2005
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: WAMS über Wikipedia und Wikimania
: WAMS über Wikipedia und Wikimania Die Welt am Sonntag berichtete vor zwei Tagen über Wikipedia und die kommende Wikimania: Zum Wissen gibt es die Gemeinschaft gratis dazu
Weltfremde Altruisten sind die Wikis jedoch trotz ihres hehren Ziels, Wissen kostenlos zu teilen, nicht. „Wer Gutes tut, kann sich dabei durchaus auch selbst helfen“, sagt Jimmy Wales. Und Kurt Jansson, Vorsitzender des Fördervereins Wikimedia Deutschland, bekennt freimütig: „Es ist unwichtig, daß es bei Wikipedia kein Geld gibt. Dafür ist es toll, Tausende Leser zu haben und sich mit neuen, spannenden Menschen auszutauschen.“
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: Phillipinen: Politische Probleme durch Blogs
: Phillipinen: Politische Probleme durch Blogs Gestern berichtete Tilmann Baumgärtl in der TAZ über Blogs auf den Philippinen: Typen, die im Pyjama schreiben. Eine sehr spannende Sache, denn die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo hat ein grosses Problem, u.a. durch Blogs verursacht. Letztes Jahr wurde dort gewählt und es existiert die Audioaufnahme eines Telefongespräch, welches sie mit dem phillipinischen Wahlleiter in der Wahlnacht führte. Sie erkundigte sich vor Auszählung der Stimmen nach ihrem Sieg. Unklar ist, wer das Gespräch aufgezeichnet hat, auf jeden Fall wurde es später in MP3 konvertiert, in viele Blogs gestellt und auch via Filesharing verbreitet. Mittlerweile gibt es Klingeltöne und auch die Raubkopier-Mafia sorgt dafür, dass in dem Land, wo nur die Oberklasse Zugang zum Netz hat, CD-Aufnahmen grossflächig vertrieben wird.
Zur selben Zeit hatte das unabhängige Philippine Center for Investigative Journalism (PCIJ) die Bänder digitalisiert und transkribiert und veröffentlichte das Material, zum leichteren Download im beliebten Audioformat MP3 unterteilt, in seinem eigenen Internet-Blog. Die Website erlebte in den folgenden Tagen einen solchen Ansturm, dass der Server mehrfach wegen Überlastung zusammenbrach. In einem Monat griffen fast zwei Millionen Menschen auf die Site zu.
Andere philippinische Blogger kamen zur Hilfe und „spiegelten“ die Dateien auf ihren eigenen Blogsites. Der Oppositionspolitiker Manuel Quezon speiste die Dateien in Filesharing-Netzwerke wie Limewire oder RapidShare ein. Die Mitschnitte wurden zur Grundlage von inzwischen über fünfzig Klingeltönen, die auf Websites wie der von TXTpower.org herunter geladen werden können. Auf dem Handy kann man „Hello Garci“ inzwischen unter anderem in HipHop- und Techno-Versionen hören.
Gerade läuft ein Amtsenthebungsverfahren gegen die Frau. Spannende Story!
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: Nominierungen für die Big Brother Awards 2005
: Nominierungen für die Big Brother Awards 2005 Seit 2000 verleiht der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD e.V.) jährlich die Big Brother Awards an die schlimmsten „Datenkraken“. Unter den bisherigen Preisträgern sind so illustre Namen Payback, Bayer AG, TollCollect, Tchibos und die Metro Group.
Bis zum 15. August können Nominierungen für die diesjährige Peisverleihung an den FoeBuD e.V. gesandt werden. Preisträger können Verbände, Organisatione, Unternehmen und Personen sein, die Kundendaten bzw. persönliche Daten Dritter erwiesenermaßen fahrlässig oder böswillig mißbräuchlich verwand haben.
Über die Tragweite, des immer stärker um sich greifenden Datenschutzverletzungen, klärt der FoeBuD e.V. auf:
Es geht nicht nur um die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen, sondern um die Sicherung des demokratischen Rechtsstaates: Ein Mensch, der ständig bespitzelt, registriert, und von speziell auf ihn abgestimmter Werbung gegängelt wird, verändert mit der Zeit sein Verhalten. Er soll zum durchschaubaren, beliebig manipulierbaren Objekt derjenigen degradiert werden, die seine Daten benützen. Damit werden Grundprinzipien unserer Verfassung – die Menschenwürde und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit – beschädigt.
Weitere Informationen zu den „Oscars für Datenkraken“ gibt es hier. Näheres zum FoeBuD e.V. erfahren Sie auf deren Website.
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: Nachrichtenüberblick 02.08.
: Nachrichtenüberblick 02.08. Gestern lief im ORF-Radio eine Sendung von Ina Zwerger zum Thema Open Access. Die hab ich leider verpasst, aber es gibt eine Zusammenfassung in Form eines Artikels auf den ORF-Seiten: Open Access – Initiativen für freien Informationszugang. Die Sendung behandelte nicht nur Open Access, sondern auch Open Source und Creative Commons.
FFII.org ist vom Netz genommen worden. Schuld ist die Firma Nutzwerk, die gerade einen Kleinkrieg gegen den FFII führt. Scheint Teil von deren Marketingstrategie zu sein, es gab ja auch schon einen Kleinkrieg gegen den Heise-Verlag. Sehr kritisierungswürdig ist das Geschäftsgebahren von Nutzwerk und ihre Filter-Produkte, die sich gut für Zensur einsetzen lassen.
Der Wired-Gründer Louis Rossetto sieht in Blogs die Zukunft: „Blogging wird das Establishment stürzen“
Plötzlich werde entdeckt, „dass es eine Menge unterschiedlicher Wege gibt, die Welt zu betrachten. Der Nebeneffekt der Blogger ist das Phänomen, dass Blogging die alten Medien mit ihrer Mainstream-Berichterstattung tötet, die wir seit der Ankunft der Telegrafen, der Druckpresse, der Schienen haben. Die Autorität der Massenmedien, die alle Macht bei sich versammelt, wird ausgehöhlt.“
Recht hat er. Und die BBC weiss davon zu berichten, dass jede Sekunde ein neues Blog die Welt erblickt.
Eine Killerapplikation ist in der Version 2.0 erschienen, wie Pro-Linux berichtet: Trouble Ticket System OTRS.
Mit Version 2.0 verbreitert OTRS sein Anwendungsgebiet vom reinen Ticketsystem für Kundenanfragen, Helpdesks oder Hotlines zur Infrastruktur für Web-Applikationen. Wie die Entwickler bekannt gaben, wurde das frei verfügbare Trouble Ticket System um eine Vielzahl von Modulen erweitert, so dass das ein neues Framework mit komplett überarbeitetem Kern und neuem Frontend entstand. Der Fokus bleibt allerdings weiterhin auf einem Ticketsystem, das jetzt z.B. bei der Sicherheit mit Unterstützung von PGP, SMIME und ACL aufwartet oder eine exakte Kalkulation der Dauer der Bearbeitung eines Tickets ermöglicht.
In Grossbritianien wird jetzt auch scharf gegen Filesharer geschossen, die Musikindustrie hat fünf davon verklagt. Aber auch die Filmindustrie in den USA klagt munter weiter. In der Schweiz sind Klagewellen für den Herbst geplant. Kommt mir vor, wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Wann werden sie endlich kapieren, dass sie ihre eigenen Kunden verklagen und neue Wege gesucht werden müssen?
Der DFB hat Fussballfans ohne Grund in schwarzen Listen aufgenommen, wie das Polit-Magazin Monitor berichtet: Im Visier: Wie Fußballfans kriminalisiert werden
Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter Schleswig-Holstein: „Also aus meiner Sicht ist es eine Katastrophe in Bezug auf die polizeiliche Datenverarbeitung. Jemand, dem man wirklich definitiv nichts vorwerfen kann, kommt in die polizeilichen Dateien und er wird ganz massiv behindert in seiner Freizügigkeit. Ihm wird sogar dadurch ein Schaden entstanden, dass er dann eben das Spiel nicht besuchen kann, nicht nach Island oder Irland fahren kann. Das ist also, denke ich, etwas, was also der Polizei in ganz massiver Form vorgeworfen werden muss.“
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: CampusSource: e‑Learning in Nordrhein-Westfalen
: CampusSource: e‑Learning in Nordrhein-Westfalen Das Schlagwort der Gegenwart heißt Neue Medien. Kaum ein Bereich des täglichen Lebens, der nicht von den vielfältigen technologischen Entwicklungen der Informations- und Telekommunikationsbranche beeinflusst ist. Informationsgesellschaft als Label für eine Ära. Wissen wird zur wichtigsten Ressource für das Individuum. Doch Wissen ist nicht uniform und genauso wenig gibt es einheitliche Wege Wissen zu erlangen. Jeder Einzelne ist gefordert sich kontinuierlich in verschiedensten Richtungen weiter zu befähigen. Lebenslanges Lernen als Lebensentwurf.
Vor diesem Hintergrund bekommen alternative Lehr- und Lernstrategien einen neuen Stellenwert. Bildung muss sich den technologischen Entwicklungen anpassen und diese integrieren. Der Trend geht zum E‑Learning. Das haben auch Politik und Bildungseinrichtungen erkannt und engagieren sich zunehmend in entsprechenden Projekten.
Vorreiter in diesem Feld ist Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es bereits seit 2001 die Initiative CampusSource, die vom dortigen Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung unter dem Projektnamen „Softwaretechnologien für das Lehren und Lernen“ im Rahmen des Innovationsprogramms Forschung gefördert wird.
An dem Projekt sind zahlreiche Bildungseinrichtungen beteiligt. CampusSource versteht sich als Plattform, die die singulären Entwicklungen der Universitäten des Landes bündelt und einer breiten Nutzung zuführt. Die Projektleitung wird von einer eigenen Geschäftsstelle unter Leitung von Prof. Hoyer und in Abstimmung mit der Steuerungsgruppe wahrgenommen. Dieser gehören acht Wissenschaftler verschiedener Landesuniversitäten sowie Vertretern des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen an. Die Geschäftsstelle ist an der Fernuniversität Hagen angesiedelt.
Der universitäre Grundsatz Forschungsergebnisse geeignet zu publizieren, zu verifizieren und die Weiterentwicklung gewonnener Erkenntnisse sicherzustellen, ist dem Open Source-Konzept eng verwandt. Open Source Software ist per Definition frei verfügbar und kann für individuelle Zwecke modifiziert und weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse müssen unter derselben Lizenz wie die ursprüngliche Software publiziert werden. Damit ist der Rückfluss der Entwicklungen und damit der Mehrwert für die Allgemeinheit sichergestellt.
Das Projekt CampusSource setzt bei der Entwicklung von e‑Learning-Systemen daher bewußt auf Open Source Software. Diese Entscheidung folgt der Definition von Wissensvermittlung als gesamtgesellschaftlicher Aufgabe. Bildung ist Gemeingut und muss als solches möglichst vielen Bürgern zugänglich sein. Open Source Software als Mittel zur Umsetzung von Forschung und Wissenschaft im digitalen Zeitalter ist daher logische Konsequenz.
Der Auf- und Ausbau eines Systems zum erfolgreichen computer- und netzbasierten Lernen und Lehren ist das Anliegen von CampusSource. Der Einsatzes Neuer Medien in Aus- und Weiterbildung soll intensiv gefördert und bestehende Infrastrukturen insgesamt verbessert werden. Die Qualität von e‑Learning-Angeboten soll entscheidend gesteigert werden.
Durch den Austausch von Eigenentwicklungen und Erfahrungen beim Einsatz der Technologien sowie die Vereinheitlichung der Entwicklungen sollen Synergien stärker genutzt werden. CampusSource versteht sich als Plattform und Börse, in der Software Anwendern und insbesondere Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt und im kooperativen Verbund gemeinsam entwickelt werden kann. Nutzvolle Weiterentwicklungen statt unnötige Parallelentwicklungen lautet die Devise. Die Bündelung der Ressourcen hat Effekte sowohl in finanzieller als auch in strategischer Hinsicht, denn einerseits können Landeszuschüsse für Forschung und Entwicklung auf diese Weise zielgerichtet eingesetzt werden, andererseits bedeutet die Verbundstärke neue Chancen im weltweiten Wettbewerb.
Zugleich ist CampusSource Dokumentationsstelle, die über die Bestrebungen der Universitäten bei der Entwicklung von Softwaretechnologien inbesondere für Bildungszwecke informiert. CampusSource vereint ausgewiesene fachliche Kompetenz und nimmt am Diskurs um die Fortentwicklung der Software aktiv teil. CampusSource ist in diesem Sinne Referenz für die Kompetenz der Landesuniverstitäten in Sachen Entwicklung von Software und e‑Learning-Systemen für Aus- und Weiterbildung.
CampusSource ist ein zweisprachiges Projekt (deutsch/englisch), das sich an verschiedenste private und öffentliche Bildungsträger, an Lehrkörper, Lernende und Privatanwender richtet. Das Angebot umfasst unterschiedliche Anwendungen, die auf die Verbesserung der Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden zielen und zum Aufbau effizienter e‑Learning-Systeme beitragen können. Ob durch Qualitätskontrolle, als Impulsgeber oder durch direkte Weiterentwicklungen der Software – Anwender tragen in verschiedener Hinsicht zum Erfolg von CampusSource bei.
Die auf CampusSource verfügbare Software kann von jedem kostenlos, d.h. ohne Lizenzgebühren entrichten zu müssen, nutzen. Allerdings ist eine vorherige Registrierung erforderlich. Anschließend kann die „CampusSource-Börse“ auf dreierlei Wegen genutzt werden.
Unter dem Dach von CampusSource haben sich im Laufe der Zeit mehrere Subprojekte zusammen geschlossen. Informationen zur Initiative gibt es auf http://www.campussource.de. Dort stehen zudem zahlreiche Anwendungen darunter das Lernmanagementsystem Moodle zum Download bereit.
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: UNESCO Bericht zum WSIS
: UNESCO Bericht zum WSIS Die UNESCO hat im Rahmen des WSIS-Prozesses (World Summit on the Informaton Society / UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft) vier thematische Konferenzen organisiert und nun einen Abschlussbericht vorgelegt.
Die Themen der Konferenzen waren:
“Freedom of Expression in Cyberspace”
“Multilingualism for Cultural Diversity and Participation for All in Cyberspace”
“ICT for Capacity-Building: Critical Success Factors”
“Cultural Diversity in Knowledge Societies”The reports of the four conferences that UNESCO organized from February to May 2005 as “thematic meetings” for the World Summit on the Information Society (WSIS), which will held its second session in Tunis, Tunisia, from 16 to 18 November 2005, are now available on line.
All four meetings endorsed UNESCO’s key principles for building knowledge societies and stressed UNESCO’s role as a facilitator of WSIS implementation activities or mechanisms. UNESCO took the opportunity to foster its multi-stakeholder approach to WSIS implementation activities and to formulate proposals for concrete actions in its areas of competence. The reports on the meetings will be introduced into the WSIS process and their conclusions will inform UNESCO’s future strategies and activities, particularly within the framework of its programme for 2006–2007.
Ich mag die UNESCO, da denken Menschen mit.
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: What the Hack 2
: What the Hack 2 What The Hack ist gestern Abend erfolgreich zu Ende gegangen. WTH wird vermutlich für einige Zeit auch das letzte Hacker-Camp in den Niederlanden gewesen sein. Rop Gonggrijp, einer der Hauptveranstalter erklärte in seiner Abschlussrede, wieso das so ist: Zuviel Bürokratie in den Niederlanden!
Schon zwei Monate vor dem Camp wollten Behörden genaue Pläne für alle Zelte mit allen zu verlegenden Kabeln haben. Ein etwas absurder Plan, da viel erst beim Aufbau wenige Tage vor oder während des Camps richtig klar wurde. Immerhin konnte jeder sein Zelt in vordefinierte Flächen aufstellen und auch lange Strom- und Netzwerkkabel zum nächstliegenden zweckentfremdeten Dixie-Klo legen, welche Switches und Stromverteiler enthielten. Einer der Hauptgründe ist jedoch ein Gesetzesvorhaben in den Niederlanden, welches Veranstalter von Events dazu verpflichtet, die Kosten für die Polizei selbst zu tragen. Spiegel-Online berichtete in einem Artikel über WTH von 16 Polizisten, die vor Ort sein sollen (War Spiegel überhaupt vor Ort?). Diese Zahl ist allerdings masslos untertrieben, insgesamt waren ca. 100 Sicherheitsbeamte registriert, die in verschiedenen Schichten Dienst machten. (Die grosse Frage war noch, ob es mehr registrierte Polizisten als anwesenden Frauen gab…) Zwischendurch flog auch mal eine AWECS-Maschine zur Aufklärung über uns hinüber. Eine Kostenübernahme dieser würde allerdings den benötigten Etat von WTH verdoppeln, was wiederum auf den Eintrittspreis umgelegt werden müsste. Ein hoher Preis für mehr für „Sicherheit“, die niemand auf dem Camp (vor allem in dieser Anzahl) benötigte. Die grosse Überraschung ist allerdings, dass die holländischen Hacker ihr nächstes Camp, welches traditionell alle vier Jahre stattfindet, in Grenznähe machen möchten – auf deutscher Seite. Verwunderlich, dass Holländer bei uns weniger Bürokratie vermuten.
Viele Vorträge waren interessant und wie bei jedem Kongress oder Camp konnte ich nicht alles sehen, was ich eigentlich wollte. Über den einen oder anderen Vortrag werde ich vielleicht noch extra bloggen. Sehr nett war das Feature, dass man Vorträgen über ein DECT-Telefon lauschen konnte. Bei Regen doch sehr angenehm, wenn man im trockenen sitzen bleiben kann. Detlev Borchers beschreibt in einem Artikel für Heise Online den typischen Campgänger vollkommen falsch. Ich weiss ja nicht, in welchem „Village“ er sein Zelt aufgebaut hatte, oder wo er morgens in Netz wollte, aber ich habe niemanden erlebt, der morgens nach dem Aufstehen erstmal sein Sixpack auspackte und rumnervte. Eher waren alle sehr motiviert darin, guten Milchkaffee zu machen. Das Wetter war streckenweise richtig schlecht, wofür die Veranstalter nichts können. Verwundert blickten wir während des Camps auf eine Wetterkarte, die fast die gesamten Niederlanden in verschiedenen Regen-Gelbtönen bedeckten, während Deutschland komplett wolkenfrei war. So regnete es fast jede Nacht und einige Zelte standen unter Wasser. Dementsprechend hatte ich auch wenig Lust, mit meinem Notebook rumzulaufen und hab es die meiste Zeit im Zelt stehen lassen. Aber trotz des Wetters war es ein richtig cooles Camp mit sehr vielen interessanten Menschen. Nur das mit den Parties lernen wir nochmal. Ist schon echt frustrierend, wenn man bis zu 10 schlechte Parties zur Auswahl hat.
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: Mehr Wohlfahrt durch Kopien
: Mehr Wohlfahrt durch Kopien Telepolis schreibt über die Dissertation von Jochen Haller mit dem Titel „Urheberrechtsschutz in der Musikindustrie: Eine ökonomische Analyse“. Haller hat untersucht, ob stärkere Urheberrechtsschutzmaßnahmen ein Heilmittel gegen die Probleme der Musikindustrie sind. Die Antwort darauf ist, wie zu erwarten, „nein“:
Volkswirtschaftlich betrachtet sei das Kopieren von Musik sogar eine gute Sache, da es die Wohlfahrt steigere. Darüberhinaus sind Hallers Forderungen altbekannt, u. a. niedrigere Tonträgerpreise, ein differenzierteres Urheberrecht und die Erkenntnis, dass nicht jedem verkauften CD-Rohling ein entgangener Musikkauf entspricht. Aber eine weitere Studie, die zu diesen Schlüssen führt, ist ja keine schlechte Sache.
Insgesamt wird anhand der Ergebnisse der vorliegenden Analyse deutlich, daß Zweifel angebracht sind, ob weitere Erhöhungen des Urheberrechtsschutzes langfristig ein probates Mittel zur Überwindung der derzeitigen Krise der Musikindustrie darstellt. Hierzu scheint vielmehr die Entwicklung neuer Strategien seitens der Tonträgerhersteller geeignet zu sein.
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: What The Hack 1
: What The Hack 1 What The Hack ist gestartet und versprüht immer noch ein wenig den Charme eines Aufbautages. In vier Zelten läuft das Vortragsprogramm, welches in den Wochen vorher noch sehr technisch aussah. Aber pünktlich zum Start sind noch einige interessante nicht-technische Vorträge dazu gekommen. Wie bei jeder grösseren Veranstaltung funktioniert das WLan noch nicht, dafür gibts überall Switches für Kabel.
Die niederländische Polizei ist gleich mit einem grösseren Truck angekommen, falls mal irgendwas mit dem Internet aus dem Camp heraus passieren sollte. Sind ja viele technik-kompetente Menschen hier mit allerlei Technik versammelt. Um alle über die Anwesenheit der Polizei zu informieren, gibts jeden Tag um 16h einen „Lawful Interception-Workshop“ im Truck, so die News im Wiki. Was ein netter Social Hack ist, da die Polizisten ja nicht hier sind, um mal all ihre Überwachungsausrüstung zu präsentieren. Heute um 16h standen wohl viele Menschen am Truck, und wollten Einlass haben.
Viele amerikanische Medien wie CNN übernehmen einfach eine Ap-Meldung, welche die Kooperation für bare Münze nimmt:
Even the local police officers assigned to monitor „What the Hack“ are being included in the event. Officers are holding daily workshops to educate the public about how they go about securing events like these. Such cooperation with authorities would have raised eyebrows in previous years.
Das Wetter verspricht für Samstag morgen mal etwas Sonne, sonst besteht ständige Gewittergefahr. Aber das ist kein Problem, da es eine Vielzahl von grösseren Vortrags- und Projektzelten gibt. Heute morgen stand wohl der ganze Acker unter Wasser, bei unserer Ankunft um 14h war aber schon die Sonne da und die meisten Pfützen verschwunden. Seitdem ist es bewölkt und sehr schwül.
Es gibt ein Camp-Wiki, bei Flickr finden sich auch schon viele Bilder und „What The Planet“ aggregiert verschiedene Blogs.
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: Vorratsdatenspeicherung ist keine Lösung!
: Vorratsdatenspeicherung ist keine Lösung! Heute wurde die Kampagne „Vorratsdatenspeicherung ist keine Lösung“ (Data retention is no solution) auf dem „What the Hack“-Camp in den Niederlanden vorgestellt. Die Kampagne wird von European Digital Rights Initiative (EDRi) in Zusammenarbeit mit XS4all durchgeführt.

Der folgende Petitionstext kann auf der Webseite unterschrieben werden:
Ich denke, dass
* Vorratsdatenspeicherung eine aufdringliche Maßnahme ist, die in das Privatleben eines jeden eingreift;
* die Speicherung personenbezogener Daten jedes Bürgers eine illegale Maßnahme nach Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention darstellt, und dass diese Maßnahme unverhältnismäßig ist;
* aus einer Vorratsdatenspeicherung gewonnene Sicherheit trügerisch ist, da mit einem Individuum verbundene Verbindungsdaten möglicherweise durch Aktionen eines Dritten entstanden sind, oder durch einen Prozess, der keinen Bezug zu den Aktivitäten dieses Nutzers hat;
* der Weg, auf dem diese Maßnahmen verfolgt werden, an sich illegitim ist, da einige Mitgliedsstaaten, in denen ähnliche Maßnahmen an ihrem nationalen Parlament scheiterten, nun versuchen, diese Maßnahmen auf europäischer Ebene durchzusetzen, vorgeblich im Namen der Europäischen Harmonisierung und internationaler Zusammenarbeit.Ich rufe die Europäische Kommission und das Europäische Parlament auf, die Vorschläge zur Vorratsdatenspeicherung sehr kritisch zu begutachten und den Schutz der Menschenrechte, insbesondere des Rechts auf Privatsphäre, auch in diesen schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten.
Nachrichtenüberblick:
Heise: Unterschriftenkampagne gegen verdachtsunabhängiges Datensammeln
Pro-Linux: Petition gegen Vorratsdatenspeicherung -
: Auf dem Weg zu WhattheHack
: Auf dem Weg zu WhattheHack Ich bin gerade auf dem Weg nach Holland zum „What the Hack“ – Camp. Am Freitag spreche ich um 17h in Zelt3 zusammen mit Elmar Geese, dem Vorsitzenden des Linux-Verbandes über folgendes Thema:
A Guide to Free Software Lobbying
Lobbying for Open Source and Free Software is necessary for raising awareness in politicians’ minds. But there are only few who really do just that on a national and european level. Lobbying for free software means working in your spare time against lots of paid Microsoft lobbyists and agencies. In this presentation we want to show how lobbying for free software and open source works and what can be done to promote freedoms in the digital age.
Berichte gibts dann ab morgen, wenn die Technik (und das Wetter) mitspielt.
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: Chaosradio: Sicherheitswahn auf dem Prüfstand
: Chaosradio: Sicherheitswahn auf dem Prüfstand Chaosradio 104, 27.07.2005, 22–1 Uhr: Sicherheitswahn auf dem Prüfstand
Deutschland 2005. Wir befinden uns zwischen den Anschlägen von London und Bundestagswahl. Kaum waren die Opfer des schrecklichen Attentates geborgen, forderten konservative Politker eine Ausweitung der Videoüberwachung und aus Richtung der Ermittlungsbehörden werden die Rufe nach einer umfassenden Speicherung sämtlicher Telefon- und Internetverbindung laut. Der Datenschutz heißt plötzlich „Täterschutz“ und alle bürgerlichen Freitheiten sollen „auf den Prüfstand“.
Wollen wir in einer vollüberwachten Gesellschaft leben und bringt eine allumfassende Beobachtung wirklich mehr Sicherheit? Welche technischen Maßnahmen können solche furchtbaren Terroranschläge verhindern? Verträgt sich Hi-Tech gegen Terror mit einer stabilen Demokratie?
Eine Diskussion, die leider mal wieder brandaktuell ist. Mittwoch im chaosradio.
Fragen und Kommentare zu dieser Sendung sowie allgemeine Anfragen bitte an chaosradio@ccc.de
Außer im Radio könnt ihr Chaosradio während der Sendung auch per Livestream empfangen. Danach liegen die Streams mit einigen Tagen Verzögerung unter ftp://ftp.ccc.de/chaosradio, oder siehe http://www.ccc.de/club/ftp
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: BPB: Aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema Netzpolitik
: BPB: Aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema Netzpolitik Die neueste „Aus Politik und Zeitgeschichte“-Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung ist zwar noch nicht gedruckt erhältlich, dafür schon im Netz zu finden. Die kleinen Heftchen liefern immer wieder einen Überblick zu einzelnen Themen. Diesmal ist Netzpolitik das grosse Thema, wenngleich der Titel eigentlich „Sicherheit im Internet“ lautet.
Die rasche Ausbreitung des Internets über geographische und administrative Grenzen hinweg hat ungeahnte individuelle Freiheiten eröffnet. Zugleich haben sich die Sicherheitsprobleme verschärft. Doch viele Nutzer bewegen sich sorglos im Netz – ohne individuelle Sicherheitsvorkehrungen wie Virenscanner und Firewalls. Die Vision eines zuverlässigen Netzes setzt dagegen auf verantwortliche und verlässliche Nutzer.
In der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts muss das Spannungsfeld von Copyright und seinen Schranken, von geistigem Eigentum und Kollektivgut, von Verwertungsinteressen und Bürgerrechten neu vermessen werden. Staatliche Eingriffe erscheinen indes weder zweckmäßig noch wünschenswert. Autoritär regierte Staaten haben zu drakonischen Zensurmaßnahmen gegriffen.
Die Beiträge können wahlweise einzeln im Netz gelesen werden. Empfehlenswert ist auch das ganze PDF.
Editorial
Das zuverlässige Netz
Die Zukunft der Ideen
Urheberrecht in der Wissensgesellschaft
Information Warfare
Zensur im InternetDas letzte Mal, dass ein Heft zum Thema Internet erschienen ist, war zum ersten World Summit on the Information Society (WSIS) vor knapp zwei Jahren.
[via immaterialblog]
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: Nachrichtenüberblick 26.07.
: Nachrichtenüberblick 26.07. Wer schon immer wissen wollte, wie die Hörerzahlen der deutschen Radiosender ermittelt werden, und wieso es dabei immer nur Gewinner gibt, kann das mal bei Telepolis nachlesen: „Es ist nicht wichtig, wie viele Leute uns hören“.
Über die Datensammlung bei Amazon, eBay &Co. und ihren Beitrag zur Anti-Terrorbekämpfung in den USA berichtet Spiegel-Online: Amazon, Terror-Abwehr und der Staatsschutz.
Das starke Gefälle in der Qualität des Datenschutzes zwischen der EU und den USA hält das Thema Datentransfer weiter auf der Tagesordnung. Durch die anhaltenden terroristischen Aktivitäten wird die Begründung für den staatlichen Zugriff weiter frei Haus geliefert. Die gängige Praxis und die schwach ausgeprägten Kontrollmöglichkeiten sollten jedermann zu denken geben, wem er persönliche Daten überlässt.
Die Frankfurter Rundschau widmet dem Bundesverfassungsgericht einen eigenen Artikel: Wider den Schlecht-Wetter-Abschlag
Draußen, außerhalb des gläsernen Gerichtsgebäudes, wird anders intoniert. Mit dem zur Stereotype verkommenden Satz „Wir brauchen schärfere Sicherheitsgesetze zum Schutz unserer Bürger“ werden Wahlen gewonnen. Wer nach mehr Sicherheit und neuen Gesetzen ruft, treibt die „Verweigerer“ automatisch in die Defensive. Ob es die deutschen Sicherheitsgesetze sind oder nicht vielmehr die Nichtteilnahme am Irak-Krieg, die die Republik bislang vor Anschlägen bewahrten, diese Frage traut sich ein Politiker nicht öffentlich zu erörtern.
Der kanadische Provider Telus befindet sich gerade mit der Telecommunications Workers Union in einem Tarifstreit. Und hat jetzt einfach mal eine Webseite gesperrt, die das thematisiert: Kanadischer Provider blockiert Gewerkschafter-Website.
NRW goes Open Source. Zumindest im eLearning. Dazu gibt es wohl schon etwas länger die Initiative CampusSource, die jetzt ein Entwickler-Treffen organisiert hatte, um Ressourcen zu vernetzen.
Ziel dieser vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützten Initiative ist es, kooperative Prozesse für den Aufbau eines virtuellen Hochschulraums in Gang zu setzen. Die Anstrengungen der einzelnen Hochschulprojekte werden somit gebündelt und die Open Source-Plattformen als technische Voraussetzung einer virtuellen Universität allen InteressentInnen zur Benutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt.
Vietnam, wahrlich kein Mekka für Meinungsfreiheit, macht wieder durch staatliche Aktionen auf sich aufmerksam: Vietnam führt Ausweispflicht in Internet-Cafés ein
Internet-Cafés müssten zudem sicherstellen, so hieß es, dass niemand auf pornografischen oder als subversiv eingestuften Websites surfe. Die Regierung weist in ihrer neuen Direktive auch darauf hin, dass seit vergangenem Jahr die Daten der Benutzer 30 Tage lang gespeichert werden müssen.
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: Buch-Rezension: Free Culture
: Buch-Rezension: Free Culture
Matthias Spielkamp hat für die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Buch-Rezension über „Free Culture – How Big Media Uses Technology and the Law to Lock Down Culture and Control Creativity“ von Lawrence Lessig geschrieben:„Free Culture“ ist eine Gegenrede, bei der Lessig nicht nur Empirie, sondern auch die Logik auf seiner Seite hat. Und wie viele seiner angelsächsische Kollegen hat er die Gabe, trockene wissenschaftliche Argumentationen in eine spannende Erzählung zu verwandeln, ohne dabei ihre Komplexität zu vernachlässigen. Obwohl das Buch vor dem Hintergrund des amerikanischen Rechtsraums geschrieben ist, weisen Lessigs Argumente weit darüber hinaus. Sein Plädoyer gegen überstürzte Konzessionen an die Rechteinhaber, für eine bedachte Diskussion der Fakten muß auch hierzulande jedem empfohlen werden, der sich mit dem Thema beschäftigt.
Free Culture ist ein tolles Buch, welches auch als PDF heruntergeladen werden kann. Eine Creative Commons Version lädt zum Remixen des Werkes ein. Davon haben schon viele Gebrauch gemacht. Es gibt ein Audiobook, verschiedenste Text-Formate (wie HTML) und auch ein Wiki zum Weiterentwickeln des Werkes.
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: Nachrichtenüberblick 25.07.
: Nachrichtenüberblick 25.07. Die Netzeitung hat Edda Müller, Präsidentin der Verbraucherzentrale Bundesverband, zur Bundestagswahl und Verbraucherschutz im Allgemeinen befragt. RFID kommt auch vor, aber diese Äusserung hier finde ich interessanter:
Netzeitung: Ist das Verständnis für diese verbraucherpolitischen Forderungen in den Parteien und selbst im Verbraucherministerium nicht gegeben?
Müller: In den Köpfen, auch im Verbraucherministerium, aber vor allem im Wirtschaftsministerium, wird Verbraucherschutz immer gleichgesetzt mit Belastungen, Bürokratie und Dirigismus für die Wirtschaft. Verbraucherschutz wird mit Schutz von Schwachen oder mit einer karitativen Veranstaltung verwechselt. Je mehr Verbraucherschutz, desto schlechter für die Wirtschaft, lautet das Vorurteil. Das ist eine Absurdität. Marktwirtschaft lebt von Angebot und Nachfrage. Dass Verbraucherpolitik nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik ist, verstehen viele nicht. Da brauchen insbesondere die Wirtschaftspolitiker Nachhilfeunterricht. Es wird häufig mit einer enormen Plattheit und Vereinfachung argumentiert, obwohl jeder einzelne Politiker auch Verbraucher ist.
Volker Grassmuck berichtet auf iRights.info über die dritte WIPO-Developing Agenda-Runde: Weiter Streit über Zukunft der WIPO
Vor allem Brasilien kritisierte die Haltung der USA scharf. Neue Gesetze in den USA und anderen entwickelten Ländern schüfen Anreize für öffentlich geförderte Institutionen wie Universitäten, die Rechte an ihren Innovationen an die Privatwirtschaft zu übertragen. Damit, so der brasilianische Delegierte, werde keineswegs die weltweite Innovation stimuliert. Im Gegenteil: Wissen werde entzogen, Innovation und Wettbewerb behindert und Monopole gestärkt. Ein Abkommen über Zugang zu Wissen dagegen würde diesem Trend entgegenwirken und sicherstellen, dass Wissen öffentlich zugänglich bleibt und Bildung und Wissenschaft auf der ganzen Welt voranbringt. „Wir sind überzeugt, dass ein Abkommen über Zugang zu Wissen Innovation und Entwicklung wirklich kraftvoll voranbringen würde.“
Viele Online-Medien schreiben heute über die Vorratsdatenspeicherung, wie Heise, Golem oder de.internet.com. Was mich wundert ist, dass sie sich alle auf einen Welt-Artikel beziehen, der sich wiederum auf den Richtlinienentwurf bezieht. Wer den Richtlinienentwurf noch nicht hat und bisher auf die Welt als Filter angewiesen war, hier ist er als PDF. Aber der Welt-Artikel ist trotzdem empfehlenswert:
Laut der vorgeschlagenen „Direktive von EU-Parlament und EU-Rat“ sollen nicht nur Nummer, Name und Adresse des Nutzers gespeichert werden, sondern auch das Ziel, Datum, Zeit und Zeitdauer der Gespräche bzw. Internet-Nutzung sowie die Art und Mittel der Kommunikation, also ob es sich um ein Gespräch, eine SMS oder eine Konferenzschaltung gehandelt hat. Schließlich strebt die EU-Kommission das Anfertigen von Bewegungsprofilen an. So soll der Ortswechsel des Handy-Benutzers miterfaßt werden und ebenso, ob der Zugang zum Internet von einem festinstallierten PC oder einem transportablen Laptop erfolgt.
Eine gute Übersicht zum aktuellen Richtlinienentwurf bietet mitttlerweile die CT’. Stefan Krempl hat Stimmen gesammelt und sich den Entwurf mal näher angeschaut: Heftige Proteste gegen Brüsseler Pläne zur pauschalen Überwachung der TK-Nutzer
Mit diesen Vorkehrungen sieht die Kommission die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme in einer demokratischen Gesellschaft gewährleistet. Doch vor allem der Anhang mit den konkret aufzubewahrenden Datentypen spricht eine andere Sprache: die Kommission hat hier die lange Wunschliste aus den jüngsten Ratspapieren übernommen und sogar etwa noch um die Aufzeichnung von Standortdaten im Mobilnetz bei laufenden Gesprächen erweitert. Erfasst werden sollen zudem sämtliche Internetdienste, was neben E‑Mail-Kontakten etwa auch Verbindungsdaten im Web, bei Filesharing oder bei Chats umfassen könnte. Generell sollen die Ermittler in begründeten Fällen sämtliche Daten an die Hand bekommen, welche die Quelle, das Ziel, die Art und im Mobilfunk den Ort einer Kommunikation bestimmen. Dies können etwa dynamische oder feste IP-Adressen sein, aber auch nähere Angaben zu verschickten SMS. Wie bei letzteren die Kommunikationsinhalte, die laut dem Papier explizit nicht mit erfasst werden dürfen, von den Verbindungsdaten getrennt werden sollen, lässt die Kommission offen. Bei den zu identifizierenden Kommunikationsgeräten liegen die Interessen nicht nur bei IMSI- und IMEI-Nummern von Handys, sondern etwa auch bei den MAC-Adressen von Netzwerkkarten in Computern.
What The Hack hat schon Netz. Der Beweis findet sich in Form eines 2,2 MB grossen MP4-Videofiles hier.
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: Drucker-Wasserzeichen zur Überwachung
: Drucker-Wasserzeichen zur Überwachung Imagine that every time you printed a document, it automatically included a secret code that could be used to identify the printer – and potentially, the person who used it. Sounds like something from an episode of „Alias,“ right?
In den USA warnt die Electronic Frontier Foundation vor Farblaser-Druckern. Auf Druck der US-Regierung haben viele Hersteller mittlerweile Techniken eingebaut, die eine gedruckte Seite eindeutig einem Drucker, bzw. Besitzer zuordnen kann. Die Massnahme soll gegen Fälschungen gerichtet sein, denn mit Farblaser-Druckern kann man ja beispielsweise Banknoten kopieren. Allerdings kann die Technik auch noch zur Beobachtung von renomierten Nichtregierungsorganisationen im Zuge der Terrorismusbekämpfung eingesetzt werden.
Die „American Civil Liberties Union“ (ACLU), die grösste US-Bürgerrechtsorganisation, veröffentlichte eine Stellungnahme, wonach das FBI mehr als 1100 Seiten Dokumente über sie seit 2001 gesammelt haben. Andere Organisationen wie Greenpeace oder United for Peace and Justice sind auch betroffen. Letztere haben einen Report über ihre Überwachung durch das FBI veröffentlicht. Eine Anfrage über den Freedom of Information Act (Das bessere Vorbild unseres Informationsfreiheitsgesetz) soll jetzt Klarheit schaffen, wie bei „United for Peace and Justice“. Die ACLU möchte wissen, welche Dokumente gesammelt werden:
„The UFPJ report underscores our concern that the FBI is violating Americans’ right to peacefully assemble and oppose government policies without being branded as terrorist threats,“ said Ann Beeson, Associate Legal Director of the ACLU. „There is no need to open a counterterrorism file when people are simply exercising their First Amendment rights.“
Die EFF will jetzt mehr über die Wasserzeichen in Druckern wissen: Is Your Printer Spying On You?
Yet there are no laws to stop the Secret Service – or for that matter, any other governmental agency or private company – from using printer codes to secretly trace the origin of non-currency documents. We’re unaware of any printer manufacturer that has a privacy policy that would protect you, and no law regulates what people can do with the information once it’s turned over. And that doesn’t even reach the issue of how such a privacy-invasive tool could be developed and implemented in printers without the public becoming aware of it in the first place.
With nothing on the books, we lack tools to stop the privacy and anonymity violations this technology enables. For this reason, EFF is gathering information about what printers are revealing and how – a necessary precursor to any legal challenge or new legislation to protect your privacy. And we could use your help.
Gesucht werden Testseiten aus Druckern, die an die EFF gesendet werden sollen.
Weitere Informationen:
EFF: Investigating Machine Identification Code Technology in Color Laser Printers -
: Freies Wissen als Schulphilosophie
: Freies Wissen als Schulphilosophie Auch im Bereich Bildung ist Großbritannien mal wieder ein Stück weiter: Am Londoner Ravensbourne College gibt es jetzt die School of Computing for the Creative Industries. Die Schüler sollen nicht nur auf Leben und Arbeit in der digitalen Welt vorbereitet werden, sondern bekommen gleichzeitig auch die Philosophie rund um Open Source und freies Wissen nahegelegt. Alle Unterrichtsmaterialien werden zudem unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht:
Although we recognise an important role for trade secrets and proprietary knowledge, the School also recognises that open standards – and open source solutions – have been instrumental in the rapid growth and enduring success of the internet. Furthermore, we recognise that appropriation and reuse – rip, mix, and burn – are central to the progress of innovation in digital technology and the creative industries. A balanced view of intellectual property, therefore, recognises the crucial role of open source solutions and a „creative commons“.
[…]
The School of Computing for the Creative Industries will release its learning materials under a Creative Commons license to ensure their widest possible dissemination and use. Technical facilities in the School will be built on open source platforms. We will support students who wish to release projects under free and open source licenses.
(via BoingBoing)
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: BBC-Backstage Entwickler-Wettbewerb
: BBC-Backstage Entwickler-Wettbewerb Das BBC Backstage Developers Network hat einen Wettbewerb gestartet, um neue Anwendungen rund um die freigegebene APIs zu entwickeln: BBC opens TV listings for ‚remix’
„We want people to innovate and come up with prototypes to demonstrate new ways of exploring the BBC’s TV schedule,“ backstage.bbc.co.uk project leader Ben Metcalfe told the BBC News website. „We have some ideas: people might want to combine schedules with web search services, like del.icio.us.“
Heute startet übrigens BBC Backstage offiziell. Und ich bin neidisch. Ich will auch innovative öffentlich-rechtliche Medien in Deutschland haben. Dafür zahle ich dann auch gerne Rundfunkgebühren oder eine Mediengebühr.
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: Cory Doctorow im BBC-Interview
: Cory Doctorow im BBC-Interview Die BBC berichtet in einer Interview-Serie über „digitale Bürger“. Aktuell ist das Interview mit Cory Doctorow von BoingBoing und der Eletcronic Frontier Foundation über DRM, Copyright und die Arbeit der EFF: Digital Citizens: The activist.
„A little bit of copyright goes a long way. The idea that copyright should control how technology works rather than technology setting how copyright works is a really fundamentally broken one,“ said Mr Doctorow.
„The thing that’s really different in the digital world is not that copyright is rupturing under the onslaught of new technology. It’s that we are treating that like it’s a crisis.
„Instead of that, it’s just another signal that it’s time to update copyright.“
Das Quiz „Are you a digital citizen?“ halte ich für etwas misslungen. Da werden teilweise Firmengründer und Marken abgefragt.