Nachdem sich die Stadtverwaltung in Helsinki kürzlich weigerte, jene Berechnungsmethoden offenzulegen, mit der die (vermeintlichen) Kosten einer Migration hin zu Freier/Open Source Software angesetzt wurden (vgl. „Freie Software in Stadtverwaltungen“), gibt es in Deutschland mit der Stadtverwaltung Freiburg einen ähnlich gelagerten Fall. Dort hatte der Gemeinderat 2007 beschlossen, auf das offene Dokumentenformat ODF sowie auf OpenOffice als Standardtextverarbeitung umzusteigen. Mittlerweile ist aber scheinbar eine Rückmigration auf ein proprietäres Office-System geplant. Ein diesbezüglich erstelltes Gutachten wird allerdings ebenfalls unter Verschluss gehalten.
In einem offenen Brief forderten deshalb vergangene Woche die Open Source Business Alliance, die Free Software Foundation Europe und der Bundesverbands Informations- und Kommunikationstechnologie die Verantwortlichen auf, zu folgenden zwei Fragen Stellung zu nehmen:
- Warum das den jetzigen Wechsel stützende Gutachten nicht öffentlich gemacht wird?
- Wie vor dem Hintergrund einer Umstellung auf Microsoft Office die Umsetzung des Gemeindaratsbeschlussses von 2007 zum Open Document Format sichergestellt sein wird?
Interessant ist der Fall auch deshalb, weil die Rückmigration im Widerspruch zum Gemeinderatsbeschluss aus 2007 steht, ohne dass es einen neuen diesbezüglichen Gemeinderatsbeschluss gegeben hätte. Eine Stellungnahme der Stadtverwaltung ist bislang ebenso ausständig wie eine Veröffentlichung des Gutachtens.