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Linux-Verband: Gates belügt Spiegel-Leser

Die an diesem Montag (31.1.2005) unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Clement gestartete Initiative „Deutschland sicher im Netz“ muss nach Auffassung des Linux-Verbandes ihr Augenmerk insbesondere auf den stärkeren Einsatz von Software setzten, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als sichere Software zertifiziert worden ist. „Wer unsichere Software verkauft oder einsetzt, verursacht selbst zum größten Teil die Unsicherheit, die er mit der neuen Initiative bekämpfen will“, erklärte Elmar Geese, Vorsitzender des Linux-Verbandes am Montag in Bonn. „Öffentliche Verwaltungen, Wirtschaftsunternehmen, aber auch die privaten Nutzer könnten viele Sicherheitsprobleme von vornherein vermeiden, wenn sie soweit wie möglich nur BSI-zertifizierte Software einsetzen.“


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Das größte Problem für die Computersicherheit in Deutschland und der gesamten Welt stellen nach Einschätzung aller Experten derzeit Programme der Firma Microsoft dar, betonte Elmar Geese. Das liege nicht in erster Linie an der Verbreitung der Programme, sondern an systemimmanenten Schwachstellen der Programmarchitektur und der fehlenden Offenheit der Codes. „Wer in der digitalen Welt sicher gehen möchte, sollte auf Offenheit der Standards und 100prozentige Offenheit der eingesetzten Codes achten, wie sie das Betriebssystem Linux und Open-Source-Software insgesamt garantieren“, erläuterte der Verbandsvorsitzende.

„Auch Linux und Linux-orientierte Anwendungen sind kommerziell vertriebene Software-Produkte“, hob der Vorsitzende des Verbandes der im Linux-Umfeld tätigen Firmen mit Hinweis auf ein Interview des Microsoft-Gründers Gates im heutigen Spiegel-Interview hervor. Die im gleichen Interview von Gates aufgestellte Behauptung, Linux sei von Viren-Attacken stärker betroffen als Microsoft-Produkte bezeichnete Geese als „nachweisliche Lüge“. Jeder könne sich auf den Webseiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (www.bsi.de) über die Liste der unsicheren MS-Programme informieren lassen, während Linux-Betriebssysteme von Redhat und Suse als sichere Software zertifiziert worden seien. „Auch die neuesten Wurm-Warnungen richten sich wie viele vorher ausschließlich an Nutzer von Micrososft-Systemen“, stellte Geese fest.

[via Linux-Verband.de]