Überwachung

Gizmodo zahlt für private Zuckerberg-Fotos

Das Blog Gizmodo stört sich daran, dass Mark Zuckerberg einen lockeren Umgang mit Privatsphäre predigt, aber selbst sehr zurückhaltend agiert. So soll er nur wenige Postings öffentlich teilen und sogar seine Hochzeit vor Freunden verheimlicht haben.

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Gizmodo findet: „Das muss sich ändern“ – immerhin basiere das Geschäftsmodell von Facebook darauf aus privaten Informationen Kapital zu schlagen. Das Blog hat daher den „Summer of Zuck“ ausgerufen und zahlt für jedes selbstgemachte Bild oder Video von Zuckerberg 20 Dollar um so das Leben von Zuckerberg öffentlich machen.

Wie das am besten geht wissen die Macher des genauso wie Gizmodo zur Gawker-Mediengruppe gehörenden Blogs Gawker. Dieses steht für Klatsch und Tratsch aus dem Bereich der Berühmtheiten, die teilweise mit zweifelhaften Methoden zu Tage befördert werden.

Das Zuckerberg letztlich vor allem verbal ein Vertreter der Post-Privacy ist, weil er damit ganz gut Geld verdient und im Privatleben doch auf Privatsphäre setzt (übrigens ähnlich wie Eric Schmidt von Google) ist ihm sicherlich politisch wie moralisch anzukreiden. Ihn deshalb aber in einer derart populistischen Aktion der Öffentlichkeit preiszugeben erscheint doch etwas zweifelhaft.

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24 Kommentare
  1. Wenn ich Zuckerberg oder Schmidt nicht freiwillig meine Daten gegeben hätte, wüssten die über mich garnix. Ich weiß nicht warum immer wieder darauf herumgeritten wird, dass Google, Facebook, etc. so datengeil wären. Mag ja sein, dass sie es sind, aber niemand zwingt die Leute dazu ihr Privatleben offen zu legen.

    Diese Stasimethoden die Gizmodo hier abzieht sehe ich in keinster Weise bei FB, G, etc…

    1. Das stimmt so nicht! Sowohl Facebook als auch Google sammeln auch wenn du dort nicht registriert bist bzw. die Dienste nicht nutzt Daten über Dich!

      Google beispielsweise mit in um die 80% des deutschsprachigen Webs integrierte Systeme Google Ads und Google Analytics. Facebook beispielsweise mit seinem like-Button und dem Freunde-Finder.

      1. So schauts aus.
        Und so wie wir ja nicht gezwungen werden deren Dienste zu nutzen, zwingt ja auch keiner Zuckerberg und Co vor die Tür zu gehen.

        Ich find die Aktion gut.

      2. @Oppi: Für dich persönlich interessiert sich bei Google, Facebook oder auch Payback niemand! Das ist genau das was die Leute nicht verstehen – es geht um die Auswertung von Vorlieben (Interessen), Verhalten (Tätigkeiten), Wünschen (Für was interessierts du dich, kaufst es aber nicht?), Sorgen, Nöten, Ängsten, Freundeskreisen (Wer mit welchen Vorlieben mag wen mit welchen Vorlieben?), etc – da ist der Einzelne nicht relevant, da geht es um riesige Target-Groups. Es ist nicht notwendig Einzelne zu kennen wenn ich Muster erkennen und asuwerten möchte…

      3. Aber ganz grundsätzlich : Solange das alles anonymisiert ist, sollen sie meinetwegen ihre Marktforschung machen. Ich will nicht, dass irgendjemand bei facebook einen Geldkoffer abgeben/genug Druck machen und dann von denen erfahren kann, was ich oder Person xy uns so für politische webseiten ansehen, oder welche Pornofilme sich einer bestellt hat.

        Natürlich hab ich dann immernoch was dagegen dass ich dafür „benutzt“ werde ohne dass ich gefragt werde / ohne dass ich mich dafür durch Erstellen eines accounts entschieden habe, aber mein Hauptproblem mit diesen ganzen Schnüffelmechanismen ist eigentlich, dass Informationen über mich gegen mich verwendet werden können (nenn es Paranoia, ich nenne es Vorsicht). Und wenn man die Informationen mir nicht zugeordnet werden können, schwächt das die ganze Sache schon gewaltig ab.

      4. Nun, doch was kann man gegen Menschen unternehmen, die vollkommen unreflektiert z. B. eine Smartphone Facebook App nutzen und es dieser gestatten das komplette, auf dem Telefon befindliche, Telefonbuch auszulesen?! Telefonnummern, Geburtsdaten, Arbeitgeber (abzuleiten aus der/den E-Mail Adressen etc.).

        Da ist dann nicht mehr viel zu retten. Soviel zum Thema freiwillige, bewusste und individuelle Entscheidung.

    2. Gerade Facebook ist durch besonderen Mangel an Skrupeln aufgefallen, wenn es um das Sammeln und Verwenden von Daten über Nicht-Facebook-Nutzer geht.

  2. Ich teile Deine Ansicht. Es führt nicht zu Gerechtigkeit, wenn man ein Unrecht durch ein anderes (gleichartiges?) bekämpfen will. Man kann den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben. Ein Marc Zuckerberg wird sich durch eine solche Aktion nicht ändern. Was also soll diese Aktion? Frust ablassen? Warum? An Wem? Was sollte das ändern?

    Für den Frust habe ich Verständnis, aber solche Aktionen sollte man besser unterlassen.

    1. Welches Unrecht?
      Bilder machen von berühmten Persönlichkeiten ist der Job von sicher einigen Tausend Menschen in Deutschland… wenn man die leute die von diesen Bildern dann noch direkt oder indirekt davon leben kommt man in Deutschland sicher auf ne 6stellige Zahl an Menschen.
      Unrecht ist da also erstmal GAR nichts dran genauso wenig wie z.B. an Facebooks Art und Weise sonst wäre sie schliesslich vom Gesetzgeber unterbunden oder nicht?

      1. genauso wenig wie z.B. an Facebooks Art und Weise sonst wäre sie schliesslich vom Gesetzgeber unterbunden oder nicht?

        Der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen hat ja schon in einigen Punkten gegen Facebook geklagt und das Landgericht Berlin hat Facebook in seinem Urteil diverse Rechtsverstöße attestiert. Facebook hat Revision eingelegt, daher gibt es noch kein rechtskräftiges Urteil.

  3. Was interessiert mich dieser Schwachkopf von Zuckerberg, soll er doch an seiner Kohle ersticken!!!
    Es gibt ganz andere Ungerechtigkeiten…

  4. Gott leben wir in eine armseligen Welt. Wenn etwas falsch ist, ist es falsch und keine noch so gutes Ziel rechtfertigt falsche Methoden des Erreichens.

    Facebook weiß einen Dreck über mich, weil ich da nicht mitmache. Ich blocke alle Facebook buttons und gut ist. Ich habe das so für mich beschlossen und Mark Zuckerberg hat für sich beschlossen, sich Privatsphäre zu gönnen, eine Person die mittlerweile so bekannt ist, das keiner von uns sich vorstellen kann, was das für ein Spießrutenlauf in der Öffentlichkeit ist.

    Es ist eine bodenlose Unverschämtheit so eine Aktion zu machen egal gegen wen.

    1. Beispielsweise über den Freunde-Finder oder über dich geteilte Inhalte, hat Facebook möglicherweise mehr Ahnung über dich als du denkst – trotz Nicht-Nutzung und Like-Button-Blocking – was aber schon mal ziemlich gut ist…

  5. @KrChris: Wenn es kein Unrecht ist, warum regt sich Gizmondo dann auf? Dann wäre eine solche Aktion erst recht unnütz. Andererseits, wenn es Unrecht ist (und ich denke, es ist Unrecht), dann sind die Methoden von Gizmondo hier falsch.

    @Publicviewer: Dass es ganz andere Ungerechtigkeiten gibt (siehe z.B. Syrien), da hast Du natürlich Recht. Nur kann man deshalb doch die vielen anderen Misthaufen in dieser Welt nicht einfach ignorieren. Jedes Unrecht gehört bekämpft, aber eben nicht mit Unrecht, sondern mit Recht. Ich weiss, das ist mühsam. Und vielleicht bringt es auch Nichts. Vielleicht erstickt Zuckerberg ja tatsächlich vorher an seinem Geld. Aber diese Aspekte sind irrelevant. Wo Unrecht geschieht, muss es mit Recht bekämpft werden. Egal ob im Großen oder im Kleinen.

    1. Man kann sich auch über Dinge aufregen die nicht illegal sind, oder ? Es ist ziemlich verlogen, die totale Öffentlichkeit von allem zu predigen, und sich dann selbst zu verstecken. „Wasser predigen und Wein saufen“ könnte man das nennen.

    1. da fehlen aber noch ein „paar“ adresse
      # Block Facebook
      127.0.0.1 http://www.facebook.com
      127.0.0.1 facebook.com
      127.0.0.1 static.ak.fbcdn.net
      127.0.0.1 http://www.static.ak.fbcdn.net
      127.0.0.1 login.facebook.com
      127.0.0.1 http://www.login.facebook.com
      127.0.0.1 fbcdn.net
      127.0.0.1 http://www.fbcdn.net
      127.0.0.1 fbcdn.com
      127.0.0.1 http://www.fbcdn.com
      127.0.0.1 static.ak.connect.facebook.com
      127.0.0.1 http://www.static.ak.connect.facebook.com

      und das ist nur fb
      doubleclick etc. garnicht mitgerechnet

  6. „Ihn deshalb aber in einer derart populistischen Aktion der Öffentlichkeit preiszugeben erscheint doch etwas zweifelhaft.“

    Und woran hast du so gedacht? Mit dem Finger wackeln und „Du! Du! Du!“ sagen?
    Die ziehen das einzig probate Mittel gegen solchen Pöbel durch.

  7. Also ich finde die Aktion witzig. Natürlich sammeln FB und GOOG Daten, insbesondere bei Facebook wollen sie ja wissen, was die Community so tut – in ihrer Freizeit.
    Zuckerberg wirds schon verkraften können? (Im Zweifelsfall kann er sich ja ne Hohe Mauer um sein Grundstück ziehen oder so, Geld hat er ja genug?)

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