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Frankreich: Priorisierung von freier Software in Hochschulen gesetzlich festgeschrieben

Zum ersten Mal wurde in Frankreich ein Gesetz verabschiedet, welches die Priorisierung von freier Software festlegt. Wie April, eine französische Organisation zur Förderung von freier Software und offenen Standards, in einer Pressemitteilung erklärt, hat das französische Parlament ein Gesetz verabschiedet, welches den Einsatz von freier Software an Hochschulen fördern soll. Ziel des Gesetzes ist es, allen Personen einen gleichwertigen Zugang zu Bildungsangeboten anzubieten.

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Der Gesetzestext in einer englischen Übersetzung, welcher am 3. Juli vom französischen Senat beschlossen wurde, lautet:

II. – In the aforementioned Education Code, Article L. 123-4-1 is reinstated and reads as follows:

“Art. L. 123-4-1. – The Public Service for Higher Education provides digital services and educational resources to its users.“

“Free Software is used as a priority.”


Dabei sah es lange so aus, als ob verschiedene Interessengruppen einen Vorstoß der französischen Regierung hätten blockieren können. So sprach Frankreichs Bildungsminister Vincent Peillon zwischenzeitlich von „rechtlichen Schwierigkeiten“, bei der Nutzung von freier Software im Hochschulbereich. Doch durch den Einsatz von Organisationen wie April konnte die Priorisierung von freier Software dennoch gesetzlich festgeschrieben werden. Dazu Jeanne Tadeusz, Aprils Öffentlichkeitsbeauftragte:

During the discussion of the bill on school reorganisation, the Government and MPs had clearly been manipulated by lobbies, which claimed that giving priority to Free Software was not possible. We welcome the positive move of the Government and MPs, who went back to rating general interest higher than the private interest of a few companies. Free Software is a way to make sure that everyone has access to information, and that students aren’t just consumers of digital products.

Das Gesetz muss nun nur noch vom französischen Präsidenten unterschrieben werden.

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5 Kommentare
  1. Ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz. Was am Ende dabei rausspringt bleibt offen. Das Wundermittel gegen die hohe Arbeitslosigkeit von Jugendlichen ist das aber bestimmt nicht.

    1. Komischer Kommentar.
      Freie Software hat nicht mit „Bekämpfung“ von Arbeitslosigkeit zu tun.

      Freie Software hat aber etwas über FREIHEIT eines jeden Computernutzers über die von ihm verwendete Software zu tun.

      Somit ist Freie Software natürlich kein Allheilmittel gegen jedes Problem, aber dennoch ist Freiheit von hoher Bedeutung:

      Mit der Freiheit ist die Kontrolle über die verwendete Software gemeint, sowie „Unabhängigkeit, Eigenbestimmung, Eigenverantwortlichkeit, über Transparenz, Sicherheit, Schutz, Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Ethik, Dezentralisierung von Machtbestimming im pos. Sinne echter Dekokratie, dem Verfolgen positiver Ideale, usw.“

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