Überwachung

China: Smog gefährdet die nationale Sicherheit

CC BY 2.0 via Flickr/NASA Goddard Photo and Video

Letzte Woche gingen Bilder aus der chinesischen Stadt Harbin durch die Nachrichten. Dort war die Smogbelastung so hoch, dass Schulen geschlossen, Autobahnen gesperrt und Flüge abgesagt wurden. Der Luftqualitätsindex lag bei 500, dem schlechtesten Wert, den die Skala bietet.


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Klingt erst mal eher nach einem Gesundheitsproblem. Die South China Morning Post erläutert aber nun den Aspekt, dass im dichten Großstadtnebel nicht nur die Sichtweite der Bewohner auf teilweise unter drei Meter gesunken ist, sondern auch die der Überwachungskameras. Das macht die Bemühungen der chinesischen Polizei und Regierung, immer mehr Überwachungskameras zu installieren, wirkungslos.

Herkömmliche Systeme für den Einsatz im Nebel seien für den Gebrauch im Smog chinesischer Großstädte nicht geeignet, sagte Kong Zilong, ein Ingenieur in der Überwachungskamera-Industrie, der SCMP. Die Smogteilchen seien so zahlreich und schwerer zu durchdringen als die Wasserdampfpartikel eines normalen Nebels, sodass die Reichweite der Kameras stark eingeschränkt würde. Es gibt Vorschläge aus der Wissenschaft, Radartechnik einzusetzen. Die gefährdet zwar die Gesundheit der Menschen, sorgt aber für ihre Sicherheit vor Verbrechen, da die elektromagnetischen Wellen nicht von den Smogteilchen abgehalten werden.

Die chinesische National Natural Science Foundation, die von der Regierung ins Leben gerufen wurde, finanziert nun zwei Projekte – eines zivil und eines militärisch geleitet – , die innerhalb der nächsten vier Jahren Lösungen für das Kameraproblem finden sollen. Vielleicht sollte man die Gelder lieber in den Umweltschutz stecken, sonst dürfte es schwer werden, die angestrebten Umweltziele zu erreichen.

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