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Mit Exe-Dateien gegen den Bundestrojaner?

Die Grünen haben eine Art Bildschirmschoner mit dem Titel „Stoppt Schnüffel-Schäuble!“ auf einer eigenen Seite online gestellt. Die Idee dahinter soll sein, dass man das gezippte Exe-File herunterladen und installieren soll, um damit gegen den Bundestrojaner zu demonstrieren. Ist das Programm geladen, erscheint ein Schäuble-Gesicht auf dem eigenen Rechner. Man könnte jetzt viel über den möglichen Sinn und Unsinn dieser Aktion schreiben, aber die Zeit nutze ich lieber für andere Dinge. Für Meinungen stehen die Kommentare zur Verfügung.


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Torsten hat schon passendes dazu geschrieben: Lobbyismus für Nerds – andersherum.

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18 Kommentare
  1. Die Idee finde ich ganz nett, erinnert ein wenig an das Schaaf… Die graphische Umsetzung finde ich nicht sooo besonders. Die technische Umsetzung finde ich mies: 100% Prozessorlast und man muss zum Beenden den Prozess killen: Meiner Erfahrung mit Grünen nach typisch für Grüne: Ne ganz nette Idee, aber sauber umsetzen geht dann nicht.

  2. Vielleicht ist diese Seite vom Schäuble persönlich und er hat gleich einen Trojaner einbauen lassen, um zu erfahren wer gegen ihn und seine Politik ist…

    Trifft ja aber eh nur die dunklen Seiten der Macht, Windows und MacOS.

    Greez Markus

  3. Ich empfinde solche Bildschirmschoner als nervig. Und sein wir mal ehrlich: welche Reichweite hat so ein Bildschirmschoner? Was die Programmierung kostet ist auch nicht zu verachten…

  4. Eine EXE von Politikern, auch wenn es grüne sind, kommt mir nicht auf die Kiste. Die Angst vor dem Bundestrojaner ist zu groß. (Siehe auch Kommentar #3.)
    Und wenn da auch noch Schäubles Konterfei drin enthalten ist, schon mal gar nicht!

  5. Wäre die Schnüffelaktion an bestimmte Aktionen wie den Start des Mail-Programms gebunden, wäre wenigstens eine Botschaft vorhanden. Alternativ könnte das „You got mail“-Geräusch durch das Schnüffeln ersetzt werden. Aber ein reiner Bildschirmschoner?

  6. Zu dieser Aktion ist vielerlei zu sagen.

    Dass Linux-UserInnen ausgeschlossen sind, ist schade, denke aber, dass diese auch nicht Zielgruppe sind. Übrigens erzählte mir ein befreundeter Mac-User, dass die Applikation dort nicht funktioniert.

    Mich persönlich stört auch, dass das nur ein Gimmick ohne inhaltlichen Hintergrund ist. Es gibt viel zu sagen zu Schäubles „Denkverbot-Aufbrecherei“ und seinem Sägen am Rechtsstaat, das hätte dort doch auch noch Platz gehabt. Außerdem bietet ein solches Webangebot ja auch die Möglichkeit, computer- und technikpolitische Forderungen (ich nenne es mal so platt) zu nennen.

    Im Bereich dieses Politikfelds sind meine Auswege aus dem Gerufe nach mehr Überwachung des Netzes auch immer Forderungen nach mehr Medienkompetenz bei den UserInnen. Dies wird durch die Aufforderung, eine .exe-Datei herunterzuladen, konterkariert – einfach nicht konsequent, das.

    Auch sollte mensch, anstatt einen Virenscanner einer Firma zu empfehlen, auf freie Betriebssysteme verweisen. Natürlich haben auch diese Sicherheitslücken, aber durch den offenen Code kann man diese immerhin ausmachen – bei einem Virenscanner einer Firma kann ich aber sicherlich nicht wissen, ob da die Eingangstür für den Bundestrojaner mit eingebaut ist. (Das mag jetzt vielleicht etwas paranoid klingen, ich würde es aber nicht ausschließen.)

    Auch muss ich sagen, dass die Seite weder barrierefrei ist, noch den Web-Standards entspricht.

    Fazit: Ich werde mein Engagement in diesem Bereich verstärken und mir noch einiges überlegen, wie grünen Mitgliedern (und den WählerInnen) noch mehr Bewusstsein für die Themen der Wissens- und Informationsgesellschaft vermittelt werden können. In meinen Augen sollte diesen noch viel mehr Relevanz gegeben werden, es sollte genauso selbstverständlich sein, nach offenen Standards zu streben, wie sich Bio-Kartoffeln zu kaufen.

  7. julia: Danke für die rückemldung. Du hast aber IMHO den Haupt-Mangel vergessen: Herr Schäuble erfährt nie, dass ich zu Hause auf meinem Rechner einen albernen Bildschirmschoner hat.

    Wenn man einen Protest organisieren will, muss der irgendwo sichtbar werden. Auch Mitsprachemöglichkeiten oder zumindest Rückmeldemöglichkeioten wären dringend notwendig.

  8. richtig, das habe ich auch schon kritisiert. für die zielgruppe könnte das aber schon etwas sinnvolles sein: nämlich unter dem pädagogischen aspekt, manche finden das wohl witzig und lehrreich und einem wird bewusst, dass „schäuble“ immer „schnüffelt“.

    ich denke, dass es der partei gelingen wird, eine aktion zu entwickeln, die mehr protestpotenzial entfaltet. da bin ich gerade – zusammen mit dem arbeitskreis medien der grünen jugend – dran. heute wurde mir wieder klar, wie wichtig es ist, da aktiver ideen zu entwickeln und in die partei hineinzugeben. vieles ist eben doch nicht selbstverständlich.

  9. die Datei fürn mac ist 1MB groß! dieses kleine Gesicht und der Sound können niemals so groß sein! Na ob das nicht ein geschickter Schachzug ist um gerade den aktiven Gegnern den Trojaner unterzujubeln? :)

  10. Diese Aktion der Grünen ist einfach nur lächerlich und eine Beleidigung für alle, die sich ernsthaft gegen den Überwachungsstaat einsetzen.

    Nochmal zusammengefasst: das Thema Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung etc. wird seit MONATEN(!!!) ausführlich von privaten Bloggern und Initiativen, die sich zu diesem Zweck gegründet haben, intensiv und ausführlich beleuchtet. Jetzt kommen die Grünen, sprichwörtlich fünf vor zwölf, und ihr „Protest“ besteht im Anbieten einer nicht signierten ausführbaren Datei, deren sicheren Download sie als Protest gegen den „Schnüffel-Schäuble“ verkaufen?!?!

    Geht’s nur mir so, oder fühlt Ihr Euch auch so verarscht?

    Meinen Tritt in den sprichwörtlichen hintern haben die von mir schon bekommen (einfach auf meinen Namen klicken), sorgt bitte dafür, dass die Grünen für diese halbgare Aktion von Euch Anregungen bekommen. Vielen Dank.

    Tobias W.

  11. Die Seite ist vom Design her zwar nicht gerade gelungen und die Idee, da eine .exe zum Download anzubieten, ist ziemlich schlecht, gerade wenn man gegen den Bundstrojander ist.

    Trotzdem finde ich es prinzipiell gut, dass sich die Grünen gegen Schäubles „Schnüffelstaat“ engagieren und die Idee der Seite ist ja durchaus begrüßenswert.

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