28. Mai: Tag des Zorns in Äthiopien

Für kommenden Samstag, den 28. Mai hat eine Gruppe von Regierungskritikern zum „Tag des Zorns“ aufgerufen. Die Gründe ähneln denen der ägyptischen Aufständischen: Arbeitslosigkeit, Hohe Lebenserhaltungskosten, das Verlangen nach Demokratie und Menschenrechten.


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Auch bei der Durchführung scheint man sich an den Revolutionen in anderen Ländern zu orientieren: Mobilisiert wird primär über Facebook. Dort haben bisher 3.000 Leute zugesagt. Diese Zahl erscheint zwar sehr gering, aber Äthiopien hat nur eine sehr schlechte Internetversorgung (ca. 445.000 Anschlüsse für 88 Millionen Bewohner). Die Leute wohnen auf dem Land auch über viele kleine Regionen verteilt – in denen auch gerne mal unterschiedliche Einstellungen zur momentanen Regierung vorherrschen.

Es ist also schwer abzusehen, wie jetzt die Mund-Propaganda funktioniert – und es wird ein paar Mutige brauchen, die ins Ungewisse stürmen, und hoffen, dass viele mitprotestieren.

Wenn in Afrika Revolution ist, sind in letzter Zeit Ausfälle des Netzes nicht weit. Unser Kontakt in Äthiopien schrieb uns heutee Mittag:

hi, hier ist alles etwas chaotisch. alle http-dienste sind ausgeschaltet, aber skype funktioniert gut. in der stadt ist überall federal police.

Im Netz kursiert eine Meldung, dass es einen Anschlag auf Glasfaserkabel gegeben hätte, das in Äthiopien der Regierung, dem Militär und ausgewählten Günstlingen der Regierung vorbehalten sei.

Am Dienstag gab es schon Proteste von Exil-Eritreanern in der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa – diese richteten sich anlässlich des 20. Jahrestags der Unabhängigkeit (von Äthiopien) aber gegen den Eriteanischen Präsidenten Isaias Afewerki.

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