Datenschutz

OpenSocial, Google, Datenschutz und so weiter

Den aktuellen Buzz um die bevorstehende Veröffentlichung von Googles OpenSocial „Standard“ für das Austauschen von Daten über verschiedene Vernetzungs-Plattformen hinweg habe ich zum Anlass genommen, endlich ein paar Gedanken aufzuschreiben, die mir dazu schon länger durch den Kopf gingen und die bisher unterbelichtet sind:

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(…) The real issues do not lie in the individual users giving consent to the platforms they use to share (some of) their data with the outside world. The real issue is: If this data is about social relations – friends, colleagues, contacts etc. – everybody of their friends would have to agree to have the information shared, as it is also about them. (…)

Professional networks are built at LinkedIn or Xing, party and music related networking happens at MySpace, and students connect to each other at StudiVZ. While most of the information in these platforms may not be secret or sensitive, there is a reason people do different things on different platforms. I mean, when I go out for a beer with my friends, I also dress in a different way from a professional conference. Nothing is secret about this, but we play different roles in different contextes, and the kind of relations we build or the ways we express ourselves are different. This is in fact a good thing for society, because it allows functional differentiation and thereby more complex societies than people used to be able to develop when everbody lived in small villages. This goes against the „moral argument“ for open social networking data exchange and the assumption that openness is always good. (…)

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4 Kommentare
  1. Sehr schön – du hast den Kern des sozialen analog/digital Netzwerkübergangsproblems sehr plastisch zusammengefasst. Nun könnte man ja überlegen, ob man nicht auch in einem digitalen Netzwerk verschiedene Rollen für sich definiert, die nicht von einem Beobachter zusammengefasst werden dürfen. Hier ist glaube ich aber das prinzipielle Problem, dass unsere Rollen im Leben mit hoher Frequenz wechseln und untereinander verschwimmen.
    Wenn man ein digitales Netzwerk unter den Bedingungen meiner analogen Rollen konstruieren möchte, dann habe ich das Problem, meine Rollen zu definieren. Während ich im normalen Leben täglich oder schneller meine kulturellen Vorlieben, Einstellungen und Gefühle wechsele, müsste ich diese für das Netzwerk in verschiedene Profile pressen. Das wäre eine Aufgabe, die ich mit herkömmlichen Mensch Maschine Schnittstellen, wie Maus und Tastatur, kaum leisten möchte.
    Zudem glaube ich, dass das Sein in einer Rolle nicht nur vom Ich bestimmt wird, sondern auch durch die Reflexion des Ichs durch andere. Hier liegt eine Quelle der Ungerechtigkeit, auch bereits in der analogen Welt. Wir möchten Rollen zurückweisen, die uns Andere zuschreiben. Was man landläufig als „nicht selbstbewusst“ bezeichnet, ist das Leiden von Menschen unter ihren Rollen.
    Das brutale an den heutigen sozialen Netzwerken ist zum einen, ihre umfassendes Gedächtnis und zum anderen, die Diskriminierung anhand zu grobkörniger und zu wenig selbstbestimmter Datensätze.

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