlaubte Musik-Downloads haben positive Auswirkung auf Kaufverhalten
Filesharing und Streaming von Musik führen nicht zu geringeren Verkaufszahlen im Netz. Zu diesem Ergebnis kommen immer mehr Untersuchungen, jetzt auch die Forschungsstelle der EU-Kommission. Das Fazit der Forscher lautet daher: Die Rechteinhaber sollten unerlaubtes Kopieren nicht länger als Problem ansehen.Die Europäische Kommission hat mit der Gemeinsamen Forschungsstelle eine Generaldirektionen nur für Forschung. Eins der sieben Institute ist zuständig für Technologische Zukunftsforschung, das gerade eine interessante Studie über Konsum Digitaler Musik im Internet veröffentlicht hat (PDF).
Die Autoren Luis Aguiar und Bertin Martens haben das Surf-Verhalten von 16.000 Europäer/innen untersucht, um „die Auswirkungen von illegalen Downloads und legalem Streaming auf den legalen Erwerb von digitaler Musik“ zu ergründen. Das Ergebnis ist ziemlich deutlich: Unerlaubtes Downloaden ist kein Ersatz für den legalen Erwerb digitaler Musik. „Unsere Ergebnisse zeigen keine Anzeichen von Umsatzeinbrüchen.“
Im Gegenteil: Es gibt sogar einen leichten positiven Zusammenhang. Je mehr Menschen „unerlaubt“ downloaden, desto mehr kaufen sie auch. Oder andersrum: Gäbe es kein Filesharing und Streaming, würden die Verkaufszahlen sinken. Das Fazit der Forscher:
All diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass unsere Probanden die überwiegende Mehrheit der Musik nicht legal gekauft hätten, wenn sie diese vorher nicht „illegal“ herunterladen könnten.
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: Dienstag: Netzpolitischer Abend der Digiges in der c‑base
: Dienstag: Netzpolitischer Abend der Digiges in der c‑base Am kommenden Dienstag, den 2. April, ist wieder netzpolitischer Abend des Digitale Gesellschaft e.V. in der c‑base in Berlin. Dieses Mal sind dabei:
- Meinhard Starostik über Bestandsdatenauskunft
- Frank Rieger über Drohnen
- Volker Grassmuck über WikiGrundversorgung – Was bedeutet Öffentlich-Rechtlich im digitalen Zeitalter?
Die c‑base liegt in der Rungestraße 20 (nähe Bahnhof Jannowitzbrücke), der Einlass ist wie immer um 19 Uhr, die Vorträge beginnen zwischen 20.00 Uhr und 20.15 Uhr und wenn nicht schief läuft gibt es auch einen Stream und im Anschluss eine Aufzeichnung. Anschließend gibt es Gelegenheit zum Austausch und Bier trinken.
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: Slowenien: Datenschutzbeauftragte klagt vor Verfassungsgericht gegen Vorratsdatenspeicherung
: Slowenien: Datenschutzbeauftragte klagt vor Verfassungsgericht gegen Vorratsdatenspeicherung Die Vorratsdatenspeicherung in Slowenien ist unverhältnismäßig und ihre Notwendigkeit konnte bisher nicht bewiesen werden. Aus diesen Gründen klagt die Informations- und Datenschutz-Beauftragte des EU-Mitgliedstaates vorm Verfassungsgericht gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Statt nur zu schweren Straftaten werden die Daten auch im Zivilrecht, im Arbeitsrecht und bei Ordnungswidrigkeiten eingesetzt.
Wie fast alle EU-Mitgliedsstaaten hat auch Slowenien eine Vorratsdatenspeicherung. Zur Umsetzung der EU-Richtlinie von 2006 werden seit 2009 Telefon-Daten 14 Monate (seit 2007 24 Monate) und Internet-Daten acht Monate lang gespeichert. Seit dem 15. Januar gilt ein neues Gesetz über die Elektronische Kommunikation (Slowenisch), das noch über die EU-Richtlinie hinaus geht.
So sollen die Daten nicht nur gegen „schwere Kriminalität“ verwendet werden, sondern bei jeglicher Art von Kriminalität, zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit und der verfassungsmäßigen Ordnung, für politische und wirtschaftliche Interessen des Staates sowie die nationale Verteidigung. Überprüfungen durch die Behörde der Informations-Beauftragten konnten zeigen, dass die Daten sogar bei Zivilverfahren, arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen und Ordnungswidrigkeiten verwendet wurden.
Die Kritik geht aber noch weiter (meine Übersetzung):
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: Zur netzpolitischen Dimension (3) von Heino: Covern erlaubt, Remixen verboten
: Zur netzpolitischen Dimension (3) von Heino: Covern erlaubt, Remixen verboten In der Serie „netzpolitische Dimension“ geht es um Themen, deren netzpolitische Relevanz sich bisweilen erst auf den zweiten Blick erschließt. Diesmal: Heino.
Mit seiner jüngsten Albumveröffentlichung „Mit freundlichen Grüßen“ hat der Schlagersänger Heino einen neuen Rekord für den Verkauf von Musikalben im Internet aufgestellt. Die Besonderheit dieses Albums und wohl hauptausschlaggebend dafür, dass gerade ein Schlagersänger mit Kernzielgruppe 50+ die Download-Charts anführt, ist der Umstand, dass es sich um ein Album voller Coverversionen handelt.
Auf wohlkalkulierte Weise singt Heino auf seiner Platte Lieder von viele Jahre jüngeren KünstlerInnen im Bereich Pop (Sportfreunde Stiller, Nena), Hip-Hop (Fanta 4, Absolute Beginner), Punkrock (Die Ärzte) und Industrial-Rock (Rammstein) nach. Wie sich alleine durch die markante Stimme Heinos dadurch der Charakter der Stücke verändert, ist durchaus hörenswert.
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: EU-Kanada Fluggastdatenspeicherung: Abkommen mit eingebauter Missbrauchsgarantie
: EU-Kanada Fluggastdatenspeicherung: Abkommen mit eingebauter Missbrauchsgarantie Nachdem die EU bereits Abkommen zur Übermittlung von Fluggastdaten mit Australien und der USA geschlossen hat soll nun ein weiteres Abkommen mit Kanada folgen. Eine geleakte Version (.pdf) des Abkommenentwurfs bestätigt die vorausgegangenen Gerüchte: Orientieren werden sich die Reglungen am Abkommen mit Australien. Das bedeutet, dass die Fluggastdaten, die bis zu 60 Informationen für einen einzelnen Flug und Passagier umfassen, an die Kanadier übermittelt werden sollen und dort für fünf Jahre gespeichert werden. Auch sensible Informationen werden übermittelt, die dann vor Ort durch die Kanadier „maskiert“ werden sollen. Das ist in etwa so, wie wenn man einen Hund auf eine Wurst aufpassen lässt. Die sensiblen Informationen können freilich unter bestimmten Ausnahmereglungen wieder „demaskiert“ und genutzt werden. Wie schon in den Abkommen zuvor sind die Definitionen sehr schwammig. Die Daten können bei schwerer internationaler Kriminalität, die eine Mindeststrafe von vier Jahren nach sich zieht, verwendet werden. Der internationale Charakter wird zum Beispiel auch dadurch definiert, dass ein Verbrechen in einem Land begangen wird und gleichzeitig „erhebliche Auswirkungen auf ein anderes Land hat“. Was das genau bedeutet bleibt offen. Das Abkommen ist also mit einer eingebauten Missbrauchsgarantie ausgestattet.
Auch die Reglungen zum Auskunftsersuchen für die Reisenden sind keinesfalls ausreichend.
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: technical textiles – Hacken, Kunst, Stricken
Das Künstler Duo von <a href="http://www.knitic.com/about/" >Knitic</a> kommt auch : technical textiles – Hacken, Kunst, Stricken Vom 11. bis 13. April findet in Berlin Wedding das ‚Mini Event’ technical textiles statt. Die Organisatorin, Fabienne Serrière, ist Systemingenieurin und veranstaltet regelmäßig das Hardware-hacking Event Hardhack. Bei technical textiles soll es u.a. um das Hacken von Strickmaschinen, computergenerierte Stickerei und Textil How-To’s bei verschiedenen Maschinen gehen. Am 11. und 12. April steht die Kunst im Vordergrund, am 13. gibt es dann Vorträge und Workshops der Künstlerinnen und Künstler. Informationen zu den Vorträgen, Workshops und der Anmeldung wird es bald hier geben.
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: Edit-Wars in der Wikipedia: Flüchten oder Standhalten?
: Edit-Wars in der Wikipedia: Flüchten oder Standhalten? Benjamin Mako Hill ist Doktorand am MIT Media Lab, Fellow am Berkman Center for Internet and Society in Harvard, Mitglied des Board of Directors der Free Software Foundation sowie des Advisory Boards der Wikimedia Foundation. Erst letztes Jahr war er zu Besuch in Berlin und hat die Keynote der Wikipedia Academy 2012 darüber gehalten, unter welchen Bedingungen kollaborative Online-Projekte wie Wikipedia (nicht) funktionieren (siehe Video).
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Wikipedia Academy – „When Peer Production Succeeds“, Keynote by Benjamin Mako Hill from Wikimedia Deutschland on Vimeo.
Mit Berlin verbindet Benjamin Mako Hill aber nicht nur dieser und andere Besuche zuvor, sondern auch eine äußerst kraftraubende Auseinandersetzung um einen Wikipedia-Eintrag des in Berlin ansässigen „Institute for Cultural Diplomacy“ (ICD). Auf seinem Blog hat Benjamin Mako Hill diese Auseinandersetzung („Edit-War“) jetzt minutiös dokumentiert: wie er auf den Eintrag durch eine Vortragsanfrage aufmerksam wurde, wie er versuchte, ihn von Eigenwerbung zu säubern, wie er am Widerstand von anonymen Editoren mit Berliner IP-Adressen scheiterte, wie es zur Löschung des Eintrags kam und wie ihm schließlich mit rechtlichen Schritten gedroht wurde.
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: Berliner Datenschutzbeauftragter fordert starke EU-Datenschutzverordnung mit mehr Nutzereinwilligung und klaren Regeln
: Berliner Datenschutzbeauftragter fordert starke EU-Datenschutzverordnung mit mehr Nutzereinwilligung und klaren Regeln In den Verhandlungen um die Gestaltung der EU-Datenschutzgrundverordnung „wird eine Absenkung des Datenschutzniveaus zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger vor allem von Unternehmen der Internetwirtschaft und der Werbebranche, aber auch von mehreren Regierungen betrieben.“ Alexander Dix, Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit übt in der lesenwerten Einleitung zu seinem Jahresbericht deutliche Kritik am derzeitigen Verhandlungsstand des Gesetzesvorhabens. Und nicht nur das: Er macht auch zehn konkrete Vorschläge, wo er Verbesserungsbedarf am Gesetzesvorhaben sieht:
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: Was US-amerikanische Sicherheitsbehörden bei der Untersuchung eines iPhones rausfinden können: Alles.
: Was US-amerikanische Sicherheitsbehörden bei der Untersuchung eines iPhones rausfinden können: Alles. Handy-„Durchsuchungen“ sind in den USA ein übliches Instrument der Strafverfolgung, bisher war jedoch wenig darüber bekannt, welche Menge an sensiblen Informationen dadurch gewonnen wird. Chris Soghoian und Naomi Gilens von der American Civil Liberties Union berichten von einem Dokument, das im Rahmen eines Strafverfahrens vor Gericht vorgelegt wurde. Dieses Dokument bietet eine seltene Bestandsaufnahme der Daten, die Bundesbeamte aus beschlagnahmten iPhones mit Hilfe forensischer Analyse-Tools erlangen können. Das iPhone wurde im vergangenen Herbst bei einer Wohnungsdurchsuchungen gefunden, bei der Ermittlung ging es um Drogen. Die Liste (PDF) der von der Behörde gewonnenen Daten aus dem Smartphone enthält eine Menge persönlicher Daten:
- Anrufe
- Telefonbuchverzeichnis
- Gespeicherte Sprach- und SMS-Nachrichten
- Fotos und Videos
- Apps
- Acht verschiedene Passwörter
- 659 Lokalisierungspunkte, darunter 227 Mobilfunkmasten und 403 WiFi Netzwerke, mit denen das Handy mal verbunden war
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: EU will Mindestquote für polizeiliche Datenlieferungen an EUROPOL und das neue “Cybercrime Centre” ausbauen
Analysten aus den EU-Mitgliedstaaten bei Europol in Den Haag. (Bild: Europol) : EU will Mindestquote für polizeiliche Datenlieferungen an EUROPOL und das neue “Cybercrime Centre” ausbauen Die EU-Kommission hat heute vorgeschlagen, die Kompetenzen und Zuständigkeiten der Polizeiagentur EUROPOL erneut zu erweitern. Aus netzpolitischer und überwachungskritischer Perspektive hätte dies beträchtliche Auswirkungen. Denn vor allem das erst kürzlich bei EUROPOL eingerichtete „EU-Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität“ („European Cybercrime Centre“; EC3) würde weiter gestärkt.
Die dort angereicherten Fähigkeiten sollen jetzt den nationalen Strafverfolgungsbehörden zugänglich gemacht werden. Mit diesem „Europäischen Fortbildungsprogramm für den Bereich Strafverfolgung“ geht ein größeres Kompetenzgerangel zu Ende: Denn EUROPOL will im letztes Jahr neu bezogenen Hauptquartier in Den Haag eine „EUROPOL Akademie“ ansiedeln. Mit der CEPOL verfügt die EU bereits über eine EU-Polizeiakademie, die bislang in Großbritannien untergebracht ist. Die soll aber zukünftig in EUROPOL integriert, ihr Standort in Bramshill im Laufe des Jahres 2014 für immer geschlossen werden.
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: Cyber-Abwehrzentrum und Bündnis gegen Cybercrime in Großbritannien
: Cyber-Abwehrzentrum und Bündnis gegen Cybercrime in Großbritannien Wie Gordon Corera bei BBC heute berichtete, planen die britische Unternehmen und Behörden die Schaffung eines Bündnisses gegen Cybercrime. Ein sicheres Web-Portal soll allen Beteiligten Zugang zu gemeinsamen Informationen verschaffen, wie ein „sicheres Facebook“. Involviert sollen u.a. der Inlandsgeheimdienst MI5 sowie das Government Communications Headquarters GCHQ sein, ein auf Kryptografie und elektronische Kommunikation spezialisierter Nachrichtendienst sein. Laut einem Reagierungsbeamten steigen die Angriffe auf Großbritannien enorm und werden dies auch weiterhin, wohingegen niemand die „Cybergefahren“ wirklich überblicken könne.
Letztes Jahr gab es bereits ein Pilotprojekt, aus dem nun das Cyber Security Information Sharing Partnership Projekt (CISP) hervorging. Da waren es noch acht Unternehmen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und Arzneimittel sollten Informationen untereinander teilen – mittlerweile wurde sind es 160 Firmen, Behörden und Geheimdienste und man hoffe auf weitere Beteiligung. Über das gemeinsame Portal sollen dann Informationen über Angriffe, Ausspähversuche und Abwehrmethoden geteilt werden.
Zusätzlich soll ein Zentrum zur Cyber-Überwachung errichtet werden, in dem 12 bis 15 Experten die Bedrohungslage überwachen und in Echtzeit Daten über laufende Angriffe liefern. Die Pläne der EU, eine Meldepflicht für “große Sicherheitsvorfälle” einzuführen, lehnen viele britische Regierungsbeamte ab. Man setze stattdessen auf freiwillige Zusammenarbeit. Kabinettsminister Francis Maude jedenfalls ist optimistisch:
This innovative partnership is breaking new ground through a truly collaborative partnership for sharing information on threats and to protect UK interests in cyberspace.
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: Update: Datenschutz-Lobbyismus: 10.000 Euro für Kontakt mit EU-Abgeordneten
: Update: Datenschutz-Lobbyismus: 10.000 Euro für Kontakt mit EU-Abgeordneten
Die EU-Datenschutzreform ist ein politisch und wirtschaftlich hart umkämpftes Themengebiet. Die bestehenden EU-Reglungen aus dem Jahr 1995 sollen an die globalisierte und digitalisierte Lebenswirklichkeit angepasst werden. Dabei müssen Verbraucherrechte geschützt, aber auch die Interessen der Wirtschaft beachtet werden. In jüngster Vergangenheit wurden die Machenschaften von Lobbyisten im Bereich der Datenschutzreform durch lobbyplag.eu aufgedeckt. Nun stellt sich heraus, dass eine Stiftung für 10.000 Euro Jahresbeitrag Unternehmen exklusive Kontakte zu EU-Abgeordneten organisiert. Auch die österreichische EU-Abgeordnete Eva Lichtenberger ist Mitglied dieser Stiftung.Die Reform und der Lobbyismus
Geschäftsmodelle von Amazon, Facebook und Co. basieren auf einer immer weiter ausschweifenden Datensammelwut ohne ausreichende Schutzmechanismen für die Nutzer. Um dieses vermeintliche „Erfolgsmodell“ bewahren zu können, lobbyieren diese Unternehmen entsprechend aggressiv. Im Fokus stehen auch die EU-Abgeordneten, die gerade den Kommissionsvorschlag überarbeiten und abändern.
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: Document Freedom Award für die taz
: Document Freedom Award für die taz
Heute ist Document Freedom Day (DFD). Bei über 50 Veranstaltungen in 30 Ländern – einige davon in Berlin – erklären Freie Software-Aktivisten, was Offene Standards sind, und warum sie wichtig sind.Dazu gehören auch Preise. Den deutschen Document Freedom Award erhält dieses Jahr die taz. Die Free Software Foundation Europe und der FFII zeichnen die taz aus, TAZ, weil sie ihr elektronisches Abonnement in einer Reihe von offenen Formaten liefert und dabei auf digitale Rechteminderung (DRM) verzichtet.
TAZ Abonnenten können die Tageszeitung in HTML, PDF, ePub und sogar in reinem Textformat erhalten. Reine Textdateien (.txt) sind ein Minimalstandard und können von Tausenden Anwendungen gelesen und geöffnet werden, unabhängig jedweder Plattform, Produkt oder Hersteller. ePub ist ein Offener Standard für elektronische Bücher. Anstatt an einen bestimmten Hersteller gebunden zu sein, können Benutzer Dateien mit der Endung .epub mit einer Bandbreite an Programmen und Geräten öffnen.
Herzlichen Glückwunsch an die taz, und weiter so!
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: Android Trojaner bei Aktivisten und Menschenrechtlern gefunden
: Android Trojaner bei Aktivisten und Menschenrechtlern gefunden Gestern berichteten drei Mitarbeiter des russischen Softwareunternehmens Kaspersky Lab darüber, dass am 24. März der Mail-Account eines bekannten tibetischen Aktivisten gehackt und von seinem Account Phishing-Mails an seine Kontakte gesendet wurden. Der Inhalt der Mail bezog sich auf eine Menschenrechts-Konferenz, die verschiedene Gruppen kürzlich in Genf organisiert hatten. Im Anhang der Phishing-Mail befand sich eine APK, also eine Android application package file mit dem Namen „WUC’s Conference.apk“.
Nach der Installation der APK erscheint eine App namens „Conference“ auf dem Handy. Wird diese gestartet, erscheint ein Text mit Informationen zu der Konferenz. Während der oder die Angegriffene den Text liest, meldet die Malware einem Command-and-Control-Server, dass das Smartphone infiziert wurde. Danach können Daten von dem infizierten System gesammelt werden, darunter die Kontakte (von Handy und SIM Karte), Anruflisten, SMS, Geopositionen und Daten wie Handynummer, OS Version, SDK Version. Die drei Autoren beschrieben die Funktionsweise in ihrem Artikel noch genauer.
Bisher wurden nur wenige Android Trojaner ‚in freier Wildbahn’ gefunden, das Citizenlab berichtete jedoch vor zwei Wochen über ein Android FinSpy Modell mit einem Command-and-Control-Server in Vietnam.
The FinFisher suite includes mobile phone versions of FinSpy for all major platforms including iOS, Android, Windows Mobile, Symbian and Blackberry. Its features are broadly similar to the PC version of FinSpy identified in Bahrain, but it also contains mobile-specific features such as GPS tracking and functionality for silent ‘spy’ calls to snoop on conversations near the phone.
Im August 2012 hatte das Citizenlab eine gründliche Untersuchung mobiler FinFisher Versionen veröffentlicht.